Forum: Politik
Griechenland-Krise: "Meine Hoffnung liegt ganz bei Angela Merkel"

Griechenland lebt mit der Krise, seit Jahren. Viele Menschen hat das zermürbt. Hier erzählen zehn Athener, warum sie einen Ausstieg aus dem Euro fürchten - oder herbeisehnen.

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die-metapha 20.06.2015, 13:00
40. Griechenland wählt

also eine Regierung und vertraut nun "ganz" auf Angela Merkel und die EU?
Die eigene Regierung brachte es weder fertig, ausstehende Steuerschulden einzutreiben noch ein funktionierendes Fiskalsystem zu erarbeiten.

Varoufakis reist seit 6 Monaten mit abenteuerlichen Theorien und Vorschlägen durch die Welt - mal devot gen Osten, mal übelst schimpfend nach Brüssel.
Es scheint ihm allemal leichter zu fallen im Ausland um Geld zu betteln, als die eigene Bevölkerung - resp. die Upperclass ( der er und seine Familie auch angehören ) - dazu zu animieren für das eigene Land und den Aufbau eines funktionierenden Sozialsystems zu werben, Einnahmen dafür zu generieren und mittelfristig die Gesetzesgrundlagen dafür zu schaffen.
Fehlende Kapitalverkehrskontrollen sorgen nun zudem dafür, das das bereitgestellte Kapital zu 90% an der Bevölkerung vorbei auf ausländische Konten "verlagert" wird.
So leid mir das für die griechische Bevölkerung tut - aber nun wird es Zeit, der Realität ins Auge zu sehen und die eigenen Probleme mit der "eigenen" - zuvor selbst gewählten - Regierung zu lösen.
Griechenland wird zu einer Struktur zurückkehren, welche ich aus den frühen 80er Jahren kenne. Die schnittigen Taxi Limousinen auf Athens Straßen werden nach und nach verschwinden und der ländliche Raum wieder bewirtschaftet. Alles nicht mehr so bunt wie jetzt, nicht mehr so stylisch und hypertroph - aber die Welt wird sich weiterdrehen. Auch - oder gerade - für die Griechen!

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nofreemen 20.06.2015, 13:00
41. ein Polit- und Mediengerangel

Wenn einem das Umfeld jahrelang sagt man sei krank, nur weil man anders ist, dann beunruhigt das die betroffenen Menschen schon. Nur ist hier nicht klar wer wirklich krank ist; ausser das es eben viele Menschen auf Beiden Seiten krank macht. Das Problem ist nicht Natur gegeben, sondern ein vom Mensch konstruiertes. Verunsicherte und stark abhängige Menschen, können da schon krank werden. Andere sind resistent oder kümmern sich zu wenig darum. Tatsache ist, so oder so wird Griechenland und Europa am morgen danach weiterleben. Und die meisten werden keinen Unterschied merken. Die Berichterstattung, von Politik und Medien, über die Kriese ist unsachlich und verantwortungslos. Aber dazu fehlt den meisten die Weitsichtigkeit. Das System läßt es nicht anders zu und do muß man die Wertegemeinschaft hinnehmen wie sie sind.

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McTitus 20.06.2015, 13:03
42. Das ist Alles so verlogen !!!

Falls die Troika nur halb so glaubwürdig erscheinen wollte, wie sie es immer vorgibt zu sein,
dann täte Sie gut daran, mal die Hauptverantwortlichen
an der ganzen Griechenland-Misere zur Kasse zu bitten:
Das sind die ganzen Steuerhinterzieher, die sich auf Ihr Grundstück in Griechenland einen fetten Swimmingpool gepflanzt haben, aber Ihre Kohle, die eigentlich in Griechenland sein sollte, nach London, Zypern, in die Schweiz oder in sonst irgendeine Steueroase gesteckt haben...
Alle per internationalem Haftbefehl suchen, vor Gericht stellen und die Kohle nach Griechenland zurück fliessen lassen, wie wäre das denn?
Hätte eventuell auch mal einen pädagogischen Effekt auf ähnliche Charaktere in den anderen, europäischen Bananenrepubliken, wie Deutschland, Frankreich oder Grossbrittanien...

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mbodef2014 20.06.2015, 13:03
43.

und vermutlich noch nicht einmal vom Kanzleramt gesponsort.. Frage: Spiegel bereits von den Damen Springer und Mohn übernommen, oder ist dieser Artikel ein weiteres Bewerbungsschreiben Ihrerseits.
Es gibt wesentlich relevantere Themen für Deutschland. Und Entschuldigung, wer mit 4 "Universitätsabschlüssen" (welcher Qualität auch immer..) zuhause sitzt und die Blumen anschaut, hat nicht mein Mitleid, zumal diesen (noch) EU Bürgern europaweit Türen offenstehen, wenn sie sich denn mal bewegen. Davon können die im Mittelmeer treibenden Migranten nur träumen.
Das eigentliche Problem in GR sind die falschen Maßstäbe/ Vergleiche, und falschen Annahmen zu dem, was einem vermeintlich zusteht..
Davon scheint es in Griechenland zuviele geben - nur ein crash mit anschliessendem Start auf Basis Drachme kann dort den notwendigen reset auslösen.

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michael1171 20.06.2015, 13:03
44. Hallo, Frau Merkel?

Wie lange will Angela Merkel eigentlich noch die Meinung der Mehrheit ihrer Bürger ignorieren?
Über 60% der Deutschen sind dafür Griechenland endlich pleite gehen zu lassen, nur noch knappe 23% sind dafür der Clown-Truppe um Tsipras und Varoufakis noch mehr Geld zu geben.
Dazu kommt, daß mittlerweile auch die deutsche Wirtschaft mehrheitlich für den Grexit ist.
>> 'Enough is enough': German industry leaders urge Grexit

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lauri_m 20.06.2015, 13:04
45. Zusammengefasst...

wissen die Befragten auch nicht was sie wollen. Einerseits am besten im Euro bleiben (sagt z. B. der Rentner der wohl die Inflation der Drachme noch zu gut kennt...) andererseits aus dem Euro raus (die Bedienung im Cafe, die doch noch recht jung ist...) und am besten einen Schuldenschnitt.

Wenn mans mal zusammen fasst, hat die große Mehrheit Tsipras gewählt, ist jetzt aber etwas enttäuscht, da er nicht schnell genug das Geld ranschafft. Er ist aber für viele dort weiterhin ein "ehrenwerter Mann". Auch interessant, die Hoffnung liegt auf Deutschland, es heißt nicht "die EU soll uns helfen" sondern Frau Merkel wirds schon richten...

D.h. man erhofft sich weitere enorm hohe Hilfen aus Deutschland, die aber (wie man bei der Umfrage leicht erkennen kann) ohne Wirkung verpuffen würden - und das auf sehr lange Zeit.

Unser Bundestag muß endlich einmal überlegen ob er deutsche oder griechische Interessen vertritt. Es kann nicht sein, dass im Haushalt um ein paar Millionen für den Straßenbau bis zum letzten gefeilscht wird, aber dann Hilfspakete in Milliardenhöhe einfach durch "Schnellabstimmungen, kritische Sittuation, schnelles Handeln ist nötig..." durchgewunken werden. Zumal der Sachverhalt Griechenland sehr komplex ist und ich mir fast sicher bin, dass nicht alle Bundestagsabgeordneten alle Details kennen (zumal täglich neue, meist negative, Punkte auftreten aus denen zu erkennen ist, was da alles für Tricks angewandt werden).

Es bleibt an alle zu appelieren ihren Bundestagsabgeordneten zu schreiben und darum zu bitten in Zukunft keinen weiteren Hilfspaketen (direkt oder indirekt) zuzustimmen ( http://www.bundestag.de/abgeordnete ).

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Grafsteiner 20.06.2015, 13:04
46. Die armen griechischen Rentner

Es hat im Rahmen dieser Social-Porn-Diskussion herausgestellt, dass der deutsche Durchschnittsrentner sogar eine etwas geringerer Rente bezieht als ein griechischer Rentner, obwohl der deutsche Rentner in seinem Leben immer mehr verdiente, Beiträge leistete und länger gearbeitet hat.

Ich habe die Gelegenheit genommen, in der (gewollten) Verwirrung der Zahlen mal selbst nachzurechnen. Das deutsche Rentensystem ist so aufgebaut, dass es für ein Durchschnittseinkommen pro Jahr 1 Rentenpunkt gibt. Das sind z. Zt. 34.000 Euro Jahreseinkommen. Der Punkt selbst hat aktuell einen Wert von 28,61 Euro. Man muss sich einmal da hinein denken, dann ist das ein sehr gutes, dynamisches und nachvollziehbares System.

Also: 20 Jahre Durchschnittsgehalt gibt 20 Punkte á 28,61 €, also eine Rente von 572,20. Kommt noch ein bisschen was für Ausbildungszeiten, Bundeswehr und Zeiten der Arbeitslosigkeit und Krankheiten dazu, dann sind das die die 665 Euro, die hier im Spiegel als eine Grenze dargestellt wurden, unter der 50 % der griechischen Rentner ebenfalls liegen. Die haben allerdings im Jahr immer wesentlich weniger verdient als dieser vergleichbare deutsche Rentner, der in diesen Fällen zumeist eine Rentnerin ist, die diese durchlöcherten
Lebensläufe der Neuzeit haben.

Ich haben auch einmal die Höchstrente nachgerechnet, die in Deutschland bei 2.765 Euro liegen soll und die nur jemand erreichen könnte, der die gesamte Zeit seines Berufslebens Höchstbeiträge bezahlt hat, der jeweils (schwankend) zwischen 1,84 und 1,88 Punkte für die Rentenversicherung ergibt. 1,85 zu Wert (28,61) ergibt bei Höchstsatz einen Anteil an der Monatsrente von 52,93 Euro. 2765 dividiert durch 52,93 = 52,24 Jahre. Also ist die Nennung dieses Höchstbeitrages Staats-Propaganda, da eine solche Rente keiner erreichen kann. Denn dann müsste der bereits als 14-jähriger(in heutigem Geld) 5.500 Euro verdient haben, was er auch noch mit 66 Jahren und 3 Monate verdiente. Ohne irgendeine Pause.*

Wie wäre es mal mit einer unfrisierten Social-Porn-Story für den Spiegel aus einem unbekannten Land? Aus Deutschland.


*realistische Höchstrenten dürften heute bei 1.700 Euro liegen. Bei sehr tüchtigen Menschen mit Volksschule und ohne Universitätsausbildung, ohne Wehrdienst und ohne Krankheiten/Arbeitslosenzeiten.

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PerIngwar 20.06.2015, 13:05
47. Nicht ganz

Zitat von transsib_reisen
Man muss die Griechen nicht moegen,nein. Aber was hier ablaeuft, ist Raubtier-Kapitalismus in seiner US-Version: Banken, Reeder, Grossbetrueger, Politiker steckten sich die Taschen voll. Weil die EU zu bloede war, vor dem EUR-Beitritt von GR sich die Bilanzen genauer anzuschauen. Der Depp ist, wie immer, der ganz normal arbeitende Grieche. Wenn und solange er noch Arbeit hat. Danach wird es furchtbar.
Leider ist das halt nicht so einfach.

Aus den insgesamt offiziell 350 Milliarden, die vorwiegend aus EU-Mitteln nach GR geflossen sind (in Wahrheit sind es mittlerweile an die 500Mrd), wurde eben ein Großteil von Lohn- und Gehalts- sowie Pensions- und Rentensteigerungen in zweistelliger Höhe von 2001 bis 2008 und später gezahlt - an die "normalen Griechen".

Deshalb ist auch der Vorwurf absurd, dass "die Banken das Geld bekommen haben".
Die haben nur das bekommen, was sie dem griechischen Staat vorher - für seine "normal arbeitenden Bürger" geliehen hatten. Einen ersten Schuldenschnitt nicht zu vergessen.

"Der ganz normal arbeitende Grieche" kann sich also ausschließlich bei seinen Regierungen beschweren.

Und "furchtbar" wird es höchstens in der Presse.
Rechnen Sie mal aus, was in den einzelnen etwa 4.000 griechischen Haushalten seit November für Geld gebunkert wurde bei ca. 50Mrd Euro.

Da verhungert keiner, dem es nicht schon vorher schlecht ging. Gar nix wird da "furchtbar".

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dukatenjunge 20.06.2015, 13:05
48. GUt ist?

Zitat von debreczen
GR ist pleite. Wer den dortigen Kartellparteien Geld gegeben hat, hat Pech gehabt. Politiker haben kein Recht, die zukünftigen Generationen als Zinsvieh an Investmentfonds zu verpachten, also Forderungen ausbuchen und gut ist.
Und warum sollte unsere zukünftige Generation als Zinsvieh herhalten müssen? Oder wer soll die mehr als 300 Mrd. Euro zahlen?

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Joseph E.Grillenberger 20.06.2015, 13:05
49.

titelt ein Herr Sauga im aktuellen Heft. Ein netter, sachlicher Kommentar, bis man über folgenden Satz stolpert:

"Die Athener Regierung muß ihnen garantieren, dass sie ihre laufenden Ausgaben bald wieder aus eigenen Mitteln finanziert"

Wie bitte?

Das tut sie doch längst: Dem Autor dürfte entgangen sein, daß seit Monaten nur mehr über die Höhe des von den Griechen zu erwirtschaftenden Primärüberschusses gestritten wird - daß die Griechen im Gegensatz zu den meisten ihrer Kritiker einen solchen erwirtschaften, ist unbestritten.

Insoferne besorgt der Autor - bewußt oder unbewußt, gewollt oder auch nicht - die Geschäfte der extremen Rechten, die auch unterstellen, die Griechen bräuchten neue Kredite für ihre laufenden Ausgaben und nicht, wie fast alle Staaten & auch Konzerne dieser Welt, um alte zu bedienen:

Warum sollten, um alles in der Welt, ausgerechnet die Griechen ihre Schulden zurückzahlen statt wie (fast) alle anderen alte dúrch neue Kredite zu bedienen und so die Schulden vor sich herzuschieben?

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