Forum: Politik
Griechenland-Krise - muss sich Europa ändern?

Nach der Krise ist vor der Krise: In ganz Europa hat die Debatte darüber begonnen, wie die Eurozone künftige Staatspleiten effektiver bekämpfen kann. Muss Europa sich ändern?

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SirTurbo 06.05.2010, 02:28
1210.

Zitat von chocochip
Der Staat hat sich zurückgehalten. Jetzt sollte er durchgreifen, hart. Es kann nicht angehen Menschen zu töten, besonders dann, wenn es im Namen des Sozialismus ist.
Verstehe - das ist nur im Namen des Kapitalismus erlaubt?

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SethGecko 06.05.2010, 02:32
1211. Kann das Euro-Gebashe nicht mehr hören

Zitat von popcornhexe
Wir sind auch durch den Euro enteignet worden. 50 % des Gehalts und 50 % der Rente sind futsch, die Preise der Anbieter und Produzenten steigen. ... Damit ist doch klar, dass es hier nicht um das Wohl des einzelnen Bürgers geht, sondern lediglich um Marktchancen, von denen nur Unternehmer, nicht aber die abgeschlagenen Arbeiter und Angestellten profitieren, die sich in eine unzumutbare Gehaltsstruktur zu fügen haben oder aber das Risiko der Verarmung eingehen müssen. Sehr clever, die Schraube.
Wo sollen denn 50% unserer Renten und Gehälter hinverschwunden sein? Ich kann diese ewige DM-Nostalgie und die Dolchstoßlegende vom bösen Teuro nicht mehr hören. Vom Euro hat Deutschland in einem Umfang profitiert, der mit den paar nach Brüssel überwiesenen Mrd. gar nicht zu vergleichen ist. Wer es sich, wie D, zum (blödsinnigen) Geschäftsmodell macht, die Exportfabrik für den Rest Europas und liebsten gleich der Welt sein zu wollen, für den ist die Abschaffung von Wechselkursfluktuationen das beste, was es gibt.

Ausserdem werden hier zwei verschiedene Sachen vermischt. Dass in den letzten ca. 15 Jahren die unteren und mittleren Einkommensgruppen mit Reallohnverlusten heimgehen mussten, ist rein hausgemacht und wäre uns beim gegenwärtigen ideologischen Klima in der sog. Wirtschafts"wissenschaft" wohl auch sonst eingebrockt worden. Die Logik ist, dass ein auf Export, Export, Export ausgerichtetes Land einfach nur im Vergleich mit den anderen so billig wie möglich sein muss. Dass das Blödsinn ist, kann man sich leicht ausrechnen, aber es leben halt einige Gehaltsgruppen in diesem Lande ganz gut davon. Das sind nicht ganz zufällig auch die, die uns immer einreden, wir müssten nur "den Gürtel enger schnallen" und dann wird alles grossartig.

Anstatt dafür zu sorgen, dass die Exporterlöse bei den Leuten ankommen, sammeln sie sich dann eben zum Großteil bei denen, die sowieso nie auf die Idee gekommen wären, sie wären bei der Gürtel-enger-Schnallerei gemeint gewesen. Und die müssen es ja irgendwo anlegen, also verleihen sie es, bzw. kaufen auch gerne mal ne Staatsanleihe. Z.B. von Griechenland, was bis vor ein paar Monaten überhaupt nichts aussergewöhnliches gewesen ist.

Wenn Sie also demonstrieren gehen wollen, dann sollten Sie vllt. überlegen, dagegen zu demonstrieren, dass das Land im Dienste von shareholdern und "Leuten, die ihr Geld arbeiten lassen" in eine möglichst billige Exportfabrik verwandelt wird und Ihren Anteil am Gewinn verlangen.

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Der Pragmatist 06.05.2010, 03:28
1212. EU regierung - noch groessere Pleite

Zitat von kdshp
Hallo, wir brauchen endlich eine EU regierung die auch macht hat. Gleichzeitig sollten wir die nationalen regierungen abbauen.
...und dann macht die EU Regierung den gleichen Mist wie die Natuionalregierungen, naemlich: immer feste mehr Geld ausgeben als man einnimmt. Dann steht eines tages nicht nur Griechenland in Flammen, sondern der ganze Kontinent. Wenn dann Europa erst einmal pleite ist, wer soll denn das ganze retten?

Pragmatist

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cekay 06.05.2010, 04:09
1213. .

Zitat von popcornhexe
Wir sind auch durch den Euro enteignet worden. 50 % des Gehalts und 50 % der Rente sind futsch, die Preise der Anbieter und Produzenten steigen. Ich frage mich immer noch, wieso niemand in Deutschland dagegen demonstriert hat?
Weil es den Deutschen noch zu gut geht und weil sie vom Beamtenterror schon in der Schule eingetrichtert bekommen haben, wie wichtig es in der tollen Demokratie ist, stramm zu stehen und das Maul zu halten.

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Wie bei Muttern 06.05.2010, 04:32
1214.

Zitat von Analyser
Auch führt die pauschale Verunglimpfung aller Bankmitarbeiter als "Bankster", wie es die Linkspartei durch ihr Vokabular betreibt, im Zweifelsfall zu solch sinnloser Gewalt wie in Athen.
Zu sinnloser Gewalt führen die Parolen (der INSM und Konsorten), die Ihr Gehirn gewaschen haben. Wer Bankster wird, hat das auch so gewollt. Der Buchhalter der Mafia beruft sich auch darauf, nie einem Menschen Gewalt angetan zu habem. Um in Ihrem "speak" zu bleiben: ein bisschen Eigeninitiative bitte, suchen Sie sich einen anständigen Job statt hier rumzuheulen.

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cekay 06.05.2010, 04:39
1215. .

Zitat von popcornhexe
Die Politiker prolongieren ihre Rituale im TV, sie verteufeln den Finanzmarkt...
Klar sucht der Beamtenterror jetzt Schuldige. Dass der Beamtenterror durch irreführende Statisiken, Verschwendung und Schuldenmacherrei überhaupt erst die Angriffsfläche geschaffen hat, darauf will er auch heute keinesfalls hinweisen.

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Tanpa senyium 06.05.2010, 04:42
1216. Was macht eigentlich unser Außenminister?

Mit großer Verwunderung habe ich den Artikel über die Debatte und Entscheidung im Bundestag gelesen, den es ist mal wieder offensichtlich geworden, daß unser Außenminister mal wieder nichts zu sagen hat und ich glaube auch nicht will. Ist überhaupt der Außenminister noch für EU-Angelegenheiten zuständig?

Sicherlich das Krisenmanagement der Frau Kanzlerin war nicht überragend und da hatten auch die Altvorderen um Kohl´s Geburtstag recht, daß Deutschland eine Leitaufgabe in Europa hat und im Zweifelfall es wie Sarkozy´s Frankreich machte sollte, trotz besseren wissen sich solidarisch zeigen.

Wo ich aber die Kanzlerin in Schutz nehmen möchte (wenigsten ein bisschen), sie hat wirklich keinen Außenminister inkl. Koalitionspartner mit dem sie gemeinsam Außenpolitik betreiben kann. Im Gegensatz zum Vorgänger Steinmeiner, einem akribischen Arbeiter und Netzwerker der Politik lieber im Hinterzimmer macht, als vor dem Mikrofon hat sie einen unprofessionellen Hallodri an ihrer Seite der offensichtlich nur von seiner nächsten Brasilienreise träumt und in der Zwischenzeit seine Klientelpolitik soweit durchsetzen versucht, daß selbst Deutschlands Reputation in Europa gefährdet ist.

Die Kanzlerin muß einfach einsehen, daß das Kanzleramt nicht das Außenministerium plus (Aussen)wirtschaftsministerium ist und sollte dafür sorgen das in den erwähnten Ministerien fähige Leute sitzen, den sie vertrauen kann bzw. im Zweifelsfall die Minister auswechseln, u.U. inkl. Koalitionspartei.

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sunhill 06.05.2010, 04:56
1217. unbegreiflich

für mich ist das Verhalten der deutschen Gewerkschaften unbegreiflich. Da wird wegen ein paar Nachkommastellen bei Lohnverhandlungen gestreikt und demonstriert,während derzeit Volksvermögen in gigantischem Ausmaß verschleudert wird. Ich kann mich des Eindrucks nicht verwehren, dass zumindest die Gewerkschaftsbosse Teile des maroden Systems sind.

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milk_milk 06.05.2010, 05:15
1218. haha...

Nochmal genau hinschauen... die Schuhe sind durchaus verschieden (einige sind ähnlich, aber naja, das gleiche Land, die gleiche Szene/Kultur...). Entstehen so Verschwörungstheorien? Wer hats dieses Mal inszeniert? :D

Zu Griechenland... Ich bin zwar Schweizer, aber soweit ich mich informiert habe wirds wohl eher schlimmer wenn nicht geholfen wird :) Muss man in den sauren Apfel beissen... aber wenn von verschwendeten Steuermillionen/milliarden geredet wird, sollte man sich mal das Budget unter die Lupe nehmen. Persönlich bin ich der Meinung, dass man durchaus einige Milliarden bei der militärischen Rüstung abbauen könnte und diese dafür in europäische Solidarität investieren kann... (jaja ich weiss, Deutschland zahlt genug an die EU etc.) Im Endeffekt ist die Frage was man erreichen will. Ich bin der Ansicht, dass der europäische Raum mit weiterer Integration in der Weltpolitik eher überleben und mitreden kann, als mit Alleingängen einiger jetzt noch starker Volkswirtschaften. Was ich allerdings durchaus verstehen kann ist der Frust der sich daraus bildet, dass man nun Milliarden zahlen soll aufgrund von vielen Jahren von Korruption und Misswirtschaft... Dafür kann die aktuelle griechische Regierung allerdings herzlich wenig... (soweit viele andere Regierungen die sich zu bessern versuchen oder auch nicht...). Die jetzigen Streiks in Griechenland erscheinen mir daher fast schon zynisch... man muss sich fragen wie das Verständnis einer funktionierenden Volkswirtschaft bei einigen Menschen versteht. Generell denke ich aber auch, dass die populäre Konkurrenzdemokratie mit jeweils 4 garantierten Regierungsjahren wenige Anreiz zu nachhaltigem Wirtschaften bietet. Oftmals ist es sogar so, dass wichtige Reformen der "gegnerischen Seite" rückgängig gemacht werden, selber einige ideologisch konzipierte Gesetze durchgesetzt werden und sonst nicht viel passiert... (im schlechtesten Fall natürlich...)


Anbei noch eine Anmerkung: Ich studiere zwar erst seit einigen Jahren Volkswirtschaften und internationale Beziehungen (wirtschaftlich, sowie politisch), aber dennoch ist einiges was man hier lesen muss einfach nur haarsträubend: Es gibt keine Verschwörungen irgendwelcher Geheimgesellschaften, Konzerne oder Geheimregierungen irgendwelcher Eliten. Was ausgenutzt wird ist oftmals nur die Dummheit vieler Menschen. Geschichte studieren und man erkennt Paralellen... Dass Konzerne, welche erst seit ca. 50 Jahren maximal, wirklichen Einfluss haben im Vergleich zu Nationalstaaten, weltumspannende Verschwörungen organisiert haben ist einfach nur absurd (schon einmal aufgefallen wie kurzlebig wirtschaftliche Macht ist?). Für Regierungsverschwörungen genau so... Die Welt ist halt einfach so wie sie ist... chaotisch, unberechenbar, unfair und ungerecht. Wenn man eine ordnende Macht will kann man von mir aus gerne an Gott, Ideologien oder absurde Verschwörungen glauben, im Endeffekt endet alles gleich...


(Viel zu langer Text für viel zu tiefes Niveau...)

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spartacoustics 06.05.2010, 05:17
1219.

Zitat von Anqueetus
da kann man nichts hinzufügen....... so hart wie es klingt, ein sozialer sozialstaat ist wie es ausschaut ein luxus welchen man sich auf dauer nicht leisten kann und sehen muss wo einsparungen möglich sind.... und ja auch in D sollte man sozialschmarotzer ausweisen, wie man sieht könnten die sich dann wunderbar in GR hinzufügen.....
hallo aufwachen. Soziales kann und muß sich jeder Bund leisten, ob jetzt Staat oder Familie. Was man sich vielleicht nicht leisten kann, ist die Abschröpfung des Kapitals durch Banken und Boni.

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