Forum: Politik
Griechenland-Krise: Varoufakis pocht auf Schuldenschnitt
REUTERS

Griechenlands Finanzminister macht den Gläubigern ein Angebot: Athen werde auf weitere Hilfsgelder verzichten, wenn die Geldgeber einem Schuldenschnitt zustimmen. "Wir wollen kein weiteres Geld", sagte Varoufakis der "Bild"-Zeitung.

Seite 10 von 29
claude 15.06.2015, 08:41
90. Man wüsste nur allzugern...

wo die Gelder der Verwaltungen und Kommunen gelandet sind, die die Athener Regierung angefordert hat ? Sind die mittlerweile auch aus einem schweizer Konto, um sie vor den Ereignissen der nächsten Wochen zu schützen ?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vonhier 15.06.2015, 08:43
91. Geld

Was der Herr Varoufakis uns erzählen will : Ein Schuldenschnitt sei wohl kein Geld! Es wird uns Geld kosten, wenn Griechenland die Schulden erlassen werden. Es wird einen geben, der das bezahlt und das sind wir. Dafür gibt es dann in Deutschland weniger Rente(und anderes weniger)!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jenstw 15.06.2015, 08:43
92. Schuldenschnitt

Gnau richtig: Den Griechen 100% der Schulden erlassen! Das Geld ist eh weg, zum Teil verzockt, zum als Zinsen an unsere Banken - letztendlich unsere eigenen Geldanlagen: Lebensversicherung, Altersvorsorge... Wer Zweifel hat kann sich ja mal die Wertentwicklung seiner Lebensversicheurngen anschauen: es war auch unsere Geld!
Des weiteren sollte dafür gesorgt werden das niemand wieder Kredite an Griechenland in solch übersteigernden Masse vergeben kann - was auch für die Billionen die Deutschland an Schulden hat betrifft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gantenbein3 15.06.2015, 08:48
93. Eine Staatsinsolvenz ist keine Privatinsolvenz

Die Europäer verhalten sich wie die Gläubiger einer Privatinsolvenz. Sie sagen: Bis hier haben wir gute Miene gemacht und geholfen; aber nun ist Schluss! Und dann?

Tatsächlich ist es zwar richtig, dass auch in der Privatinsolvenz nicht der Schuldner das Sagen hat. Aber in der Staatsinsolvenz, bei der es keinen Insolvenzverwalter gibt, ist ein Schuldenschnitt besser als die Wiederholung des von Argentinien bekannten Beispiels mit Depression und lang anhaltender Perspektivlosigkeit - und wovon die Gläubiger auch nichts haben.

Varoufakis hat daher - leider - recht: Ein Schuldenschnitt, und zwar ein radikaler Schuldenschnitt, tut not. Auch um den Preis, dass andere Länder sagen: Wozu strengen wir uns dann an? Machen wir's doch genauso wie die Griechen! Dabei wird aber übersehen, dass keine Zeit mehr ist. Das Problem Griechenland muss hier und jetzt gelöst werden. Die beispielgebenden Wirkung ist eine andere Baustelle, für deren Lösung man etwas mehr Zeit hat und wofür gilt, dass nicht jedes schlechte Beispiel Anspruch darauf hat, wiederholt zu werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rkinfo 15.06.2015, 08:48
94. Neuanfang und neue Verschuldungen

Zitat von Franz Kappa
dass der Euro-Austritt Griechenlands früher oder später unvermeidbar ist. Sie versuchen diesen Zeitpunkt soweit wie möglich in die Zukunft zu verschieben und bis dahin möglichst viele Hilfsgelder/Kredite zu bekommen. Solange werden auch keine wirklichen Reformen durchgeführt. Solange kein kompletter Schuldenschnitt beschlossen ist, wären die Einnahmen (z. B. Steuerschulden) für das griechische Gemeinwesen verloren, da sie für den Schuldendienst verwendet werden müssten. Bin davon überzeugt, dass nach einem Schuldenschnitt (mit oder ohne Grexit) die meisten Einnahme-Themen von der griechischen Regierung sehr schnell angegangen werden. Das Geld bleibt dann im Land (typischer spieltheoretischer Ansatz)!
Es macht für Athen Sinn eine Staatspleite mit Schuldenschnitt zu 'bester Quote' zu erreichen.

Besonders lukrativ wenn dabei der Euro bliebe denn damit könnten sich die Griechen wieder neu verschulden ohne Abwertung wie bei einer nationalen Währung zu befürchten.

Die Griechen zeigen aber in diesem Konflikt dass sie ihre eigenen Interessen vor dem Wohl der EU- bzw. Euro-Gemeinschaft stellen.
Daher sollte sie aus der EU und dem Euro rausfliegen denn solche unsolidarische Typen brauch wir nicht !

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spindoc 15.06.2015, 08:50
95. die EU katapultiert sich gerade ins Aus,

weder bei Griechenland noch bei den Flüchtlingen, noch Ukraine gibt es eine Echte gemeinsame Strategie in irgendeiner Form auch nur eines dieser Probleme lösen zu wollen. Merkel hält die Fäden in der Hand und merkt nicht, wie mehr und mehr diese Fäden immer weniger werden. Es muss die Frage erlaubt sein, ob die EU noch das ist, für das sie installiert wurde. Je weiter sie aufgebläht wird, desto unbeweglicher wird sie und die Politautisten können sich locker zurücklehnen, dennihre Pensionen sind sicher, dank der Wähler, die sich an diesem Irrsinn auch noch beteiligen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bertrabe 15.06.2015, 08:52
96. Recht hat er.

Wir haben nicht Griechenland gerettet. Nur die Deutschen Banken. Griechenland haben wir in eine ausweglose Situation manövriert. Die Menschen in Griechenland leiden und zahlen für die Lügen unserer Regierung. Das Geld für die Bankenrettung ist weg. Es ist nur die Frage wann Frau Merkel das zu gibt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nick999 15.06.2015, 08:54
97.

"desto weniger zahlen die Leute, sie fühlen sich dann berechtigt, nicht mehr zu zahlen."
Da hat er doch mal ein griechisches Problem genannt.
Ein Staat, der unfähig ist, Steuern einzutreiben, darf eben auch keins ausgeben

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Endlichaufwachen 15.06.2015, 08:55
98.

Es liegt doch auf der Hand: Griechenland braucht Reformen! Ohne diese ist kein langfristiges Wirtschaftswachstum erreichbar. Sie müssen es endlich mal auf die Reihe bekommen ihre Steuern einzutreiben, dann braucht man auch keine Steuererhöhungen und mit so einem Beamtenstaat kann man doch kein erfolgreiche Wirtschaft führen. Aber man muss bedenken, dass in Griechenland nun einmal gewisse Dinge anders gesehen und geregelt werden, was man respektieren muss, da kann man nicht irgendwelche x beliebigen Forderungen stellen die realistisch nicht umsetzbar sind. Spekulationen über einen Grexit sind sowieso absurd, denn kein Land würde freiwillig aus dem Euro austreten, weil das die Volkswirtschaft einfach zerstören würde. Schuldenschnitt: ja gerne! Das Geld werden wir eh nie wieder sehen und vielleicht kommen sie ja mit den richtigen Reformen wieder auf die Beine was sich positiv auf die gesamte EU auswirkt. Die jetztige Entwicklung kann so nicht weiter gehen es wird einfach nur von Zahltag zu Zahltag Geld reingepumpt, ohne das Griechenland einen Schritt in Richtung Selbstständigkeit vorran kommt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon-facebook-10000283853 15.06.2015, 08:55
99. Nun ...

Es fließt unaufhörlich Geld nach Hellas, jede Woche, jeden Tag, jede Stunde. Unfassbare 325 Milliarden Euro haben die internationalen Gläubiger dem Land geliehen. Dazu kommt der griechische Überziehungskredit von der Europäischen Zentralbank (100 Mrd.) und die ELA-Notliquidität für Banken (43 Mrd.), ebenfalls von der EZB. Währenddessen hört man von griechischer Seite immer wieder, dass man sowieso nicht die Absicht hat, die Kredite zurückzuzahlen. Und die griechische Regierung redet nicht nur, sie schafft Tatsachen. Sie hat ihre Defizite erhöht, indem sie neues Personal im Staatsdienst eingestellt hat und bereits programmierte Ausgabenkürzungen und Privatsierungen rückgängig gemacht hat. Sie hat direkt die Zahlungsunfähigkeit des Landes organisiert, indem sie kaum noch Steuern einzieht und Abhebungen von privaten Bankkonten in großem Maßstab zulässt. Der Insolvenzbetrug ist also schon in vollem Gang. Doch Griechenland bedient sich weiter bei allen verfügbaren Geldern des internationalen Finanzsystems. Gerne nimmt es auch von ärmeren Ländern, die viel niedrigere Mindestlöhne, Renten und Gesundheitsleistungen haben. Das muss man immer mitdenken, wenn jetzt wieder ein neuer Kompromiss in Aussicht gestellt wird. „Solange geredet wird, wird gezahlt“ ist die griechische Taktik.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 10 von 29