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Griechenlandkrise: Gefangen in der Eurozone
AP/dpa

Die Ursache der Eskalation in der Griechenlandkrise ist nicht Merkels oder Tsipras' Mangel an europäischem Geist - es ist die Fehlkonstruktion der gemeinsamen Währung, die sie nicht anders handeln lässt.

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herr wal 09.07.2015, 08:26
110.

Mir scheint, der Autor trifft den Nagel auf den Kopf. Wenn die Sprache etwas einfacher gehalten wäre, könnte er vielleicht auch Wirkung erzielen. Ein erster Schritt dazu könnte eine Faustregel sein wie „Nach zwei Kommas kommt als nächstes Satzzeichen ein Punkt“. Und ich bin sicher, dass man Leute finden könnte, die die wissenschaftlich geprägten Texte des Verfassers in dieser Weise populärer machen.

Muß ja nicht gleich so sein:

Bescheid, das wusste er, wenn er zum Beispiel
erklärte, wieso die skeptischen Pfaffen
und die gläubigen Bankherren siegten,
die Revolutionäre versagten.
Er glaubte natürlich nicht, dass durch Umverteilung
noch etwas zu rette wäre.
Und nannte das Datum, wann die
um den Erdball rasenden Vermögensströme
in reißende Katarakte stürzen,
der endlose Schwarze Freitag endlich beginnt.

Franz-Josef Degenhardt


(Er glich auf seinem Männergesicht
grad' so einem alten Ufa-Mimen,
besonders wenn er ins Glasauge schon mal
ein goldgefasstes Monokel klemmte
und Sätze redete wie in den alten Romanen.)

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marcaurel1957 09.07.2015, 08:53
111.

Zitat von Skifahrer
Das Festhalten an der Währungsunion wird Europa zerstören. Noch wäre ein Ausstieg mit Schmerzen verkraftbar und demokratisch zu legitimieren. Bald wird das nur noch über Gewalt und Krieg funktionieren. Aber vielleicht ist das ja gewollt?
Warum sollte wir aus einer Währung, die stabil, infaltionsfrei und globale erfolgreich ist, aussteigen?

Der Euro schafft Wohlstand und zerstört nichts....er ist ein gelungnes Projekt!

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marcaurel1957 09.07.2015, 08:55
112.

Zitat von claude
Man sollte nicht vergessen, dass Auslöser dieser Krise nicht der Euro war, sondern Finanzjongleure an der Wallstreet, der Lehman-Crash. Dadurch sind Hilfspakete, zumindest in so gigantischer Höhe, erst nötig geworden. Ohne Finanzkrise, wären die Hilfen sicher tragbarer, so wie auch .....
Sie haben völlig recht, auch wenn zahlreich Feitag-Nachmittags-Hobby- Ökonomen uns hier verkaufen wollen, das der Euro an allen Übeln dieser Welt inklusive Fusspilz verantwortlich ist!

Ist er nicht!

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margacon 09.07.2015, 09:10
113. Zusammenfassung

Für einfache Gemüter wie mich: die Einführung des Euro war Murks (zu unterschiedliche Volkswirtschaften), der Euro ist tatsächlich Murks (die Geber meinen, es wird zuviel Geld verschwendet, die Nehmer meinen, es wird zu wenig gegeben und zuviel eingemischt), Fazit, der Euro vermurkst die gesamte EU (fördert die nationalen Parteien und bringt die Völker gegeneinander auf). Einzige Schlussfolgerung: Sofortige Auflösung dieser Währungsmißgeburt (fehlt)

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neckarmann 09.07.2015, 09:11
114. Wow

sehr guter Artikel der die reale Situation treffend mit prägnanter Wortwahl analysiert. Extra-Bonus für den Schreiber.

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curiosus_ 09.07.2015, 09:25
115. Ach, Herr marcaurel1957,

Zitat von marcaurel1957
Nö, der Artikel ist eine Ansammlung von Platitüden, Vermutung und Behauptungen, die leicht zu widerlegen sind. Ob der Abstand zwischen Arm und reich gleichbleibt, hat mit der Währung nichts zu tun. Diese Frage wird dadurch geklärt, wie vernünftig ein Land wirtschaftet. GR zählt nun die Rechnung für 25 Jahre Misswirtschaft, des Verfressens von Geld, dass man sich geliehen hat. Im übrigen ist es auch nicht die Aufgabe einer Währung, Gleicheit herzustellen. Ich bestreite, dass der Außenwelt des Euros zu niedrig ist, er ist exakt richtig. Es gibt kein "Trümmerfeld atlantischen Ausmaßes" erzeugt durch die Währungsunion, sondern nur eien "Trümmerfeld der politischen u d ökonomischen Misswirtschaft" einzelner Länder, allen voran GR! Das Land hat vor dem Euro und während des Euros mehr als 30% mehr konsumiert als verdient....das allein ist die Ursache der Krise...das muss geändert werden. Die Währungsunion war eine großartig Idee und schafft heute sagt Wohlstand...sie garantiert aber nicht so etwas wie "free lunch"! Ich bin sicher, der Euro wird wesentlich länger unsere Währung sein, als wir beide auf Erden wandeln
Sie €-Jünger der 1. Stunde (“Aber Sie haben recht, ich hätte dem Euro aus vollem Herzen zugestimmt.. und ich erinnere mich sehr gern an die Euro Welcome-Party am 1. Januar in Frankfurt mit dem Luftbild von Euro, ich bin darauf auch zu sehen, ganz links in der Mitte, Sie müssen nur mit der Lupe suchen“ oder “Es gab sicherlich mehrere Seiten, die die Einführung des Euros begrüßt haben, ich war damals dabei..... Ich erinnere mich sehr gern zurück an die Einführungsfeier vor der EZB“).

Ich kann mich nur wiederholen:

.... wenn man von Anbeginn an sein Herzblut in eine Währung investiert hat ... bleibt nur übrig: Gemeinsam siegen oder gemeinsam untergehen.

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marcaurel1957 09.07.2015, 09:31
116.

Zitat von margacon
Für einfache Gemüter wie mich: die Einführung des Euro war Murks (zu unterschiedliche Volkswirtschaften), der Euro ist tatsächlich Murks (die Geber meinen, es wird zuviel Geld verschwendet, die Nehmer meinen, es wird zu wenig gegeben und zuviel eingemischt), Fazit, der Euro vermurkst die gesamte EU (fördert die nationalen Parteien und bringt die Völker gegeneinander auf). Einzige Schlussfolgerung: Sofortige Auflösung dieser Währungsmißgeburt (fehlt)
Für einfache Gemüter:

Der Unteerscied zwischen meck Pomm und Baden Würtemberg ist größer als der Unterschied zwischen Mailand und München. Trotzdem wollte niemand Mwck Pomm die DM entziehen. Der Unterscheid zwischen Kentucky und kalifonien ist erheblich größer als zwischen Köln und Athen...und niemand plant eien eigen Währung für Kentucky...

Fazit: eine Währungsunion funktioniert völlig unabhängig von der Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft, solange nicht ein Land meint, durch die Währungsunion wäre man nun plötzlich reich und sich auf Pump ein Schlemmerlebem gönnt.

Der Euro ist eine gute und solide Währung. Er schafft aber nur die Voraussetzungen für Wohlstand, erarbeiten. Muss ihn sich jeder selbst

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kai0816 09.07.2015, 09:45
117. wenig überzeugend

Die griechische Regierung sollte am besten wissen, was für die Griechen gut ist. Ob das auch so ist, kann man sich fragen. Immerhin war es wohl langfristig nicht so klug, sich in die Euro-Währungsunion zu tricksen. Überhaupt finde ich einen Aufstand gegen die Bedingungen eines Kreditangebotes nicht sehr überzeugend. Es gibt kein Menschenrecht auf Wiedereinräumung verspielten Vertrauens.

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demokratie-troll 09.07.2015, 10:20
118. Solidaritätsgeschwätz der Privilegierten

Wolfgang Streeck entlarvt das Solidaritätsgeschwätz - das ja nur für die Habenichtse untereinander gelten soll, wenn sie sich hinten anstellen müssen - während die Oberschicht dieser neoliberalen Klassengesellschaft sich im Olymp ihres Reichtums als deren Neogötter feiern lassen.

Die deutsche Klassengesellschaft, die unter der Regentschaft Schröders mutwillig mit ihren HartzIV-Gesetzen die Unterschicht wiedereingeführt hat, pumpt diese Unterschicht und damit den Konkurrenzdruck der Habenichtse untereinander in der Masseneinwanderung immer weiter auf, bis der Kessel platzt.

Griechenland aber wird als Ganzes zum Dritte-Welt-Land herabgestuft. Es reicht halt nicht mehr für jeden in Europa. Die "in immer neuen "Finanzinnovationen" verbrieften Versprechungen, auf das unser Wohlstand gebaut ist", gebürt nur noch den Sonnengöttern.

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erdmann.rs 09.07.2015, 10:31
119. Gefangen in der Eurozone

Ganz sicher werden sich viele Leser fragen, ob ich zu
blöd bin oder nicht "alle Tassen im Schrank" habe,
wenn sie hier meinen folgenden Beitrag lesen:
Alles, was ich über Globalisierung, Finanzmärkte oder
europäische Währungsunion weiß, lasse ich einmal ganz
außen vor und frage wie ein Fünft-oder Sechst-Klässler:
Wenn man von unterschiedlichen geographischen und
klimatischen Bedingungen, von ganz unterschiedlich
vorhandenen Ressourcen usw. absieht, müsste dann
nicht trotzdem jedes europäische Land irgendwie in der
Lage sein, aus eigener Kraft, durch eigene Leistung der
Bevölkerung, sich ohne fremde Hilfe von außen selbst
"über Wasser" zu halten? Müsste nicht jedes Land in Europa die Versorgung der eigenen Menschen - bei einem angemessenen Lebensstandard - selber sicherstellen können? Dass wegen unterschiedlicher
Voraussetzungen auch der Lebensstandard in diesen Ländern nicht gleich sein kann, muss man eben auch ohne Neid und Missgunst auf der einen bzw. ohne Überheblichkeit auf der anderen Seite hinnehmen können.
Durch Handel untereinander können sich die Länder
- zum gegenseitigen Nutzen und Vorteil - helfen.
Ob dazu unbedingt eine gemeinsame Währung nötig
ist, weiß ich nicht. Zollfreiheit und offene Grenzen
müssten eigentlich ausreichen.
In Europa gab es seit 70 Jahren keinen Krieg mehr,
aber 70 Jahre Frieden haben nicht ausgereicht, damit
die Menschen halbwegs mit dem zufrieden sind, was sie
haben. Alle europäischen Länder sind mehr oder weniger hoch verschuldet, ..warum eigentlich?
Warum ist ständiges Wachstum so wichtig? Das habe
ich nie wirklich begriffen. Warum kann man nicht auf
einem bestimmten Level sagen: so wie es jetzt ist, ist es gut?
Wenn aber ein Land wie Griechenland derart aus der
Reihe tanzt, Wachstum nicht funktioniert oder gar nicht erst beabsichtigt ist und ausnahmslos alle staatlichen
Ausgaben insgesamt weit über den Einnahmen und der
eigenen Wirtschaftsleistung liegen, dann ist das übel.
Wenn hinzukommt, dass diese u.a. finanziellen Defizite
über lange Zeiträume von anderen Ländern "behoben"
oder ausgeglichen werden sollen, ist das nicht hinzunehmen.

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