Forum: Politik
Griechenlandkrise: Gefangen in der Eurozone
AP/dpa

Die Ursache der Eskalation in der Griechenlandkrise ist nicht Merkels oder Tsipras' Mangel an europäischem Geist - es ist die Fehlkonstruktion der gemeinsamen Währung, die sie nicht anders handeln lässt.

Seite 13 von 19
andreas13053 09.07.2015, 10:41
120. Einerseits

Zitat von Thomas Kossatz
Leider hällt sich die Realität nicht an die Modelle von 68-Spätlese Soziologen. ... Das ist keine Vision, das ist linke Polit-Nostalgie.
mag Ihre Kritik vielleicht recht flott daherkommen.
Andererseits, und dies scheint viel wichtiger, ist sie, milde formuliert, recht unpräzise.
In jedem Fall ist eine ausführlich dargelegte Meinung allemal mehr wert, als eine inhaltslose Pöbelei.
Insofern 5:0 für den "Spätlese-Soziologen".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
marcaurel1957 09.07.2015, 10:46
121.

Zitat von erdmann.rs
Ganz sicher werden sich viele Leser fragen, ob ich zu blöd bin oder nicht "alle Tassen im Schrank" habe, wenn sie hier meinen folgenden Beitrag lesen: Alles, was ich über Globalisierung, Finanzmärkte oder europäische Währungsunion weiß, lasse ich einmal ganz außen vor und frage wie ein Fünft-oder Sechst-Klässler: Wenn man von unterschiedlichen geographischen und klimatischen Bedingungen, von ganz unterschiedlich vorhandenen Ressourcen usw. absieht, müsste dann nicht trotzdem jedes europäische Land irgendwie in der Lage sein, aus eigener Kraft, durch eigene Leistung der Bevölkerung, sich ohne fremde Hilfe von außen selbst "über Wasser" zu halten? Müsste nicht jedes Land in Europa die Versorgung der eigenen Menschen - bei einem angemessenen Lebensstandard - selber sicherstellen können? Dass wegen unterschiedlicher Voraussetzungen auch der Lebensstandard in diesen Ländern nicht gleich sein kann, muss man eben auch ohne Neid und Missgunst auf der einen bzw. ohne Überheblichkeit auf der anderen Seite hinnehmen können. Durch Handel untereinander können sich die Länder - zum gegenseitigen Nutzen und Vorteil - helfen. Ob dazu unbedingt eine gemeinsame Währung nötig ist, weiß ich nicht. Zollfreiheit und offene Grenzen müssten eigentlich ausreichen. In Europa gab es seit 70 Jahren keinen Krieg mehr, aber 70 Jahre Frieden haben nicht ausgereicht, damit die Menschen halbwegs mit dem zufrieden sind, was sie haben. Alle europäischen Länder sind mehr oder weniger hoch verschuldet, ..warum eigentlich? Warum ist ständiges Wachstum so wichtig? Das habe ich nie wirklich begriffen. Warum kann man nicht auf einem bestimmten Level sagen: so wie es jetzt ist, ist es gut? Wenn aber ein Land wie Griechenland derart aus der Reihe tanzt, Wachstum nicht funktioniert oder gar nicht erst beabsichtigt ist und ausnahmslos alle staatlichen Ausgaben insgesamt weit über den Einnahmen und der eigenen Wirtschaftsleistung liegen, dann ist das übel. Wenn hinzukommt, dass diese u.a. finanziellen Defizite über lange Zeiträume von anderen Ländern "behoben" oder ausgeglichen werden sollen, ist das nicht hinzunehmen.
Sie haben völlig recht, grundsätzlich sollte jedes Land das erwirtschaften, was es konsumiert. Dieser Grundsatz kann in bestimmten Situationen durchbrochen werden,sei es dass aus übergeordneten Aspekten Strukturhilfen oder Nothilfen gegeben werden. Aber nie auf Dauer!

Natürlich kann die Selbstständigkeit nicht soweit gehen, das Autarkie erreichbar ist. Erstens funktioniert sowas nicht und zweitens wissen wir seit David Ricardo, dass Handel zu Wohlstand für alle führt.

Es wäre aber gefährlich, zu sagen, "jetzt ist es gut", denn diese Einstellung bedeutet Stillstand und damit auch Rückschritt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
waeller2000 09.07.2015, 10:50
122. Super Artikel

Ich finde das ist der beste Artikel zum Thema seit langem oder gar überhaupt! Leider ist die Essenz daraus wenig erbaulich. Es endet ja schließlich mit einer Frage, die wohl mit "Ja" ebantwortet werden muss. Mit was für einer Naivität letztlich die Politiker um Kohl an dieser Währungsgemeinschaft rangegangen sind. Aus heutiger Sicht jedenfalls.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
andreas13053 09.07.2015, 10:56
123. Für Genies:

Zitat von marcaurel1957
Für einfache Gemüter:
es ist ein Unterschied, ob es ein Gefälle zwischen Bundesstaaten einer Nation (USA) oder zwischen Staaten der europäischen Union, die von einer gemeinsamen Finanz- und Wirtschaftspolitik (z.B. Steuerharmonisierung und z.B. Investitionsförderung) Lichtjahre entfernt sind, gibt.
Insofern vergleich Sie, verehrtes Genie, einfach Äpfel mit Birnen. Was gelegentlich schwierig ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
marcaurel1957 09.07.2015, 11:07
124.

Zitat von andreas13053
es ist ein Unterschied, ob es ein Gefälle zwischen Bundesstaaten einer Nation (USA) oder zwischen Staaten der europäischen Union, die von einer gemeinsamen Finanz- und Wirtschaftspolitik (z.B. Steuerharmonisierung und z.B. Investitionsförderung) Lichtjahre entfernt sind, gibt. Insofern vergleich Sie, verehrtes Genie, einfach Äpfel mit Birnen. Was gelegentlich schwierig ist.
...nur wenige bezeichnen mich als Genie..aber wenn Sie der Ansicht sind, widerspreche ich natürlich nicht.

Sie behaupten da ohne jede Begründung einfach was, dass ich bestreite.
Ich kann keinen, für eine Währungsunion relevanten, Unterschied zwischen einem wirtschaftliche Gefälle in Nationalstaaten wie den USA oder Deutschland oder in einer Struktur wie der Europäische Union erkennen.

In alle Fällen, haben wirtschaftlich sehr unterschiedliche Regionen die gleiche Währung. Transferzahlungen zum Ausgleich der Lebensverhältnisse sind sicher die Regel aber keineswegs zwingend für eine Währungsunion.

Ich vergleiche also durchaus Äpfel mit Äpfeln.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kokolemle 09.07.2015, 11:15
125. Der Fehler ist die Neoliberale Ausrichtung der EU

Das ist die Ursache dieser Kriese. Wenn das Wort Reformen und Strukturveränderungen gebraucht wird, ist damit immer diesselbe Richtung gemeint mit Lohn - Renten - und Sozialkürzungen, Schaffung von Prekärer Arbeit, kurzum die Arbeitsbedingungen für Arbeitnehmer massiv verschlechtern ohne dass mal auf die Frage eingegangen wird von den Verantwortlichen POlitikern, die das anzetteln, wie sie sich überhaupt die Zukunft der Betroffenen vorstellen, wenn diese in Rente gehen müssen, nicht wollen, sondern MÜSSEN, weil diese Arbeitnehmer krank und zu alt sind. Und das die private Altersvorsorge ein Flp ist, braucht hier erst gar nicht erwähnt zu werden. Nein wir müssen von dieser Neoliberalen und Angebotsorientierten Politik endlich weg und wieder zu den Strukturen der 70er Jahrezurück. Anders ist das nicht zu machen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gg0815 09.07.2015, 11:16
126. Theorie ..

Zitat von NewHuman
Dies ist für mich die zentrale Aussage des Beitrages, die nicht oft genug wiederholt werden kann: "Solange es die Währungsunion gibt, wird selbst die Erhaltung des gegenwärtigen Abstands zwischen den reichen und armen Mitgliedstaaten, von der erhofften wirtschaftlichen Konvergenz zu schweigen, nur durch wie immer deklarierte Ausgleichs-, Unterstützungs-, Hilfs- und sonstige Zahlungen überhaupt ......
wiederlegt und falsch. Andere jüngere Mitglieder der EU und des Euro haben das Gegenteil längst in der Praxis bewiesen. Den Griechen Ihre Alimentierung weiter zu lassen ist mittlerweile üble Ungerechtigkeit diesen aktiven EU und Euro Staaten gegenüber.
Auch Deutschland hat da schon mal anders dagestanden als derzeit.
Manche Kommentare hier erinnern sicher nicht von ungefähr an derzeitige Zitate aus Griechenland. Auch hierzulande gibt es reichlich Leistungsunwillige.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon-1180483865220 09.07.2015, 11:17
127. Der Spiegel erkennt die wahren Probleme. Ein Wunder ist geschehen

"Der Kaiser hat keine Kleider". Der Spiegel sagt einmal die ganz offensichtliche Wahrheit. Es ist ja klar zu sehen. Die meisten Spiegel Leser wissen seit langem daß die Arbeitsmoral und Sparwut im Norden viel größer sind als im Süden Europas. Und daß vor dem Euro die Südwährungen regelmässig abwerteten und die DM dauern aufwertete.
Und jetzt hat das endlich ein Spiegelautor entdeckt. Bleubt abzuwarten ob der Spiegel ansonsten weiter auf der Linie von Mutti und der SPD bleibt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
andreas13053 09.07.2015, 11:18
128. Tja,

Zitat von marcaurel1957
Ich kann keinen, für eine Währungsunion relevanten, Unterschied zwischen einem wirtschaftliche Gefälle in Nationalstaaten wie den USA oder Deutschland oder in einer Struktur wie der Europäische Union erkennen.
ich fürchte, somit ist eine weitere Diskussion hinfällig. Wenn grundsätzliche ökonomische Grundlagen nicht klar sind oder negiert werden, sondern ins Blaue fabuliert wird, ist nichts auszurichten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
oasis_reloaded 09.07.2015, 11:21
129. Kulturzyklen ?

"Vielleicht ist Griechenland nur einer der immer zahlreicher werdenden Plätze am Rande des Imperiums, wo das Kartenhaus der leeren, in immer neuen "Finanzinnovationen" verbrieften Versprechungen, auf das unser Wohlstand gebaut ist, zusammenzubrechen beginnt?"

Ja, und VIELLEICHT erfolgt nach solch einem Niedergang" dann auch wieder ein "Aufstieg" (der Völker). Und VIELLEICHT ...
Anhänger der Kreislauftheorie von Vico sind davon sogar fest überzeugt.
Ach, alleine mir fehlt wohl der GLAUBE ... oder die intellektuellen Fähigkeiten, oder, oder, oder ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 13 von 19