Forum: Politik
Griechische Euro-Verhandlungen: Holt den Psychiater!

Um das Verhalten der Regierung in Athen zu verstehen, muss man die Medizin zurate ziehen: Wer genau hinhört, findet alle Elemente, die Fachleute dem "psychotischen Erleben" zurechnen.

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klausone 11.03.2015, 19:12
180. Psychologisieren...

Die "Euro-Finanzgruppe" diktierte wie Griechenlands Wirtschaftspolitik betrieben wird.
Seit sie das tat ging es dem Land Griechenland kontinuierlich schlechter.
Die griechischen Staatsschulden haben sich vervielfacht das Sozialsystem wurde zerlegt, in der Bevölkerung gibt es viel leid.
Viele reden vom finanziellen Kollaps des griechischen Staates.
Das ist das Ergebnis jahrelanger Einwirkung der "Troika" mit Obstruktion einer sogenannten Sparpolitik.
Die europäische - auch deutsche - Kaste der "Liberal-Wirtschaftspolitiker" hat dies jahrelang betrieben.
Wegen der Wahl Syrizas haben diese Politiker nun ihre kompatiblen, brav (und korrupt) mitagierenden griechischen Partner verloren.
Jetzt wagt es jemand, selbst aus schwächster Position, für soziale Notwendigkeiten und für das Ende des bisherigen Irrwegs einzutreten.
Und wie liest sich das im Spiegel?
Genau wie bei fast allen deutschen Massenmedien wird die Betrachtungs- und Ausdrucksweise der führenden Politiker übernommen und wiedergekaut.
Es scheint wichtig zu sein eine Leserschaft zu halten und zu gewinnen die schließlich mehrheitlich solche Politiker auch noch wählt.
Von Journalisten mit Selbstachtung wäre zu erwarten, sich die hegemoniale Wirtschaftspolitik oder wenigstens ihre ins Auge springenden Verrücktheiten kritisch vorzunehmen.
Stattdessen gibt es Artikel und Kolumnen die inhaltlich kaum über Stammtischniveau hinauskommen.
Herr Fleischhauer tut dies programmatisch auf besondere Art. Er gefällt sich darin, bei der allgemeinen Prügel auf die Schwachen in dieser Auseinandersetzung mit besonderer Häme mitzumachen. Unter den wirtschaftlichen Bedingungen die historisch schon einmal so ähnlich stattgefunden haben, hätte man soetwas in der Hugenberg-Presse gefunden.
Will man unbedingt psychologisieren müsste man eigentlich ihn und seine gleichgesinnten Vor- und Nachplapperer untersuchen. Vermutlich würde dabei oft das Stichwort "Untertanenmentalität" gebraucht.

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aspro86 11.03.2015, 19:33
181.

Jetzt verdingt sich Fleischhauer auch noch als Hobby-Psychologe, wie putzig. Vielleicht sollte er sich mal zur Abwechslung mal mit Deutschland und der EU befassen, die nicht zugeben können, dass ihre zwanghafte Austeritätspolitik gescheitert ist und jetzt nur noch versuchen Zeit zu gewinnen. Oder wie soll man das sonst verstehen, dass den Griechen weitere Kredite fast schon aufgedrückt wurden. Das ist schlicht Insolvenzverschleppung und wenn die EU schon keinen einvernehmlichen Schuldenschnitt mitmachen will, wird es früher oder später einseitig passieren. Der Kollege Münchau hat ja schon beschrieben, wie das ablaufen kann. So wie jetzt, kann und wird es nicht funktionieren.

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Mononatriumglutamat 12.03.2015, 00:01
182.

Zitat von Attraktor1
Darüber, dass sich die alte Regierung von den anderen EU-Ländern -vorneweg Deutschland und Frankreich- vor Jahren hat über den Tisch ziehen lassen.
Wenn ich das richtig verstanden habe, waren es doch frühere griechische Regierungen, die die EU-Länder über den Tisch gezogen und ihre Haushaltsbilanzen geschönt haben, um sich in den Euro zu mogeln, ohne die nötigen Bedingungen dafür zu erfüllen.

Könnten Sie mir darum bitte erklären, von wem und wie genau die Vorgängerregierungen Griechenlands über den Tich gezogen worden sein sollen, wie Sie behaupten? Besten Dank.

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hannes66 12.03.2015, 10:36
183. Wenn einem nichts besseres einfällt...

...dann schreibt man schon mal gerne von sich selbst ab, nicht wahr Herr Fleischhauer:

Vor acht Monaten war es Putin und das russische Volk, das sie für "geisteskrank" erklärt haben.

Mit fast wortgleichen Behauptungen versuchen sie jetzt die griechische Regierung für "geisteskrank" zu erklären.

Mir scheint der folgende Satz von ihnen passt am besten auf sie selbst:

"Man weiß aus der Psychopathologie, welche Folgen die Wirklichkeitsverzerrung für den Einzelnen hat. An die Stelle des herkömmlichen Erklärungssystems tritt ein alternatives Deutungsmodell, dessen innere Logik auch durch Gegenargumente nicht erschüttert werden kann."

Ihre Wirklichkeit hat mit der Wirklichkeit nun wirklich gar nichts mehr zu tun, wirklich!

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wolly21 12.03.2015, 11:36
184.

Zitat von hannes66
...dann schreibt man schon mal gerne von sich selbst ab, nicht wahr Herr Fleischhauer: Vor acht Monaten war es Putin und das russische Volk, das sie für "geisteskrank" erklärt haben. Mit fast wortgleichen Behauptungen versuchen sie jetzt die griechische Regierung für "geisteskrank" zu erklären. Mir scheint der folgende Satz von ihnen passt am besten auf sie selbst: "Man weiß aus der Psychopathologie, welche Folgen die Wirklichkeitsverzerrung für den Einzelnen hat. An die Stelle des herkömmlichen Erklärungssystems tritt ein alternatives Deutungsmodell, dessen innere Logik auch durch Gegenargumente nicht erschüttert werden kann." Ihre Wirklichkeit hat mit der Wirklichkeit nun wirklich gar nichts mehr zu tun, wirklich!
Warum fällt mir hierzu diese Anekdote ein?:
Durchsage im Verkehrsfunk:"Achtung, auf der Autobahn zwischen A...und B... kommt ihnen ein Fahrzeug entgegen....."
Autofahrer hört dies und ruft: "Eines? Hunderte!!!"

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linx 12.03.2015, 12:55
185.

Der Tonfall und auch die Methodik kommt einem politisch interessierten Menschen bekannt vor. Der Gegner wird mit Hilfe der Biologie oder Medizin zu kranken Menschen erklärt, egal wie absurd es ist, dass ein Journalist sicher kaum die Fähigkeiten besitzt eine solche Diagnose auch wirklich zu begründen.

Keine Ahnung was die Spiegelredaktion dazu treibt, so einen Weg zu unterstützen, es ist aber auf jeden Fall beängstigend.

Ich habe auf jeden Fall nichts gegen "die Griechen" und hoffe, dass sie endlich eine Reigierung haben, die es schafft die dortigen Oligarchie zu stürzen. Go Hellas, go!

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it--fachmann 12.03.2015, 14:16
186. @klausone (180), Sie verwechseln Ursache mit Wirkung!

Verantwortungslose und korrupte griechische Politiker haben das Land an den Abgrund manövriert - nicht die Troika. Die Maßnahmen der Troika waren, und das gebe ich gerne zu, nicht immer zielführend hinsichtlich einer wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Vor allem waren sie extrem unsozial. Aber schuld an den ganzen Problemen war die korrupte griechische Elite - oder auf gut deutsch: die Reichen. Ausbaden dürfen es nun die Armen, denn die Reichen haben schon längst ihr Geld in der Schweiz und ihr hübsches Häuschen im Tessin.

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KurtT. 12.03.2015, 14:54
187. Achtung Ironie!

Zitat von boekels
Ich bin Arzt und frage mich schon seit einiger Zeit, ob das Verhalten der neuen griechischen Regierung nicht pathologische Züge hat. (...)
Aber ja doch - es ist ein ganz "normaler" Reflex, wenn man Leute, die die Fakten anders zueinander gewichten, ganz einfach pathologisiert; davon leben sowohl Psychiater als auch politisierende Schreiberlinge; erst neulich traf ich einen J.F. (?) in der Psychiatrie:

Den Dschingis Khan z.B. kenne ich übrigens persönlich, von dort wo auch Napoleon und Voltaire leben, und die älteren Herren Karl Marx, Julius Caesar und Machiavelli. Bei meinen Besuchen - aber nur wegen der Menschenliebe! - nennt man mich dort "Goethe": weil ich immer "Werthers Original" mitbringe. Und wenn ich mal 'ne Runde ausgebe, toleriert man sogar, dass ich die Diskurse mit aufgeklärerisch gemeinten Einwürfen bereichere - wie kürzlich wieder, als wir über dem Voltaire seine angeblich "sozialistische" These disputierten, es wäre besser, "eine Kuh NICHT zu schlachten, die man melken will" - weiß jedoch immer noch nicht, was oder wer da gemeint war, vielleicht sogar ich!

PS: Gehe aber sowieso spätestens, wenn es zu sehr "menschelt" - was auch gut so ist: Der Karl haut nämlich dem Julius gerne eins über die Rübe, weil der regelmäßig den Sozialismus beleidigt - vermutlich "Triebstau aus der schlimmen Kindheit" und "maßloser Hedonismus" beider Akteure, sagen die Pfleger mit den Zwangsjacken.
Machiavelli kann dann aber meistens den "gemeinsamen Nenner" herstellen; er bezahlt die Rechnungen für die Getränke, die zerbrochenen Krüge, Flaschen, Brillengläser, Gehhilfen, Gebisse, Tische und Stühle, auch das Verbandsmaterial und die blutstillenden Salben.

Voltaire lehnt eine Beteiligung an den Unkosten - aus "grundsätzlichen Prinzipien der Gerechtigkeit zwischen Armen und Reichen“, und auch weil seine Firma pleite sei - ab, könne aber zusagen, dass bei der Französischen Revolution übrig gebliebene Opiate, so er sie nicht selber braucht, "demnächst" von Robespierre gebracht werden. Die der aber vor dem Betreten der Guillotine selber einwarf.
Napoleon - seine rechte Hand ist wie immer unter der Jacke und hält das Portemonnaie fest, die linke braucht er (seit dem Russland-Feldzug) zum Kratzen, wegen der Flöhe - muss sich leider aus allem raushalten. Außerdem sei er "in Afrika involviert", müsse auch noch die "Schlacht bei Waterloo innerlich verarbeiten" - typisch "französische" Ausreden selbstverständlich; wahrscheinlich wartete schon eine neue Konkubine!

A propos: Auch Dschingis K. scheint schon etwas senil zu sein, fällt ziemlich oft von seinem Schaukelpferd! Und den mehr zufällig anwesenden SPIEGEL-Kolumnisten J.F. musste man raustragen, in einer Zwangsjacke ...
© Peter H. alias KurtT.

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