Forum: Politik
GroKo-Verhandlungen: Einigung auf bessere Bezahlung in der Pflege
Getty Images

Nach dem Kompromiss beim Familiennachzug von Flüchtlingen einigten sich Union und SPD nun auch bei der Pflege. Bei dem Streitthema sachgrundlose Befristungen sind sich weiter uneins.

Seite 5 von 7
sebbi141 31.01.2018, 09:40
40. Sucht euch doch ein anderen Job .....

Ich lese hier immer wieder Kommentare - wie dann sollen sie sich doch ein anderen Job suchen , oder dann muss man halt mal streiken. Sehr schön und Zynisch. Es muss Leute geben die diesen Job machen sonst haben wir hier ein Problem. Und ein Streik bei den Pflegen so wie wir sie von Lokführern und Piloten kennen würde nicht die Nerven der Reisenden kosten sondern im schlimmsten Fall Menschen leben. Also keine gute Idee. Wir müssen mehr Geld für die Pflege in die Hand nehmen anders geht das nicht. Und die Lösung ist nicht so einfach wie es hier dargestellt wird. Ich denke aber nicht das bei dieser Koalitionsrunde viel bei raus kommt außer heiße Luft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Leser161 31.01.2018, 09:44
41. Das ist nicht das Problem

Das Problem ist ein Gesundheitssystem das Pflegebedürftige zu einer Ressource für Pflegefirmen machte. Diese denken wirtschaftlich: Es gibt einen festen Pflegesatz pro Bedürftigem, je geringer das Investement pro Bedürftigem ist, destor grösser der Gewinn. Und da keiner kontrolliert ob die pro Pflegestufe genauestens definierten Dienstleistungen auch wirklich und korrekt erbracht werden, ist da viel Sparpotenzial.

Wenn also die Löhne zwangsweise erhöht werden müssen wird ein Pfleger einfach für noch mehr Bedürftige zuständig sein müssen. Mit entsprechenden Konsequenzen für die Bedürftigen. Ich kenne jetzt schon Angehörige die quasi unentgeltlich in Pflegeheimen mitarbeiten, weil die dortigen Leistungen bzgl. Hygiene und Essen nichts sind was man seinem ärgsten Feind wünscht.

Ist eigentlich wie beim Diesel. Viele eigentlich gute Regeln. Aber keiner kontrolliert. Und der am wenigsten dafür kann zieht den Kürzeren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
markus_wienken 31.01.2018, 09:59
42.

Zitat von sebbi141
Ich lese hier immer wieder Kommentare - wie dann sollen sie sich doch ein anderen Job suchen , oder dann muss man halt mal streiken. Sehr schön und Zynisch. Es muss Leute geben die diesen Job machen sonst haben wir hier ein Problem. Und ein Streik bei den Pflegen so wie wir sie von Lokführern und Piloten kennen würde nicht die Nerven der Reisenden kosten sondern im schlimmsten Fall Menschen leben. Also keine gute Idee. Wir müssen mehr Geld für die Pflege in die Hand nehmen anders geht das nicht. Und die Lösung ist nicht so einfach wie es hier dargestellt wird. Ich denke aber nicht das bei dieser Koalitionsrunde viel bei raus kommt außer heiße Luft.
Ja, die Realität kann durchaus schon mal zynisch sein, hart aber wahr.
Was denn sonst soll man den betroffenen Arbeitskräften raten?

Die Entwicklung der letzten Jahre/Jahrzehnte hat eindrucksvoll gezeigt, dass sich in diesem Bereich nichts wirklich verbessert, eher im Gegenteil, nicht umsonst ist dieser Arbeitsbereich so unatraktiv.
Lösungen zeigen Sie selbst ja auch nicht auf.

Also müssen die Angestellten selbst aktiv werden:
Demonstrieren, sich organisieren und streiken für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne denn andere werden es nicht für sie tun. Die Beschäftigten in der Pflege/Altenheime/Krankenhäuser haben es selbst in der Hand, sie müssen nur mal ernsthaft anfangen sich zu "wehren", sind sie tatsächlich an einer Verbesserung ihrer Situation interessiert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
skeptikerjörg 31.01.2018, 10:05
43. Tropfen auf den heißen Stein

8000 neue Stellen bei mindestens 100.000 fehlenden Pflegekräften bundesweit. Mao hätte es wohl den "Großen Sprung" genannt. Und bessere Bezahlung, klar. Aus Steuermitteln? Oder wird die Tarifautonomie abgeschafft? Wie wäre es mal mit einer Gesetzgebung, die ein Unterlaufen der Tariflöhne unterbindet? Und für Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime ein Personalschlüssel, der Pflege tatsächlich ermöglicht? Wenn der gesamte Bereich für die Beschäftigten nicht deutlich attraktiver wird - in jeder Hinsicht, nicht nur die Bezahlung - wird man das notwendige Personal niemals bekommen, selbst aus Polen oder Bulgarien nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tuedelich 31.01.2018, 10:21
44. Scheinkompromisse

Was soll denn da als Verhandlungserfolg verkauft werden?
Mehr Pflegekraftstellen - woher nehmen?
Mehr Geld für Pflegekräfte - ist vor allem Aufgabe der Gewerkschaften. Und wer glaubt, dass dadurch wirklich die Gewinne der meist privaten Einrichtungen geschmälert werden sollen, unterschätzt den Einfluss der Lobbyisten. Und sollte vielleicht auch etwas gesetzlich geregelt werden, wird dies wie immer vor Ausstiegs- und Öffnungsklauseln nur so wimmeln.
Also viel Wind um gar nichts - einfach nur beruhigen, nicht jeder denkt ja ein wenig über NICHTS nach.
Die richtig wichtigen (und vor allem sozialen Themen) werden einfach nicht angefasst oder vertagt. Also werden auch für die folgenden Verhandlungsthemen - wie bereits hier und vorher - nichtssagende Scheinkompromisse gefunden, auf die niemand Niemanden festlegen kann.
Bitte Neuwahlen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Emderfriese 31.01.2018, 10:27
45. Alle

Zitat von markus_wienken
Ja, die Realität kann durchaus schon mal zynisch sein, hart aber wahr. Was denn sonst soll man den betroffenen Arbeitskräften raten? Die Entwicklung der letzten Jahre/Jahrzehnte hat eindrucksvoll gezeigt, dass sich in diesem Bereich nichts wirklich verbessert, eher im Gegenteil, nicht umsonst ist dieser Arbeitsbereich so unatraktiv. Lösungen zeigen Sie selbst ja auch nicht auf. Also müssen die Angestellten selbst aktiv werden: Demonstrieren, sich organisieren und streiken für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne denn andere werden es nicht für sie tun. Die Beschäftigten in der Pflege/Altenheime/Krankenhäuser haben es selbst in der Hand, sie müssen nur mal ernsthaft anfangen sich zu "wehren", sind sie tatsächlich an einer Verbesserung ihrer Situation interessiert.
"...Also müssen die Angestellten selbst aktiv werden:
Demonstrieren, sich organisieren und streiken für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne denn andere werden es nicht für sie tun. ..."

Vordergründig richtig. Nur - meine Muttern wird dreimal täglich von Pflegekräften zuhause aufgesucht, um die "unangenehmen" Dinge der Pflege zu erledigen. Ich als Sohn will und kann das nicht und übernehme tagsüber das noch zu Tuende.
Sollte jetzt tatsächlich in diesem Bereich gestreikt werden - was dann? Menschen kann man nicht einfach ein paar Tage liegen lassen!
Die Pflegerinnen und Pfleger brauchen im Gegenteil die Unterstützung und die Solidarität aller (!) Bürger, weil wir alle schnell zu Pflegefällen werden könnten. Wir (!) sollten an Stelle der Pfleger/innen auf die Straße gehen - und zwar massenweise! Die Politik wird sonst nichts wirklich ändern. Da seien die Lobbyisten vor!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
m.gu 31.01.2018, 10:48
46. Ein längxt überfälliger Schritt, doch nur eine geringe Verbesserung.

Der Personalnotstand in der Pflege ist nur ein Thema. Der wichtigere Teil ist die Bezahlung des Pflegeplatzes durch den Betroffenen. Unbezahlbar für 100 000de von Menschen auf Grund der niedrigen Renten bzw. Einkünfte. Unsere westlichen Nachbarstaaten führen es uns vor, Beispiel Österreich, siehe Beweis Quelle: "Pflege in Österreich gesetzlich geregelt." Auszug Zitat: "Die Leistungen sind für alle Versicherten gleich, unabhängig vom Einkommen und Vermögen." In Ö. zahlt der Betroffene null, sozial gerecht. Weiterhin Zitat: "Die Höhe des Pflegegeldes ist pro Pflegestufe für alle gleich." Ob reich ob arm, auf Grund der Bürgerversicherungen in unseren westlichen Nachbarländern zahlt der Vermögende für die Armen mit. In Quelle: "Pflegeversicherung in Österreich im Vergleich" werden die Unterschiede nochmals hervorgehoben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
liberaleroekonom 31.01.2018, 10:48
47. Kostenproblem ist doch klar durch die GroKo-Verhandler geregelt

Zitat von kritischer-spiegelleser
Aber die Pflegeheime haben höhere Kosten und werden teurer. Ob die Politik so weit denkt auch die Sätze der Pflegeversicherung zu erhöhen? Ich bezweifle es.
Natürlich haben unsere Politiker sehr angestrengt darüber nachgedacht und sind doch auch zu einer einvernehmlichen Lösung gekommen. Leider wird diese nur sehr zögerlich mitgeteilt bzw. sogar bewusst verschwiegen:
Die MEHRkosten (für bessere Personalausstattung und bessere Bezahlung des Pflegepersonals) sind ausschließlich vom Pflegebedürftigen selbst zu bestreiten. Kann dieser diese nicht aufbringen, sind dessen Angehörige in der Pflicht. Ist von denen auch nichts zu holen, zahlt der Steuerzahler die zusätzlichen Kosten.
Das kann man so machen - muss man aber nicht unbedingt so machen. Wenn man es aber so macht, sollte man aber auch den Mut haben, dies dem Bürger so mitzuteilen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
markus_wienken 31.01.2018, 10:49
48.

Zitat von Ossifriese
"...Also müssen die Angestellten selbst aktiv werden: Demonstrieren, sich organisieren und streiken für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne denn andere werden es nicht für sie tun. ..." Vordergründig richtig. Nur - meine Muttern wird dreimal täglich von Pflegekräften zuhause aufgesucht, um die "unangenehmen" Dinge der Pflege zu erledigen. Ich als Sohn will und kann das nicht und übernehme tagsüber das noch zu Tuende. Sollte jetzt tatsächlich in diesem Bereich gestreikt werden - was dann? Menschen kann man nicht einfach ein paar Tage liegen lassen! Die Pflegerinnen und Pfleger brauchen im Gegenteil die Unterstützung und die Solidarität aller (!) Bürger, weil wir alle schnell zu Pflegefällen werden könnten. Wir (!) sollten an Stelle der Pfleger/innen auf die Straße gehen - und zwar massenweise! Die Politik wird sonst nichts wirklich ändern. Da seien die Lobbyisten vor!
Wer ist denn "Wir"?
Die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass es diesem ominösen "Wir" ziemlich egal ist, wie es in der Pflege aussieht und ich denke nicht, dass sich das künftig grundlegend ändern wird.
Insofern können nur die betroffenen Angestellten selbst für eine Verbesserung kämpfen; sofern sie es denn auch wollen.
Und ja, für diejenigen die von der Pflege abhängig sind und deren Angehörige wird es eine mehr oder weniger harte „Durststrecke“ geben können, das liegt nun einmal in der Natur der Sache, dass bei einem Streik (auch in anderen Branchen) Menschen mal mehr, mal weniger betroffen sind.

Aber es steht Ihnen natürlich frei – nachdem Sie das Pflegeproblem erkannt haben – selbst aktiv zu werden und z.B. regelmäßige Demonstrationen zu organisieren. Sagen Sie Bescheid wann und wo Sie anfangen, sollte es in meiner Nähe sein und ich Zeit habe komme ich vielleicht hinzu.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lupo44 31.01.2018, 10:57
49. leider zeichnet sich jetzt schon das ab was viele Menschen befürchtet

haben, dieser Koalisationsvertrag hat wieder den Chararkter einer Wischi-Waschi Entscheidung.Natürlich feiern sich jetzt schon wieder die Politiker ,dass Sie nach Marathonverhandlungen Durchbrüche erzilt haben.Jetzt muß nur noch die "sachgrundlose Befristung von Arbeitsverhältnissen " behandelt werden.Das wird schon!!!!
Wie war das letztens ua. mit den "Mindestlohn?"" Über das Fernsehen wurde in Form von belegten Untersuchungen herrausgearbeitet das Nach wie vor in vielen Branchen und Berufsgruppen diese gesetzliche Festlegung unterwandert wird.Das ist alles desaströs.Leider kann man jetzt schon wieder feststellen das unsere Politiker sich nur in Stellung bringen für den Machterhalt.Wie sagten Sie Alle vor der Wahl im Septemnber? "Ein weiter so geht nicht" Vor allen Dingenb die SPD hat das Volk verstanden nach Aussagen von Herrn Schulz.War das nun ein Irrweg der SPD Spitze?Ausgerechnet beim Familiennachzug für Flüchtlinge mit begrenzet Schutz legt sich die SPD mächtig ins Zeug.Dabei sind nur 23% der Deutschen dafür und 58% dagegen. Was ist mit den Millionen die in den Großstädten keine bezahlbare Wohnung bekommen?Auf diesen Konfliktfeldern muß die SPD ihr Profil sichtbar machen-und liefern Es ist doch so ,lt Herrn Schulz die SPD will das Leben der Deutschen Menschen besser machen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 5 von 7