Forum: Politik
GroKo-Verhandlungen: Einigung auf bessere Bezahlung in der Pflege
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Nach dem Kompromiss beim Familiennachzug von Flüchtlingen einigten sich Union und SPD nun auch bei der Pflege. Bei dem Streitthema sachgrundlose Befristungen sind sich weiter uneins.

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tamcan91.34ee 31.01.2018, 10:57
50. Seit 11 Jahren

arbeite ich in der Altenpflege. Std Lohn 10?. Die ich Mitte der neunziger Jahre auch schon hatte 19.80 DM. Das muss man sich mal vorstellen gut war in einer Fabrik als Maschinenführer. Natürlich ist Geld allein nicht alles mache meine Arbeit gerne, noch, merke aber das ich keine Lust mehr habe. Abgesehen davon das man in der Altenpflege als Angestellter/in verarscht wird, ergeht es den Menschen für die wir da sein sollten meiner Meinung nach noch beschissener. Das beste ca alle drei vier Jahre kommt irgendeine Reform die alles besser machen soll, absolut lächerlich kann man ja an diesen Benotungen sehen wo 95% der Einrichtungen ein mindestens Note 2 oder 1 Komma bekommen. Kleine Anekdote " hatte mal einen syrischen Praktikanten der so geschockt war das er sagte er hätte es sich nie vorstellen können das es so etwas in Deutschland geben könne. Er hatte dann aufgehört, wollte eigentlich die Ausbildung zum Pflegehelfer machen hat sich dann für den Busführerschein beworben u gemacht, fährt jetzt Stadtbus. Rate jedem Praktikanten der zu uns kommt ab diesen Beruf zu erlernen. Wenn ich mich noch an das Getöse von Gabriel u Konsorten erinnere vor den Bundestagswahlen wird mir kommt's mir hoch. Könnte noch Unmengen an Beispielen nennen bringt aber nix

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Emderfriese 31.01.2018, 11:08
51. Keile

Zitat von markus_wienken
Wer ist denn "Wir"? Die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass es diesem ominösen "Wir" ziemlich egal ist, wie es in der Pflege aussieht und ich denke nicht, dass sich das künftig grundlegend ändern wird. Insofern können nur die betroffenen Angestellten selbst für eine Verbesserung kämpfen; sofern sie es denn auch wollen. Und ja, für diejenigen die von der Pflege abhängig sind und deren Angehörige wird es eine mehr oder weniger harte „Durststrecke“ geben können, das liegt nun einmal in der Natur der Sache, dass bei einem Streik (auch in anderen Branchen) Menschen mal mehr, mal weniger betroffen sind. Aber es steht Ihnen natürlich frei – nachdem Sie das Pflegeproblem erkannt haben – selbst aktiv zu werden und z.B. regelmäßige Demonstrationen zu organisieren. Sagen Sie Bescheid wann und wo Sie anfangen, sollte es in meiner Nähe sein und ich Zeit habe komme ich vielleicht hinzu.
Auf den Standpunkt kann man sich stellen:
Ich nicht - aber wenn schon, dann alle anderen.
Solche Ideen hat man wohl vorzugsweise in sehr jungen Jahren oder als "blauäugig" nicht Betroffener. Was kümmern mich die Probleme der Pfleger/innen - sollen sie selbst sehen, wo sie bleiben. Da hilft dann auch der pseudomitfühlende Touch eines "bekümmerten" Foristen nicht.
Aber in der Natur der Sache liegt auch, dass alle Verwandten älter werden, wie man selbst, und bald auf Hilfe angewiesen sein könnten. Doch wen interessiert das heute.
Sicher keine freundliche Antwort, aber auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil...

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markus_wienken 31.01.2018, 11:30
52.

Zitat von Ossifriese
Auf den Standpunkt kann man sich stellen: Ich nicht - aber wenn schon, dann alle anderen. Solche Ideen hat man wohl vorzugsweise in sehr jungen Jahren oder als "blauäugig" nicht Betroffener. Was kümmern mich die Probleme der Pfleger/innen - sollen sie selbst sehen, wo sie bleiben. Da hilft dann auch der pseudomitfühlende Touch eines "bekümmerten" Foristen nicht. .......
Vielen Dank für Ihre Antwort...und nein, sie ist nun wirklich nicht unfreundlich. Ich bin ein Freund klarer Worte!
(Nicht nur) Das Thema Pflege und die sich verschlechternden Bedingungen sind nicht neu und dürften der Bevölkerung seit vielen Jahren durchaus bekannt sein, der tägliche Nachrichtenkonsum reicht als Informationsquelle hierzu völlig aus.
Bereits zu Zeiten meines Zivildienstes vor rund 30 Jahren war das ein Thema.
Interessiert aber kaum jemanden, damals nicht und heute auch nicht.
Daraus resultiert meine Meinung, dass nur die Betroffenen selbst (wohl auch nur mit massiven Druck/Streiks) etwas ändern könnten, denn andere werden es nicht tun.

Ihnen scheint das Thema wichtig zu sein.
Ich hatte es bereits in meinem vorherigen Post geschrieben: Werden Sie aktiv, unterstützen Sie die Pflegekräfte, organisieren Demonstrationen, wenn nötig jahrelang bis sich etwas ändert.
Nur hier im Forum diskutieren wird in der Sache selbst nicht viel bringen.

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Balthasar1 31.01.2018, 11:38
53. Zuchtpferde werden besser gepflegt!

Alle wussten, dass unsere Gesellschaft altert - die Sozis, die angebliche christliche Partei und die Kirchen. Anstatt gegensteuernde Maßnahmen zu ergreifen, haben die Verantwortlichen weggeschaut. Schlimmer noch: Sie alle wussten es seit Jahren, dass das Pflegepersonal überlastet ist; vor allem in den langen Nächten. Sie wussten zum Beispiel, dass insbesondere der Pflegenachwuchs mit Verträgen von max. einem Jahr abgespeist wurde, und dass der Stundenlohn (Überstunden mit eingerechnet) unter aller Sau war. Sie wussten, dass fast niemand die haltlosen Zustände überwachte. Es ist ein schwacher Trost, dass man in Japan seit Jahren darüber nachdenkt, vor allem alte Menschen von Robotern "pflegen" zu lassen. MENSCHEN, die dieses Land nach dem Krieg aufgebaut haben, damals hätte man eine 40-Stunden-Woche als Fatamorgana bezeichnet, fristen ihre letzten Jahre unter zum Teil unfassbaren Umständen. Es müsste ein neues Wort erfunden werden. "Schande" ist zu gelinde ausgedrückt. Und morgen? Nach Lage der Dinge schäumt diese "Schande" über. Es ist kein Wunder, wenn Menschen der Kirche den Rücken kehren. Es ist kein Wunder, dass viele Menschen in diesem Land beim besten Willen nicht mehr wissen, welche Partei sie künftig wählen sollen. Zu diesen "Volksvertretern", zu diesen hochbezahlten "Dienstleistern" aufschauen, sie respektieren?! Ab und zu sprechen sie von Ethik und von "deutschen Werten". Was für eine Blasphemie. Was werdet ihr eines fernen Tages antworten, wenn ihr Rede und Antwort stehen müsst - vor dem letzten Richter?!

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Weltbürger-EU 31.01.2018, 13:03
54. SPD wird wegen...

Von Hr. Schulz weiter an Kraft, Einfluss und Stimmen verlieren. Ich finde es höchst enttäuschend das Menschen in führender Position nicht ihren Platz, Verantwortung und Verpflichtungen kennen. Und auch niemand um sich haben die ihnen richtig beraten. Alle vergessen wer verantwortlich für die Gründung einer handlungsfähigen Regierung ist und sagt SPD muss Koalitionspartner sein. Und auch Hr. Schulz und sein (nach meiner Meinung) schwaches Team lassen sich davon mitreißen. Nein! CDU und CSU haben die höchsten Stimmen und sind dafür verantwortlich. Nicht weil ich Hr. Lindner gut finde, jedoch hat FDP richtig gehandelt, da nach monatelangen Verhandlungen (wenn es richtig ist) noch über 300 Punkte keine Einigung in Sicht war... Nur weil ich laut jubelt heißt es schon lange nicht das ihr gutes geschafft habt. Oder denkt ihr das "Fußvolk" ist so blind?

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markus_wienken 31.01.2018, 13:05
55.

Zitat von Balthasar1
Alle wussten, dass unsere Gesellschaft altert - die Sozis, die angebliche christliche Partei und die Kirchen. Anstatt gegensteuernde Maßnahmen zu ergreifen, haben die Verantwortlichen weggeschaut. Schlimmer noch: Sie alle wussten es seit Jahren, dass das Pflegepersonal überlastet ist; vor allem in den langen Nächten. Sie wussten zum Beispiel, dass insbesondere der Pflegenachwuchs mit Verträgen von max. einem Jahr abgespeist wurde, und dass der Stundenlohn (Überstunden mit eingerechnet) unter aller Sau war. Sie wussten, dass fast niemand die haltlosen Zustände überwachte. Es ist ein schwacher Trost, dass man in Japan seit Jahren darüber nachdenkt, vor allem alte Menschen von Robotern "pflegen" zu lassen. MENSCHEN, die dieses Land nach dem Krieg aufgebaut haben, damals hätte man eine 40-Stunden-Woche als Fatamorgana bezeichnet, fristen ihre letzten Jahre unter zum Teil unfassbaren Umständen. Es müsste ein neues Wort erfunden werden. "Schande" ist zu gelinde ausgedrückt. Und morgen? Nach Lage der Dinge schäumt diese "Schande" über. Es ist kein Wunder, wenn Menschen der Kirche den Rücken kehren. Es ist kein Wunder, dass viele Menschen in diesem Land beim besten Willen nicht mehr wissen, welche Partei sie künftig wählen sollen. Zu diesen "Volksvertretern", zu diesen hochbezahlten "Dienstleistern" aufschauen, sie respektieren?! Ab und zu sprechen sie von Ethik und von "deutschen Werten". Was für eine Blasphemie. Was werdet ihr eines fernen Tages antworten, wenn ihr Rede und Antwort stehen müsst - vor dem letzten Richter?!
Es ist doch immer wieder interessant zu lesen, dass die Verantwortung über (vermeintliche und wirkliche) Mißstände in "schöner" Regelmäßigkeit denen "da oben" angelastet werden.
Wer wählt denn die Politiker? Wo kommen die Politiker denn her? Warum bringen sich die Menschen nicht selbst ein in die Politik? Auch die Kirchen leben von ihren Mitgliedern, man könnte sich ja auch engagieren anstatt sich abzuwenden oder anstatt bei den Kirchen private Initiativen gründen oder unterstützen.
Wenn es Mißstände gibt, dass sind es nicht "die Kirchen", "die Politiker" sondern die Mehrheit der Menschen, die diese Mißstände zulassen.
Aber natürlich ist es einfacher die Verantwortung einfach abzuschieben und hier selbstgerecht zu posten.

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widderfru 31.01.2018, 18:50
56. " Am Ende aller Kräfte" Spiegel vom 27.03.18

Erkenntnis des Artikels: "System der deutschen Altenpflege gehört auf Müllhaufen der Geschichte". Regierungen
waren und sind weder willens, noch fähig zu einer grundlegenden Sanierung. Es ist ihre Lobbyhörigkeit, gepaart mit Profitgier. Der wird alles, aber auch alles untergeordnet. Die Schwächsten in dieser Gesellschaft bleiben auf der Strecke.

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ag.potsdam 01.02.2018, 23:54
57.

Zitat von markus_wienken
Tja, da müssen die Pflegekräfte schon selbst aktiv werden. Gewerkschaften gründen, streiken, Demonstrieren und dergleichen mehr. Andere werden es sicherlich nicht für sie tun.
Das ist wohl wahr. Aber leider sind sehr viele Pfleger/Innen nicht nur zu den ihnen Anvertrauten lieb... sondern auch zu ihren "großen Chefs", glauben halt zu oft an das Gute im Menschen...

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pittiken 01.02.2018, 08:36
58.

Zitat von sebbi141
Ich lese hier immer wieder Kommentare - wie dann sollen sie sich doch ein anderen Job suchen , oder dann muss man halt mal streiken. Sehr schön und Zynisch. Es muss Leute geben die diesen Job machen sonst haben wir hier ein Problem. Und ein Streik bei den Pflegen so wie wir sie von Lokführern und Piloten kennen würde nicht die Nerven der Reisenden kosten sondern im schlimmsten Fall Menschen leben. Also keine gute Idee. Wir müssen mehr Geld für die Pflege in die Hand nehmen anders geht das nicht. Und die Lösung ist nicht so einfach wie es hier dargestellt wird. Ich denke aber nicht das bei dieser Koalitionsrunde viel bei raus kommt außer heiße Luft.
Die Pflegekräfte müssen besser bezahlt werden und auch der Personalschlüssel muss erhöht werden. Dazu muss man nicht mehr Geld in die Hand nehmen, sondern die Heimbetreiber (die großen Caritativen sind die schlimmsten Ausbeuter vor dem Herrn) müssen ihre Verwaltungskosten senken. Wenn jetzt wieder die Pflegesätze erhöht werden, wer bekommt denn dann diese höheren Gelder? Das stecken sich die Heimbetreiber ein und geben nichts an die Pflegekräfte weiter.

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pittiken 01.02.2018, 08:53
59.

Zitat von markus_wienken
Es ist doch immer wieder interessant zu lesen, dass die Verantwortung über (vermeintliche und wirkliche) Mißstände in "schöner" Regelmäßigkeit denen "da oben" angelastet werden. Wer wählt denn die Politiker? Wo kommen die Politiker denn her? Warum bringen sich die Menschen nicht selbst ein in die Politik? Auch die Kirchen leben von ihren Mitgliedern, man könnte sich ja auch engagieren anstatt sich abzuwenden oder anstatt bei den Kirchen private Initiativen gründen oder unterstützen. Wenn es Mißstände gibt, dass sind es nicht "die Kirchen", "die Politiker" sondern die Mehrheit der Menschen, die diese Mißstände zulassen. Aber natürlich ist es einfacher die Verantwortung einfach abzuschieben und hier selbstgerecht zu posten.
Um in einer Partei, in der Kirche etwas bewegen zu können, müssen sie schon einer Entscheidungsebene angehören. Als einfaches Mitglied können Sie zwar sagen, was ihnen missfällt, das wird zur Kenntnis genommen ja, wenn sie dann noch ein paar Mitstreiter gefunden haben, die dann auch noch mitmachen, dann werden sie von der Entscheidungsebene gemobbt, kaltgestellt.

Und als Wähler machen Sie nur das Kreuz auf dem Abstimmzettel. Was die Parteien dann nach der Wahl tun und beschließen, darauf hat der Wähler keinen Einfluss mehr.

Die gewählten Abgeordneten beschließen die Gesetze, darauf hat der Wähler keinen Einfluss.

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