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Großbritannien: EU-Referendum soll nicht parallel zu anderen Wahlen stattfinden
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Das Referendum zu einem möglichen EU-Austritt Großbritanniens wird nicht gleichzeitig mit anderen Wahlen stattfinden. Mit dieser Entscheidung beugt sich Premier Cameron EU-Skeptikern in den eigenen Reihen.

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jamguy 16.06.2015, 11:24
10.

Zitat von kritischer-spiegelleser
was die Deutschen nicht dürfen? Warum wird Deutschland zur Zwangsmitgliedschaft verpflichtet?
Zumindest sollten Sie die Bürger wirklich richtig aufklären warum Sie überhaupt in Erwägung ziehen so eine Aktion zu starten?

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jonas_c 16.06.2015, 11:26
11.

Die Frage ob das bei anderen Whalen mit gemacht wird oder extra ist entscheidend und auch verständlicher warum die EU-Skeptiker das extra haben wollen.
Wenn es bei anderen Wahlen mit gemacht wird, stimmen mehr Leute ab und damit eher der Gesellschaftsdurchschnitt. Bei einzelnen Wahlen stimmen eher die Extremisten ab, weil die man motivieren kann, da hin zu gehen. Die Angst der Skeptiker ist, dass der Durchschnittsbürger lieber nichts an der Situation ändern will. Beide Termine sind demokratisch, aber ein Termin bei anderen Wahlen ware demokratischer.

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Pipopax 16.06.2015, 11:26
12. Peripherie

Zitat von fatherted98
...es zum Referendum kommt, sind die Briten raus. Die Stimmung auf der Insel ist absolut Anti-EU und Anti-Europäisch. Egal wen man fragt...Separatismus all überall. Sogar junge Menschen, die eher als aufgeschlossen gelten sollten...keine Chance...wir werden die Insel verlieren...und das wird politisch wie wirtschaftlich eine weitaus größere Katastrophe als der lächerliche Grexit.
Das Problem mit Ihrer Sichtweise ist, dass Sie annehmen ein vereintes EU unter Deutscher Führung wäre aufgeschlossen, modern, aufgeklärt und für alle Beteiligten von Vorteil. So ist es aber nicht. Hauptnutzniesser einer solchen EU ist erstmal Deutschland, siehe Wohlstand, Vollbeschäftigung, volle Kassen etc. (GB steht auch nicht schlecht da, ist aber nun mal allergisch gegen Fremdbestimmung, gemeinsame Währungen und Deutsche Führungsansprüche und das muss man akzeptieren). Der Rest der EU stöhnt nach wie vor unter einer nicht enden wollenden Krise + Merkels Spardiktat. Dass überall in Europa sich Widerstand formiert gegen eine derart asymmetrische EU ist kein Zeichen von Kurzsichtigkeit, sondern eine ganz natürliche Abwehr gegen ein System, welches Wohlstand von einer immer grösser werdenden Peripherie zu einer immer kleiner werdenden Mitte transferiert.

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Benjowi 16.06.2015, 11:27
13. Jeder, wie er mag........

Zitat von chrimirk
Die Briten sollen machen, was sie für richtig erachten. Wenn sie die EU verlassen wollen, bitte sehr. Die EU ist keine Religion, die Zugehörigkeit nicht nur freiwillig, sondern vor allem eine Sache der Überzeugung, der gemeinsamen Idee. Und daran fehlt es in GB sehr. Deren Sache.
Genauso ist es-ich bin diese endlose Diskussion um nationale Extrawürste und Rosinenpickerei einfach leid. Entweder man erkennt, was man an der Europäischen Union hat -und das ist aus meiner Sicht trotz aller Schlaglöcher im Wesentlichen positiv- und man setzt sich entsprechend dafür ein, oder man lässt es. Und wenn die Briten meinen, es sei besser es zu lassen: Bitte sehr. Die Ergebnisse werden sich zeigen. Und wenn ihre eigenen Experten jenseits der Biertische Recht haben, wird das ein ziemlich heftiges Erwachen geben, denn die Vorteile sieht man ja mittlerweile als selbstverständlich an.

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-volver- 16.06.2015, 11:30
14. :-)

Zitat von kritischer-spiegelleser
was die Deutschen nicht dürfen? Warum wird Deutschland zur Zwangsmitgliedschaft verpflichtet?
Deutschland und Frankreich sind praktisch die Urväter der EU. Allein aus historischer Sicht ist es absolut notwendig für Deutschland in der EU zu bleiben. Hier gehts es schlicht um die deutsche Verantwortung, Krieg in Europa zu vermeiden... es geht um die Symbolik. Scheidet Deutschland oder Frankreich aus, ist es um die EU tatsächlich geschehen.
Sieht man die EU als Symbol des Friedens in Europa, sollte es auch für GB ausgeschlossen sein, auszutreten.
Es ist Schade, dass dieser Punkt gar nicht mehr betrachtet wird... es spielen nur noch wirtschaftliche Aspekte eine Rolle.
Ich halte das für sehr gefährlich.

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Pipopax 16.06.2015, 11:34
15. Dominanz

Zitat von chrimirk
Die Briten sollen machen, was sie für richtig erachten. Wenn sie die EU verlassen wollen, bitte sehr. Die EU ist keine Religion, die Zugehörigkeit nicht nur freiwillig, sondern vor allem eine Sache der Überzeugung, der gemeinsamen Idee. Und daran fehlt es in GB sehr. Deren Sache.
Sie übersehen etwas sehr Wichtiges hier. Wenn GB die EU verlässt, verschiebt sich die Dominanz Deutschlands derart nach oben, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis andere Länder auch gehen, um nicht irgendwann mal Deutsche Kolonien zu werden.

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Peter Bernhard 16.06.2015, 11:54
16. Vermittelbarkeit

Zitat von gersco
"... ausschließlich Machterhalt. Das mag einem aus Deutschland bekannt vorkommen, aber wer es noch nicht bemerkt hat: Die europäische Idee verträgt keine schwachen Politiker. Und nein, das ist selbstverständlich kein Ruf nach einem starken Mann ... "
Was vielleicht noch nicht so ganz raus ist: Wenn es heisst, Politik sei die Kunst des Möglichen - ist damit wohl das Kompromissmachen angesichts, vor dem Hintergrund von Umständen, Sachzwängen gemeint. Das war vielleicht mal so. Der Zwang kann aber in der modernen Welt, medialisierten Welt der zunehmend natur- nicht glaubensvermittelten Wahrheiten die Vermittelbarkeit sein: Zusammenhänge können nicht wirklich vernünftig "durchgehechelt", nämlich durchgenommen werden. Derzeit mache ich das auch am "Ausdruck" fest: je simpler die Begriffe, mehr schwarz-weiss: dahinter kann sich ein Nichtverständnis, Desinteresse, "Heute schöner Tag" oder aber totales Durchkauthaben eines Vermittlers verbergen, der ganz genau weiss, was sich "hiter" einer bloßen Zahl insbesondere verbirgt. Dazu fällt mir noch ein, dass gerade durch das Demagogische klargemacht werden kann, allerdings intuitiv aber auch dann praktisch wirksam, was richtig und falsch ist, durch Zuspitzungen. Wenn ich also "Machterhalt" höre, denke ich in Unschuldsvermutung zunächst einmal: das ist jemand, der seinem Publikum ein Erkennen seiner Zuspitzung zutraut, wobei also "Machterhalt" sein Überzeugtsein vom "Richtigliegen", sachlich, bezeichnen könnte. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

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gersco 16.06.2015, 12:33
17. @ Peter Bernhard # 16. Das mag man so sehen, es...

...ist aber eher eine (philosophische) Vermutung. Sicherlich spielt die 'medialisierte Welt' eine Rolle, es spielen nur noch Schlagworte und das schnelle Erreichen der journalistischen Endkonsumenten eine Rolle, für Details, Hintergründe oder Erklärungen ist bei noch so komplexen Themen keine Zeit, weder auf der Anbieter-, noch auf der Abnehmerseite. Auf Seiten der Medien nimmt daher die Qualität in gleichem Maße ab wie die Überhöhung zunimmt. Zudem agiert (wenn sie überhaupt noch agiert) die Politik gerade wegen der Medien ängstlich und mehrheitsorientiert statt Themen aufzugreifen, auszuarbeiten, Überzeugung zu generieren und Mehrheiten zu organisieren, ebenfalls aus Machterhalt. So gesehen kann ich dem Begriff nicht das geringste Positive abringen. Ihre Beschreibung wiederum unterstellt eine Art Unschuldsvermutung, die angesichts der aktuellen Lage in einem Maße notwendig wäre, daß ich diese bei positivster Betrachtungsweise beim besten Willen nicht erkennen / erhoffen kann. Und im Falle von Cameron bedient er lediglich kurzfristige, parteipolitische Interessen, wenn die EU nach einem Austritt, der hoffentlich von den geistig wachen Wahl-Briten verhindert werden möge, alle Infrastrukturprojekte auf der Insel einstellt, dann kann man deren Verfall vermutlich zusehen. Selbst dem Bankensektor, den man mehr als kritisch sehen kann, aber letztlich der Briten letzte 'Industrie' ist, kommt langsam die Erkenntnis, daß ein Austritt keine gute Idee wäre.

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