Forum: Politik
Großbritannien: EU übernimmt Regie im Brexit-Drama
EMMANUEL DUNAND / AFP

Der Brexit hat ein neues Datum: Statt am 29. März sollen die Briten die EU nun am 22. Mai verlassen. Doch das geht nur, wenn sie vorher dem Austrittsabkommen zustimmen. Tun sie das nicht, droht der Chaos-Brexit schon am 12. April.

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Marinus_Ladegast 22.03.2019, 16:31
180. # 35 arvin

Zitat von arvin
Das Schmierentheater ist auch ein Theater der EU um Frau Merkel und Herrn Macron die alles dransetzen das GB niemals die EU verlassen wird. Es wird getrickst und gedreht,aufgeweicht, Termine verschoben und das ist schon sehr, sehr undemokratisch was den Europäern präsentiert wird. Traurig das Ganze mit anzusehen. Aber der Finger wird immer auf die unseligen Engländer geschoben, während hier dran gearbeitet wird das ein Austritt nie eintritt.
Was für ein Unsinn. Das Chaos haben einzig und allein die Briten zu verantworten. Hat Frau Merkel im britischen Unterhaus an den Sitzungen teilgenommen? Oder haben Sie hier im Forum einfach kein besseres Thema gefunden, um gegen Merkel und Macron abzulästern?

Theresa May scheitert im Moment einzig und allein daran, dass die Brexit-Politiker der Bevölkerung beim Referendum das Blaue vom Himmel runtergelogen haben und sich jetzt wundern, dass sie ihre bunten Versprechen nicht erfüllen können. Zum Beispiel hat die EU von Anfang an klipp und klar gesagt, dass GB nur zum gemeinsamen Markt Zutritt bekommt, wenn es auch den freien Personenverkehr zulässt. Warum sollten die Briten Extrawürste gebraten bekommen, wen diese Regel für jedes EU-Mitglied gilt? Johnson, Farage und Co. haben den Briten vorgelogen, dass man sich irgendwie die Rosinen rauspicken könnte, ohne irgendwelche Verpflichtungen eingehen zu müssen. Und jetzt reibt man sich verwundert die Augen, dass die EU da wie angekündigt nicht mitspielt - Boris Johnson tut ja immer noch so, als könnte man endlos weiterverhandeln und müsse einfach nur härter auftreten. Realitätsverlust pur.

Es ist absolut nicht die Aufgabe von Merkel und Marcon, den Brexit-Lügnern jeden kranken Fiebertraum zu erfüllen. Wenn Sie das schon als "undemokratisch" ansehen, haben Sie eine merkwürdige Vorstellung von Demokratie.

Die Briten wollten doch frei sein und alleine über ihre Belange entscheiden. Und jetzt jammern Sie rum, weil die EU so böse und gemein zu Theresa May ist? Dann haben Sie schon mal einen Vorgeschmack, wie das erst sein wird, wenn Klein-Britannien mit Russland oder China verhandelt, die noch ganz anders drauf sind. Wie gesagt, die Briten wollten es selber so. Klein und allein gegen den Rest der Welt.

"Wenn die Götter uns strafen wollen, dann erfüllen sie unsere Wünsche."

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ledpower12 22.03.2019, 16:58
181. Mai vor April

UK Tory Party sucht PM zu beenden
Sieht aus, als wäre Mai vor April dieses Jahres weg

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derjoey 22.03.2019, 18:11
182.

Zitat von zicke-zacke
Warum also noch Merkels Taktieren? Was ist schon "geordnet"? In London ist sowieso alles Chaos, da kann auch Frau Merkel nichts dran ändern..
Weil ein harter Brexit nicht in deutschem Interesse ist, die Kanzlerin die deutschen Interessen vertritt, und die Hoffnung zuletzt stirbt. Aber ja, wie schon andere vor mir schrieben: Was das britische Parlament die letzten Jahre nicht hinbekommen hat, wird es höchstwahrscheinlich auch in den nächsten Tagen nicht schaffen.

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vonlipwig 22.03.2019, 18:28
183.

Zitat von ledpower12
Ich habe für den Brexit gestimmt. Aber nicht Mays Deal, der zur Hälfte innerhalb und außerhalb der EU liegt. ... Brüssel wollte Großbritannien für seine Ausreise bestrafen 17 Millionen britische Wähler werden Brüssel dafür bestrafen wollen, dass sie uns bleiben lassen
Dann haben Sie als Leave-Wähler die gleichen Illusionen gehabt wie viele Ihrer Gesinnungsgenossen: GB verlässt die EU, behält aber die wichtigsten Privilegien und Vorteile. Es ist schon dreist, dann jetzt von Bestrafung zu sprechen, weil die EU sich darauf nicht eingelassen hat, ja sich sogar darauf nicht einlassen konnte (z.B. Stichwort Meistbegünstigungsklausel).
Und GB darf die EU verlassen. Beschweren Sie sich bei Frau May. Ohne deren Bitte um Aufschiebung wäre die Mitgliedschaft in einer Woche beendet.

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jaypi 22.03.2019, 20:01
184. Wie???

Zitat von ledpower12
Brüssel wollte Großbritannien für seine Ausreise bestrafen
Wann, wie und womit wollte Brüssel GB bestrafen? Ich bitte um ausführliche Antwort, incl. Belegen/Quellen!
Das glauben Sie doch selbst nicht!?! Brüssel war zu nachgiebig. Diese Verlängerung ist der beste Beweis! Die EU kann sich doch nicht ewig von GB an der Nase herumführen lassen!

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jaypi 22.03.2019, 20:09
185. Was dann?

Ich versuche mal zusammenzufassen:
Option 1: GB stimmt dem Vertrag demnächst zu. dann gibts Verlängerung bis zum 22. Mai, um den Brexit zivilisiert zu gestalten. Wird GB eher nicht tun.
Option 2: Keine Zustimmung. Dann wieder mehrere Möglichkeiten:
2a) Sie nehmen ihn bis zum 12. April zurück. Status quo ante (naja, fast), GB bleibt drin und wählt mit
2b) Harter Brexit. GB wählt nicht mit. Ist das automatisch der Fall, wenn 1 und 2a nicht eintreten ?????
2c) Weitere Verlängerung. Geht das? Und was soll das bringen? Dann dürfen sie echt mitwählen? Und wie gehts danach weiter?

Hab ich was vergessen?

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wühlmaus_reloaded 22.03.2019, 22:24
186. Gut gemacht.

Waldorf & Statler auf ihren Logenplätzen hier im Forum sind natürlich enttäuscht, dass sie das Spektakel des großen Knalls am 29.03. nun doch noch nicht begröhlen können - am neunundzwanzigschde isch halt no' net over.

Ich jedenfalls bin mit dem Ergebnis zufrieden. Die Fristverlängerung hilft nicht nur Brexitannien dabei, sich auf das Unvermeidliche besser einzustellen. Auch in der EU dürfte es Firmenchefs geben, die das Kasperltheater lange nicht haben glauben können/wollen und die ihre Vorbereitungen dementsprechend auch noch nicht ganz abgeschlossen haben.

Ausgesprochen wertvoll finde ich die Tatsache, dass die EU die rechtlich unanfechtbare Durchführung der Europawahl als harten Anschlag definiert hat - meines Wissens erstmalig als Beschlussfassung der 27 Regierungen. Bisher war so etwas immer nur als Privatmeinung einzelner B- oder C-Politiker zu hören.

Dass man den Briten sogar noch die Möglichkeit lässt, eine deutlich längere Verschiebung - dann aber mit Teilnahme an der EU-Wahl - zu beantragen, ist nur vordergründig erstaunlich. Die Möglichkeit, den Austritt nach Art. 50 zurückzuziehen haben die Briten laut EUGH-Gutachten ja sowieso bis heute und auch nächste Woche noch. Diese Frist wurde jetzt gerade mal um 14 Tage verlängert. In der Sache ändert das also gar nichts, zumal zu erwarten ist, dass die britische Politik auch diese zusätzliche Zeit genauso sinnlos vertändeln wird wie bisher. Aber dieser Zug sendet noch einmal ein starkes Zeichen an die britische Nation. Wir wollen euch nicht loswerden - ihr dürft jetzt entscheiden, ob ihr mit Deal oder ohne Deal austreten wollt oder ob ihr eine längere Übergangsfrist braucht, um eure Meinung zu bilden. Das ermutigt m.E. die britische Bevölkerung auch, die jüngst verstärkt einsetzende Demonstration ihrer beim Referendum noch verpennten Meinung bis zum 12. April noch weiter zu intensivieren. Vielleicht hilft das ja dem britischen Parlament, endlich mal zu Potte zu kommen. Einer immer stärker anschwellenden Strömung in der Bevölkerung werden auch die dem 17. Jahrhundert ensprungenen Politclowns sich kaum dauerhaft entziehen können. Denn nur allzubald könnte es ja passieren, dass sie wiedergewählt werden wollen.

Ich bin - anders als schon so oft - in der Brexitfrage mit der EU hochzufrieden. Die eigenen unverhandelbaren Positionen schon lange klar aufgezeigt und nie zur Disposition gestellt und damit unberechenbar geblieben nur für Träumer, die immer hofften, die EU werde am Ende mal wieder umkippen (nur um sich darüber dann echauffieren zu können). Und jenseits dieser unverhandelbaren Kernpositionen in zweitrangigen Fragen maximale Flexibilität gezeigt, um sich nicht den Schwarzen Peter anhängen zu lassen. (Und weil ein No-Deal ja auch für die EU der GAU wäre).

So viel Einigkeit und Standhaftigkeit wünsche ich mir in den wirklich wichtigen europäischen Fragen, die schon viel zu lange dem Brexit-Theater geopfert wurden.

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mwroer 23.03.2019, 09:55
187.

"Dass man den Briten sogar noch die Möglichkeit lässt, eine deutlich längere Verschiebung - dann aber mit Teilnahme an der EU-Wahl - zu beantragen, ist nur vordergründig erstaunlich. "

Das ist nicht erstaunlich sondern dumm und lädt gerade dazu ein die EU zu erpressen in dem man alle Entscheidungen die einstimmig getroffen werden müssen blockiert oder sich bei den, dann noch laufenden, Brexit-Verhandlungen teuer bezahlen lässt.

Aber wenn Sie damit zufrieden sind dass sich die EU selbst weichkocht .... prima. Ich bin dagegen.

Der Ausstieg ohne Abkommen ist kein GAU. Es wird holprig, sicher, aber das ist zu verkraften. Auf jeden Fall für die EU. Ganz sicher für die Bürger der EU (die wir doch wenigstens pro Forma neben der Wirtschaft auch mal erwähnen wollen).

Das viele Unternehmen Ihre Lagerhaltung auf vom Steuerzahler bezahlten Straßen betreiben ist das Problem dieser Firmen. 'just in time' ist der größte Erfolg der Wirtschaftslobby. Lagerkosten braucht es keine und man kann mit Grenz- und Zollkontrollen Panik sähen bis hin zur Hungersnot.

Es gibt kein GAU, es gibt nur Panikmache. Die EU verkraftet das spielend mit einer klitzekleinen Delle im Wachstum (die heilige Kuh?).

Daher ist dieses ganze Verlängerungstheater auch nicht nachvollziehbar.

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ichliebeeuchdochalle 23.03.2019, 13:19
188.

Zitat von Watschn
Der Backstop war ursp. die Idee der iris. Regierung (auf Besorgnis der zukünftigen nordir.-iris. Grenze), wurde dann von der Eu (Bornier) übernommen, u. richtig - auch T. May akzeptierte dies (leider).
Wenn ich mit einer Suchmaschine Infos suche, die Ihre Behauptung stützen, kommt da nix. Allerdings reicht meine Suchmaschine nicht rüber ins Parallel-Universum, in dem Sie leben. #sosad

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ichliebeeuchdochalle 23.03.2019, 13:23
189.

Zitat von ledpower12
17 Millionen britische Wähler werden Brüssel dafür bestrafen wollen, dass sie uns bleiben lassen
Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel von Francis Drake? Ui, so gemein.

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