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Großbritannien: Konservative planen Brexit-Revolte gegen May
DPA

Sie wollen einen harten Brexit unbedingt verhindern: In Großbritannien drohen mehrere Dutzend Tory-Abgeordnete mit einer Rebellion - falls Theresa May in einem entscheidenden Punkt nicht nachgibt.

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touri 22.02.2019, 18:08
80.

Zitat von erzengel1987
Was wollen die Abgeordneten eigentlich? Vor allem die Briten haben doch eine Königin. Die scheint zu alledem zu schweigen. Es ist doch quasi ihr Königreich. Sie sollte doch zumindest mal eine Öffentliche Stellungnahme abgeben können. Damit wenigstens dieses Chaos beendet wird. Oder hofft das Königshaus am Ende, dass es bei einem Brexit wieder mehr Macht erlangen kann? Nehmen wir an es kommt zum ungeordneten chaotischen Brexit. Im Worst Case stehen Soldaten an der Irischen Grenze und der Terror geht wieder richtig los. Im schlimmsten Fall tragen militante Iren den Terror direkt nach London. Eventuell spaltet sich Nordirland ab. Die Schotten könnten ebenfalls wieder zur EU wollen. Im schlechtesten aller Fälle würde GB tatsächlich auseinanderfallen. Was wäre wenn die Menschen irgendwann sagen. Queen bitte hilf uns. Eine Beschneidung der Demokratie könnte die Folge sein. Ohne die EU und die Werte der EU könnte das Königshaus in GB wieder die Demokratie abbauen mit dem Verweis der üblen Folgen. Vielleicht ein absolutes Horrorscenario... aber wer sagt dass es nicht so kommen könnte.
Die Königin MUSS schweigen, sie ist zu politischer neutralität verpflichtet. Sie hat aber bereits ein Statement abegeben, als sie im Blauen Kostüm und Hut mit gelben Blüten aufgetreten ist.

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werner230 22.02.2019, 18:08
81. Ich

kann es nicht mehr hören

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Besserwisser1970 22.02.2019, 18:08
82. Danke

Zitat von thobie2
Nur über eine Zollunion kann man letztlich die Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland offenhalten. Es gäbe zwar noch einen anderen Weg, nur mag GB den nicht gehen. Das wäre ein britisches Zollausschlussgebiet Nordirland. Für die Menschen dort würde sich nichts ändern. Sie behielten den britischen Pass und blieben britische Staatsangehörige. Zollrechtlich würde Nordirland dann zur EU gehören. Aber nur zollrechtlich. Die Zollgrenze würde dann zwischen GB und Nordirland in der Irischen See verlaufen. Mit einem solchen Abkommen könnte GB Handelsverträge schließen, bis der Arzt kommt. So etwas hat es schon mal zwischen Österreich und Deutschland gegeben. Das Kleinwalsertal war Jahrzehntelang österreichisches Zollausschlussgebiet. Die Menschen, die dort leben sind und waren österreichische Staatsangehörige. Nach dem EU-Beitritt Österreichs wurde dies Konstrukt nicht gebraucht. Vorher gehörte das Gebiet politisch zu Österreich. Das Problem des Tals war, dass es keinen wirtschaftlich nutzbaren Weg nach Österreich gab. Die Menschen mussten alles, was sie nicht selbst herstellen konnten, aus Deutschland importieren und dann Importzoll bezahlen. Wollten sie eigene Produkte in Deutschland feilbieten, mußte Zoll auf die Waren bei Import nach Deutschland gezahlt werden. Einige Jahrhunderte ging es den Menschen deswegen wirtschaftlich schlecht. Nach Einrichtung des Zollausschlussgebietes hat sich die wirtschaftliche Situation schnell gebessert, weil die Zölle wegfielen. Die Lösung könnte ganz einfach sein, kommt aber aufgrund britischen Nationalstolzes nicht in Frage. Natürlich könnte man die Republik Irland auch als EU-Zollausschlussgebiet behandeln. Das dürfte aber die dort ansässigen Unternehmen nur sehr begrenzt lustig finden. Und warum sollte die Republik Irland für GB diese Lasten tragen.
für diesen sehr guten Beitrag.

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melnibone 22.02.2019, 18:11
83. Britannien der ...

Leuchtturm Europas.
Abgeordnete treten aus den ehernen Parteipfaden aus.
Umgekehrt wird dort ohne Fraktionszwang .... Meinungsbildung betrieben.
Und man sehe die Merkel-Republik.
Eine höchst willfährige Automobil-Regierung.
Ohne jedigliche Inspiration.

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christerix 22.02.2019, 18:14
84. Köstliche Posse

Da sagen diese Brexit-Hardliner, es war demokratisch gewollt. Ja?
Wie wäre es mit Nachhilfe in Sachen gelebter Demokratie?
Wenn das, was man dem Volk bei seiner Entscheidung versprochen hat, nicht eintritt, dann hat das Volk doch das Recht, erneut befragt zu werden. DAS nennt sich Demokratie.
Es spricht für sich, dass May und Konsorten genau das nicht wollten - von wegen Volksvertreter - wie Trump vertreten sie nur ihre eigene Meinung - ohne Sinn und Verstand.
Noch dazu, da man das Volk ohnehin belogen hatte.
May samt den Brexitern sollten ganz schnell ihren Taschenrechner rausholen und durchrechnen, welcher wirtschaftliche Schaden allein die Umstellung bringen wird - da wären die ganzen Firmen, die bisher weggegangen sind, die Banken ... und dann sind da die höheren Zölle, die auf alle Produkte anfallen werden. Ach, Dover braucht riesige Investitionen, damit man den Warenverkehr sinnvoll kontrollieren kann. Und dann sind da noch die billigen Arbeitskräfte aus der EU, die wegfallen ...
Upps ... das Dumme: Es mag sein, dass die Briten die paar Millionen EU-Beiträge sparen werden. Aber die kosten sicherlich weit über das Dreifache. Und den Frieden mit Irland ...
Was ist mit den Schotten? Frieden in Großbritannien ist dann passé.
Witzig wird es ohnehin, wenn in ein paar Jahren die Briten wieder angetanzt kommen und in die EU wollen - und dann wie jedes andere EU-Bewerberland behandelt werden ... ohne die ganzen Rosinen (gut für die EU) - und ihre Britisches Pfund können sie dann auch knicken.
Wie Europäer werden den Brexit wegstecken.
Die Briten nicht.

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bollocks1 22.02.2019, 18:17
85. Das wollen sie ja auch nicht...

Zitat von tiger-li
Eine Verschiebung ist leider wegen den Wahlen nur begrenzt möglich! Mein Vorschlag zur Güte: England wird zu Norwegen. Dann sind sie raus, haben kein mitspracherecht mehr und können solange Norwegen spielen, bis ihnen irgendetwas besser düngt!!! Also quasi ein Provisorium dass zur Not ewig hält.....,
...bzw. die Hardliner wollen dass nicht. Weder das kanadische, schweizer- noch norwegische Modell.
All diese Modelle wuerde laut den Hardlinern bedeuten, dass man ja doch irgendwie machen muesste, was die EU will, bzw. verbandelt sein. Ganz schlimm, freier Personenverkehr.
Wir haben es hier mit Moderaten und Falken zu tun. Jede Anlehnung an die EU wird von den hard line Brexiteers als Verrat am Referendum gewertet. Total verfahren alles.

Der Ton auf der Insel untereinander, leave und remain, hat sich extrem verschaerft und die Rethorik der Leave Ultras gegenueber der EU ueberzeugt eigentlich auch den letzten Anglophilen auf EU-Seite, dass GB sich so schnell wie moeglich verabschieden sollte.
Wirklich schade, wie die Extremen die Diskussion anheizen und vergiften.

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Watschn 22.02.2019, 18:20
86. Die Briten werden es auf einen harten Brexit abkommen lassen...

..und sie haben recht. Sie können es wohl risikieren, da viele betroffene EU-Handelspartner wie Deutschland nun Notübergangsfristen bzw. Notverordnungen in den jeweiligen Parlamenten verabschiedet haben. Und so wird es kaum zu Grenzblockaden, Luftverkehrschaos, Medizinlieferungsengpässen, ua. kommen. Gewiss hat T. May auch Verhandlungsfehler gemacht, u. einen Backstop durch die EU nicht terminieren lassen bzw. diesen durch Alternativen nicht eliminiert. Jedoch hat der grösste Anteil an dieser evtl. absehbaren Misere (falls nicht kindergartenmässig geblufft wird..)...diese irrgeleitete EU.

Was verspricht sie sich mit ihrer stur-bornierten Haltung? Sie wird eh durch die erfolgten Abmilderungsmassnahmen der betr. EU-Handelspartner nicht grosse Wirkung einfahren. Das Resultat wird ein befremdlicher bis feindlicher Umgang(ston) in Zukunft zwischen EU u. UK sein, in der die EU auch mit unangenehmen Gegenreaktionen UK's rechnen muss. (Steuerdumping, Abwehr bzw. Verweigerung der Zusammenarbeit im Sicherheits- u. Armeebereich, vorl. Rückbehalt der restl. UK-Zahlungen von 40 Mrd. £ an die EU). Was gewinnt die EU dadurch? Nichts, denn UK wird sich von der EU noch mehr abwenden, u. sich den USA, den EFTA-Staaten, ihrem Commonwealth, u. den Schwellenländern, China/Indien u. (vielleicht gar Russland) zuwenden. Fazit: Eine kurzsichtige falsche, stupide wirts. EU-Gefängiswärterattitüde...

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syracusa 22.02.2019, 18:21
87.

Zitat von Oriana
Während Corbyn politisch nie den Stalinismus und den Kommunismus verließ
Das ist übelste Diffamierung! Die linken Labour-Mitglieder und v.a. Corbyn stehen eher dem Trotzkismus nahe. Der hat seit George Orwell ziemlich Einfluss auf die linken Kräfte im UK. Stalinismus - eine Spielart des totalitären Faschismus - findet man auf der politischen Bühne des UK praktisch gar nicht.

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dein_idol 22.02.2019, 18:23
88.

Diesen No-Deal verbieten soll ja erst Mal zementieren das die Regierung alles dafür tun muss das es einen Deal gibt und nicht aktiv einen No-Deal anstreben kann.

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Sangit raju 22.02.2019, 18:24
89. Sehr schöner Diskurs. ....

Zitat von briefzentrum
Wir diskutieren hier das Ganze unter dem Aspekt des Brexit. Aber letztlich sind der Brexit, ebenso wie die aktuelle politische Krise in UK doch nur ein Symptom für den erschreckenden Zerfall einer der ältesten Demokratien im Westen. Sowohl mit dem Streit des gesamten Parlaments um Mays Brexit-Deal als auch mit der Unfähigkeit aller Parteien, schon parteiintern eine tragfähige konsensfähige Position zu entwickeln, kommt das Desaster dieses britischen Parteiensystems zum Ausdruck. Auffällig ist, dass sich hier auch innerhalb der Parteien jene zentrifugalen Kräfte zeigen, die in den letzten Jahren auch in den USA erst zur Lähmung und zur Zersplitterung der beiden führenden Parteien und letztlich zur Wahl des rechtspopulistischen Trump geführt hat. Ängstigen muss dies, da es sich hier um die beiden ältesten westlichen Demokratien handelt und der Glaube an die Widerstandskraft und Selbstheilungskräfte dieser beiden immer pragmatischen Demokratien für den Westen eine geradezu zivilreligiöse Bedeutung hatte. Die Weimarer Demokratie, das italienische Parteienchaos, die französischen wahlmonarchischen Republiken konnten erschüttert werden, aber doch nicht die britische und amerikanische Demokratie. Jetzt zeigen sich seit vielen Jahren aber die Sollbruchstellen diese Zwei-Parteien-Systeme: Sie sind offenbar nicht mehr in der Lage, den Pluralismus und die Dynamik moderner (Einwanderungs)Gesellschaften auch politisch repräsentativ abzubilden. Es entstehen politische Prozesse, die Extreme bevorzugen und im Konfliktfall Konsenslösungen extrem schwer oder unmöglich machen: s. US-Haushalt oder Obamacare und hier der Brexit. Insofern sind die aktuellen britischen Parteiaustritte (Torys und Labour) auch Menetekel für die Zerfallserscheinungen der Parteiensystems insgesamt. Lösungen sind nirgends erkennbar und die Erfahrungen mit 2 Jahren Trump zeigen, dass auf die Selbstheilungskräfte des parlamentarischen Systems nicht viel gegeben werden kann. Die westlichen Demokratien sind mithin zweifach unter Feuer: von außen durch den Autoritarismus solcher Regime wie in China, Russland und Türkei; zum anderen aber auch durch die politische Bindungsschwäche ihrer internen Parteiensysteme. Ergo: Der Brexit ist nur die Vorderbühne. Die politischen Probleme der westlichen Demokratien liegen tiefer und beschränken sich nicht nur auf das ehemalige United Kingdom.
... aus dem Elfenbeinturm, der leider keine alltagstauglichen Handlungsempfehlungen für EU-Alltagsbürger für den Erhalt und die Weiterentwicklung dieser demokratsich verfassten EU bereit stellt... Die EU-Freunde müssen jetzt handeln und nicht nur kommentieren... D. h. - Zu AfD Veranstaltungen gehen, dort das deutliche Wort ergreifen und sich ggf. auch von AfD-Ordnern aus dem Saal werfen lassen...:-)

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