Forum: Politik
Großbritannien: London will EU-Subventionen nach Brexit voll ersetzen
AFP

Wenn die Briten die EU verlassen, wird es teuer. Subventionen aus Brüssel gibt es dann nicht mehr. Finanzminister Hammond will deshalb die fehlenden Mittel ersetzen: 5,2 Milliarden Euro im Jahr.

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possumgfx 13.08.2016, 12:46
1. Teuer?

Unterm Strich zahlen die Briten dennoch weniger. Sie können die anfallenden Subventionen ohne Probleme mit den Mitteln ersetzen, die sie aus dem wegfallenden Mitlgiedsbeitrag an Brüssel überwiesen haben. So wie die politische Lage derzeit ist, werden sie auch weiterhin Zugang zum Binnenmarkt haben, ohne dafür etwas berappen zu müssen. Alles in allem hat es die Briten gut erwischt. Nur wir Deutsche lassen uns von demokratisch nicht legitimierten, legislativ- und exekutivberechtigten EU Kommissaren zapfen wie zum Oktoberfest.

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ricson 13.08.2016, 12:48
2.

Das alleine wird nicht reichen. Da fällt den Brexiteers die nächste Lüge auf die Füsse. Nämlich die von dem ineffizienten "Moloch" EU. Verglichen mit den Staatsregierungen ist die EU super effizient, mit extrem niedrigen Overheadkosten. GB muss auf jede Investition, wenn sie in vollem Umfang beim Empfänger ankommen soll, nochmal 20-30% drauf packen alleine um die höheren Verwaltungskosten zu bezahlen.

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eikefechter 13.08.2016, 12:48
3. Das ist doch wohl selbstverständlich, ...

schließlich handelt es sich um Großbritannien und nicht um Griechenland.

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epicentre 13.08.2016, 12:50
4. Der Teufel steckt im Detail

Natürlich wurde dieses Versprechen gleich relativiert und beschränkt auf solche Subventionen, die bis zur Vorlage des Herbsthaushalts diesen Jahres beantragt würden.
Alle Subventionen danach, müssten dann gesondert geprüft werden.
Aber da in England im Moment sowieso keiner auf die Politik schaut und alle am Strand liegen oder auf Rio schauen (selbst die BBC und itv Hauptnachrichten sind eigentlich zur Sportschau verkommen), ist das ganze eh ein fauler, sinnleerer Zauber.

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aleamas 13.08.2016, 12:51
5. Nicht nur die Subventionsempfänger rufen nach Ersatz

...auch Handel und die unterentwickelte Industrie werden all die ungeliebten Verordnungen und Richtlinien aus Brüssel ersetzt haben wollen. Von Brexiteers wird gewöhnlich unterschlagen, dass diese nämlich zu einem nicht unerheblichen Teil auf Initiative der Wirtschaft zustande gekommen sind. Es wird amüsant sein zu sehen, wie die einschlägige Interessengruppe uns das als 'Taking back Control' verkauft...

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itzig 13.08.2016, 12:55
6. Grundrechenarten nicht vergessen!

Das Wort "zusätzlich" suggeriert, dass es für den britischen Bürger teurer wird. Zumindest in Sachen Steuern und Abgaben.

Unter Beachtung der Grundrechenarten scheint dem jedoch nicht so.

GB zahlt kumuliert 14,659 Milliarden € an die EU (Stand 2010), erhält jedoch nur 6,745 Milliarden € als Subventionen zurück. Die Differenz (7,913 Milliarden €) verbleibt als Verteilungsmasse bei der EU.

Nach dem Austritt verbleibt die Verteilungsmasse jedoch bei dem britischem Finanzministerium. Defacto ein Plus von 7,913 Milliarden €, nachdem die Subventionen bereits direkt durch das Finanzministerium übernommen wurden.

Wo hier das Wort "zusätzlich" seinen Sinn findet, bleibt mir schleierhaft.

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bert.vari 13.08.2016, 12:59
7. 200 mrd?

Woher will GB diesen Betrag nehmen. Die nächsten Jahre oder Jahrzehnte wird das wohl eher nicht klappen. GB wird zum Armenhaus Europas verkommen und der Steuerzahler wird haften, ehmm der deutsche Steuerzahler natürlich. Die deutsche EU ist ebenso ein Fehlschlag wie die Flüchtlingsgeschichte. Merkel und Co. halt. Eine Geldvernichtungsmaschine nie dagewesenen Ausmaßes.

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ich_bin_der_martin 13.08.2016, 13:02
8. Mglw auch billiger...

Billiglöhner werden immer weniger gesucht. Es gibt sie im Dutzend billiger -daher Billiglöhner.
Deutschland wird sich im Bestreben "USA-Gleich" zu werden, dem britischen System annähern. Das heißt Indusrie wird zurückgefahren und Finanzgeschäfte werden mehr. Um 80 Mio Bürger mit Dienstleistungen zu versorgen, braucht man auch nur eine berechenbare Anzahl von Billiglöhnern. Nur mit Hühnerrupfen und Schweinezerlegen kann man auch nicht Exportweltmeister bleiben. Zwar kann man damit ganze Kontinente in die Bredouillie(hab ich das jetzt richtig geschieben:) bringen, was jedoch unbequeme Folgen hat. Kein Meer schützt uns vor den afrikanischen Ex-Hühnerzüchtern, Fischern und Maisbauern.
Glauben sie mir,diese wollen und werden nicht so stillschweigend verhungern oder ertrinken, wie sich das mancher gern wünscht.
Das war zu allen Zeiten so und wird so bleiben.
Unseren unrechtmäßig erworbenen Wohlstand zu schützen wird mehr kosten,als wir bis dahin zusammengeklaut oder betrogen haben...
und darum ist es richtig den Moloch EU zu verlassen oder besser aufzulösen und mit einer menschlichen Verfassung neu zu gründen...

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Atheist_Crusader 13.08.2016, 13:03
9.

Zitat von possumgfx
Unterm Strich zahlen die Briten dennoch weniger. Sie können die anfallenden Subventionen ohne Probleme mit den Mitteln ersetzen, die sie aus dem wegfallenden Mitlgiedsbeitrag an Brüssel überwiesen haben. So wie die politische Lage derzeit ist, werden sie auch weiterhin Zugang zum Binnenmarkt haben, ohne dafür etwas berappen zu müssen.
1. Erstmal zahlen die weder mehr noch weniger. Sie sind noch Teil der EU.
Wenn sie austreten dann zahlen sie natürlich auch keinen Mitgliedbeitrag mehr. Diese eingesparte Betrag wird die Summe der ausbleibenden EU-Unterstützung übertreffen. Sonst wären sie kein Nettozahler.
2. So wie die politische lage derzeit ist, werden sie NATÜRLICH noch Zugang zum Binnemarkt haben. Sie sind ja noch in der EU. Sie haben den Austritt noch nichtmal in Gang gesetzt.
Aber wenn sie es tun, dann stehen alle Zeichen dafür, dass es NICHT so einfach wird. Da haben schon alle möglichen Länder ihre Sonderinteressen angemeldet. Die folgenden Verhandlungen werden definitiv kein Spaß für die Briten.

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