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Großbritannien: May weint noch, der Machtkampf läuft schon
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Einige Tory-Politiker laufen sich seit Monaten warm. Doch mit Theresa Mays Rücktrittsankündigung kann der offene Kampf um die Macht in Großbritannien beginnen. Dabei wird es ein neuer Premier kaum einfacher haben.

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markus.pfeiffer@gmx.com 24.05.2019, 20:10
10. @Neuwahlen: Corbyn wird sich noch die Augen reiben

Alle Umfragen zur Europawahl zeigen: der Brexit ist DAS eine Thema für die Briten, das die Wahlentscheidung entscheidend prägt.
Die Torries werden sich unter dem eindruck der Europawahl (Farage bei ca. 40%, sie selbst unter 10%) auf einen klaren (harten) Brexitkurs einschwören. Im Remain-Lager stehen die Liberaldemokraten ganz klar als glaubwürdige Remain-Befürworter, "Change UK" dürfte aufgrund des Wahlrechts mit ihnen fusionieren. Die Grünen sind auch für's Bleiben, genauso wie die schottischen Nationalisten; die nordirischen hingegen für Leave.

Eine Partei wie Labour, die nicht genau weiß, ob sie vielleicht am liebsten in der EU bleiben möchte oder doch viellleicht besser austreten, aber nur unter bestimmten Bedingungen, wird es da in den meisten Wahlbezirken schwer haben, mit ihren unklaren Aussagen die stärkste Partei zu werden und das Mandat zu erringen.

Mein Tipp für eventuelle Unterhauswahlen, wenn sich in der Parteienlandschaft nichts Grundlegendes mehr ändert: Torries + Farage-Partei > 40 % der Sitze (unter 50%, weil man sich gegenseitig Konkurrenz macht und so in manchen Bezirken Sitze an Dritte verliert), Remain-Lager ca. 35-40%, Labour ca. 15-20%.

Mithin:
- Keine stabile Regierung in Sicht
- Corbyn kann seine Ambitionen auf die Downing-Street für alle Zeiten begraben, wird aber erneut weiterhin bei jeder Gelegenheit Neuwahlen fordern, sofern er die Wahl politisch überlebt.
- Keine Lösung für einen wie auch immer geregelten Brexit in Sicht.

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RalfHenrichs 24.05.2019, 20:11
11. Natürlich ist es einfach den Brexit zu liefern

Schreibt SPON ja selbst: und zwar den harten Brexit. Im Grunde muss der Premier gar nichts machen sondern nur den Oktober abwarten. Ob das vernünftig ist, ist eine andere Frage - aber schwierig ist das nicht. Und Johnsson hat mit dem harten Brexit kein Problem. Offensichtlich auch viele Briten nicht.

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yurguen 24.05.2019, 20:11
12.

Ich arbeite in UK, in Devon, und komischerweise verliert hier niemand ein Wort darüber. Ein einziges mir bekamntes Ehepaar ging wählen, morgens um 8.30 Uhr, und sie sagten, sie seien bis dato die einzigen gewesen. Eine junge Frau sagte mir, sie finde Leute wie BoJo sehr witzig, und sie hoffe, dass er es schaffe. Aber ansonsten: Schweigen. Hier, wo ich arbeite, voteten damals 63 Prozen "Leave", obwohl viele vom Tourismus und von spanischen, schwedischen, deutschen und französischen Language Students leben.

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theodor11 24.05.2019, 20:13
13. Quote vadis Britain?

Ich verstehe die Briten nicht mehr. Wie kann man einem Populisten und Brexitier wie Johnson weitere Aufgaben übertragen? Es sei denn, die Briten haben Lust auf Selbstzerstörung, also auf dem Weg von Großbritannien nach Kleinbritannien.

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Mara Cash 24.05.2019, 20:59
14. Brexit ohne Deal zeichnet sich ab

Die Parteienlandschaft in GB ist so zersplittert, dass es keine mehrheitliche Zustimmung zu den bestehenden EU-Austrittskonditionen im Parlament geben kann. Somit ist ein Brexit ohne Deal die einzige Konsequenz - völlig egal, wer denn da Frau May nachfolgen wird. Erst nach diesem harten Brexit wird man nach zunächst relativ harten Jahren sehen, ob es für die Briten lohnt, nicht mehr in der EU, dafür aber souveräner zu sein.

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Rahvin 24.05.2019, 21:17
15.

Wünschen wir den Briten Boris an den Hals. Den haben sie sich eindeutig verdient, und wir haben dann vielleicht noch etwas zu lachen, wenn der Brexit beschlossen wurde und die Briten Kontinentaleuropa endlich den Rücken kehren können. Kein Zurückweichen, keine Zugeständnisse an diese Krawallbande.

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kuac 24.05.2019, 21:29
16.

Zitat von yurguen
Ich arbeite in UK, in Devon, und komischerweise verliert hier niemand ein Wort darüber. Ein einziges mir bekamntes Ehepaar ging wählen, morgens um 8.30 Uhr, und sie sagten, sie seien bis dato die einzigen gewesen. Eine junge Frau sagte mir, sie finde Leute wie BoJo sehr witzig, und sie hoffe, dass er es schaffe. Aber ansonsten: Schweigen. Hier, wo ich arbeite, voteten damals 63 Prozen "Leave", obwohl viele vom Tourismus und von spanischen, schwedischen, deutschen und französischen Language Students leben.
„Leave“ ist ein Bauchgefühl und ist leicht zu fordern. Die Frage ist, ob die Menschen in Devon sich auch Gedanken gemacht haben, welche Konsequenzen das für sie haben wird?

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stefan.martens.75 24.05.2019, 22:07
17. Empfinde ich als peinlich

Und das von mir, der mit vielem des modernen Feminismus ein Problem hat und das allermeiste der Gendertheorie ablehnt.

Aber diese Überschrift ist sowohl sexistisch als auch absolut Klischeehaft.
In einem kurzem Moment nach klaren und rationalen Worten wurde May kurz von den Gefühlen in dieser Situation übermannt! :-)

Daraus jetzt eine solche Überschrift abzuleiten ist schlicht peinlich.
Als würde diese Frau jetzt weiter in ihr Kissen heulen.

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jjgiphone 24.05.2019, 22:37
18. Blick zurück im Traum

Waren das noch Zeiten, als im Empire die Sonne nie unterging. Davon träumen sie noch immer. Jetzt nur noch eine Insel im Atlantik. Nun gehen sie und lassen uns Deutsche mit den Franzosen und den Mediteranen allein.
Das wird noch lustig, dann zieht euch mal warm an so beliebt wie wir in der EU sind.
Ob es euch in GB besser gehen wird muss sich noch zeigen. Die Chinesen, Inder und US Amerikaner warten nur auf euch um die fetten Deals mit euch zu machen. Britain first oder so. Und im Himmel ist Jahrmarkt. Tschüss bis denne, wenn ihr wieder vor der EU Tür steht und wieder rein wollt.

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bran_winterfell 24.05.2019, 23:21
19. #9 Bodo_b

Zitat von Bodo_B
Man kann von Theresa May halten, was man will - und ich halte gar nichts von ihr. Aber die Ueberschrift ist selten daemlich! Warum muss ein maennlicher Journalist im 2019 ausgerechnet auf den letzten Sekunden des Videos rumreiten, in der ihr die Stimme versagte? Dieses "weint noch" drueckt eine derartige Geringschaetzung fuer weibliche Politiker aus, dass es einfach nur noch peinlich ist. Und was ist denn nun schlimmer - ihr Gefuehlsausbruch, oder das laecherliche Liedchen-Summen, dass David Cameron nach seiner Ruecktrittserklaerung abgeliefert hat, nachdem er den Briten (und Europa) diesen ganzen Schlamassel eingebrockt hatte?!
Bei der Titelzeile gebe ich Ihnen recht, mies und kein guter Stil. Was Cameron betrifft, muss ich Ihnen aber zweimal widersprechen: er war/ist nicht Schuld an dem "ganzen Schlamassel", der war schon vorher da und Cameron hat versucht, ihn einzudämmen - allerdings halbherzig und ohne Erfolg. Der Druck auf ihn war aber schon vorher groß, sowohl innerhalb seiner Partei als auch von außen. Das Referendum war keine Idee, die ihm irgendwann mal aus Jux und Dollerei in den Sinn kam. Und ich persönlich musste über dieses lächerliche Liedchen-Summen grinsen, ich fand das einen starken Abgang, nach dem Motto: na dann seht mal zu, wie ihr das hinkriegt, wenn ihr meinen Weg nicht mitgehen wollt. Aber darüber kann man sicherlich streiten.

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