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Großbritannien: May weint noch, der Machtkampf läuft schon
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Einige Tory-Politiker laufen sich seit Monaten warm. Doch mit Theresa Mays Rücktrittsankündigung kann der offene Kampf um die Macht in Großbritannien beginnen. Dabei wird es ein neuer Premier kaum einfacher haben.

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jeg 25.05.2019, 10:58
30. Stimmt - einfach nur noch peinlich!

Zitat von Bodo_B
Man kann von Theresa May halten, was man will - und ich halte gar nichts von ihr. Aber die Ueberschrift ist selten daemlich! Warum muss ein maennlicher Journalist im 2019 ausgerechnet auf den letzten Sekunden des Videos rumreiten, in der ihr die Stimme versagte? Dieses "weint noch" drueckt eine derartige Geringschaetzung fuer weibliche Politiker aus, dass es einfach nur noch peinlich ist. Und was ist denn nun schlimmer - ihr Gefuehlsausbruch, oder das laecherliche Liedchen-Summen, dass David Cameron nach seiner Ruecktrittserklaerung abgeliefert hat, nachdem er den Briten (und Europa) diesen ganzen Schlamassel eingebrockt hatte?!
Journalismus am Tiefpunkt!
Alle ob TV, Print oder online weiden sich daran!

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Nur ein Blog 25.05.2019, 12:00
31.

Zitat von REGULISSI
Egal wer gewählt wird, wenn es ein Tory ist, wird er/sie das Land krachend gegen die Wand fahren. Und Europa wird in ein paar Jahren die Reste aufsammeln dürfen und eine Troika bereitstellen müssen.
Dann warten wir doch mal ein paar Jahre.

Warum sollte die EU "die Reste aufsammeln" wollen, falls das Land "krachend gegen die Wand" gefahren wird.

Wenn die Weltwirtschaft gut läuft und Brüssel London nicht gerade den Krieg erklärt, wird sich das UK in etwa gleich entwickeln wie die EU.
Das steht aber nicht zu erwarten, die Motoren der Weltwirtschaft sind ins Stottern geraten und es wird m.E. eher abwärts gehen, auf dem Kontinent und im UK.
Wenn das eintritt, dann hat die EU das grössere Problem als das Vereinigte Königreich. "Europa hat Wohlstandsversprechen gemacht, hat Demokratie und den Untergang des UK versprochen und Lohndumping, explodierende Mieten, durch radikale Wirtschaftsliberalität UND regulatorischem Wildwuchs wirtschaftliche und gesellschaftliche Unsicherheit gesät.

Europa gleicht eher einem deutschen Kolonialreich denn einem "geeinten Europa". Wenn es den Briten nicht "nur" 10 mal schlechter statt wie versprochen nicht 100'000 mal, geht nach dem Brexit als "Europa", dann haben die bedingungslosen EU-Jubelperser ein echtes Problem.

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Nur ein Blog 25.05.2019, 12:18
32.

Zitat von RalfHenrichs
Schreibt SPON ja selbst: und zwar den harten Brexit. Im Grunde muss der Premier gar nichts machen sondern nur den Oktober abwarten. Ob das vernünftig ist, ist eine andere Frage - aber schwierig ist das nicht. Und Johnsson hat mit dem harten Brexit kein Problem. Offensichtlich auch viele Briten nicht.
Noch ist Boris Johnson nicht Premierminister.
Nach den Erfahrungen, die die Labour-Blairisten mit einer Urabstimmung für die Wahl des Parteivorsitzenden und Schattenpremiers gemacht haben und ihrer offensichtlichen Sturheit ist es schon möglich, dass es Boris nicht auf das "Zweierticket" schafft und nicht gewählt werden kann.

Vielleicht sieht die Resttory-Partei aber auch ein, dass sie mit Boris Johnson "an der Macht bleiben" kann.

Wie (der heimliche Brexiteer) Jeremy Corbyn dürfte Boris Johnson nach der Wahl zum Parteivorsitzenden für viele neue Parteieintritte sorgen. So wie es aussieht, haben die Tories aber nichts gelernt aus der Ära Cameron und aus May's Scheitern bei der Brexitverhinderung und werden zwei neue Bremainer zur Wahl vorschlagen und so noch die letzten Wähler verprellen.

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Nur ein Blog 25.05.2019, 12:22
33.

Zitat von Liton
Kurz vor den EU-Austritt würde ich auch den Chefunterhändler wechseln. Die Briten.... ein absurdes Völkche
Es gibt nichts mehr zu verhandeln, es gab nie was zu verhandeln - das hat die EU von vorneherein klar gemacht: Vogel friss oder stirb!

Es gibt keinen Chefunterhändler mehr, es kann keinen mehr geben, wenn es nichts mehr zu verhandeln gibt - es gibt nur noch Brexit mit May-Deal oder Brexit ohne Deal.

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Nur ein Blog 25.05.2019, 12:29
34. Keine Sorge ...

Zitat von qlcasa
… Dass diese Leute sich nun um den Job bewerben und sogar Chancen haben, kann ich nur verstehen wenn ich davon ausgehe das dies die neuen Zeiten sind wo Lüge als politisches Instrument allgemeine Akzeptanz erlangt hat und Inkompetenz kein Problem ist, solange diese mit einer guten (oder sogar schlechten) Lüge ausgeglichen werden kann. Quo Vadis Wähler?
Mit dem Austritt aus der EU sind die britischen Wähler für die EU ja kein Problem mehr. Am 31. Oktober 2019 ist das UK ein EU-Drittstaat "wie China, Russland oder Zimbabwe", wie man aus Brüssel weiss.

Wenn jedes Land sich um seine eigenen Wähler kümmern und sorgen würde, wäre für alle gesorgt.

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bambata 25.05.2019, 15:51
35. Brexit-Serie, dritte Staffel

Also ich hoffe ja auf einen Premier Boris the Clown Johnson. Sonst wäre die dritte Staffel der Brexit-Serie "Denn sie wussten nicht was sie tun" vermutlich doch eher langweilig und mein soeben verlängertes Popcorn-Lieferabo möglicherweise für die Katz.

Achtung, Spoiler!
Boris wird das Empire the hard way von der EU abspalten (ok, Spoileralarm überflüssig), Schottland wird kurz darauf bei einem erneuten Referendum mit großer Mehrheit seine Unabhängigkeit erklären und den Beitritt zur EU anstreben, Wales wird erkennen, dass das möglicherweise auch für sie eine erheblich attraktivere Option sein wird, die Iren hauen sich mittlerweile an der neuen Grenze die Köppe ein, die Briten werden feststellen, dass ein solch kleiner Rumpfstaat nicht einen vernünftigen bzw. vorteilhafteren Deal mit anderen Wirtschaftsräumen wird abschließen können (den sie aber selbst mit den Scots und den Walisern nicht abschließen würden). Die Queen bietet ihre Ländereien in Schottland und Wales auf ebay-Kleinanzeigen zum Kauf an, denn sie ist es leid, bei jedem Grenzübertritt ihren Pass vorzeigen zu müssen. Den Begriff "Groß-Britannien" kennt man nur noch aus alten Geschichtsbüchern, aber selbst der Begriff "Britannien" für die verbleibenden Staaten England und Nordirland erscheint mehr und mehr überflüssig. Die Engländer reiben sich die Augen, was vom Empire übrig geblieben ist und werden in 8-10 Jahren um eine erneute Aufnahme in die EU betteln.

Johnson und Farage haben sich mittlerweile nach Jersey abgesetzt, weil ihre Haut Teer und Federn so schlecht verträgt und versaufen ihre Staatsdiener- bzw. EU-Parlamentarier-Renten in englischen Pubs mit Blick auf die Küste der Normandie. Sie arbeiten an einem Plan, Jersey aus dem Vereinigten Königreich (bestehend aus England, Nordirland und den Kanalinseln) abzuspalten. Vorsorglich haben sie ein Boot am Kai liegen, mit dem sie bei einem Aufstand des Pöbels nach Frankreich rudern wollen, um um politisches Asyl in der EU zu bitten.

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