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Großbritannien: Tory-Granden verlangen konkreten Rücktritts-Termin von Theresa May
Brian Lawless/ AP

Der Druck auf Theresa May aus den eigenen Reihen wächst: Ein einflussreiches Parteigremium fordert von der Regierungschefin einen konkreten Termin für ihren Rücktritt - die könnte ihn in ein paar Tagen nennen.

kumi-ori 11.05.2019, 13:20
1.

Die Frage, wer Premierminister von Großbritannien wird, ist doch zweitrangig. Brexitfreunde, Brexitgegner und Kompromissler sind in Großbritannien einigermaßen fest und gleichmäßig verteilt und keine der Gruppen wird ihre Haltung bloß wegen einiger tagesaktueller Personalquerelen aufgeben.

Eine Chance sähe ich lediglich darin, dass sich das Parteienspektrum gemäß der Präferenzen umorganisiert. Die Hard-Brexiter sollen alle zu den Tories gehen, die Weich-Brexitler zu Labour und die Remainer zu den Lib-Dems. So können wenigstens die Parteien intern zu organisierten Vorgehensweisen finden.

Die Frage wäre auch, wer denn Großbritannien als nächstes führen könnte und wollte. Ein Hard-Brexitler würde sich wahrscheinlich nicht leichter tun als Theresa May.

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dr_gb 11.05.2019, 13:40
2. vergebliche Hoffnung

die Tories werden auch mit dem Rücktritt von May keine Punkte sammeln.
Auch wird eine neue Parteiführung keine Klarheit und Entschiedenheit in die eine oder andere wegweisende Richtung herstellen können, weder innerparteilich noch in figurativ signifikanten Wählerschafts-Mehr- bzw Minderheiten.

Die Tories an erster Stelle werden in der Geschichte gebrandmarkt stehen als Hauptversager.

Konservative, die mit progressiven, anrüchig fragwürdigen und vermutlich auch höchst durchtrieben kriminellen Methoden -- vollkommen unverstanden unvorhersehbar -- gezündelt haben, sowie zündeln und befeuern haben lassen durch Andere, haben offensichtlich immer noch nicht verstanden, dass sie und was sie alles im UK gespalten haben.

Einzig die schottischen Konservativen haben eine Chance : mitschwimmen und stimmen für das Abspalten vom irgendwann dann abgespalteten Brexit-England.

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scharfekante 11.05.2019, 13:49
3. Rein destruktiv

Ein Ruecktritt von Theresa May vor einer endgueltigen Entscheidung ueber den Austritt aus der EU wuerde angesichts der Zerstrittenheit innerhalb der beiden grossen Partien und des britischen Parlaments aber auch rein gar nichts verbessern, sondern die Situation nur noch weiter verkomplizieren und verschaerfen. Dieses Meeting soll offenbar einzelnen Parteimitgliedern nur dazu dienen Dampf abzulassen und sich wichtig zu machen - vielleicht auch, das Risiko, ohne Deal aus der EU zu krachen, zu vergroessern. Auf jeden Fall rein destruktiv.

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Schartin Mulz 11.05.2019, 14:10
4. Ach wenn man es nicht mehr mitbekommt,

Zitat von kumi-ori
Die Frage, wer Premierminister von Großbritannien wird, ist doch zweitrangig. Brexitfreunde, Brexitgegner und Kompromissler sind in Großbritannien einigermaßen fest und gleichmäßig verteilt und keine der Gruppen wird ihre Haltung bloß wegen einiger tagesaktueller Personalquerelen aufgeben. Eine Chance sähe ich lediglich darin, dass sich das Parteienspektrum gemäß der Präferenzen umorganisiert. Die Hard-Brexiter sollen alle zu den Tories gehen, die Weich-Brexitler zu Labour und die Remainer zu den Lib-Dems. So können wenigstens die Parteien intern zu organisierten Vorgehensweisen finden. Die Frage wäre auch, wer denn Großbritannien als nächstes führen könnte und wollte. Ein Hard-Brexitler würde sich wahrscheinlich nicht leichter tun als Theresa May.
der Brexit ist keinesfalls das einzige politische Thema. Insofern macht die Aufteiluing der Parteien allein anhand des Brexit-Themas keinen Sinn.

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schwäbischalemannisch 11.05.2019, 14:45
5. May hätte Artikel 50 widerrufen sollen...

... und dann zurück treten. Das wäre für alle und alles am besten gewesen. May wäre in 20 Jahren als Retterin aus dem Chaos gefeiert worden, der Brexit wäre endgültig vertagt worden und die in Westminster hätten alle Zeit der Welt gehabt sich auf die richtige Form des Brexit zu einigen. Denn das Referendum wäre ja trotzdem noch gültig. Auch wenn es natürlich nicht bindend war und ist.

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schwäbischalemannisch 11.05.2019, 14:49
6. EU-Wahlen sind quasi wie ein zweites Referendum

Ich denke das war auch der Sinn des Ganzen. Ich sehe jedenfalls keinen anderen Grund, der die Verschiebung des Brexit rechtfertigen würde. Mal sehen wie die Briten abstimmen. Zum Glück zählt bei diesen Wahlen jede Stimme und nicht nur the winner takes it all. May wird sicher nicht zurück treten, bevor der Brexit klar gemacht, oder auf länger verschoben ist.

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Schartin Mulz 11.05.2019, 15:06
7. Bei der EU-Wahl

Zitat von schwäbischalemannisch
Ich denke das war auch der Sinn des Ganzen. Ich sehe jedenfalls keinen anderen Grund, der die Verschiebung des Brexit rechtfertigen würde. Mal sehen wie die Briten abstimmen. Zum Glück zählt bei diesen Wahlen jede Stimme und nicht nur the winner takes it all. May wird sicher nicht zurück treten, bevor der Brexit klar gemacht, oder auf länger verschoben ist.
wird NICHT über den Brexit abgestimmt.
Es gibt kleine Parteien, die den Hard Brexit bzw. gar keinen wollen. Die großen unterscheiden sich allein in der Art des angestrebten Brexit. Was wollen Sie aus einer solchen Wahl ableiten?

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birdie 11.05.2019, 15:07
8. Die PM hat sich bisher nur durch Eigensinn und Starrköpfigkeit ...

nicht nur in Little Britain ausgezeichnet. Messbare Erfolge hat sie während ihrer Regentschaft dadurch nicht und nirgends erzielt. In Anbetracht der Gesamtlage bleibt ihr nur der schnelle Rücktritt von allen Ämtern, die sie so hoffnungslos überfordert haben. Das wäre ein ehrenwerter Schritt in die Zone des Vergessen-werdens.

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kumi-ori 11.05.2019, 17:10
9.

Zitat von Schartin Mulz
wird NICHT über den Brexit abgestimmt. Es gibt kleine Parteien, die den Hard Brexit bzw. gar keinen wollen. Die großen unterscheiden sich allein in der Art des angestrebten Brexit. Was wollen Sie aus einer solchen Wahl ableiten?
Wenn die "großen" Parteien deutlich bei der Wahl verlieren, könnte man das schon als eine Meinungsäußerung hinsichtlich des Brexit auffassen.

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