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Große Koalition: SPD-Vize fordert schärfere Abgrenzung von Union
DPA

Hat die SPD die Bundestagswahl 2017 bereits verloren gegeben? Parteivize Schäfer-Gümbel widerspricht: Er ruft die Genossen zu mehr Distanz zu CDU und CSU auf - und verlangt ein neues Grundsatzprogramm.

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localpatriot 15.03.2015, 07:21
1. Herr Gabriel denkt an die Zukunft

Er will mindestens mit soviel Kudos aus dem Amt gehen wie der Chef der Grünen, Joschka, oder der Herr von und zu und die SPD in eine Partei umzubauen welche echt Regierungsambition hätte, wird ihm in den Gängen der Mächtigen kaum Lorbeeren bringen.

Wer einmal am Tisch der Kanzlerin ass ........

Die SPD muss erst einmal ein Team finden welches ein bisschen Ambition zeigt. Die hälfte von dem was die Herren in Athen zeigen wäre schon ein grosser Schritt.

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aramcoy 15.03.2015, 07:33
2. Bye bye SPD

Sorry, ihr habt den Kontakt mit euren potentiellen Wählern schon vor Jahren verloren. Ein Partei, die nicht weiß wo ihre Wähler sitzen und die die Interessen dieser Wähler nicht vertritt, sondern fleissig dabei mithilft, dass von unten nach oben verteilt wird, bekommt irgendwann die Quittung. Niemand braucht euch mehr, wenn ich Merkel als Kanzlerin haben will, dann wähle ich sie direkt. Als ihr die Chance hattet eine andere Politik zu machen habt ihr gekniffen - das wars dann auch.

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experiencedsailor 15.03.2015, 07:33
3. Fakt ist doch wohl:

Merkel und Schäuble machen ihren harten Job gut - mir fällt keine Witzfigur der SPD ins Auge, die ein gleiches Kaliber hat. Da hilft auch kein neues Parteiprogramm. Die SPD durfte dreimal mit charismatischen Figuren das Land regieren, die am Ende innerparteilich auch gescheitert sind.

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Kimmerier 15.03.2015, 07:35
4. Zuwanderung und Lohngerechtigkeit

Gerechtigkeit ist relativ. Das gilt auch für Lohngerechtigkeit, die sich die SPD einmal wieder auf die Fahnen schreibt. Aktuell fokussiert auf die Ungleichheit bei Löhnen von Frauen und Männern, versäumt oder gar vermeidet man es aber, die wahren Ursachen anzugehen. Wer der Wirtschaft folgend vor allem deshalb eine verstärkte Zuwanderung fordert, um das Lohnniveau in Deutschland zu drücken, darf sich nicht über wegbrechende Wählerschichten wundern. Und wer - gerade weil wie in einem der wohlhabendsten Ländern der Welt leben - im Ausland um "Fachkräfte" buhlt und diese ärmeren Ländern ihrer Intelligenz berauben will, handelt zudem weder sozial noch wird man seiner globalen Verantwortung gerecht.

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Mister Stone 15.03.2015, 07:40
5.

Ich frage mich, wie die sich von der CDU abgrenzen wollen. Das Profil der SPD ist in meinen Augen scheinsozial (Mindeslohn-Umgehungsgesetz...) und im Grunde neoliberal. Bedient wird nicht die Mitte der Gesellschaft, sondern das obere Zehntel. Und das tut diese Partei ungeniert mit einer Offensichtlichkeit, die mich immer öfter sprachlos macht. Wenn die SPD es allerdings schaffen sollte, den Wählern auch diese Politik noch als "sozial" zu verkaufen, dann haben sie es wahrlich verdient, gewählt zu werden.

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Markus Frei 15.03.2015, 07:41
6. Humor

Na ja, die letzten großen Erfolgsprojekte der SPD im Bereich Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik nannte man Agenda 2010 und Hartz 4. Das hat die SPD etwa 30% Ihrer Wähler gekostet. Jetzt noch mal so eine Nummer dann dürfte man endlich unter die 10%-Marke fallen. Aber man fragt sich schon was die SPD den sozial Schwachen und Geringverdienern noch wegnehmen will, die haben ja nichts mehr. Bezeichnend ist aber das in den ganzen Punkten die der Schäfer-Gümbel oder Gabriel so aufführen der Punkt "soziale Gerechtigkeit" nicht einmal mehr rhetorisch auftaucht. Dieses Feld hat man wohl endgültig der Linken abgetreten.

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kenterziege 15.03.2015, 07:52
7. Das Problem der SPD ist einfach, dass sie nicht mehr ...

....Monopolist für die Masse der Arbeitnehmer ist. Das war eine breite Basis, von der sie über die Gewinnung des akademischen Unterbaues in die Mitte gehen konnte, ohne am linken Rand zu verlieren. Die Kommunisten waren keine Konkurrenz, weil durch sie die DDR diskreditiert und darüber hinaus bei uns teilweise verboten waren. Die Gewerkschaften waren geschlossen hinter der SPD.
Und heute: Es gibt die Grünen, es gibt die LINKE und es gibt die CDU, die stark nach links gerückt ist. Und die Gewerkschaften sind a.) selbst stark genug und b.) auch sehr differenziert. Mit anderen Worten: Die Gewerkschaften brauchen die Politik - aber nicht notwendigerweise die SPD. Die CDU wird (zu Gunsten der SPD) die linke Mitte nicht mehr aufgeben, weil sie satt in der Mitte bleiben möchte. Darüberhinaus gilt etwas links immer noch "menschenfreundlich und chic".
Den verbliebenen rechten Rand besetzt z.T. die AfD und in Bayern die AfD und die CSU.
So, wo soll jetzt die SPD hin? Noch weiter nach links? Dann verlieren sie den Rest zur Mitte auch noch! Weiter zur Mitte: Da will Schäfer-Gümbel nicht hin - und da sitzen schon alle. Gabriel hat recht. Es wird bei 25% bleiben. Da, wo er etwas holen konnte, (siehe sein Pegida-Besuch) ist es zu diffus. Da kommt man mit einem Programm a' la Schäfer-Gümbel nicht hinein.
Man wird sehen, wie das im sozialdemokratischen Bremen ausläuft. Ich bin gespannt wieviel % die AfD im schwierigen Bremerhaven bekommen wird. Da ist der Lackmustest für die SPD. Im Übrigen: Schlechte Wahlhelfer für die SPD sind Menschen, wie Oppermann (glatter Technokrat) , Fahimi ( unproduktive, akademisierte Vertreterin der Apparatschik-Klasse) und Steegner ( Verdacht als Heide-Mörder ).

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dandelion666 15.03.2015, 08:01
8. Grundsatzprogramm

Hoffentlich hat CDU/CSU den Mut dieses Grundsatzprogramm aufzuhalten. Fast vermute ich sogar, dass die FDP von vielen bei der nächsten Wahl wieder gewählt wird. Was eine Koalition mit SPD bedeutet haben wir ja jetzt gesehen. Es gibt mehr Leute denn je die hoffen, dass die SPD für immer von der Bildfläche verschwindet.

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friedel_3 15.03.2015, 08:05
9. Distanz?

Genau diese Distanz sollten sich mal die SPD-Oberen auf die Fahne schreiben. Wer hat seit Schröder die SPD-Mitglieder und - Wähler in den "Popo" getreten? Wer paktiert als Erfüllungsgehilfe der Union mit derselben?
Welche SPD-Führung konnte nicht schnell genug ein Ministeramt der akt. Regierung besetzen; mit dem Zusatz "So können wir unsere Politik durchsetzen"? Wer verkauft gerade Deutsches Recht und höhlt die Demokratie über TTIP aus? Wer bescheinigt "Die Linke" dass sie nicht regierungsfähig sei?
-Dabei ist die SPD doch nur regierungsfähig weil sie die formalen Abläufe im Bundestag kennt.-

Die aktuell SPD-Führung ist "das Letzte"; als Jahrzehnte langer SPD-Wähler kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln...

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