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Große Koalition und Arbeitsrecht: In der Facebook-Falle
DPA

Gefeuert wegen eines Facebook-Klicks - ist das rechtens? Vor den Arbeitsgerichten herrscht Verwirrung. Für Klarheit könnte die Koalition sorgen. Tut sie aber nicht.

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DeutscherinderSchweiz 13.04.2014, 10:24
50. Nichts neues

Wenn jemand einen dummen Eintrag über seinen Arbeitgeber veröffentlicht und fristlos gekündigt wird, dann ist er selbst schuld.

Schlimmer ist es, wenn man unliebsame Mitarbeiter loswerden will. Ich kann mich an einen Fall bei einer grösseren Bank in Norddeutschland erinnern. Da wurden Detektive eingeschaltet die Material auf dem Rechner des Mitarbeiters plazierten.

Meinem Bruder in Ausbildung wurden während seines Urlaubs, Pornos in seine Mailbox geschickt und dann versuchte der Arbeitgeber kurz vor der Abschlussprüfung, ihn damit zu kündigen. Eine normale Kündigung eines Auszubildenden ist ohne Grund schwer möglich.

Jetzt gibt es die neue Variante über Facebook.

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Peter Werner 13.04.2014, 10:39
51.

Zitat von commando involved again
Dass die "Arbeitgeber" jede Möglichkeit nutzen, ihre Angestellten auszuschnüffeln, sollte klar sein. Man wird es ihnen auch nicht verbieten können, weil sie sich einen Teufel um solche Verbote scheren werden. Kündigungen aufgrund von Meinungsäußerungen in "sozialen Netzwerken" sind lediglich ein Symptom der Krankheit und die ist der vollkommen gedankenlose Umgang mit persönlichen Daten. Wer sich mit seinem Realnamen bei Facebook anmeldet, macht sich zur Zielscheibe, gerade auch für "Arbeitgeber" und Behörden und hat es nicht anders verdient. Mal sehen, was passieren muss, bis der Realnamenswahn im Netz verschwindet und man sich wieder auf die Vorteile der Anonymität besinnt.
Sie verwechseln das Recht auf freie Meinungsäußerung mit einem Recht auf Beleidigung oder übler Nachrede.
Die Aussage "XY ist ein Trottel" ist eine Beleidigung, ganz gleich, ob es sich dabei um einen Vorgesetzten, Untergebenen oder Nachbarn handelt.
Was würden Sie davon halten, wenn Ihr Chef oder ein Kollege Sie öffentlich als "Trottel" bezeichnet? Vermutlich würden Sie sich dagegen wehren.
Ebenso ist ein Arbeitnehmer dem Arbeitgeber - bis zu einer gewissen Grenze - zur Loyalität verpflichtet. Dies sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.

Und was genau haben Sie gegen eine Klarnamenspflicht? Ich zumindest stehe zu dem, was ich sage. Auch mit meinem Namen.

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zinobln 13.04.2014, 10:41
52. generation like it...

und die folgen: ein mittlerweile superkapitalist, mark zuckerberg, erklärt der süchtigen facebook-gemeinde die welt und alle hören mit grenzdebilen gesichtsausdrücken zu. da wird jede noch so große unwichtigkeit ins netz gestellt, geplappert, geblubbert, gemobbt, komplette datensätze (die nsa und der bnd sagen an dieser stelle noch einmal danke) gepostet, die eigene wichtigkeit in geradezu narzisstischer art und weise dargestellt und ja auch über vorgesetzte hergezogen. berechtigt oder auch nicht...und jetzt fangen diese jammerdeppen an und schreien nach dem staat und einem gesetz für ihre eigene belanglosigkeit und vermeintliche meinungsfreiheit. die meinungsfreiheit ist ein sehr hohes gut und sollte nicht für einige deppen hinhalten die diese, intellektuell nicht einmal erfassen. das gesagte und geschriebene wort hat meistens konsequenzen und wenn ich chef wäre, würde ich solche deppen auch aus meiner firma werfen...und zwar im hohen bogen. die begründung liefere ich gleich mit...wer nicht den mut aufbringt, kritik an einem vorgesetzten, diesem direkt ins gesicht zu sagen (face to face) und stattdessen im vermeintlich sicherem raum www seinen frust abläßt, hat in einer firma nichts verloren. was für ein treppenwitz...sich über kapitalistenschweine aufregen und selbst mit dazu beitragen, dass ein college boy zu einem wird und sich auch so benimmt. klare regelung für facebook...löffelt eure suppe gefälligst selber aus!

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genugistgenug 13.04.2014, 10:44
53. Neuland

Zitat von
Selbst die Kanzlerin nahm das Thema in ihrer Regierungserklärung am Mittwoch auf. Berlin müsse, "auch wenn wir kritisiert werden, dass es etwas länger dauert", auf ein gutes Datenschutzniveau in ganz Europa drängen, so Angela Merkel. Das alles sei ein "außerordentlich kompliziertes Unterfangen".
außerordentlich kompliziert und dann noch Neuland! Irrsinn!

PS woher will sie wissen dass es kompliziert ist, wenn es doch Neuland ist? Sie hat doch gar keine Vergleichsmöglichkeiten. Oder ist alles für sie kompliziert? Ist sie mit allem überfordert?

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Peter Werner 13.04.2014, 10:45
54.

Zitat von commando involved again
Das ist nicht nur in Deutschland so, sondern überall im alleinseligmachenden Kapitalismus, der Wohlstand für alle verspricht, amen.
Ihnen wäre es also lieber, dass für Unternehmer und leitende Angestellte der Persönlichkeitsschutz (z.B. das Recht, nicht beleidigt werden zu dürfen) abgeschafft wird?

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Gerdd 13.04.2014, 10:46
55. Bescheuert?

Pardon, aber ist das nicht extrem naiv, zu glauben, dass ich etwas ins Internet stelle, das mein Arbeitgeber sehen kann, und dass mir das dann nicht negativ angerechnet werden kann?

Es duerfte aber auch keine neue gesetzliche Regelung brauchen. Wenn ich sage "Mein Chef ist ein Idiot" (und ich kann das nicht beweisen) dann ist das immer noch eine Beleidigung und die hat bestimmte straf- und arbeitsrechtliche Konsequenzen. Und das ist auch gut so. Nirgendwo steht: "Eine Beleidigung ist eine Beleidigung, ausser auf Facebook."

Da ist sie wieder, diese Idee, dass das Internet ein rechtsfreier Raum ist. Das ist es nicht, aber es braucht auch fuer die allermeisten Dinge kein besonderes "Lex Internet." - Das Recht am eigenen Bild, zum Beispiel, gilt im Internet exakt genauso wie im "richtigen Leben."

Das muesste doch auch der Duemmste kapieren!

(P.S. und auch wenn Zuckerberg das vielleicht zu verschleiern versucht - Facebook und dergleichen finden im Internet statt und sind so kein bisschen anders als alles andere dort.)

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sonicprisma 13.04.2014, 10:55
56. offline vs. online

Man konnte schon immer gefeuert werden wenn man z.B. einem Kollegen etwas "im Vertrauen" mitgeteilt hat und dieser das dem Chef gepetzt hat. Wo soll da der Unterschied zwischen offline und online liegen? Wenn der Chef es rausbekommen hat es wohl mit der Privatheit nicht so gut funktioniert, warum auch immer.

Wie können die Richter betonen "Eine Facebook-Äußerung wiege schwerer als das gewöhnliche Lästern per Flurfunk"? Erstens kann "das gewöhnliche Lästern per Flurfunk" auch ganz schön schwer wiegen und zweitens gibt es bei FB tausende verschieden Fälle zu unterscheiden, die man kaum alle über einen Kamm scheren kann. Entscheidend sollte doch sein, wie viele und welche Menschen direkt und indirekt von einer Äußerung erreicht werden, und nichts anderes.

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Wassup 13.04.2014, 10:56
57. Für das Recht öffentlich zu beleidigen und fertig zu machen?

Zitat von crimsonking24
Wieder ein Indiz für die Das ist Deutschland. Ein Unternehmerstaat, der sich billige Arbeitsbienen hält.
Die Vorgesetzte, Ausbilder etc sind also keine Menschen, haben keine Menschenrechte, dürfen beleidigt beschimpft werden?

Wenn nicht beleidigt, geschimpft, gemobbt werden darf - dann sind wir in einem Unternehmerstaat?

Ich lebe viel lieber in einer Welt des gegenseitigen Respekts!

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maba7878 13.04.2014, 10:57
58. Narrenfreiheit vor Persönlichkeitsrecht?

Wünscht man sich eine Gesellschaft, in der das öffentliche Denunzieren, Beleidigen und Beschimpfen im Netz per se straffrei bleibt, und vielleicht gar zur Normalität mutiert? Reicht es wirklich nicht mehr, im privaten Kreis grenzenlos lästern zu dürfen? Ist das so ungefähr die aktuelle Vorstellung der Generation Fakebook von Freiheit und Demokratie?

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sanibel123 13.04.2014, 10:59
59. Gesetze haben wir genug, aber eine richtig gute..

Gebrauchsanweisung, in der auf Risiken und Nebenwirkungen hingewiesen wird, wäre ja mal ein Anfang. Und da FB ein öffentliches Medium ist, sind dort plazierte Beleidigungen eben strafbewehrt. Und wer sich auf Fake-book - wie auch immer - entblößt, muss es aushalten, dass ihm daraus Schaden erwächst. Wenn dann auch noch Fälschungen stattfinden, ist der Sinn eines "Sozialen Netzwerkes" so richtig erfüllt.

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