Forum: Politik
Grüne Dominanz: Und der nächste Bundeskanzler heißt... Dr. Robert Habeck
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Immer dabei, aber nie an etwas schuld: Nur Grünen gelingt es, ungestraft Politik gegen sich selbst zu machen. Inzwischen kann sich jeder fünfte Deutsche vorstellen, grün zu wählen. Ein Berliner Rechtsprofessor hat eine interessante Erklärung.

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daniel_trickski 08.11.2018, 14:54
10. Als einzige glasklar gegen die AfD positioniert.

Vielleicht liegt es auch daran, dass sich die Grünen als einzige glasklar gegen die AfD positionieren und nicht versuchen, irgendwie doch diese Wutbürger und Rassisten abzugreifen? Vielleicht liegt es daran, dass sie als erste und am klarsten die Energiewende in ihrem Programm hatten (und haben). Vielleicht daran, dass sie als einzige nicht mit dem nationalistischen Feuer spielen und sich klar zu Europa bekennen. Vielleicht aber auch daran, dass sie am eindeutigsten klare und zeitgemäße Werte vermitteln? Argumente gibt es genug. Und die Aussage, dass niemand etwas gegen Grünenwähler hat, ist auch einfach nur Unsinn. Schon mal was von "linksversifft" gehört?

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fose 08.11.2018, 14:55
11.

Schöner Artikel!
Ich habe früher ebenfalls die Grünen gewählt und kann bestätigen, dass man gesellschaftlich nie auf Widerstand stößt, teilweise erntet man sogar wohlwollende Blicke und zustimmendes Nicken, mitunter von Leuten die selbst nicht grün wählen.

Man hält sie irgendwie für die Guten, für die verträumten Idealisten. Tatsächlich sieht es aber anders aus. Sie sind in ihren Entscheidungen nicht anders als die übrigen Parteien, schaffen es aber dabei ein gutes Image zu bewahren.

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ruhepuls 08.11.2018, 14:55
12. Schon was dran..

Stimmt schon, die Grünen passen gut zu einer - wachsenden - Wählerschicht. Das sind die gut ausgebildeten, in der Regel gut verdienenden Akademiker (gerne auch Beamte drunter), die liberal sind, aber nicht wirtschaftsliberal, die schon etwas links sind, aber nicht so sehr, dass es sie selbst treffen könnte. Die beim Einkauf auf "Bio" achten und im Urlaub einen Bogen um "Neckermänner" machen und statt dessen lieber eine Trekkingtour in einem Nationalpark. Aber - als Schattenseite - fährt zumindest ein Familienmitglied ein SUV oder einen Van (ist so praktisch wegen der Kinder oder fürs Hobby) - und auf Flugreisen wird natürlich auch nicht verzichtet.
Die Grünen sind also so etwas wie das gute Gewissen für Leute, die aufgrund ihrer Bildung eigentlich ein schlechtes Gewissen haben, weil sie eigentlich anders leben müssten - es aber genauso wenig tun, wie alle anderen auch - nur vielleicht ein bisschen...

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Mira Quli 08.11.2018, 14:57
13. Das hat man damals ...

Zitat von kariesgold
Vielleicht hängt der Aufschwung der Grünen in diesem Jahr auch mit dem Sommer zusammen, der einen Vorgeschmack auf die Auswirkungen des Klimawandels gegeben hat? Während sich die Regierungsparteien im Umgang mit dem Dieselskandal nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben. Wer weiß schon, vielleicht hätten es die Grünen in der Regierung auch nicht besser gemacht, aber da hatten sie nun mal Glück, in der Opposition zu sein.
... in Baden-Württemberg auch gedacht. Fukushima, Stuttgart 21 und ein ungeliebter Herr Mappus haben die Grünen zum Erfolg gewippt, hieß es. Allerdings ist heute, reichlich 6 Jahren danach, noch immer der Ministerpräsident ein Grüner. Und alle fühlen sich wohl im Land. Vielleicht braucht's diesen Anschub, aber wenn's dann läuft ...

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cremuel 08.11.2018, 14:59
14. Und ewig singen die Sägen

Ich glaube zwar nicht, dass Herr F. dieses totgerittene Argument sein lassen kann, aber vielleicht für den einen oder anderen Forumsteilnehmer: Beim Hambacher Forst waren die Grünen auch schon zu Regierungszeiten gegen dessen Rodung, haben aber einen Kompromiss zugunsten des rot-grünen Bündnisses gemacht. Kann man falsch finden, hat aber nix damit zu tun, dass sie da irgendwie früher dafür gewesen wären. Nach Beendigung des Bündnisses sind sie, wie jede andere demokratische Partei das tut, natürlich wieder so unterwegs, wie es ihren Beschlüssen und ihrer Linie entspricht.

Und für Windkraft werden Bäume gefällt, aber nicht ganze Wälder gerodet. Ich weiß allerdings nicht, was Herr F. hier überhaupt vor lauter Bäumen erkennen kann...


Ganz zu schweigen von anderen energiepolitischen Unterschieden zwischen Kohle- und Windkraft. Aber beim Wutbürger kommt der Strom ja sowieso aus der Steckdose. Erst war der ganze alternative Kram Spinnerei, dann teuer und uneffektiv und nun bedroht er die geliebte Heimat und die geliebten Kumpel. Hauptsache man muss nicht runter vom toten Gaul....

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mario10 08.11.2018, 15:00
15. alles ist besser, als noch eine Kolumne von dir

jedes einzelne Argument ist halbgar und verdreht. Erstens kann man wohl kaum so tun, als ob das Thema Ökologie mittlerweile von den anderen Parteien nur ansatzweise so ernsthaft behandelt wird, wie von den Grünen. Zweitens ist es absurd, den Grünen vorzuwerfen, dass sie den unangenehmen politischen Diskurs verlassen würden, weil sie die AfD-Hysterie und den Populismuswettbewerb nicht mitmachen. Drittens kann man den Grünen schlecht vorwerfen, dass die Wähler ihnen zulaufen, weil sie das Ausgewogene und Rationale verkörpern, was der Union unter Angela Merkel lange Zeit große Erfolge gebracht hat, bis der Irrsinn des CSU-Gerbarens die Union für intelligente Menschen schwer wählbar gemacht hat. Viertens stimmt es wohl kaum, dass man als Grüner unter Artenschutz steht und für jeden der Pandakuschelbär ist. Wieviel Häme und Spott mussten sie immer wieder einstecken, z.B. für sinnvolle Überlegungen wie den Veggieday? Sie wurden als Verbotspartei und weltfremde Spinner hingestellt, wenn sie Gedanken einbrachten, die heute immer weniger weltfremd erscheinen. Fünftens ist es schon dreist, den Grünen zu unterstellen, dass sie die sozial Schwachen der Gesellschaft als eine Art nichtmenschliche Spezies wahrnehmen würden, für die sie nicht mehr Empathie aufbringen könnten, wie für eine bedrohte Fledermausart. Politik wird nunmal nicht von Hartz-IV-Empfängern professionell betrieben, sondern von meist hochgebildeten und beruflich erfolgreichen Menschen. Das kann man ihnen schlecht zum Vorwurf machen, ebensowenig wie den Vertretern der anderen Parteien.

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Hans_Suppengrün 08.11.2018, 15:03
16.

"Die Angst vorm Klimawandel mag groß sein. Aber erstens gibt es auch bei der Konkurrenz niemanden mehr, der nicht sagt, dass dies ein drängendes Problems sei."

Da liegt doch der Hase im Pfeffer! Alle erkennen den Klimawandel an und sagen: "ja, voll schlimm. Muss man mal was machen!" Und das war's dann schon! Muss ja alles erstmal von McKinsey durchdacht werden, darf die Industrie nicht fordern und Arbeitsplätze nicht verändern. Ergo: Wir lassen alles, wie's ist!

Wenn einem Wähler der Stillstand dann auf den Sack geht, hat er doch zu den Grünen überhaupt keine Alternative...

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f00b4r 08.11.2018, 15:04
17. Ach Jan,

"Wenn es soweit ist, sage ich einfach, dass ich im Herzen schon immer gegen den Klimawandel war." Dann musst Du Dich aber fragen lassen, ob Du dann zu feige warst, das vorher klar zu artikulieren, oder einfach zu faul, was dagegen zu unternehmen.

Mir geht diese Geisteshaltung so auf die Nerven, dass der Klimawandel auf uns zukommt ist hat man schon in den 70er Jahren ahnen können, auch Deine linken Eltern, über die Du dieses höchst mittelmäßige Buch geschrieben hast haben bestimmt mit Dir mal darüber gesprochen. Und nachdem selbst Du das jetzt nicht mehr weglügen kannst, scheint das trotzdem nur ein Witz für Dich. Wie muss man drauf sein, und wie wenig muss man mitbekommen haben, wenn man sowas von sich gibt.

Da fällt mir nur noch ein: "Ackermann, Merkel, Jan Fleischhauer, Voldermort - nette Menschen, wenn Du tanzt"

https://www.youtube.com/watch?v=m2JRghbgeYw&feature=youtu.be&t=128

Seit ich dieses Video kenne, muss ich immer lächeln, wenn ich den Namen Jan Fleischhauer höre.

Wobei ich noch bemerken möchte, dass ich Merkel deutlich mehr schätze als den Jan und mir die Grünen in vielerlei Hinsicht inzwischen zu konservativ sind, aber sie haben halt immer noch deutlich weniger inhaltliche Gruselpositionen als die anderen Parteien.

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burlei 08.11.2018, 15:06
18. Es ist schon ärgerlich, Herr Fleischhauer

Da kommt eine Partei her, ohne starke Verflechtungen in der Wirtschaft, ohne Bekenntnis zur freien und ungehemmten Marktwirtschaft, die gerne als "soziale Marktwirtschaft Ludwig Erhards" angepriesen wird, ohne Bekenntnis zur antiquierten Vorstellung von Familie und dieser Haufen wird gewählt. Ganz schlimm wird es, wenn diese Partei einmal der Rodung des Hambacher Forstes zustimmt und einige Jahre später dagegen ist. Vor allem, wenn sie nicht brav fragt, ob sie das darf. Eine Partei hat keine wechselnden Meinungen zu haben. Eine Partei hat der Linie zu folgen, die die großen Vorsitzenden vorgeben. Oder irgendwann in grauer Vorzeit vorgegeben haben. Tja, und der Wähler honoriert das auch noch anstatt auf die Grundsätze von Anno Tobak zu verweisen. Wie kommt das bloß? Ist der Wähler es vielleicht leid, das zu denken was die Parteien vorgeben? Auf der linken Seite des Parteienspektrums scheint das so zu sein. Bei den Konservativen ist das noch nicht angekommen. Pech. Aber bestimmt kommt wieder die Zeit, in der ein konservativer, wirtschaftsfreundlicher Vorsitzende dem Wähler klar sagt, was der Wähler zu glauben und zu wählen hat. Bestimmt. Bin ich mir ganz sicher.

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matteo51 08.11.2018, 15:07
19.

Ein ziemlich strategisches Rumgedenke. ich wähle Grün, weil ich die Haltung der Partei mit den meisten ihrer programmatischen Inhalte unterstütze.
Ich wünsche mir, dass die Grünen regieren, auch, um zu zeigen, dass sie es können und dass sie ihre Ansagen umsetzen.

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