Forum: Politik
Grünen-Chef: Habeck wegen Wissenslücke bei Pendlerpauschale in der Kritik
SASCHA STEINBACH/ EPA-EFE/REX

"Wenn man den Benzinpreis um 3 Cent erhöht, die Pendlerpauschale aber um 5 Cent erhöht, dann lohnt es sich eher, mit dem Auto zu fahren als mit der Bahn": Für diese Rechnung erntet Grünen-Chef Robert Habeck Spott.

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Außendienst_09 23.09.2019, 12:40
60. 2 Denkfehler...

Erster Denkfehler: Auf die 3 ct wird noch Umsatzsteuer von 19% aufegschlagen, also 3,57 ct in Summe. Zweitens verringert die Pendlerpauschale das zu versteuernde Bruttoeinkommen, die Erstattung NETTO der Pendlerpauschale entspricht dem individuellen Steuersatz. Aber Brutto und Netto kann man ja mal verwechseln und trotzdem Kanzler/in werden ?

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vox veritas 23.09.2019, 12:41
61.

Zitat von grabenkaempfer
Nunja was genau die Pendlerpauschale ist und was genau bei der Steuererklärung damit gemacht wird wissen einige Leute nicht. Der Herr Habeck ist damit nicht alleine. Und wenn ich nicht jedes Jahr die Steuererklärung selbst machen würde, wüsste ich das vermutlich auch nicht.
Mit dem Unterschied, daß Sie nicht als potentieller Bundeskanzler gehandelt werden.

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schorri 23.09.2019, 12:41
62. Lächerliche, entlarvende "Kritik"

Die "Kritik" an Habeck ist ebenso lächerlich wie entlarvend.
Denn: Erstens ist es Nonsens zu glauben und zu fordern, ein "Chef" müsse alles wissen, also ein Universal-Experte sein. Das gilt übrigens in Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Kein Söder, keine Frau Merkel, kein Lindner, keine(r) der vielen SPD-in-Spe-CEO.
Und zweitens lässt diese "Kritik" (in "", weil sie keine Kritik im intellektuellen Sinne, sondern nur billige Häme ist) die kleinen Karos all jener offen zutage treten, die sie äußern.

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vox veritas 23.09.2019, 12:43
63.

Zitat von patricka1
hat wirklich einen guten Job gemacht! So schnell kann oberflächliche Meinung und fehlendes Fachwissen entlarvt werden!
Eine starke Behauptung ersetzt ein schwaches Argument. Das war schon immer so und wird sich auch nie ändern - insbesondere in der Politik nicht.

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Humanfaktor 23.09.2019, 12:43
64. Hubertus Heil...

...wer im Glashaus sitzt...

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rosinenzuechterin 23.09.2019, 12:43
65. Immerhin konnte er sagen "Das weiß ich gar nicht"

Ein Wissenslücke gerade bei so einem "Kernthema" ist nicht schön. Aber immerhin hat er zugegeben, dass er es nicht weiß. Das über die Lippen zu bringen, beherrschen nicht viele Politiker. An seiner Stelle auf dem Kanzlerkandidat(inn)enthron sähe ich aber trotzdem lieber Frau Baerbock.

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trippi111 23.09.2019, 12:44
66. Sehr gute Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

Zitat von isi-dor
Alle Politiker sollten es eigentlich wissen: Die Pendlerpauschale ist kein Almosen des Staates an die Pendler, sondern es handelt sich um eine Form der Erstattung von Werbungskosten für die Fahrt zur Arbeit. Zudem wird die Pendlerpauschale nicht für die Fahrt nach Hause erstattet, sondern nur hin zur Arbeitsstelle. An Habecks Rechnung ist noch so einiges falsch. Der Benzinpreis bezieht sich auf einen Literpreis und nicht auf eine Distanz. Die Pendlerpauschale dagegen ist keine Erstattung von Spritkosten, sondern ausschließlich distanzabhängig. Wer die Pendlerpauschale für abhängig Beschäftigte abschafft, der muss auch die Dienstwagenförderung für Selbstständige und alle anderen abschaffen, denn sie machen sämtliche Ausgaben für den Dienstwagen steuerlich auf Heller und Pfennig geltend, während Arbeiter und Angestellte nur eine Pauschale erhalten, die niemals die vollen Kosten decken, völlig egal welches Verkehrsmittel man wählt (beim Fahrrad müsste man mal nachrechnen, aber große Beträge kommen bei Fahrrad- und Fußpendlern sowieso nicht zusammen, zumals die Pauschale erst ab 2 km einfacher Distanz überhaupt bezahlt wird.
Sie haben hier eine sehr klare und gute Darstellung der KM-Pauschale gepostet. Ich befürchte, dass diese vielen Kommentatoren jedoch immer noch zu schwierig ist und sie weiterhin irgendwelche Behauptungen aufstellen und daraus dann ihre Schlussfolgerungen ziehen. Auch wenn der Journalist ihm auf die Sprünge helfen wollte, scheinen diese Zusammenhänge ja selbst dem großen Robert Habeck zu kompliziert ...

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Frederik72 23.09.2019, 12:45
67. Herr Heil

hat wohl vergessen , dass die Pauschale auf 4500 p.a. begrenzt ist, außer bei PKW. Herr Habeck wusste das bestimmt auch nicht, aber was sind schon Details.
Wenn man also 100 km zur Arbeit pendelt, kann man so ca. 8000€ im Jahr absetzen, vorher 6900 €. Bei der Bahn bleiben es 4500€.
Langstreckenpendler werden also zusätzlich entlastet.

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dochsb 23.09.2019, 12:45
68.

Zitat von Horatio Caine
Mir kommt es er so vor, als wenn der, der auf die Tatsache hinwies, dass die Pauschale selbstverständlich auch für ÖVP und nicht nur für Selbstfahrer gilt, nicht ganz kapiert hatte, auf was der Habeck rauswollte. Der wollte mit seiner Rechnung wohl nur darauf hinweisen, dass eine allgemeine Erhöhung der Pendlerpauschale - ohne Privilegierung der öffentlichen Verkehrsmittel - zu keiner großen Veränderung im Nutzungsverhalten führen wird, selbst wenn man gleichzeitig Sprit verteuert, diese Erhöhung aber nicht die Anhebung der Pauschale abbildet, sondern sogar dahinter zurückbleibt. Im Endeffekt hat er dann zwar doch eine Wissenslücke offenbart, indem er davon ausging, dass einem ÖVPN-Nutzer nur der Ticketpreis erstattet werden würde, was aber inkorrekt ist. Der ÖVPN-Nutzer darf optional die km-Verrechnung wählen und muss sich nicht auf den Ticketpreis reduzieren lassen.
Ich sehe das im Grunde ähnlich - freilich sind die Kosten 3ct/l und 5ct/km als steuerliche Anrechnung von Werbungskosten erstmal verschiedene paar Stiefel. Aber es kann durchaus bedeuten, dass Pendeln attraktiv bleibt: Bei einer täglichen Strecke von z.B. 40km Pendlerdistanz kommen im Jahr also 8000km Fahrleistung zustande. Bei 6l/100km Verbrauch steigen die Kraftstoffkosten um 14,40€. Der Steuerabzug beträgt dann 400€ mehr pro Jahr, die nach Steuersatz von 20% dann eine zusätzliche Entlastung von 80€ bringen. Das ist jetzt eine einfache Modellrechnung... und sicher nicht repräsentativ.

Im Kern aber konterkariert dieses Zahlenbeispiel den Anreiz für Pendler sich auf andere Verkehrsformen umzustellen...

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ottoswelt 23.09.2019, 12:46
69. Pendlerpauschale weg - Fahrkarten sammeln

Wir neigen zur Pauschalisierung. Warum streichen wir die Pendlerpauschale nicht einfach. Jeder Pendler sammelt seine Fahrkarten und setzt sie bei der Steuer ab. Wo kein zumutbarer ÖPV möglich ist, z.B. Schichtarbeit oder ländliche Gegend, bleibt die Pauschale wie sie ist. Zumutbarer ÖPV bis 30% höherer Zeitaufwand wie mit dem Auto. Zu aufwändig? Das sind wir der Umwelt schuldig!

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