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Grünen-Politikerin Schulze über Hass im Netz: "Ich lasse mich nicht einschüchtern"
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Verleumdungen, Beleidigungen, Morddrohungen: Katharina Schulze ist in sozialen Medien regelmäßig Opfer rechter Hetze. Im Interview erklärt die bayerische Grünen-Fraktionschefin, wie sie damit umgeht.

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eichenbrett 28.07.2019, 07:52
1. Rechtsfreier Raum?

Warum eigentlich? Sind Beleidigungen, Verleumdungen, Androhung von Gewalt usw. nicht Straftaten, die hart bestraft werden können? Wieso ist es nur zum kleinen Teil möglich, Verurteilungen zu erwirken? So anonym, wie viele tun, ist das Internet ja gar nicht und viele posten solches Zeug ja mittlerweile unter ihrem Klarnamen mit Adresse. Es ist offenbar „normal“ geworden, dass Frauen für alles mögliche mit Vergewaltigung bedroht werden im Netz. Was sind das nur für Leute? Haben die keine Mütter, Schwestern, Töchter? Oder liegt es an der Unterbesetzung von Polizei und Justiz? Da würde ich liebend gerne mehr Steuern zahlen, damit mehr gutes Personal ausgebildet/eingestellt wird und solche Typen bestraft werden.

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scxy² 28.07.2019, 07:58
2. Ich stimme voll zu, Frau Schulze.

Gut, dass Sie Straftaten nicht länger ohne Wehr erdulden. Das mache ich auch nicht, wenn mir bspw. ein Fahrrad gestohlen wird, auch wenn ich weiß, dass es wegen der Anzeige nicht wiederkommt. Aber der Fall wird statistisch erfasst und so kann die Aufmerksamkeit auf derlei Straftaten gelenkt werden.
Glücklicherweise erhalte ich nie Hasskommentare, weil ich auch in keinem dieser asozialen Netzwerke mehr unterwegs bin. Die schlimmste Missachtung meiner Meinungsfreiheit widerfährt mir hier in diesem Forum, wo etwa die Hälfte meiner Kommentare zensiert werden. Aber das ist nicht strafbar.

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salomon17 28.07.2019, 08:11
3. Keine Anonymität mehr!

Es darf keine absolute Anonymität im Netz geben. Wer eine Meinung äußert, muss dazu stehen. Und wer zu Gewalt aufruft, muss bestraft werden. Anonymität ist es, die die Hemmschwelle zu kriminellem Handeln herabsetzt.

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dasfred 28.07.2019, 08:25
4. Der Irrglaube, im Netz darf man alles

Es tut mir leid für diese Politikerin, dass sie bei den Rechten zur Zielscheibe geworden ist. Ich meine, man sollte die Verbreitung von Hasspostings mit der Verbreitung von Kinderpornografie juristisch gleichsetzen. Der Verfolgungsdruck, ebenso wie der Strafrahmen, sollten angepasst werden. Erst dann begreifen diese Trolle, dass üble Nachrede und offene oder verklausulierte Drohungen eine Straftat sind. Sie gefährden massiv die Demokratie, wenn sich engagierte Mitbürger aus der Politik verabschieden, weil sie Angst um sich und ihre Familie bekommen.

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stadtmöwe 28.07.2019, 08:26
5. Danke

Danke SPON für dieses Interview und danke an Katharina Schulze für ihr Engagement. Mir hat das noch deutlicher gemacht, wie heftig diese virtuellen Angriffe sind.
Ich sehe die rechte Hetze mehr als ein psychisches als ein politisches Problem an. Und natürlich kann man diese armen Seelen nicht alle zwangstherapieren, so funktioniert das ja nicht. Aber wir alle sollten sehen, wie wir besonders Kindern und Jugendlichen ein Umfeld schaffen können, damit die sich als wertvoll empfinden und ihre Selbstwirksamkeit erfahren. Das wäre die beste Prophylaxe gegen künftige Hetzer und Schläger und Mörder, die wegen ihres desolaten Selbstwertgefühls andere glauben erniedrigen zu müssen.
Vielleicht ist Katharina Schulze auch deswegen so ein beliebtes Ziel für die Hetzer, weil sie einfach so super-sympathisch ist. Das ist vermutlich schwer zu ertragen, wenn man sich selbst so mies fühlt.

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Apfelkomplott 28.07.2019, 08:49
6. Hass im Netz

Deutschland ist ein Entwicklungsland, was den Umgang damit angeht.
Die Ansätze der Politik sind lächerlich. Der Verfolgungsdruck müsste exponentiell steigen. Gefängnis nicht das letzte Mittel sein. Und schnell wäre diese Minderheit der Minderbemittelten derart ausgeblutet, dass sich das Problem erledigen würde.
Die Nazis stehen doch auf „Law&Order“, also: Bitteschön, in ur face!

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Maverick79 28.07.2019, 08:54
7. Liebe Frau Schulze,

herzlichen Dank für Ihren Mut und Ihre Standhaftigkeit, gegen Rechtsradikalismus öffentlich einzutreten. Seien Sie sich der Mehrheit der Gesellschaft gewiss, die nichts von solchen Angriffe im Netz mitbekommt, diese aber zutiefst widerlich findet und Ihnen den Rücken stärkt. Hate < Love

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m.breitkopf 28.07.2019, 09:03
8. Anzeigen

Der Hass gegen Katharina Schulze ist das 'Ergebnis einer gezielten Kampagne der AfD'? Warum zeigt sie dann nicht die AfD-Oberen an?

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AndreasKurtz 28.07.2019, 09:11
9.

Opfer rechter Hetze ist vor Allem die Linke, seit sie besteht. Kürzlich gab es einen Bombenanschlag auf das Privathaus einer Linken-Politikerin. Wurde das thematisiert? Gab es jemals so ein Interview mit einer Linken? Nein, denn das würde diese ja in mancherlei Augen Positivieren, oder zumindest in die Medien bringen ohne nur mit Schwierigkeiten ein abwertendes Zuwort zu finden, für die Überschrift und den Duktus. Und das darf nicht ein, nicht in diesem Medium. Diese Jahrelange Ignoranz hat auch dazu beigetragen, dass Rechte immer frecher, radikaler, brutaler werden konnten. Denn sie durften es.

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