Forum: Politik
Grünenfraktionschef Hofreiter: Der Schattenmann
Ralf Hirschberger/DPA

Rekordergebnisse, Umfragehoch, Kanzlerkandidatendebatte: Die neuen Grünen um Parteichef Habeck haben einen Lauf. Und die alten Grünen? Unterwegs mit Fraktionschef Anton Hofreiter.

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euro-paradies 18.06.2019, 11:16
90. Hab den Hofreiter ein paar mal während Zugfahrten

miterlebt - zwei bis drei Sitzreihen von ihm entfernt. Er ist ein fürchterlicher, lautstarker Dampfplauderer, rechthaberisch und oberlehrerhaft zu seinen Gesprächspartnern. Eine abschreckende Art von Mensch.

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pygmy-twylyte 18.06.2019, 11:19
91. Der Klimawandel geht uns alle an

Zitat von Tacitus73
Inhaltlich haben die Grünen wirklich nichts mit irgendwelchen historischen "Vorbildern" zu tun, denen wir eine maximale Negativerfahrung verdanken - das wollte ich noch einmal klarstellen, war vielleicht missverständlich ausgedrückt von mir. Mich erschreckt aber trotzdem der irrationale Hype um sie, dieser plötzliche Wandel in der politischen Stimmung. Und diese Reaktion der Masse lässt sich durchaus mit früher vergleichen. Was ich angenommen hatte (zugegeben, ich war wohl extrem naiv), war, dass wir in Deutschland aufgrund unserer historischen Erfahrungen vorsichtiger und weniger bereit sind als andere Nationen, uns mitreißen zu lassen von irgendeinem Zeitgeist, irgendeiner Ideologie. Und genau da hatte ich mich eben getäuscht.
Zu den Beiträgen Nr. 81 und Nr. 82 von "Tacitus73": Braucht es nicht den Druck der Straße, um Politiker, denen immer wieder - zu Recht oder zu Unrecht - vorgeworfen wird, nur die eigene Karriere im Kopf zu haben, Lobbyisten der Wirtschaft zu sein, in einer Blase - abgehoben und weltfremd - zu leben, wachzurütteln? Und ist es nicht bemerkenswert, dass nun auch die vermeintlich unpolitische Jugend gegen Zustände und Entwicklungen demonstriert, die sie für besorgniserregend hält? Die Bewegung "Fridays for Future" samt Galionsfigur Greta Thunberg und (YouTube-)Influencer wie Rezo sollten von der Politik durchaus ernst genommen werden, weil sie vielen jungen und mittlerweile auch vielen älteren Menschen aus dem Herzen sprechen, die den Stillstand beklagen und darauf drängen, dass die Politik nun endlich in die Gänge kommt. Sie wissen ja nur allzu gut, dass es um ihre Zukunft und die ihrer Kinder und Enkel geht. Insofern ist es doch nicht abwegig, ja ihr gutes Recht, eine grundlegende Änderung der Politik sowie eine Neubesinnung und Neuorientierung zu fordern, insbesondere im Bereich Natur und Umwelt. Diesbezüglich haben die Grünen als Ökopartei und den Sympathieträgern Robert Habeck und Annalena Baerbock an der Spitze bessere Karten als die altbacken und verkrustet wirkenden Volksparteien CDU/CSU und SPD. Im Übrigen würde ich die Debatten um Erderwärmung und Klimawandel nicht als hysterisch, sondern als dringend notwendige gesellschaftliche Auseinandersetzung mit einem uns alle betreffenden Thema bezeichnen.

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babaluaye 18.06.2019, 13:14
92. Wieder so ein Super-Experte.

Zitat von frank.huebner
Die Grünen reiten mit der Gefühlswelle Marke "Friday-for-Future" mit, obwohl ihr Parteiprogramm realsitisch gesehen eine einzige Katastofe ist. Die E-Mobilität verlagert die Umweltverschmutzung von Europa nach Afrika, Asien und Südamerika, wo durch die Akkuproduktin ganze Landstriche runitert werden. Macht nichts, in Deutschand ist dann ja alles besser. Das ist genauso ein Irrweg wie die E-10 Beimischung. Zur Produktion des Ethanols werden in Asien ganze Regenwälder abgeholzt, um Soja etc anzubauen. Aber wir schreiben uns hier auf dei Fahnen, was wir so alles Tolles für de Umwelt machen. Die FfF-Bewegung ist verlogen bis ins Mark (schaut euch die Demoplöätze mla an mit dem Mül, vorwiegend Coffee-To-Go und MacDonaldsverpackungen habe cih reichlich gesehen), daz die Parkplätze, wo die ganzen Pkw stehen, mit dem mal stolz zur Demo fährt. Klar, Handy und Reisen müssen trotzdem sein. Wo sind die Verbesserungen für den Arbeistmarkt, Renten, Krankenkasse? Umsetzbare, realistische Punkte? Fehlanzeige. Dazu blödsinnige Foprderngen nach einer CO2-Steier, die, wie die Ökosteuer, keinerlei Einsprarungen im CO2-Ausstoß bringen wird, aber die kleinen und mittleren EInkommen hart treffen wird. Die Grünen wind di we die AfD, die mit einer Einthemenpolitik weit kommen wird. Einfache Parolen sind halt besser als umsetzbare Antworten. Ich bin entsetzt über die EInfältigkeit der Wählerschaft. Dass man etwas gegen den Klimawandel machen muss, keine Frage. Aber das muss international passieren. Solange INdien, China, die USA und Russland nciht mitspielen schießen wir uns nur ins eigene Bein, die anderen lachen.
Für Ethanol wird kein Soja angebaut. Alkohol kann man übrigens aus fast allen organischen Verbindungen machen.
(Da wir *Deutschland 2018*, 50% unserer Lebensmittel wegwerfen, wäre hier doch mal ein Nachdenken über eine "Zweitnutzung" angesagt.)

Für BIODIESEL braucht man Soja. Oder Raps o.ä. Und Deutschland braucht mehr Qualität im naturwissenschaftlichen Unterricht.

Die FFF - routen, die ich gesehen habe waren nach der Demo blitzblank. Und die Widersprüche zwischen Konsum & Umweltschutz sind für JEDEN eine harte Nuss, nicht nur für junge Schüler_innen.

Statt darauf zu verweisen, daß die anderen die Welt ruinieren, könnten wir unsere Talente dafür nutzen neue Technologien zu entwickeln & zu exportieren.

Apropos Verbote. Die grenzen ein, was eine Gesellschaft für ethisch vertretbar hält und sind also ein wichtiges Werkzeug der Gesetzgebung. Verschmutzung unseres Planeten, Misshandlung von Tieren und Versklavung von Menschen sind immer noch nicht ausreichen mit Verboten sanktioniert.

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mother_sky 18.06.2019, 14:30
93. Palmöl - das grüne Erdöl

Zitat von babaluaye
Für Ethanol wird kein Soja angebaut. Alkohol kann man übrigens aus fast allen organischen Verbindungen machen. (Da wir *Deutschland 2018*, 50% unserer Lebensmittel wegwerfen, wäre hier doch mal ein Nachdenken über eine "Zweitnutzung" angesagt.) Für BIODIESEL braucht man Soja. Oder Raps o.ä. Und Deutschland braucht mehr Qualität im naturwissenschaftlichen Unterricht. Die FFF - routen, die ich gesehen habe waren nach der Demo blitzblank. Und die Widersprüche zwischen Konsum & Umweltschutz sind für JEDEN eine harte Nuss, nicht nur für junge Schüler_innen. Statt darauf zu verweisen, daß die anderen die Welt ruinieren, könnten wir unsere Talente dafür nutzen neue Technologien zu entwickeln & zu exportieren. Apropos Verbote. Die grenzen ein, was eine Gesellschaft für ethisch vertretbar hält und sind also ein wichtiges Werkzeug der Gesetzgebung. Verschmutzung unseres Planeten, Misshandlung von Tieren und Versklavung von Menschen sind immer noch nicht ausreichen mit Verboten sanktioniert.
Biodiesel wird aus Soja, Raps oder Palmöl hergestellt (durch "Umesterung"). Palmöl ist das ertragreichste und weltweit am meisten genutzte Pflanzenöl und in vielen Produkten enthalten, z.B. Futtermitteln und Fertiggerichten. Es findet aber auch Verwendung in der Chemie- und Pharmaindustrie. Die westlichen Industrienationen und zunehmend auch das wirtschaftlich aufstrebende China gieren förmlich nach Palmöl. Für den großflächigen Anbau von Ölbäumen in den Hauptanbaugebieten Indonesien und Malaysia sowie in einigen afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern (Kolumbien sowie Amazonien, insbesondere Brasilien) werden meist wertvolle tropische Regen- und Mangrovenwälder (brand-)gerodet.: "In jedem Liter Diesel, den wir tanken, steckt also ein Stück Tropenwald. Die Idee dahinter war, Diesel durch den Einsatz nachwachsender Rohstoffe klimafreundlicher zu machen. Doch im Fall von Palmöl ist die Rechnung nicht aufgegangen, denn durch die Regenwaldvernichtung wird so viel CO2 freigesetzt, dass die CO2-Bilanz äußerst schlecht ausfällt." (www.regenwald-schuetzen.org/verbrauchertipps/palmoel/?gclid=EAIaIQobChMI0rD1kffy4gIVSOh3Ch1ySgGJEAAYASA AEgIMhvD_BwE) - Ist also Agrardiesel wirklich eine umweltfreundliche und kostengünstige Alternative? "Sicherlich nicht. Europa ist durch die Agrardiesel-Förderung zum größten Importeur für Palmöl geworden.
Dieser Öko-Aktivismus ist nicht sinnvoll. Denn ein Hektar Regenwald speichert etwa 300 Tonnen Kohlenstoff, ein Hektar Palmölplantage weniger als 40 Tonnen. Der Wald nützt dem Klima weitaus mehr. Dennoch wird immer noch Regenwald gerodet, um Palmen für die Agrardieselproduktion anzupflanzen. Hinzu kommt, dass der Palmölschrot (die Schalen der Ölpalmenfrüchte) in den europäischen Massentierhaltungen landet, wo er als Ersatz für das mittlerweile verbotene Tiermehl verwendet wird." (www.faszination-regenwald.de/info-center/zerstoerung/palmoel.htm) - Fazit: Ein radikales Umdenken in der Wirtschafts- und Umweltpolitik der Weltgemeinschaft ist erforderlich zum Schutz der noch verbleibenden "grünen Lungen" (Regenwald).

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wolfgangselig 18.06.2019, 14:52
94. Hohe Glaubwürdigkeit des Herrn Hofreiter

Eines muss man Anton Hofreiter lassen. Im Gegensatz zur bayerischen Spitzengrünen auf Landesebene Katharina Schultze (Spitzname "Kerosina") ist er Überzeugungstäter. Er würde auch noch für die grüne Sache streiten, wenn die Partei bei 1,2 % wäre oder sich auflösen würde. Solche Leute machen die Grünen glaubwürdig. Mal schauen, wie die Grünen damit umgehen, wenn nach der nächsten Bundestagswhal im Zuge der Machtoption auf einmal die ganzen Trittbrettfahrer in die Partei kommen, die mit fast jeder erfolgreichen Partei können. Ob die Grünen damit klar kommen werden? Und was passiert eigentlich in der nächsten Rezession? Wählen die Leute nach einem Jobverlust immer noch grün? Für mich ist das Thema noch lange nicht durch. Die echte Feuertaufe der Grünen steht noch aus, denn wir leben noch in relativ moderaten Zeiten.

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pygmy-twylyte 18.06.2019, 15:50
95. In einer Krise gewinnt das Bewährte

Zitat von wolfgangselig
Eines muss man Anton Hofreiter lassen. Im Gegensatz zur bayerischen Spitzengrünen auf Landesebene Katharina Schultze (Spitzname "Kerosina") ist er Überzeugungstäter. Er würde auch noch für die grüne Sache streiten, wenn die Partei bei 1,2 % wäre oder sich auflösen würde. Solche Leute machen die Grünen glaubwürdig. Mal schauen, wie die Grünen damit umgehen, wenn nach der nächsten Bundestagswhal im Zuge der Machtoption auf einmal die ganzen Trittbrettfahrer in die Partei kommen, die mit fast jeder erfolgreichen Partei können. Ob die Grünen damit klar kommen werden? Und was passiert eigentlich in der nächsten Rezession? Wählen die Leute nach einem Jobverlust immer noch grün? Für mich ist das Thema noch lange nicht durch. Die echte Feuertaufe der Grünen steht noch aus, denn wir leben noch in relativ moderaten Zeiten.
In einer Wirtschaftskrise wird der Wähler wohl am "Bewährten" (= CDU/CSU) festhalten. Der Osten des Landes tickt bekanntlich anders, die AfD könnte zur stärksten politischen Kraft werden und auch im Westen hinzugewinnen. In diesem Fall scheinen alle bürgerlichen Koalitionen möglich. Im Falle einer lang anhaltenden Rezession - damit verbunden dramatischer Abbau von Arbeitsplätzen, sozialer Abstieg und Not - halte ich sogar das schier Undenkbare für möglich, nämlich eine Koalition aus Schwarz und Blau. (Apropos Blau: Blau steht eigentlich für Frische und Aufbruch und passt als politische Farbe m.E. nicht so recht für die eher rückwärtsgewandte, das Nationale betonende AfD.) Die Grünen werden dann nur getragen von den Stammwählern, also Menschen, die aus Überzeugung und/oder wirtschaftlicher Potenz (auch in Krisenzeiten) die Ökopartei wählen. Menschen wie Anton Hofreiter.

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