Forum: Politik
Guttenberg - Rücktritt zur rechten Zeit?

Karl-Theodor zu Guttenberg ist von seinem Amt als Verteidigungsministers zurücktgetreten. Wegen der Plagiate in seiner Doktorarbeit war der CSU-Mann auch in der Union erheblich unter Druck geraten. Ein Rücktritt, noch zur rechten Zeit?

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endbenutzer 01.03.2011, 16:04
1980. Gute Arbeit?

Zitat: „Viele deutsche Soldaten in Afghanistan bedauern den Rücktritt Guttenbergs...“

Klar, dass die Soldaten in Afghanistan den Rücktritt Guttenbergs bedauern. Schließlich hat er im Lager für Abwechslung gesorgt mit Gattin und Kerner. Möglicherweise (nein, ganz sicher) gab es auch zum Truppenbesuch wesentlich bessere Verpflegung sowie das ein oder andere Fässchen Bier. Das war schon zu meiner Dienstzeit so, wenn hohe Tiere die Truppe besuchten. Inwieweit der Ex-Verteidigungsminister eine gute Arbeit geleistet hat, kann der Soldat im Feld eher nicht beurteilen.

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credeo 01.03.2011, 16:04
1981.

Ich hatte von eineinhalb Jahren einmal das Vergnügen mit der Frau von KTzG zu sprechen. Ich habe sie gefragt, ob er Kanzler werden will. Sie sagte damals fast wortwörtlich:

"Nein. Das geht alles viel zu schnell. KT hat so viele Feinde, irgendjemand wird ihn schon irgendwie ranbekommen. Damit rechnen wir jeden Tag und es gibt auch schon einen Plan für die Zeit danach."

Ich bin sicher, er hätte gerne noch weiter gemacht und ich persönlich halte ihn für eins der größten politischen Talente und finde es schade, dass er nun zugunsten eines konformen Durchschnittspolitikers gehen muss. Er hat Fehler gemacht und zieht die Konsequenzen. Wahrscheinlich muss er sich jetzt noch ein paar Wochen die kleinkarierten Kommentare gefallen lassen, ob sein Rücktritt nicht zwei Wochen zu spät kam. Dann wird er zur Ruhe kommen und etwas anderes Interessantes machen. Und über die ganzen Leute lachen, die sich mit den Ansprüchen an die menschliche Rechtschaffenheit überbieten, während sie in ihrer Arbeitszeit bei SPON posten.

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Florian Geyer 01.03.2011, 16:04
1982. Das Glaubwürdigkeitsproblem hieß NSDAP und SED

Zitat von Kurt G
Leben wir in unterschiedlichen Realitäten ? Nein, die Wissenschaft hat kein Glaubwürdigkeitsproblem. Dieses ist bei der politischen Kaste dieses Landes . Und Herr Guttenberg ist ein furchtbares Beispiel dieses vollständigen Verlusts an Glaubwürdigkeit.
Das Glaubwürdigkeitsproblem belastet natürlich die Wissenschaft bezüglich der vorhandenen Doktortitel, die aufgrund von Dissertationen während der DDR-Zeit vergeben wurden. Dies traf ja auch auf die Jurisprudenz während der Nazizeit zu.

Das Problem wurde nur negiert, weil man einfach Juristen brauchte nach 1945 und nach 1990 die den Staat verwalteten bzw. wieder aufbauten.

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Mulharste 01.03.2011, 16:04
1983. -

Zitat von aceofspade
Musste man nicht in der DDR wie woanders auch einen Satz Pflichtexemplare abgeben, die dann ueber die Bibliotheken verteilt wurden? Sind die alle verloren gegangen? "
Nein, man sollte nur nicht jeden Kommentar einfach so hinnehmen, vor allem nciht solche, die ideologisch geprägt sind.

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stonie 01.03.2011, 16:05
1984. An diesem Beitrag merkt man

Zitat von Hollibolli40
Haben Sie handfeste Beweise für eine derartige Behauptung?
dass Sie noch nicht sehr lange im SPON Forum Beiträge verfassen. Ansonsten wäre Ihnen die mitunter doch sehr willkürlich anmutende Beitragszensierung hier nicht entgangen und das nicht erst seit KTzG....!

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ellge 01.03.2011, 16:05
1985. Spät, vielleicht nur zu spät

Zitat von sysop
Karl-Theodor zu Guttenberg ist von seinem Amt als Verteidigungsministers zurücktgetreten. Wegen der Plagiate in seiner Doktorarbeit war der CSU-Mann auch in der Union erheblich unter Druck geraten. Ein Rücktritt, noch zur rechten Zeit?
Unglaublich, was sich der geleistet hat nach seinen mäßigen Noten an der Uni. Er ist auch als Abgeordneter nicht tragbar, wie andere auch, die sich nur noch nicht bloßgestellt haben. Solche Leute braucht ein 80-Mio-Volk nicht.

Merkel hat auch nicht mehr mein Vertrauen, wenn sie zu dämlich ist, um sich ausreichende Informationen über ihre Leute zu beschaffen und rechtzeitig richtig zu handeln, ist sie ungeeignet.

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Kratos_1 01.03.2011, 16:05
1986. Niedlich

wie alle hier wild diskutieren. Die amüsantesten, sind diejenigen, die Gutti befürworten.

Ein Bildnis für die Pro-Guttis. "Frau kocht super, hält Haushalt sauber, geht Fremd, belügt und es kommt raus?" Was passiert da? "Ja mein Schatz du kochst super und ich liebe dich, mach weiter so, treib es ruhig weiter mit dem Milchmann, dem Postbooten, meinem besten Kumpel nur lass es bitte nicht rauskommen." JA NEEE, IS KLAR
Die CDU und CSU Anhänglinge sind mehr mit ihrer Trauer den neuen Visionär und Kanzler zu verlieren, als den Fakten ins Gesicht zu schauen.
Die Sache war sehr gut, denn wenn er damit durchgekommen wäre, dann hätte er sich für Gott persönlich gehalten, doch auch für ihn gilt das gleiche Recht und die gleichen Pflichten wie für alle anderen Bundesbürger.

Lustig sind auch solche Kommentare "Alle anderen betrügen auch bei ihrer Doktorarbeit, deswegen..." Bla bla bla

Na ja und die Zeitung, welche seine zukünftige Kanzlerschaft verbietet, sollte sich auch nicht als das Tribunal aufführen. Denn wenn er seine Läuterung durchlaufen ist und auf den Pfad der Tugend zurückgekehrt ist, hat er auch eine zweite Chance verdient. Ob er nun der richtige oder falsche Kanzler ist, ist völlig unrelevant. Denn das Volk bekommt, dass was es verdient hat, wei jeder sein Kreuzchen dort hin macht wo er es für richtig hält. Denn im Prinzip ist jeder der dort oben an der Macht ist... Kanzlerin Merkel die unser Brennstab Zwichen-, End-, Erlösungs-, oder Untergangslager abgesgnet hat ist auch nicht mit Ruhm, Ehre und Wahrhaftigkeit bekleckert. Kohl oder Schröder waren es auch nicht, aber das soll bitte erst nach der Kanzlerschaft offenbart werden was eh schon jeder vorher vermutet. Also es ist die Illusion, die uns den Kanzler macht und uns wie Schaafe hinterherlaufen lässt. Also wurst ob Gutti oder sonst wer. Denn die Wahrheit ist nur eine subjektive Argumentationskette für die eigenen kleinen vergehen. Also halten wir uns daran fest und träumen von etwas, dass nicht existiert und können breuhigt in die Heia gehen.

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Hardliner 1 01.03.2011, 16:05
1987.

Zitat von Die_Geistwurst
Eine Fastnachtsposse, kaum zu überbieten! Die Affäre Guttenberg lässt die Hybris, Lächerlichkeit und Infamie selbsternannter deutscher "Eliten" erahnen.
Siggi Pop, der SPD-Chef, schwadroniert über Selbstreinigungkräfte. Ein Heuchler erster Klasse. Er reinigt höchstens Sarazin.

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Mr.Arbogast 01.03.2011, 16:06
1988.

Der Rücktritt zu Guttenbergs war überfällig und im Grunde nur eine Frage der Zeit. Wäre dieser Rücktritt nicht erfolgt, und die ganze Affäre wäre ausgesessen worden, wie es von Frau Merkel ganz offensichtlich angedacht gewesen war, dann wäre dies mit Sicherheit der vom Bundestagspräsidenten Lammert angesprochene "Sargnagel für das Vertrauen in unsere Demokratie" gewesen.
Wäre dieser Rücktritt zeitnah nach Aufkommen der gravierenden Vorwürfe gekommen, dann hätte eine Chance bestanden, daß alle Beteiligten halbwegs sauber und (wenigstens langfristig) unbeschadet aus der Sache hervorgegangen wären. So haben sich Merkel und zu Guttenberg in einer kaum zu überbietenden Posse nachhaltig selbst zerlegt.

Die offensichtliche Annahme der beiden, diese Angelegenheit nach bester Kohl-Manier einfach aussitzen zu können, zeigt, wie weit die Bundeskanzlerin sich mittlerweile in ihre eigene (isolierte) Kanzlerinnenwelt zurückgezogen hat. Eine gewisse Demut von regierenden PolitikerInnen zu erwarten, scheint mittlerweile deutlich zuviel verlangt zu sein. Stattdessen werden selbstherrlich und nach "Gutsherrenmanier" die Spielregeln eines auf Integrität und Glaubwürdigkeit gründenen (politischen) Miteinanders bei Bedarf mal zur einen, mal zur anderen Seite verbogen, bis von moralischen Grundsätzen, die doch eigentlich Konsens sein sollten, nichts, abern auch gar nichts mehr übrig ist. Daß dies allenthalben im politischen Alltag geschieht, ist bekannt. Es wäre naiv, dies nicht zur Kenntnis zu nehmen. Die Chuzpe allerdings, mit der dies nun in offener Selbstherrlichkeit zur Schau getragen wird, muß entsetzen.

Mit zu Guttenberg tritt nun eine Lichtgestalt ab, die wie so viele andere Lichtgestalten gerade darum zum Hoffnungsträger unbzähliger enttäuschter Wahlbürger taugte, weil er viel (vor allem OBER-) Fläche bot, Wünsche und Sehnsüchte bezüglich charismatischer Führungsfiguren auf sich projizieren zu lassen. Die in Aussicht gestellte Substanz jedoch blieb einstweilen Behauptung. Was folgte, war in erster Linie Inszenierung. Selbst-Inszenierung unter Zuhilfenahme vor allem der BILD, einem Medium, das selbst nicht unbedingt wegen der Substanz seiner Berichterstattung berühmt ist. (Insofern muß zu Guttenbergs Rücktritt auch beruhigen angesichts eines immer wieder und gerade auch aktuell behaupteten überragenden Einflusses der BILD: Sie konnte ihn nicht retten. Gut so!)

Mag zu Guttenberg auch als große Hoffnung in einem von farblosen Opportunisten scheinbar dominierten Politik-Establishment gestartet sein.
Gestürzt ist er als gescheiterter Blender, der zunehmend selbstbesoffen jene Maßstäbe nicht mehr achten und einhalten zu müssen vermeinte, die ihn als sogenannter "Markenkern" erst in die herausragende Position des konservativen Heilsbringers gebracht haben.

Bei allem Schaden nun, den auch Angela Merkel nach diesem peinlichen Possenspiel wird davontragen müssen, so wird sie doch letztlich auch diejenige sein, die davon am meisten profitieren wird. Nach einer im Zusammenhang mit der Köhler-Nachfolge deavouierten Ursula von der Leyen und einem ins Schloss Bellevue "abgeschobenen" Christian Wulff ist nun auch der letzte, der wohl hoffnungsvollste mögliche Merkel-Nachfolger aus dem Weg geräumt, nachdem dessen Umfragewerte in den vergangenen Wochen und Monaten zunehmend besorgniserregend gewesen sein müssen. Nun ist er gestürzt - und dies pünktlich zu Beginn eines Wahljahres, in dem deutliche Stimmenverluste für die CDU zu erwarten sind.

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Anthrophilus 01.03.2011, 16:06
1989. Was sollen die verblendeten Fans des Strahlemanns ...

Zitat von ThomasPr
Es ist erstaunlich, wie die Guttenberg-Fans hier Idol verteidigen. Ebenso erstaunlich ist, daß bisher keiner aus dem Fan-Club erklären konnte, welche politischen Leistungen ihr Star vollbrachte.
... auch erklären? Außer einer geschönten Biografie, bunten Bildern und verschiedenen Fehlleistungen als Bundesminister der Verteidigung gab es schließlich keine Leistung, abgesehen von der (lt. Prof.) plagiiertesten Doktorarbeit, die je in Bayreuth eingereicht wurde.
Und seine Rücktrittsrede – er könnte einem fast leid tun, wenn er nicht so großem Rufschaden mit dem verspäteten Rücktritt angerichtet hätte.

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