Forum: Politik
Guttenberg - Rücktritt zur rechten Zeit?

Karl-Theodor zu Guttenberg ist von seinem Amt als Verteidigungsministers zurücktgetreten. Wegen der Plagiate in seiner Doktorarbeit war der CSU-Mann auch in der Union erheblich unter Druck geraten. Ein Rücktritt, noch zur rechten Zeit?

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Geschöpf 01.03.2011, 16:11
2020. Zeitlos

Ja das der Guttenberg es tatsächlich so lange aushalten durfte mit dem "Betrüger - Moralapostel" Spagat haben wir doch unter anderem den Millionen Bildlesern zu verdanken oder?

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Farhad Vakof 01.03.2011, 16:11
2021.

Ich sehe zu Gutenbergs Fall eine Frage der Moral in der Politik und in der Leistungsgesellschaft.

Moralisch gesehen unterscheidet sich Herr zu Gutenberg von den anderen Menschen der Leistungsgesellschaft, in der wir alle gefangen sind, auf kurze schnelle Wege unmoralisch sich zu jedem Preise durch zu schlagen, gründlich nicht sehr. So gesehen sollen die anderen mir hier nicht die Rolle der Moralapostel spielen. Von daher in meinem Augen ist der Fall von Gutenberg ein klares Beispiel der unzähligen bekannten Opfer-Täter-Fälle in unseren sozialen Umfeld.

Das ist der Grund, dass ich in allen Fällen nicht mit denen mitstimmen möchte, die auf unmoralischen Wege ihre politischen Gegner beseitigen wollen, so wie ich die Wege, die Herr zu Gutenberg in seinem bisherigen Berufsleben durchgeschlagen hat, nie anerkennen kann.

Danke

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ludgerhinrichs 01.03.2011, 16:11
2022.

Zitat von bron
Das ist meines Erachtens der niederschmetternste Tag seit, seit langer, langer Zeit. Man hat es geschafft die Zukunft Deutschland zu versauern. Das ist das beste Beispiel dafür, dass in Deutschland eine "Ellenbogen-Raus" Mentalität herrscht. Hauptsache ICH habe Macht und andere nicht. Aber echte .....
Ich denke, auszuwandern ist keine schlechte Idee. Guttgläubige gibt es ja auch woanders reichlich. Da finden Sie sicher schnell Anschluss und können Ihre Vorstellung von einer besseren Welt kultivieren.

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isabella49 01.03.2011, 16:11
2023. Richtig!

Zitat von hanuschia
Hat er sich ´mal gefragt, ob und vor allem welchen Schaden er angerichtet hat? Genossen hat er die "Wucht der medialen Präsenz seiner Person" über Monate. Viele Mitbürger durch seinen Elan und Entschlossenheit versprühenden Auftritt in seinen Bann gezogen. Endlich mal einer, der Entscheidungen fällt und auch durchzieht, endlich einer, der eine Linie erkennen lässt, endlich einer, dem man gewillt ist, zuzujubeln. Einer, der der Politkverdrossenheit durch seine schiere Präsenz den Boden entzieht. Endlich einer, der begeistert. Und dann das. Nicht nur, dass er sich des Betrugsvorwurfes erwehren muss. Nein, selbst als er für sich keine Rettung, keine Ausflucht mehr fand, versteckt er sich noch hinter den gefallenen Soldaten der letzten Woche. Moniert, dass die öffentliche Meinung sich viel zu sehr auf seine Person richte, denn auf die toten Soldaten. Wie feige muss man sein? Da drängt einer permanent ins Scheinwerferlicht und beklagt sich dann, dass es ihn blendet. Damit es hell genug wird, bringt er auch seine Gattin mit ins Licht, damit die Scheinwerfer auch ja hell genug sind, schleppt seinen ihm ergebenen Talkshow-Moderator mit an den Hindukusch, um nur ja genug öffentliche Aufmerksamkeit zu erlangen - und beklagt sich dann, wenn ihm zuteil wird, wonach er so sehr giert. Wie heuchlerisch muss man sein? Erst sieht er sich abstrusen Vorwürfen ausgesetzt, dann will er "ich wiederhole, - vorübergehend" auf das Tragen eines erschwindelten Titels verzichten. Später dann entdeckt er beim Lesen (vielleicht beim erstmaligen) seiner Dissertation Fehler (kann er sich nach der langen Zeit erinnern, wo er was herauskopiert hat?). Seine Verbündeten im Springerhaus versuchen ihn durch tagelanges Schweigen zu schützen, vertrauen auf´s Vergessen. Und als sich immer mehr gegen ihn wenden, wirft er das Handtuch. Doch nicht aus Überzeugung, etwas falsch gemacht zu haben, nicht mit der Erkenntnis, sich unrechtmäßig bereichert zu haben, andere Menschen ihres geistigen Eigentums beraubt zu haben. NEIN, er tritt zurück, weil er kein Schupfloch mehr findet, keinen Ausweg mehr weiss. Die Chance, erhobenen Hauptes aus dem Amt zu scheiden, hat er längst verpasst. Wie wenig Rückgrad kann man haben? Der Schaden, den er angerichtet hat? Menschen, die glaubten, Politik könnte aufrichtig, geradlinig einer klaren Linie folgend praktiziert werden, sind jetzt viel politikverdrossener als andere es je waren.
Dem ist nicht hinzuzufügen!
Ihr Beitrag spricht mir voll aus dem Herzen - falls das in diesem Land überhaupt noch eine Rolle spielt...

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ArnoNuem 01.03.2011, 16:11
2024. Er hat's mitgenommen

Zitat von richie
Ein Mandat ist kein Amt.
Als er aus dem Amt ging, hat er sein Mandat mitgenommen. Ist doch gut so - oder?

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ardschuna 01.03.2011, 16:11
2025. Palinisierung Deutschlands

Die Guttenberg-Jüngerinnen werden weinen, da der neue Führer doch nicht omnipotent ist.

Aber wir brauchen weiß Gott keine Refeudalisierung.

Zitat:
Was ist Aristokratie? Die Aristokratie, ich werde es Euch sagen! Die Aristokratie ist der Bund, die Vereinigung derer, welche genießen wollen, ohne zu schaffen, leben wollen, ohne zu arbeiten, alle Ämter begehren, ohne sie ausfüllen zu können, alle Ehren beanspruchen, ohne sie verdient zu haben: das ist Aristokratie!

Maximilien Foy, (1775 - 1825), französischer General und Staatsmann

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favela lynch 01.03.2011, 16:11
2026. Dsds

Fredmund Malik von der Universität St. Gallen hat vor der Eigenschaft des Charismas als Managertugend gewarnt. Der Manager sollte nicht an seiner Wirkung interssiert sein, sondern an den Tatsachen seiner Arbeit. In der Tat haben besonders charismatische Figuren in der Sache gerne und oft versagt: Middelhoff, Schrempp etc.

Leider suchen viele Menschen das Charisma ausgerechnet dort, wo es wenig verloren hat: in der Politik. Aber mit Nüchternheit lassen sich eben keine Wahlen gewinnen. Trotz den Erfahrungen, die unsere Nation mit Charisma in der Politik hat machen müssen.

Deutschland sucht den Superstar. Seit je.

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endbenutzer 01.03.2011, 16:11
2027. Truppenbetreuung

Zitat: „Viele deutsche Soldaten in Afghanistan bedauern den Rücktritt Guttenbergs...“

Klar, dass die Soldaten in Afghanistan den Rücktritt Guttenbergs bedauern. Schließlich hat er im Lager für Abwechslung gesorgt mit Gattin und Kerner. Möglicherweise (nein, ganz sicher) gab es auch zum Truppenbesuch wesentlich bessere Verpflegung sowie das ein oder andere Fässchen Bier. Das war schon zu meiner Dienstzeit so, wenn hohe Tiere die Truppe besuchten. Inwieweit der Ex-Verteidigungsminister eine gute Arbeit geleistet hat, kann der Soldat im Feld eher nicht beurteilen.

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LondoMollari 01.03.2011, 16:12
2028. Oh, keine Sorge ....

Zitat von stonie
das die ganzen Aasgeier, die eifrig an der Demontage von Herrn Gutenberg mitgewirkt haben, jetzt zumindest so viel Anstand besitzen und andere, in der .....
... nehmen sie sich doch einfach mal die Doktorarbeit eines prominenten SPD-Politikers vor. Oder vielleicht Herrn Gysi? Oder jemand von den Grünen? Wenns da vor ähnlich dreisten "Fehlern" wimmelt sind die Herren geliefert. Und ich wette Sie würden hier genug Leute finden die Ihnen helfen würde.

Also - Schluss mit der Großen Klappe, ran an die Taten. Oder sind Sie auch nur -wie ihr Idol- ein aufschneiderisches Würstchen? Es sei denn natürlich sie hätten Angst sich an der Realität messen zu lassen.

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redundant 01.03.2011, 16:12
2029. FAZ, Süddeutsche, FTD, WELT ...

Zitat von nicolai-bruno
Ja, auch meine gehörten dazu. Unglaublich, wie dieses Magazin aus Hamburg die Richtlinien der Politik bestimmt. Da kann sich das dünne Blättchen vom leider verstorbenen Herrn Springer noch so um Ausgewogenheit abmühen... Keine Chance!
.. haben ebenso kernig die Politik bestimmt, wenn man es denn unbedingt so formulieren will.
Die FAZ (konservativ!) war mit einem Aufmacher gleich dabei, als dort festgestellt wurde, dass die gesamte Einleitung aus einem FAZ-Artikel abgeschrieben wurde. ;-)

Gutti ist "Ein Sargnagel für das Vertrauen in unsere Demokratie." (Lammert, CDU).

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