Forum: Politik
Guttenberg zur Plagiatsaffäre: "Jetzt ist auch mal gut"
REUTERS

Sechs Jahre ist die Plagiatsaffäre um Karl-Theodor zu Guttenberg her. Jetzt hat sich der ehemalige Verteidigungsminister im CSU-Wahlkampf dazu geäußert - und war sogar zu Witzen aufgelegt.

Seite 21 von 39
hannac. 31.08.2017, 10:16
200. Bitte nicht!

Noch ein Schaumschläger mehr. Er hat als Verteidigungsminister schon keine gute Figur abgegeben. Wir brauchen keine weitere Poltikshow von ihm. Warum macht er nicht seine eigene Talkshow bei den privaten Sendern? Das Startkapital hat er ja schon.

Beitrag melden
Zoroaster1981 31.08.2017, 10:20
201. Blender

Ich gehöre zu den wenigen, die den damals schon nicht mochten und für einen reinen Blender hielten. Kann mich noch gut erinnern, wie der auch innerhalb des Bekanntenkreises hochstilisiert worden war.

Die ganzen rhetorischen Tricks, wie bspw. die (vermeintliche) Selbstironie, die er hier - wie auch schon in anderen Vorträgen - wieder anwendet, sind sowas von durchsichtig und letztlich sogar richtig plump. Soll er seine zweite Chance in der Wirtschaft, als Mäzen oder was auch immer, suchen, aber in der Politik hat dieser schmierige Selbstdarsteller nichts zu suchen.

Beitrag melden
Linus Haagedam 31.08.2017, 10:21
202. ups, das hätte ich nicht erwartet

Meine Haltunng bisher:
KTs Rücktritt war vollkommen richtig und unausweichlich, sein Verhalten danach aber völlig o.k. Er hätte die sechs Jahre sicher auch dazu nutzen können, auf legale Weise einen echten Doktortitel zu erwerrben - das hätte sehr gut gefunden. Aber anyway: Sechs Jahre Verbannung sind eine ausreichende Buße, meinetwegen kann er nun in die Politik zurückkehren.

Aber was macht er da?
1. Sicher, es ist jetzt auch mal gut. Aber dass er selbst das so sagt, ist wirklich sehr schlechter Stil.
2. Das mit dem Plagiat "...rosneft.."st im Prinzip erst einmal hauptsächlich funny. Es macht aber schon ein wenig hellhörig. Dass er bei solchen Sachen mehr aufpasen muss als andere, wird bleiben, auch wenn die Sache jetzt "gut ist". Das muss er wissen, darüber solte er nicht jammern.
3. (und das ist der eigentliche Punkt): Dass er andere slapstickhaft mit Häme überzieht zeigt, dass er so viel in den letzten sechs Jahren nun auch wieder nicht gelernt hat. Das ist ganz, ganz schlechter Stil und würde ihn - sollte er das beibehalten - auch schon wieder ziemlich schnell für eine Rückkehr disqualifizieren.

Beitrag melden
max_the_hax 31.08.2017, 10:22
203. Nur Heuchler in der Kommentarspalte

Nachdem ihr einen unglaublich fähigen Politiker der keinen finanziellen Antrieb hat erfolgreich wegen einer Jugendsünde aus dem Amt geekelt habt wird jetzt weiter auf ihm herumgeritten. Jeder von uns hat mindestens so viel Dreck am Stecken wie der liebe Herr Guttenberg, mal abgesehen davon das die ganze Sache absolut nichts mit seinen Kompetenzen als Politiker zu tun hat. Aber klar, solange man nicht den Militäretat kürzen will wird auch nicht nach erwähntem Dreck gesucht. Habt ihr alle vergessen dass das Hand in Hand lief? Einstein hatte schon recht. Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit.

Beitrag melden
Keycard 31.08.2017, 10:22
204. Ja, ernsthaft...

Zitat von Stefan Sx
Das war kein abschreibender Student, seinerzeit. Das war der Bundesminister der Verteidigung und es geht nicht darum, dass er abgeschrieben hat, es geht darum, wie er damit umgegangen ist. Es geht darum, dass dieser Typ ein unerträglich selbstgerechter Darsteller seiner persönlichen Eitelkeit ist. Das ist keine Basis für ein weiteres Engagement. Und dass er exakt das nicht zu erkennen scheint, disqualifiziert in von Neuem. Ich hab echt Angst, dass der nochmal Oberwasser kriegt. Aber den Trump haben sie ja auch gewählt, die dummen Schafe.
Er war zur Zeit des Vergehens natuerlich ein abschreibender Student, wie wir fast alle. Wir muessen aufpassen, welche Massstaebe wir an andere anlegen. Und die Geiferei, die ich hier groesstenteils im Forum lese, beunruhigt mich. Seine Verhalten nach Auffliegen der Schummelei kann das allein nicht hervorrufen. In vielen Beitraegen wird ihm sogleich seine Herkunft zum Vorwurf gemacht. Damit ist man immer schnell bei der Hand. Primitiver argumentieren geht fast nicht. Ich ahne also, warum hier einigen der Schaum aus dem Mund laeuft.
Ich gebe Ihnen allerdings dahingehend recht, dass er lange nach Bekanntwerden der Vorwuerfe unehrlich blieb. Wenn viel auf dem Spiel steht, verstrickt man sich offenbar in weitere Notluegen. Ich will das auch alles gar nicht entschuldigen, ich versuche mich nur in die Lage eines Guttenberg und anschliessend in die Lage seiner Kritiker zu versetzen. In beiden Faellen blickt man in Abgruende. Nichtsdestotrotz plaediere ich fuer ein bisschen menschliche Groesse bei denen, die zu vergeben haben, bei denen, die eine zweite Chance gewaehren koenen. Wenn KTG sie nicht nutzt, dann ist er ein fuer allemal durch. Warum also diese Angst?
Ich glaube kaum, dass wir am Level der Primitivitaet der politischen Diskussion der Amerikaner angekommen sind, um hier Trump-eske Zustaende herbeizufuehren (aber vielleicht ist das auch "wishful thinking"). Bei aller Liebe, aber so vulgaer, unmoralisch und offensichtlich ueberfordert wie Trump wirkt Guttenberg dann doch nicht. Da hat es schon schlechteres Politikermaterial gegeben, auch hierzulande. Ich wuensche mir nur mehr Verhaeltnismaessigkeit.

Beitrag melden
brotfresser 31.08.2017, 10:24
205. Doch, Sie wollem amerikanische Verhältnisse

Zitat von Keycard
Ich bin doch einigermassen erstaunt, dass zu diesem Thema wieder ein Forum geoeffnet wird, noch viel mehr aber, dass einige Foristen sich lechzend auf die Gelegenheit stuerzen, weiter auf Guttenberg einzuschlagen. Wir Deutschen sind schon teilweise ekelhaft. Verglichen mit all dem, was wir fast taeglich aus dem weissen Haus erleben, ist diese Plagiatsaffaere geradezu ein Witz. Ich will um Himmels Willen keine amerikanischen Verhaeltnisse bei uns, bin im Gegenteil froh, dass unsere politische Kultur noch nicht so verroht ist, aber sich derart auf einen abschreibenden Studenten einzuschiessen, ist geradezu laecherlich. Lassen Sie doch die Waehler entscheiden, ob er nochmal in Amt und Wuerden kommen soll. Wenn die Last seiner Verfehlungen noch immer zu schwer wiegt, dann wird es mit einem demokratisch legitimierten Amt nichts werden. Aber kommen Sie mal von Ihrem hohen Ross herunter, liebe Mit-Foristen. Wer anderen keine Fehler nachsieht bzw. Besserung ausschliesst, der hat meistens andere, nicht weniger schaebige Motive. Wie da waere die reine Missgunst.
wo Schein mehr zählt als eigene (!) Leistung. Herr Guttenberg ist kriminell - ja das Abschreiben einer DIssertation ist eine kriminelle Tat. Und das hat nichts mit MIssgunst zu tun. Wie kann man auf eine abgeschriebene Dissertation neidisch sein.
Das hat nur etwas mit Ehrlichkeit zu tun. Unehrliche Politiker brauchen wir nicht.

Beitrag melden
frank.huebner 31.08.2017, 10:24
206. Nein, es nicht gut

Mich wundert es schon, wie rücksichtsvoll hier mit dem guten KT umgegangen wird. Nur zum Verständnis: Er hat bei Abgabe seiner Doktorarbeit eidesstattlich versichert, dass er die Arbeit selbst erstellt hat und sich an die Regeln gehalten hat (Zitate etc). Er hat dagegen in fast allen möglichen Belangen verstoßen.
Der Entzug des Titels (den er anscheinend wie viele andere Politiker auch hauptsächlich wegen der Außenwirkung erlangen wollte) war daher zwingend.
Besonders problematisch als Verteidigungsminister: An der Bw-Universität hätte ein Probant mit gleicher Tat auch noch harte dienstrechtliche Folgen zu tragen. Für einen Studenten schwer vermittelbar, wenn der Minister selbst auf seinem Stuhl sitzen bleibt.
Geht halt nicht.
Kann man einem Politiker in Führunsgposition trauen, der betrügt und lügt? Nein. Ebenso wenig, wie ein Helmut Kohl oder ein Schäuble eigentlich nicht mehr tragbar sind. Wenn Otto-Normalverbraucher eine Steuerstraftat begeht ist er geliefert. Ich habe selbst im Bekanntenkreis erlebt, wie die Steuerbehörden aufräumen, schon bei Verdacht. Im Falle der Politiker sollte es noch mehr gelten, denn sie sind die Vetreter des Volkes und müssen (nicht sollten) mit bestem Beispiel vorangehen. Kann es der Politiker aus charakterlicher Schwäche nicht, muss er weg aus dem Amt!

Beitrag melden
gammoncrack 31.08.2017, 10:24
207. Ich finde es schon daneben, jetzt den Satz

"Alte Liebe Rosneft nicht" als Aufhänger für ein Wiederbeleben seines sicherlich mehr als dummen Fehlers der Vergangenheit zu nutzen.

Der Spruch ist gut und nicht von ihm - ja und?

Wieviele "Sprüche" haben wir alle schon genutzt, weil wir sie woanders gehört oder gelesen haben? Und die Foristen, die hier ungebremst draufhauen, haben sicherlich jedesmal darauf hingewiesen, dass er nicht von ihnen ist "Habe ich von meinem Freund Willi!" oder "im Playboy gelesen". Absolut Realitätsfremd.

Ich habe -zig Vorträge gehalten und selbstverständlich auch irgendwo aufgeschnappte Sprüche benutzt. Soll ich jedesmal auch noch sagen, von wem der ist? Und stimmt das dann auch. Wer garantiert denn in diesem Fall, dass der Satz von der FAZ ist, und der nutzende Journalist den nicht beim Stammtisch von einem wortgewandten Freund gehört hat. Wenn dem so wäre, hat doch die FAZ das gleiche gemacht wie HzG?

Wir sollten diesbezüglich mal auf dem Teppich bleiben und uns an die eigene Nase fassen.

Beitrag melden
postbote101 31.08.2017, 10:26
208.

Alleine schon um einigen Foristen die Zornesröte ins Gesicht zu treiben, muss KTG in die Politik zurück.

Plagiat hin oder her. Für mich und die meisten vernünftigen ist das Thema vor Jahren beendet gewesen. Häme und Spott haben ihn aus dem Amt und aus Deutschland gejagt. Damit hat sich das erledigt.

Wenn er wiederkommt, dann als jemand der eine Zweite Chance verdient. Genauso wie jeder andere auch in diesem Land.

Aber zuerst soll er den Sozen die Wähler abjagen. Charisma und Ausstrahlung hat er um das ohne Probleme hinzubekommen.

Beitrag melden
Andraax 31.08.2017, 10:26
209. Frechheit

Zitat von WiderstandsgewächsII
den akademischen Betrieb kennen, ob allen klar ist, dass etliche Professoren ihre Studenten dazu benutzen, Wissen zu sammeln, Erkenntnisse zu formulieren, die dann ihere eigenen akademischen Reputation dienen! Viel scheinen es nicht zu sein und ehrlich gesagt, ist auch die schlechteste abgeschriebene Arbeit immer noch eine erstaunliche Fleissarbeit. Damit muss man nicht zufrieden sein, aber auch linke Doktoren und Professoren kommen so hoch! Es ist also etwas selbstherrlich, Herrn Guttenberg einfach als plagiator und Betrüger hinzustellen. Ich möchte nur an die Affäre eine Jugendamtsleiters aus Leipzig erinnern, der viel plumper abgeschrieben hat, zwar aus dem Amt flog, aber auch heute noch immer gut versorgt ist! Man muss nicht die CDU oder CSU mögen, aber man darf fair sein und jedem Menschen eine zweite Chance einräumen. Das die Chancen für Besserverdienende, für besser Gestellte einfach besser sind, auch dafür ist Herr Guttenberg nicht persönlich verantwortlich! Schaut Euch verdammt noch mal die Texte an, die mancher linker Dr.geschrieben hat, oder gar die ganze nicht ganz untergegangene Nomenklatura der DDR. Leider heisst Wissenschaft bis heute in erster Linie kopieren und dem Professor in den Arsch kriechen oder zumindest zu arbeiten! Das es dabei Ausnahmen gibt, bringt uns weiter!
Eine Frechheit, dass Sie sich ein Urteil darüber erlauben, wie der Hochschulbetrieb funktioniert, von dem Sie anscheinend keine Ahnung haben. Es gibt immer Ausnahmen (wie z.B. Herrn Guttenberg), aber der überwiegende Teil der Wissenschaftler hält sich an die Regeln: https://www.imperial.ac.uk/admin-services/secretariat/college-governance/charters/policies-regulations-and-codes-of-practice/proper-scientific-conduct/
Wer sich daran nicht hält, verliert seine wissenschaftliche Reputation, so ist das!

Beitrag melden
Seite 21 von 39
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!