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Gysis Rückzug: Er musste sein
DPA

Gregor Gysi gehört zum politisch Besten, was dem Land nach der Wende zugemutet werden musste. Nun hat er seinen Rückzug vom Amt des Linken-Fraktionschefs angekündigt. Hut ab!

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ein-berliner 07.06.2015, 18:48
120. Vorsicht mit den lockeren Sprüchen

Zitat von aspro86
... Das Problem an ihrer Argumentation zur Stasi ist, dass wir heute so gut wie alles über die Stasi wissen ...
WIR wissen fast nichts über die Stasi, sonst wären bestimmt etliche dieser Verbrecher in der UdSSR abgetaucht und der Herr Gysi mit seiner Nachfolgepartei hätte niemals das Licht des Kapitalismus erblickt. Aber die alten Genossen und Kader geniessen gern das Wendeleben in vollen Zügen in der sonst so verhassten BRD.

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Greggi 07.06.2015, 18:49
121. Obwohl ich Lichtjahre ...

von den Linken weg bin: Habe ihm immer gerne, vor allem in Talkshows, zugehört. Er brachte sehr häufig Argumente vor, über die man einfach mal nachdenken konnte. Und die waren nicht alle "aus der Luft gegriffen". Schönes Pendant zu unseren Rechtsaußen.

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whitemouse 07.06.2015, 18:50
122. Unter Wagenknecht wird die Linke wählbar

Zitat von 53er
guter Minister in einer deutschen Regierung werden können. Leider war die Linke nicht in der Lage, über ihren eigenen Schatten zu springen. Sarah Wagenknechts Einstellung zum Thema Regierungsfähigkeit ist enttäuschend. Wie soll sich in Deutschland politisch etwas ändern, wenn man so verbohrt seine reinste Lehre vertritt ? Mit Gysi geht ein gemässigter und fähiger Politiker, der sein Herz zwar links trägt aber auch zu pragmatischem Denken in der Lage war. Schade drum.
Ich sehe es genau andersrum. Gysi ist für mich unwählbar, weil er sich nie seiner mutmaßlichen Vergangenheit gestellt hat. Im Übrigen schwätzt er, was die Leute gern hören wollen. Wagenknecht ist unbelastet und legt den Finger auf die richtigen Wunden. Für einen alten Sozialliberalen könnte die Linke dann zur neuen politischen Heimat werden.

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LBSF 07.06.2015, 18:52
123. Danke

Danke fuer den gluten Kommentar.
Und danke an den wahren der Genossen. Frueher waere er auch gut in dear SPD aufgehoben gewesen.

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cato. 07.06.2015, 18:53
124. Teil 1

Zitat von aspro86
"Ewiggestrig" kann man auch so einige konservative Politiker nennen. Aber bis hin zu "demokratiefeindlich" ist es doch ein hoher qualitativer Unterschied. Es ist doch bezeichnend, dass für die Unterstellung immer wieder nur mit "SED" und "Stasi" um sich geworfen wird, aber keinerlei Belege aus der heutigen Politik der Partei kommen. Dass die Überwindung des Kapitalismus nicht dem GG widerspricht, wurde bereits vom BVerfG bestätigt, wird aber auch gerne als "Beleg" hergenommen. Mag sein, dass die Verfassungsmäßigkeit nicht immer klar bestimmbar ist. Aber ich habe oft den Eindruck, dass nach dem Trial and Error-Prinzip gearbeitet wird. So nach dem Motto, mal probieren, wenns nicht klappt, hat man ja eh keine Konsequenzen zu fürchten. Dabei wird vergessen, dass solche Gesetze natürlich auch eine Weile wirksam sind, bevor das BVerfG entscheiden kann, siehe VDS. Das Problem an ihrer Argumentation zur Stasi ist, dass wir heute so gut wie alles über die Stasi wissen, aber die Machenschaften des BND ja nur häppchenweise ans Licht kommen und es wohl kaum vermessen ist, zu behaupten, dass der Großteil immer noch nicht bekannt ist, schließlich wird von der Bundesregierung die Aufklärung offensichtlich behindert, so gut es nur geht. Die Geschichte wird nunmal von den Siegern geschrieben.
Natürlich wird die SED angeführt, bei der Linkspartei handelt es sich nunmal um die umbeannte SED. Wir machen das ja sogar bei der NPD, die juristisch nunmal überhaupt nichts mit der NSDAP zu tun hat, aber selbstverständlich immer wieder die Auswüchse ihrer geistigen Väter vorgehalten bekommt, auch wenn diese Partei ihre behaupteten demokratischen Absichten sogar im Namen trägt.

Die Demokratiefeindlichkeit der Sozialisten ist im Marxismus angelegt, der zur Überwindung des Kapitalismus auf eine Revolution zurückgreifen will, um anschließend eine sozialistische Diktatur zu errichten. Jetzt kann man der Linkspartei natürlich glauben, dass sie aus ihren Fehlern gelernt hat und nie wieder die Demokratie abschaffen will, die mangelnde Distanzierung vom Unrechtsregime DDR, eine Kommunistische Plattform, die Verherrlichung von Marx, Liebkneckt und anderen Kommunisten lassen mich persönlich aber daran zweifeln.

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p.rubirosa 07.06.2015, 18:56
125.

Ein Mann, der die an Werte der alten Bundesrepublik immer wieder mit ziemlicher Treffsicherheit wiedergibt.
Und auch die darauf folgende Entsolidarisierung der Gesellschaft in seit Kohl-Zeiten auch immer wieder angeprangert hat.
Seltsamerweise ist er gleichzeitig Mitglied einer Partei, die weder vom einen noch vom anderen irgend einen blassen Schimmer hat.
Gepasst hat das deswegen nie so richtig .

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mumienschubser 07.06.2015, 19:00
126.

Zitat von carlo02
ist ein rhetorisches Genie. Leider für die falsche Sache bzw. Partei. Er kann einem genau erzählen, wie etwas sein müßte, aber dabei dreht er Dinge so zurecht, wie er es braucht.
Er ist ein Linkspopulist, nicht weniger aber auch nicht mehr.

Ich sehe bei ihm keinerlei realpolitische Kenntnisse oder Talente, immer wenn er Inhalte liefern musste hat er versagt, so wie alle Populisten egal ob von rechts oder links.

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Fuscipes 07.06.2015, 19:01
127.

Da macht einer Platz, der richtig gute Oppositionsarbeit geleistet hat, meinen Respekt hat er.
Ich würde mir solche Politiker auch mal wieder in einer Regierung wünschen.

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marten.vestas 07.06.2015, 19:04
128. Schade

Ich habe ihm eigentlich immer (gerne) zugehört, und oft sogar irgendwie zugestimmt. Außerdem schien er immer authentisch zu sein. Ohne ihn hat die Linke kaum noch eine ernstzunehmende Stimme, zumindest nichts wirklich Seriöses (Realistisches) mehr. Wirklich schade eigentlich ....wird mir fehlen !

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cato. 07.06.2015, 19:04
129. Teil 2

Zitat von aspro86
Mag sein, dass die Verfassungsmäßigkeit nicht immer klar bestimmbar ist. Aber ich habe oft den Eindruck, dass nach dem Trial and Error-Prinzip gearbeitet wird. So nach dem Motto, mal probieren, wenns nicht klappt, hat man ja eh keine Konsequenzen zu fürchten. Dabei wird vergessen, dass solche Gesetze natürlich auch eine Weile wirksam sind, bevor das BVerfG entscheiden kann, siehe VDS. Das Problem an ihrer Argumentation zur Stasi ist, dass wir heute so gut wie alles über die Stasi wissen, aber die Machenschaften des BND ja nur häppchenweise ans Licht kommen und es wohl kaum vermessen ist, zu behaupten, dass der Großteil immer noch nicht bekannt ist, schließlich wird von der Bundesregierung die Aufklärung offensichtlich behindert, so gut es nur geht. Die Geschichte wird nunmal von den Siegern geschrieben.
Sie sprechen ein Strukturproblem an, wenn man schon vor der Implementierung eines Gesetzes dagegen klagen könnte, wäre das mit Sicherheit sinnvoller, auch wenn die Arbeitsbelastung des BVerfG zunehmen würde. Nur ist die Frage wäre Willi Brand ein Verfassungsfeind gewesen, wenn ein Richter im Bezug auf die neue Ostpolitik anders entschieden hätte und diese mit dem GG für unvereinbar hielte? Mal davon abgesehen, kann man mit einer 2/3 Mehrheit nahezu die komplette Verfassung ändern, von Artikel 1 und 20 (1-3) mal abgesehen.


Die Stasi wird nicht selten als „größter geheimpolizeilicher und geheimdienstlicher Apparat der Weltgeschichte“ bezeichnet und allein die Größenverhältnisse sollten Aufschluss geben, wo die Unterschiede zwischen BND und Stasi liegen.

BND 6.500 offizielle Bedienstete
Stasi: 150.000 offiziellen Mitarbeitern (davon abgeszogen bereits die 100.000 Zeitsoldaten)

Selbst wenn man berücksichtigt, dass die Stasi deutlich mehr Aufgaben hat, ist eine solcher Größenunterschied vielsagen, besonders weil Deutschland heute ein vielfaches der Größe der DDR hat, was Bevölkerungszahl, Fläche, Wirtschaftskraft etc angeht.

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