Forum: Politik
Hape Kerkeling kritisiert CDU: "Frau Merkel, ran an die Buletten"
DPA

Er saß für die CDU in der Bundesversammlung, doch nun ist Hape Kerkeling enttäuscht: Eine Ablehnung der "Ehe für alle" hält der Künstler für fatal. Im SPIEGEL appelliert er an die Kanzlerin.

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UlrichLamprecht 01.04.2017, 13:23
30. Das GG hat noch mehr Artikel

Zitat von franz.v.trotta
Das Bundesverfassungsgericht hat 2012 noch einmal klargestellt: "Das Grundgesetz stellt in Art. 6 Abs. 1 Ehe und Familie unter den besonderen Schutz der staatlichen Ordnung. [...] Die Ehe als allein der Verbindung zwischen Mann und Frau vorbehaltenes Institut erfährt durch Art. 6 Abs. 1 GG einen eigenständigen verfassungsrechtlichen Schutz. Um diesem Schutzauftrag Genüge zu tun, ist es insbesondere Aufgabe des Staates, alles zu unterlassen, was die Ehe beschädigt oder sonst beeinträchtigt, und sie durch geeignete Maßnahmen zu fördern."
Es ist richtig, dass die Ehe als Lebensgemeinschaft von Mann und Frau definiert ist, was Artikel 3 möglicherweise widerspricht. Ein Rechtsstatut auf der Grundlage der Reproduktionsbiologie zu verteidigen, finde ich problematisch. Ich finde es richtig, die Zellen unserer Gemeinschaft (Ehe und Familie) besonders zu stärken und zu schützen. Ich empfinde es als überholt, Ehe an Unterschiedlichkeit des Geschlechts zu binden und sehr bedenkenswert, Familie auch als Gemeinschaft von zwei gleichgeschlechtlichen Eltern und Kindern zu begreifen, nicht nur als Gemeinschaft von einem Elter und Kindern oder eben verschiedengeschlechtlichen Eltern und Kindern.

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spontanistin 01.04.2017, 13:28
31. Worum geht es eigentlich?

Um's Geld? Oder um's Ehegattensplitting bei der Steuererkärung? Oder andere Privilegien der Ehe? Wieso muss der Staat das Zusammenleben reglementieren? Oder wird das Thema erst bei Kindern relevant, wenn es u. a. darum geht, wie die Gesellschaft die Kindererziehung und -bildung unterstützt und in richtige Bahnen lenkt?

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UlrichLamprecht 01.04.2017, 13:32
32. Überlegenswert

Zitat von kommentarix
Wenn schon Ehe für alle - dann wirklich für alle! Was ist z.B. mit den polyamor veranlagten Menschen? Diese wollen auch Verantwortung übernehmen und sich binden , in einer Ehe lieben und leben - aber eben nicht nur mit einem sondern mehrere Partnern gleichzeitig. ( Wobei ich hier ausdrücklich nicht die gesellschaftlich /religiös begründete Institution der Vielehe meine sondern eine personale Entscheidung.) Wenn man die Gegengeschlechtlichkeit als Bedingung für die Ehe aufhebt - mit welchem Recht hält man an der Zweizahl fest?? Weil eine Ehe zu dritt oder noch mehr Partnern keine gesellschaftliche Akzeptanz fände? Das war bei gleichgeschlechtlichen Ehen auch lange Zeit so. Wegen der Kinder? Wer sagt denn, dass Kinder bei drei sich liebenden Menschen schlechter aufgehoben sind als bei zweien? Weil das staatlich ein Durcheinander gäbe? Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Wenn man mit der Diskriminierung sexueller Minderheiten Schluss machen will - warum werden die polyamoren Menschen außen vor gelassen? Die Piratenpartei hatte eine entsprechende Forderung längst in ihrem Programm - warum drücken sich die anderen Parteien vor dieser Frage - auch die linken? Warum wird sie unter den Teppich gekehrt und in der Öffentlichkeit beschwiegen?? Wenn schon Ehe für alle - dann wirklich für alle!
wenn ich überlege und ihnen folge, dann müsste es auch die Ehe zu fünfzehnt geben, oder? das würde die Kommune der Ehe gleichsetzen. Man kann darüber nachdenken... würde aber auch ein Scheidungsrecht für große Lebensgemeinschaften entwickeln müssen. Meine Meinung nach müssen die Menschen, die alternative Lebensmodelle versuchen, noch eine Weile ohne den besonderen Schutz des GG auskommen aber natürlich muss es möglich sein, solche Modelle zu leben ohne diskriminiert zu werden.

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theunissen 01.04.2017, 13:32
33. Es ist offensichtlich

Die CDU bereitet schon mal ihr Hauptzugeständnis an den kommenden Koalitionspartner vor. Nicht unklug. Die Ehe für alle kostet fast nichts, hat eine breite Zustimmung in der Bevölkerung und SPD/Grüne/FDP können sich vier Jahre lang dafür auf die Schulter klopfen.

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pepe-b 01.04.2017, 13:34
34. @franz.v.trotta

Jetzt dichten Sie aber etwas dazu, was so schlicht und einfach nicht im Grundgesetz steht. Dort steht "Ehe und Familie" - es steht dort NICHT, dass beides nur zusammen geschützt wird. Man kann auch die Ehe zwischen Geschlechterkombinationen jedweder Art schützen und Familien ebenso. Zweitens steht mit keinem einzigen Buchstaben im Grundgesetz irgendwo, dass Ehe als die Verbindung zwischen Mann und Frau definiert oder sogar nur dieser Kombination vorbehalten ist!

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pepe-b 01.04.2017, 13:35
35. @Jeanne E. Maar

"Im erreichbaren Rahmen"? Wer bestimmt den? Und warum sollte das nicht erreichbar sein? Dafür genügt ein einziger Satz im Gesetz.

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pepe-b 01.04.2017, 13:39
36. @UlrichLamprecht

Nein, was Ehe ist, ist im Grundgesetz eben NICHT definiert!

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jerusalem 01.04.2017, 13:51
37. C steht für Christlich, oder?

Jeder der lesen kann, sollte mal in der Bibel, da kommt das Christentum her, den Römerbrief lesen. Irgendwie paßt das nicht zur Ehe für alle. Daher müßte die CDU ihren Namen ändern, oder eben bei der Bibel bleiben.

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UlrichLamprecht 01.04.2017, 13:54
38. Stimmt

Zitat von pepe-b
Nein, was Ehe ist, ist im Grundgesetz eben NICHT definiert!
Habe ich auch nicht gesagt. Die Ehe ist im BGB definiert. Statt dort die eingetragene Lebensgemeinschaft einzubauen, hätte man auch die Ehe anders definieren können. Das GG definiert auch nicht was ein Mensch ist... Wenn sich ein großer Teil einer Gesellschaft einig ist, dass Ehen einfach rechtsverbindliche gegenseitige Verpflichtungen von zwei Menschen sind, dann wird eben die Arbeit getan und Gesetze, Steuerformulare etc. werden umgeschrieben.

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Sportzigarette 01.04.2017, 13:57
39. Bibel = Märchenbuch

Zitat von jerusalem
Jeder der lesen kann, sollte mal in der Bibel, da kommt das Christentum her, den Römerbrief lesen. Irgendwie paßt das nicht zur Ehe für alle. Daher müßte die CDU ihren Namen ändern, oder eben bei der Bibel bleiben.
Was auch immer im Römerbrief steht, selbst die evangelische Kirche ist da weiter und auch sonst hat doch die CDU mit christlich nicht mehr viel am Hut und die CSU noch weniger, ansonsten müßte ja die Ungerechtigkeit ein Hauptthema für diese Partei sein! Außerdem haben wir ja die Trennung von Kirche und Stadt und von daher paßt es eben überhaupt nicht zu einer modernen Gesellschaft. Ehe für alle und basta!

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