Forum: Politik
Hardliner warnt vor Brexit-Aufschub: "Wir werden das schwierigste Mitgliedsland in de
FACUNDO ARRIZABALAGA/EPA-EFE/REX

Brexit-Hardliner Rees-Mogg zählt Theresa May an, die Labour-Partei wirft der Premierministerin vor, sich "keinen Inch" zu bewegen - und die Bundesregierung verfolgt die britische Debatte "mit wachsendem Frust".

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Frankonia 07.04.2019, 15:05
60.

Den Lösungsweg den sie aufzeigen finde ich sehr vernünftig. Den Brexit vollziehen und GB bekäme gleichzeitig für eine Übergangszeit "vernünftige Zölle und Standarts "mit denen man leben kann" müsste aber innerhalb dieser Übergangszeit weiterhin ihren Beitrag in unveränderter(!) Höhe in den EU-Haushalt deinzahlen. Und
Rosinenpikerei sollte verboten werden. Eine geniale Idee! Es könnte aber an der Unvernunft einiger scheitern, da die bekannten Tory Hartliner ein "weiterzahlen" vermutlich ablehnen würden. Eine andere sehr unkonventionelle Lösung aus dem Forum wäre es, so wie es user "spon-facebook-10000012354" vorschlägt: "...die EU (sollte) den Brexit einseitig entfristen und GB unbegrenzte Zeit geben für eine Einigung zwischen der Exekutive und dem Unterhaus". Das wäre ja echt der Hammer wenn man es von der EU Seite aus so beschliessen würde, GB bleibt solange in der (tw.) unbeliebten EU wie es eben sein müsste um einen Kompromiss zwischen den Lagern zu finden und sie müssten dann vielleicht noch viele Jahre lang weiterhin in die EU einzahlen und in den EU Regeln gefangen bleiben, wenn sie sich
einfach nicht einigen könnten. Aber schon an dieser Beschreibung kann man erkennen dass beide, die Britischen Hartliner und (!) die EU Verantwortlichen, die das Gebilde EU doch vor Zerfall und Chaos schützen müssen/wollen, einer Entfristung mit Sicherheit nicht zustimmen würden. Weil auch: Britische Hardliner im EU Parlament das Gebilde EU über die Jahre hinweg immer weiter zerlegen würden... Also, so genial beide Ideen sind, in irgendeiner Weise appelieren
sie beide an die "Menschliche" Vernunft der "bekannten Politiker", eben auch an die Vernunft einige Hardliner, die aber an einer beiderseitig vernünftigen Lösung gar nicht interessiert sind und es scheinbar lieber richtig radikal haben wollen (Britische Sturköpfe?). Ich sehe diese ganze Krise sehr ernst, damit ist wirklich nicht zu spassen. MfG

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Watschn 07.04.2019, 15:10
61. Vergessen Sie's...

Zitat von arr68
bietet Schottland und Nordirland einen Verbleib in der EU an und Werft die handlungsunfähigen Engländer raus, sie haben doch schon reichlich Erfahrungen mit Landverlusten des Commonwealth.
Die EU will Schottland u. Nordirland nicht alleine in der EU.
Das wäre wiederum ein starkes Zuschussgeschäft für Brüssel...
Und ausserdem würde bestimmt Spanien und vermutl. auch Frankreich dagegen ein Veto einlegen. Sie wollen ja um keinen Preis eine Folgeabspaltung von Baskenland, Katalonien o. Korsika präjudizieren...
Und auch die vermeintl. Ölvorkommen vor der schottischen Küste sind zu klein bzw. gehen der neige zu..(Wurde bereits beim Referendum 2014 abgehandelt..)

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helmud 07.04.2019, 15:17
62. Reese-Mogg?

Zuerst sollte man die finanziellen Interessen dieses Abgeordneten überprüfen. Er ist ein Rechtsdraußen, dessen kleines Hirn im 19. Jahrhundert denkt. GB ist schon lange keine wirkliche Macht mehr, es ist eine Insel deren industrieller Kern abhanden gekommen ist, Magret Thatcher lässt grüßen. GB kann außer Dienstleistungen nicht mehr viel mehr anbieten. Gute Zukunft, für dieses Land, gibt es außerhalb von Europa nicht. Wann endlich kapieren diese bornierten Betonköpfe das? Die Brexitbefürworten spielen nur das Lied, das Amerika und Russland komponiert haben.

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hansgeorgkueck 07.04.2019, 15:19
63. Ob eine .....

.... solch unverhohlene Drohung es einfacher macht, aus dem Kuddelmuddel heraus und in eine gemeinsame gute Zukunft zu kommen, weiß ich nicht....

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theuwe 07.04.2019, 15:21
64. Schwierigstes Mitgliedsland der EU?

Waren das die Briten nicht schon zuvor? Stets haben sie auf Sonderrechten beharrt. Und selbst den Austritt gestalten sie zickig wie eine verwöhnte Diva, die sich noch als Weltmacht des Commonwealth wähnt

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Werner Koben 07.04.2019, 15:22
65. bemerkenswert

Bemerkenswert, daß Rees-Mogg GB auf eine Stufe mit Ländern wie Rumänien und Ungarn stellt. Hätte ein Politiker der EU das gesagt, würde Rees-Mogg sicher Gift und Galle speien und würde die Aussage für EU-feindliche Propaganda nutzen... Rees-Mogg weiß allerdings ganz genau, daß die Brexit-Hardliner nur noch ein paar Tage erfolgreich Obstuktionspolitik betreiben müssen, um endlich am Ziel zu sein. Da hilft man gerne mit einer unverschämten Drohung Richtung Brüssel nach.

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Ökofred 07.04.2019, 15:24
66. Interessant

Zitat von 123rumpel123
Ja und? Ändert nichts. Kein Abkommen - was dann? Nur mit Labour ginge es bestenfalls rechnerisch.. Aber politisch nicht denkbar, Nun sitzen alle in der Falle, die sich die EU selber gebastelt hat. Wer sich den Art. 50 durchliest wird feststellen, dass es keine explizite Regelung dahingehend gibt: "Erst Abkommen - dann zukünftige Beziehungen". Im Gegenteil, im Art. 50 findet sich im Zusammenhang mit Austrittsabkommen und zukünftige Beziehungen die Formulierung "wobei". Aber Herr Barnier wollte sich ja unbedingt durchsetzen.
Und ich dacht immer es geht um den Backstop, aber die Hardbrexiter lehnen nur alles ab, damit mit dem Austritt auch ganz bestimmt die Verhandlungen danach gesichert sind.
Ganz bestimmt! Wie kommen sie auf so ein schmales Brett?
Fragen wir noch mal umgekehrt: Wären die Verhandlungen nach Austritt mit dem Deal schon mitgeregelt hätten die Hardliner sofort freudig zugestimmt?

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Ökofred 07.04.2019, 15:26
67. Verstehe..

Zitat von tailspin
Der Brexit hatte von Anfang an 2 toxische Elemente. 1. Waehrend die Volksabstimmung ergab, dass die Briten raus aus der EU wollen, haben sie gleichzeitig ein Parlament gewaehlt, dessen Mitglieder zu 75 %, wahrscheinlich inklusive Theresa May, genau das nicht wollten und den Volkswillen hintertrieben haben. 2. Die EU hat ebenso wenig Interesse am britischen Volkswillen gehabt, und alles getan, um den Brexit zu torpedieren und ein Exempel zu statuieren. Exakt wie im Hotel California. You can check out any time you want, but you can never leave. Das Ergebnis ist eigentlich nicht ueberraschend aber erhellend, wie Volksvertreter funktionieren, wenn man es nicht schon vorher gewusst haette.
Dann beantworten sie doch bitte die Frage, warum die Briten beim Parlament so gepatzt haben anstelle eins zu wählen, dass zielsicher und sofort austritt?

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mimas101 07.04.2019, 15:28
68. Hmm Tja

Ich habe sie, die Lösung...
Wir nehmen alle Spitfires aus den Museen und stopfen die Laderäume mit Körners Gedicht "Männer und Buben" voll (wer seinen Tucholsky gelesen hat kennt das berühmte Zitat). Dann fliegt man Richtung Washington via GB.
Wie der Zufall halt so spielt löst sich die Verriegelung der Ladetüren just über Dover, bis zu den Hebriden, und nach und nach kommen die Seiten mit dem Gedicht herunter.
Die Leute lesen das dann und es beginnt ein Sternmarsch nach London, Big Ben, Parliament und dort wird dann die Königliche Vertretung (man weiß ja, der Stab der hin und wieder mal entführt wird) feierlich in einem großen Tiegel entsorgt. Dann können die Parlamentarier debattieren solange sie wollen und das Volk regiert sich dann selbst, vernunftbegabt und rational. Und die Queen wird, man weiß ja blau-goldenes Kostüm, unter dem Volk sein.

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Nubari 07.04.2019, 15:38
69. Postimperiale Illusionen

Angesichts des unwürdigen Schauspiels auf der Insel sollte man sich die britische Geschichte des 20.Jahrhunderts vor Augen halten: Zerfall des britischen Weltreichs, Unabhängigkeit nahezu aller Kolonien, zwei große Kriege mit Deutschland, die letztendlich dank US-Intervention gewonnen wurden und die Reduktion auf eine Mittelmacht, die seit der deutschen Einigung in Europa auf Platz 2 zurückfiel. Letzteres mag in Deutschland unwichtig erscheinen, doch wurde dadurch ein britisches Trauma verstärkt. Es herrschen dort weithin Illusionen, dass frühere Kolonialländer sich nach einer Rückkehr Britanniens als militärische und moralische Schutzmacht sehnen. Der frühere Feind Deutschland wurde als Bild aufrechterhalten und die eigene Überlegenheit überhöht. Der Eintritt in die EWG geschah aus rein wirtschaftlichen Gründen und der Verbleib in der zunehmend integrierten EU unter dem Motto "Divide et impera" mitunter destruktiv betrieben. Die Wirren des Brexits können mit Blick auf die fortbestehenden Illusionen besser verstanden werden. Hinzu kommt, dass das ehemals erfolgreiche Bildungssystem der Eliten (z.B. Eton) ein dominantes Selbstbewusstsein als Schlüssel zum Erfolg vermittelt. Britannien muss nun endlich lernen, dass die guten alten Zeiten unwiederbringlich dahin sind. Es muss seine Rolle auf der Weltbühne realistisch einschätzen und danach handeln. Ein harter Brexit aufgrund völlig verkorkster Innenpolitik mag da vielleicht hilfreich sein. Die EU sollte auf keinen Fall einer Verlängerung über den 12. April hinaus zustimmen!

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