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Harte Verhandlungen: Merkels Außenpolitiker kritisieren Brexit-Taktik der EU
AFP

Die EU setzt im Brexit-Streit auf einen kompromisslosen Kurs - was führenden Außenpolitikern der CDU nach SPIEGEL-Informationen widerstrebt. Auch Großbritannien sendet intern Friedenssignale.

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chinawoman 28.09.2018, 13:39
1. Wenn die Briten

alles behalten bis auf die Arbeitnehmerfreizügigkeit kommen einen Tag später 20 andere Mitgliedsstaaten und wollen dieses Sonderrecht ebenfalls haben. Das eine geht aber nicht ohne das andere, das sind die Grundpfeiler des europäischen Idee.

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Proggy 28.09.2018, 13:41
2. Harter Brexit schadet der EU

Man könnte sich auf Abkommen einigen, wie sie beispielsweise für außereuropäische, nicht EU-Staaten wie die Türkei oder Kanada auch gelten.
Dann müsste die EU natürlich auf den Bestrafungscharakter verzichten.
Da damit kaum zu rechnen ist, wird sich die EU automatisch selbst ein Steuerparadies, einen starken Mitbewerber um internationale Konzernzentralen und einen Superstandort der Banken und Börse ohne hohe Transaktionsteuern o.ä., vor die Haustüre setzen und ein 'Super-Liechtenstein' schaffen.
Wer keine vernünftigen Handesverträge hat, hat auch kein Druckmittel gegen ein Steuerparadies - so einfach ist das.

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dirkcoe 28.09.2018, 13:41
3. Lieber Herr Röttgen

Sie befürworten also das Rosinenpicken der Briten? Sorry aber Sie haben scheinbar nichts verstanden von der EU und sollten sich besser geschlossen halten. Die Briten wussten genau, was der Brexit bedeutet. Die elementare Unfähigkeit von Frau May ist nun wirklich nicht das Problem der EU.

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pavel1100 28.09.2018, 13:47
4. Was soll das nun wieder

Jede Rosine die wir den Briten zugestehen werden andere Drittstaaten dann zurecht auch fordern. Da Meistbegünstigungsprinzip ist da ganz eindeutig und muss dann auch angewendet werden. Ein bisschen Binnenmarkt kann nicht funktionieren. Entweder ein Modell wie mit Norwegen oder nach dem Brexit ein Freihandelsvertrag ähnlich Kanada, natürlich mit anderen Warengruppen (UK exportiert nun mal kein Holz) und nur da, wo es auch der EU nutzt

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theodtiger 28.09.2018, 13:54
5. Falscher Ansatz

Es ist schon merkwürdig, wenn der gescheiterte Minister für die später wieder gekippte Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke (Röttgen in 2010) sich wieder inkompetent zu schwierigen Verhandlungen äußert. Auch er sollte wissen, dass die EU Kommission (Herr Barnier) entsprechend eines Mandates aller 27 Mitgliedstaaten verhandelt und dass sich auch die Volksvertretung der EU Bürger für eine solche konsequente Verhandlungslinie ausgesprochen hat. EU Demokratie kann unbequem sein. Und wenn man was an der Linie ändern will, gibt es Möglichkeiten dies intern zu versuchen. Solche Signale von Röttgen sind schlicht kontraproduktiv, weil sie eine realistische Einschätzung der Brexit Möglichkeiten im VK im Wege stehen. Ganz sicher sollte die EU nicht die eigene Integrität in Frage stellen, nur um der chaotischen Brexit-Politik der britischen Regierung einen Gefallen zu tun.

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monro 28.09.2018, 13:55
6.

Zitat von chinawoman
alles behalten bis auf die Arbeitnehmerfreizügigkeit kommen einen Tag später 20 andere Mitgliedsstaaten und wollen dieses Sonderrecht ebenfalls haben. Das eine geht aber nicht ohne das andere, das sind die Grundpfeiler des europäischen Idee.
Dem ich nichts mehr hinzuzufuegen.
Wenn die Aussenpolitiker der CDU nicht mal begreifen, dass es sich um die elementaren Grundpfeiler der EU handelt, sollten sie besser ueber einen Resortwechsel nachdenken.

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dr_peist 28.09.2018, 13:59
7. Nicht von May verwirren lassen

Seit dem Votum der Engländer versuchen sie alle EU Bürger davon zu überzeugen dass die EU unfair konsequent zu sein. Aber wer die Fakten prüft weiß es besser. Die gesamte EU inklusive England entschied dass bei den Binnenmarkt Verhandlungen mit Norwegen und Schweiz es keine bzw kaum Ausnahmen gibt. Und so kam es auch. Für England sollen die selben Verhandlungsregeln nun nicht mehr gelten. Das wäre unfair gegenüber allen. Zum zweiten hat England sich nach dem Votum auf die erpresserischen Strategie verstiegen dass die EU einknickt. England hätte von Anfang an einen fairen Ansatz wählen können und ein Freihandelsabkommens verhandeln können. Hier ist nur einer maximal unfair: England.
Alle Politiker und Bürger in der EU müssen durchhalten!

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Zeitwesen 28.09.2018, 14:00
8.

Schön und gut, nur wenn man GB dann so bevorzugt behandelt wie es sich diese "Außenpolitiker" vorstellen, zeigt man damit der EFTA und der Schweiz den Stinkefinger.
GB zuliebe die EU zu schwächen, weil GB gerade mal gerne raus will aus der EU, andererseits aber auch drinbleiben will, allerdings selber bestimmen will wie man dann in der EU bleibt während man raus ist, ist jetzt eher ein britisches Problem.
DIe Möglichkeiten der künftigen Handelsbeziehungen waren schon vor dem Brexit klar am Handelsmodell Schweiz bzw. EFTA zu sehen.
Diese Modelle in Frage zu stellen weil einige Politiker in GB sowie scheinbar einige CDU/CSU Politiker glauben, GB wäre viel wichtiger als die Schweiz oder die EFTA wäre desaströser für die EU als ein Brexit ohne Deal.

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Neapolitaner 28.09.2018, 14:02
9. Die Zerstörung von Handelswegen

bzw. "supply lines" muss strikt vermieden werden. Ggf. mit spartenbezogenen Verträgen. Lebensmittel, die in großer Menge in das UK geliefert werden, die Zulieferketten der Automobilindustrie, um nur die prominentesten zu nennen. Da kann man nicht mit Ideologie arbeiten. Diese Verträge können gerne auch als "Übergangsregelungen" bezeichnet werden. Eine Regelung der Irland/Nordirland , welche die Grenze offenlässt, wird nur möglich sein, wenn NI faktisch Zollanschlussgebiet der EU wird. Dazu gibt es ja historische Vorbilder (Kleines Walsertal u.a.). Die Politiker müssen bei diesen Minimalvereinbarungen liefern. Auf beiden Seiten natürlich.

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