Forum: Politik
Hat die Entwicklungshilfe in Afrika versagt?

Immer wieder gerät die herkömmliche Entwicklungshilfe in die Kritik. Ist die heutige Unterstützung noch zeitgemäß oder hat sie den Kontinent unselbstständig und abhängig von Almosen gemacht?

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Rainer Eichberg 09.04.2009, 12:12
1.

Zitat von sysop
Immer wieder gerät die herkömmliche Entwicklungshilfe in die Kritik. Ist die heutige Unterstützung noch zeitgemäß oder hat sie den Kontinent unselbstständig und abhängig von Almosen gemacht?
Zumindest an den Küsten hat man sich dort überaus selbständig gemacht! Ich vermute jedoch, die Entwicklungshelfer haben jahrzehntelang den Überschuß an Seeräuber-Romanen aus der Buchproduktion dorthin geschickt.

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chirin 09.04.2009, 12:22
2.

Zitat von sysop
Immer wieder gerät die herkömmliche Entwicklungshilfe in die Kritik. Ist die heutige Unterstützung noch zeitgemäß oder hat sie den Kontinent unselbstständig und abhängig von Almosen gemacht?


Natürlich, und das war das Erste, was ich im Unterricht 1955 im Westteil gelernt habe.Mit viel Engagement sammelten die Schulen Geld und dafür wurden Schulmöbel (Tische , Bänke, Schränke und Schreibmaterialien) gekauft (ich glaube die Kinder und Eltern spendeten damals an die 80 000.- Westmark). jedenfalls wurde alles nahc Afrika gesandt und kam Monate später zurück, die wollten Geld. Dann wurde das Geld gesandt und dann war in der Zeitung zu lesen, das sich die Ehefrau- eine ganz dicke Afrikanerin - von dem Geld in England ein entsprechendes "goldenes" - sicher vergoldetes- Bett gekauft habe. Na, bitte!
An den vielen Spenden nach Afrika haben sich in1. Linie die Regierenden des afrikanischen Staates bereichert und natürlich die Organisationen , die eingesammelt haben - auch da die 1.Etage und nicht die vielen ehrenamtlichen Helfer.
Als wir vor 30 Jahren durch Ägypten fuhren - zwischen Alexandria und Kairo - hatten die Franzosen Frischwasser-Leitungen entlang der Ölpipelines gelegt und die Ägypter haben - bei brennender Sonne - gesät und vorsichtig gegossen. Das ist also an den Bedürfnissen des Landes Entwicklungshilfe gewesen und die bringt auch etwas, aber die Deutschen u.a. sehen doch nur zu, wo sie selbst bleiben. Dann gründet ebend die Großmutter eines Politikers zu überhöhten Preisen pro Forma eine Dienstleistungsgesellschaft und schon läuft der Laden. Die Afrikaner in ihren Behörden machen fröhlich mit.
Die von Deutschland geleistete Entwicklungshilfe ist eher pervers. Hier in Deutschland haben wir hungernde Kinder und die Regierung sendet Fernseher und Waschmaschinen nach China, als Entwicklungshilfe, das ist schon besonders merkwürdig.

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annalüse 09.04.2009, 12:32
3.

Zitat von sysop
Immer wieder gerät die herkömmliche Entwicklungshilfe in die Kritik. Ist die heutige Unterstützung noch zeitgemäß oder hat sie den Kontinent unselbstständig und abhängig von Almosen gemacht?
Bitte nichts ändern! Als EU haben wir ein vitales Eigeninteresse daran, dass alles so bleibt wie es ist.
Denn nur wenn die von uns abhängig bleiben, können wir ihnen diktieren, dass ihre Grenzen für unsere Produkte offenbleiben. Das bißchen Entwicklungshilfe nehmen wir aus der Portokasse als Alibi für unsere weiße Weste.

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Orix 09.04.2009, 13:27
4.

Zitat von annalüse
Bitte nichts ändern! Als EU haben wir ein vitales Eigeninteresse daran, dass alles so bleibt wie es ist. Denn nur wenn die von uns abhängig bleiben, können wir ihnen diktieren, dass ihre Grenzen für unsere Produkte offenbleiben. Das bißchen Entwicklungshilfe nehmen wir aus der Portokasse als Alibi für unsere weiße Weste.
Genau! Wir nehemen ihnen weiter die Lebensgundlagen,in den wir ihnen die Fische vor der Nase wegfangen und und.... Laden den Mist an überflüssigen Lebensmittel dort ab, da mit der Bauer sich gar nicht erst mühen muss, denn an die Preis kommt er eh nicht ran. Unsere alten Lumpen folgen hinter her, spart den Kauf der Nähmaschine und unternehmerisches Denken. Weihnachten legen wir was in die Spendenbüchse und schon ist das Gewissen beruhigt.
Blos der Zaun um die EU müsste noch etwas höher gezogen werden, wo kämen wir denn dahin wenn jeder der Hunger hat zu uns will.

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Antisthenes 09.04.2009, 13:37
5.

Zitat von Orix
Blos der Zaun um die EU müsste noch etwas höher gezogen werden, wo kämen wir denn dahin wenn jeder der Hunger hat zu uns will.
Alles reinwinken, oder wie jetzt?

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Toru_Okada 09.04.2009, 13:41
6.

Zitat von sysop
Immer wieder gerät die herkömmliche Entwicklungshilfe in die Kritik. Ist die heutige Unterstützung noch zeitgemäß oder hat sie den Kontinent unselbstständig und abhängig von Almosen gemacht?
Die europäischen Kolonialmächte brachten den „Wilden“ nicht nur die Segnungen der Zivilisation, sondern auch das Wort Gottes. Dabei gingen sie oftmals alles andere als christlich vor … das Afrika bis zum heutigen Tag in den „Genuss von Hilfe“ aus dem Westen kommt, hat vermutlich zwei Gründe: Zum einen ist es das schlechte Gewissen, was Europa antreibt zu helfen. Zum anderen sieht man die Afrikaner noch immer nicht als gleichberechtigte Partner. Es ist eine versteckte Form des Rassismus (indem wir es den Menschen in Afrika einfach nicht zutrauen, dass sie etwas mit eigenen Händen aufbauen können).

Die „Hilfe“ des Westens hatte zur Folge, dass in vielen Ländern Afrikas (besonders südlich der Sahara) eine „Spendermentalität entstanden ist, die ihres gleichen sucht. Afrika hat eine Katastrophenindustrie aufgebaut, die auf Hochtouren läuft. Das schlimme daran ist, dass mit jeder Hilfe aus Europa das Ausmaß der anwächst. Drohte einst einigen Menschen der Hungerstod in Afrika, wurden es mit jeder Hilfe mehr und mehr … und Europa? Es fühlt sich moralisch verpflichtet zu helfen … ein Teufelskreis …

Aber selbst wenn es den Menschen in Afrika gelingen sollte, etwas aufzubauen: Europas „Hilfe“ macht alles zu Nichte! So zerstörte die „Kleidung der Toten“ (d.h. Kleidungsstücke Verstorbener die gespendet wurden) die afrikanische Textilindustrie … Schlachtabfälle die aus Europa nach Afrika fast verschenkt werden, ruinieren die Geflügelzüchter vor Ort … die Liste ließe sich beliebig fortsetzen …

Dass es auch anders geht, beweisen viele asiatische Länder, wie z.B. Vietnam. Auch ohne die wohlgemeinte „Hilfe“ Europas hat sich das Land gemausert …

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meerrettich 09.04.2009, 13:43
7.

Zitat von Orix
Blos der Zaun um die EU müsste noch etwas höher gezogen werden, wo kämen wir denn dahin wenn jeder der Hunger hat zu uns will.
Auch wenn es etwas zynisch klingt: Wenn jeder der Hunger hat tatsächlich zu uns käme, würden Sie sich vermutlich als einer der ersten ziemlich wundern.

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Orix 09.04.2009, 13:46
8.

Zitat von Antisthenes
Alles reinwinken, oder wie jetzt?
Nicht reinwinken,weit vor der Tür stehen lassen, damit man die Armut nicht so sieht.

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Toru_Okada 09.04.2009, 13:47
9.

Nachtrag: Das man auch anders mit Afrika umgehen kann, beweist China. Das Reich der Mitte ist auf dem afrikanischen Kontinent sehr aktiv. Dabei behandeln sie Chinesen die Afrikaner aber nicht wie kleine Kinder, die man bevormunden muss, sondern partnerschaftlich (wobei dahinter knallharte wirtschaftliche Interessen stecken) …

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