Forum: Politik
Hauptstadt: Berlin, eine Kippe
FELIPE TRUEBA/ EPA-EFE/ REX

Wenn es gegen unsympathische, mutmaßliche US-Geld-Schwaben-Touristen geht, kann man sich selbst in Kreuzberg schon einmal mit dem Lebensmitteldiscounter Aldi solidarisieren.

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max-mustermann 01.04.2019, 16:25
10.

So so bisher ging mann also nicht hin weil es zu schmuddelig war und jetzt nicht mehr weil es zu hipp ist. Aber gleichzeitig beschwert mann sich das der Aldi (für mich der Inbegriff der Schmuddeligkeit) weg soll obwohl mann doch angeblich eh schon seit Jahren nicht mehr dorthin geht und es einem deshalb gerade egal sein müsste. Erinnert mich irgendwie an das "Hauptsache Dagegen" Theater was uns das britische Parlament seit Monaten vorführt.

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Crom 01.04.2019, 16:27
11.

Zitat von multimusicman
Die vielen Startups und auch Amazon, oder was es EBay, die erfolgreich am Investieren gehindert wurden. beschäftigen meist nur Freelancer.
Bei uns in der Firma verdienen die Freelancer am besten. Was ist also dagegen einzuwenden?

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Rechtsrum 01.04.2019, 16:34
12. Ein Beispiel für Verblendung

Die Schwaben und die Amerikaner sind also das Problem in Berlin. Nicht die eingewanderten Drogendealer und andere Kriminelle, z.B. die ganzen Clans, die Berlin inzwischen beherrschen und tun und lassen können, was sie wollen? Die Regierung und Justiz sehen nur noch hilflos zu und die Berliner haben ein Problem mit Schwaben? Na dann hat Berlin ja keine echten Probleme - vom Schwaben werdet ihr eher nicht nieder gestochen oder totgerast, allerdings bekommt ihr auch keine Drogen von ihm.

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Freier.Buerger 01.04.2019, 16:37
13. Veränderungen sind schwer

Veränderungen sind schwer und manchmal enttäuschend, vor allem weil es vielen schwer fällt, das gute am Neuen zu sehen und das alte viel schöner erscheint, je länger es her ist.
Unter uns leben eine Reihe von Menschen, denen man nachsagt, sie würden gern die alte Zeit der 50er und 60er wieder haben. Für alle roten waren die 70er das goldene Jahrzehnt während manche Naturverbundene glauben, die Ställe um 1850 müssen das Paradies für die Viechter gewesen sein und dabei vergessen, dass vor allem wir uns - glücklicherweise - ein Stück weit vom damaligen Leben und dem Leben der Viechter entfernt haben. Ein neues Phänomen ist das der Klimachauvinisten, die nach 4 Milliarden Erdenjahren zwischen 1960 und 1990 ein Klimaoptimum erkannt haben, dass es unzweifelhaft zu erhalten gilt.
Jetzt erwirken sich die meisten Erhaltenswilligen eine relativ positive Resonanz in den Medien, einzig die 50er und 60er Jahre müssen trotz den Wirtschafttswunders eine verabscheuungswürdige Zeit gewesen sein denn deren Anhänger erfahren allgemein eine große Verachtung.

Da Aldi kein Phänomen der 50er ist, nehme ich an, dass die Beurteilung der Pro-Aldi-Demo von der Tagesform des Lokaljounalisten abhängig ist.

Das Beseitigen von Misständen, Herr Kuzmany, gelingt am besten, wenn jemand selbst dafür verantwortlich ist. Selbst und verantwortlich sind aber direkt verwandt mit dem bösen neoliberalen Ungeist Eigenverantwortung. Das nun gerade diese im progressiv linken Berlin einem staatgläubigen Fatalismus gewichen ist, sollte einen politischen Journalisten nicht nur, nicht wundern, sondern im besten Falle zur Umkehr bewegen.

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raton_laveur 01.04.2019, 16:46
14. von Anneliese Bödecker:

Die Berliner sind unfreundlich und rücksichtslos, ruppig und rechthaberisch, Berlin ist abstoßend, laut, dreckig und grau, Baustellen und verstopfte Straßen, wo man geht und steht – aber mir tun alle Menschen leid, die nicht hier leben können!

Immer wenn sich jemand so wie durch diesen Artikel äußert, passt das Zitat ziemlich gut.

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derhahn 01.04.2019, 16:52
15. Schwarz zu blau.

Peter Fox hat es schon sehr gut getroffen, Berlin kann so schön hässlich sein. Und ehrlich gesagt ist das was besonderes. Ich finde Berlin zwar dreckig und irgendwie oll, aber der Charakter der Stadt ist unverkennbar. Es ist schade, wenn man es nicht einmal versucht, das alte und neue Berlin einander vorzustellen. Auch der alteingesessene Berliner ist Kundschaft, nicht nur der zugezogen Hipster. Hier sieht man leider wieder, dass bei schicken Architekten und Investoren kein Gefühl für das Milieu existiert oder ein Blick auf alle Bevölkerungsschichten.

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ancoats 01.04.2019, 16:54
16.

Glosse hin oder her - ich kann dieses Gerede über das 'dreckige' und 'vermüllte' Berlin echt nicht mehr hören. Ich wohne seit Mitte der 80er hier, mittenmang, und damals waren die Straßen regelmäßig und überall mit Sperrmüll aller Art dekoriert, Straßen wie U-Bahn-Gleise mit Kippen übersät, die Grünzonen flächendeckend extrem vernachlässigt und gerne von zwielichtigen Gestalten bevölkert - vom Zustand und der Umgebung solcher Orte wie etwa dem Bahnhof Zoo mal ganz zu schweigen - dort ankommend und gezwungen, über diverse rumliegende Bedrogte buchstäblich drübersteigen zu müssen, ließ man sofort jede Hoffnung fahren. Über allem hing zudem zumindest im Winter ein dichter (und stinkender) Dunst aus Ostbraunkohleschwaden und aus - mit allerlei unpassendem Zeugs befeuerten - Kachelöfen, in diversen Straßen z.B. in Kreuzberg und Neukölln warnten Schilder vor herabfallendem Fassadenteilen und Stuck. In den letzten Jahrzehnten, insbesondere nach dem Mauerfall, wurde es definitiv stetig sauberer und 'ordentlicher' hier - und ich sach ma so: der absolut meiste, vorzugsweise auf Straßen und in Parks neben Müllbehältern herumliegende Müll in den Innenbezirken besteht aus den Hinterlassenschaften jener - sich überwiegend zu Besuch befindlichen und/oder jugendlichen - Spezies, die sich in der Millionenstadtwüste offenbar keinen Schritt aus dem Haus trauen, ohne ständig und überall etwas essen & trinken zu müssen. Und zack, eine unfassbare Menge an Take-Away- und Convience-Fraß-Verpackungsmüll verziert seither und immer noch zunehmend die touristisch relevanten Gegenden. Bewegt man sich in 'normale' Gefilde dieser Stadt, sprich: in jene mit eher geringer Touristen, Easyjet-Blagen- und Hipsterdichte, sieht es in Berlin müllmäßig absolut nicht anders als aus als in vergleichbaren Großstädten. Aber woher soll das auch jemand wissen, für den 'Berlin' synomym ist mit Friedrichshain-Kreuzberg, Kreuzkölln und allenfalls noch Teilen von Mitte...

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ancoats 01.04.2019, 17:02
17.

Zitat von fletcherfahrer
"Es gibt einen "Breakfast Market", den "Street Food Thursday", und am 12. April kann man sich bei einem "Try Food Tasting" die faszinierende Welt der Honigsorten erklären lassen." Und schon ist die Sache "hip". Die Welt kann so einfach sein.
Passt doch, denn die meisten Verkäufer/innen dort sprechen auch nur Englisch - was mir persönlich, des Englischen mehr als mächtig, übrigens am meisten auf den Keks geht. Es gibt Tage, da möchte ich jeder Servicekraft, die mich in meinem Stadt in einem stinknormalen Geschäft oder Café oder Restaurant ungefragt in irgendeinem - zumeist - us-amerikanischen Landei-Akzent-Sprech anlabert, und das sind VIELE in manchen Etablissements in manchen Ecken dieser Stadt, ernsthaft die Brille neu arrangieren. Das hat nix mit Globalisierung und Internationalität zu tun, das ist bloß schlechtes Benehmen.

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Proggy 01.04.2019, 17:04
18. Es ist einfach

Auch wenn es den wenigsten gefällt - jeder Ort und jede Stadt, wird primär durch die Bewohner geprägt.
Wer sich das vergegenwärtigt, 'versteht' die Begebenheiten in Berlin ein wenig besser.

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michaelneiss 01.04.2019, 17:17
19. Am unfreundlichsten an Berlin ...

... sind leider immer noch alle zugezogenen Kleinstädter und Landeier, die meinen, die Anonymität der Großstadt sei ein Freibrief dafür, sich gegenüber seinen Mitmenschen wie Sau zu benehmen.

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