Forum: Politik
Hauptstadt: Berlin, eine Kippe
FELIPE TRUEBA/ EPA-EFE/ REX

Wenn es gegen unsympathische, mutmaßliche US-Geld-Schwaben-Touristen geht, kann man sich selbst in Kreuzberg schon einmal mit dem Lebensmitteldiscounter Aldi solidarisieren.

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schwaebischehausfrau 01.04.2019, 18:40
30. Kosmopolitisch weltoffen eben...

Diese modernen Markthallen-Konzepte sind doch nur Ausdruck einer weltoffenen Stadt. Aber offenbar fangen die paar wenigen von der weltoffenen Gentrifizierung ihrer ehemaligen Heimatstadt noch nicht verdrängten einheimischen Berliner langsam anfangen zu realisieren, dass man "Weltoffenheit" nicht essen kann. Jedenfalls nicht, wenn man keinen der neuen Weltoffenheits-Jobs in IT-Startup-Unternehmen, Medien und PR-Agenturen abgekriegt hat. Anstatt einer eh sinnlosen und massig CO2 produzierenden Demo jemand man diesen Menschen einfach mal ehrlich mitteilen, dass für sie eh kein Platz mehr ist in einer hippen und weltoffenen Metropole wie Berlin.

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chrismuc2011 01.04.2019, 19:05
31.

Das Schärfste an dem Protest gegen den Auszug des Aldis ( der nebenbei bemerkt überhaupt nicht in diese Halle passt ( weder optisch noch sonst irgendwie), der nachfolgende DM Markt allerdings auch nicht) ist, dass ungelogen zwei Querstraßen weiter ein anderer Aldi ist. Und in der Umgebung gibt es ja auch noch andere Discounter. Also selbst eine Omi mit schmaler Rente findet noch was preiswertes zu Futtern in Humpelweite.

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flaffi 01.04.2019, 19:16
32. Schön

Passt einfach. War einmal in meinem Leben, auf Dienstreise, musste sogar deswegen fliegen, in diesem Kaff. Mein Vater war sogar dort geboren. Aber ich vergess diese ganze Hundescheiße nicht, die mißtrauischen Blicke in der "Araberstraße" und meine Frau das total versiffte öffentliche Klo an der Mauer nicht. Einmal und nie, nie wieder.

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Das Pferd 01.04.2019, 19:27
33.

Zitat von multimusicman
daher plappernd, passen Sie ganz gut zu Berlin. Aldi zahlt seinen Angestellten übertariflich gute Löhne, leistungsorientiert. Die vielen Startups und auch Amazon, oder was es EBay, die erfolgreich am Investieren gehindert wurden. beschäftigen meist nur Freelancer..............................
es war google, und die wollten für eine halbe Milliarde ein digital Lab auf die Beine stellen. Da geht es nicht um direkte Anstellung, da geht es um die Firmen die das anzieht. Es ist vermutlich langfristig eine der dümmsten Entscheidungen unseres Senats. Und das will was heißen.

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Hoppla! 01.04.2019, 19:40
34.

Zitat von momo1203
Ich finde es schade das sich so wenige wehren. Ich hab ne Kneipe, seit 25 Jahren, überwiegend Berliner Stammgäste. Nun kommen seit Jahren immer mehr Touristen und zugezogene, die denken, überall wo sin hintreten, gehört Ihnen und von daher gibt’s auch keinen Respekt und keine Rücksicht! Gerade am Wochenende hab ich solch eine Bande aus dem Laden geschmissen, die Berliner Gäste waren froh, die Touris haben fluchend meinen Laden verlassen! Ich verzichte gerne auf die 40€, hab dafür n gemütlichen Abend mit coolen Gästen! Wenn das nur mehr machen würden!
Bravo das musste gesagt werden. Natürlich die Scheiss Schwaben-Touris soll man alle rausschmeissen mitsamt ihren Brödle, und die Schwuchteln, die Türken, die Juden, die Zigeuner, die Hartzler, die Asylanten, Wirtschaftsflüchtlinge und Ausländer im Allgemeinen, und lasst uns nicht die lästigen Weiber vergessen mit ihren Schreibabys, die nicht echten Fussballfans, die lauten jungen Leute und die komisch riechenden Alten. Wir sollten so eine Art Deutschnachweis einführen oder einen Berlinernachweis mit Mietverträgen nachweisbar bis zum 16 Jhd. Wie wäre es wenn alle uncoolen einen Aufnäher oder sowas tragen müssten, damit man das sofort erkennen kann. Wir sollten so eine Art Kiezaufseher haben, der im Block nach dem Rechten schauen kann und kriminelle Subjekte und alle Anderen meldet, die nicht originale Berliner Stammgäste sind. Ach wenn das der Führer wüsste lieber Kollege diese Subjekte halten sich ja immer für was besseres, ich kann sie ja so gut verstehen. (Satire aus)

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agnetha1962 01.04.2019, 19:44
35.

Danke für diesen Beitrag. Natürlich gibt dieser auch kleine
Unstimmigkeiten her.
Aber tatsächlich begann alles mit den Schwaben.............und die
Touris kamen und die Investoren auch.
Kreuzberg verliert weiterhin seinen Charme und ich erkenne
meinen Kiez bald gar nicht mehr. Bitte gebt mir mein Kreuzberg zurück, meine Türkischen Nachbarn, mein Kiosk um die Ecke.......und
und und
Eine Kreuzbergerin

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retterdernation 01.04.2019, 19:46
36. Am dem Bahnhof Zoo ...

da ist es geschehen, Du liebtest mich, ich liebte Dich ... findet wohl heute eher auf einer versifften Toilette im Berghain oder dem Kid Catclub oder was davon übrig geblieben ist statt. Wenn es dunkel wird im Herzen der City, dann geht es ab in dieser Stadt, die sich dem Tourismus und der ungebremsten Zuwanderung verschrieben hat. Das war schon damals so, als PVC und später Bel Ami (die Band, nicht das legendäre Edelbordell am Olympiastadion, in dem sie alle waren, die Geld hatten und nach Berlin kamen) Berlin by Night bzw. Berlin bei Nacht sangen, beschreiben das Leben von Rock bis Untergrund. Am Spaß in der Nacht und den kriminellen Auswüchsen hat sich seit den frühen 1980er Jahren nichts geändert. Im Gegenteil - die Clubs sind noch angesagter als damals. Setzten weltweite Trends. Was Heerscharen an Touristen nach sich zieht. Die wiederum ganze Distrikte überschwemmen. Dabei viel Geld bringen und noch mehr Nerven kosten und sich manchmal wie eine ansteckende Krankheit anfühlen. Ähnlich wie die Masern. Heroin und Koks, heiße Uhren und Gold, um mal beim Songtext zu bleiben, haben hingegen zugenommen. Dramatisch. Ähnlich schlimm, wie diese Menschen, die Hunderttausende von Berlinern gentrifizierten. Das Verbrechen in all seinen Schattierungen gab es natürlich schon immer in der Stadt. Doch hat der Zustrom an Menschen aus aller Welt, die Kriminalität explodieren lassen. Man könnte das Gefühl haben, dass sich eine ganze Stadt von weit mehr als vier Millionen Menschen damit arrangiert hat. Selbst die vielen Zugereisten. Also zum Beispiel unsere Schwaben. Die wohnen halt da, wo man alles was vielleicht so etwas wie Verbrechen bedeuteten könnte und sei es nur ein Eisladen am Eck, radikal über ihre Rechtsanwälte wegflexen! Diese Menschen schauen auch immer ganz schnell weg, wenn es zum Beispiel in der U-Bahn mal wieder abgeht. Die Unsichtbaren - nennt man in solch Momenten in Berlin dann unsere Weltverbesserer. Niemand von diesen Gutmenschen hilft Dir dann - wenn Du Dich vor zwei afrikanische Mütter stellst, die von einem Mob anderer Fremder bedrängt werden. Alle die, die von Werten sprechen und sie fordern, schauen dann wie gebannt aus dem Fenster in der U-Bahn auf die graue Tunnelwand. Das ist der der krasse Unterschied zwischen den Zugereisten und uns echten Berlinern. Egal welcher Herkunft, in den entscheidenden Momenten steht der Berliner auf, dann wenn die Ungerechtigkeit so groß ist, dass die anderen während der Bahnfahrt wie hypnotisiert auf graue Tunnelwände starrt. Ach Berlin was fehlst Du mir doch hier an der Ostsee. Wenn ich auf das Meer schaue und mir auf einmal der ganze Dreck, der Stress und diese wundervollen Menschen fehlen, die meine Stadt in sich trägt. Und obwohl der neue Flughafen der Umwelt zu Liebe vom Netz genommen wurde und das dicke B im Winter die Hölle sein kann ... ich steh auf Berlin! Auf dem Bahnhof Zoo ...

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ArnoNyhm1984 01.04.2019, 19:55
37. links, grün, bio, vegan, fair, billig -Finde den Fehler!

Ja, so realitätsblind kann man wohl nur sein, wenn man Berliner Kommunarde ist: Billig muss alles sein -aber bitteschön trotzdem bio, klimaneutral, fair-trade produziert, regional und zu guten Löhnen.. -Egal, Logik war noch nie Sache linken Denkens. Zur Not wird halt nach Steuergeldern oder Enteignung gerufen.

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Byrne 01.04.2019, 20:14
38. Das ist nicht richtig.

Zitat von Das Pferd
es war google, und die wollten für eine halbe Milliarde ein digital Lab auf die Beine stellen. Da geht es nicht um direkte Anstellung, da geht es um die Firmen die das anzieht. Es ist vermutlich langfristig eine der dümmsten Entscheidungen unseres Senats. Und das will was heißen.
Das war keine Entscheidung des Senats. Es hatte reichlich Gegner dieser Ansiedlung gegeben und Google hat deswegen selber Abstand von dem Standort Berlin genommen.

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Referendumm 01.04.2019, 20:16
39.

Und Sie sind wirklich sicher, nach Berlin gefahren zu sein? Ehrlich gesagt, nehme ich Ihnen das nicht ab. Weder bzgl. "Hauptstadtflair und Urbanität" noch "große weite Welt" vor allem nicht bzgl. Freundlichkeit von Berlinern. Vielleicht warens auch "nur" Berliner mit tiefem Migrationshintergrund - die sind häufig sehr höflich und nett.

Testen Sie daher mal ein Taxi mit echter Berliner Schnauze - das wird für Sie ein Kulturschock werden. Vor allem, wenns mal eine Fahrt um zwei Häuserblöcke sein soll. Da kann man froh sein, nicht noch eine Backpfeife zu bekommen.

Wenn man / frau "Hauptstadtflair und Urbanität" haben will, fährt man / frau überall anders hin, aber garantiert nicht nach Berlin. Warum wohl sagt man dort JWD - janz weit draußen? Und damit wird / ist nicht etwa das Umland gemeint!

Viel Provinz, aber wenig mehr als nur Provinz gibt es in B doch fast gar nicht. "Hauptstadtflair und Urbanität" - ich lach' mich schlapp.

Man schaue sich allein mal an, was die tolle Hauptstadt Berlin mit dem Teufelsberg oder gar mit dem Spreepark macht bzw. eben nicht macht! Ein Trauerspiel ersten Grades. Milliarden gibts für ein merkwürdiges Fassaden-Stadtschloss oder dem ollen, nie eröffnet werdenden BER. Aber sonst? Gut, viele - manche sagen zu viele - teils tolle Museen gibts. Dafür ist auch immer massig Geld da, welches woanders viel besser angelegt wäre.

Zur Kolumne von Stefan Kuzmany wäre noch anzumerken: Irgendwie fand ich die ganz lustig zu lesen, aber wenn man es genauer analysiert, ist der Text an Arroganz, Überheblichkeit und Fremdenfeindlichkeit kaum mehr zu überbieten. Auf die Idee, die olle Zig-Kippe mal selber in die nächste Tonne zu werfen, kommen manche Menschen inzwischen auch nicht mehr.
Oder, wie ein Forist anmerkte, dann eben ein echtes Kunstwerk daraus zu machen.

Ich war damals strikt gegen Berlin als (aufgeblasene) Hauptstadt, wie sie heute ist. Ich hätte mir zwar Berlin als Hauptstadt gewünscht, aber die überwiegende Mehrheit an Ministerien und Verwaltungen als Verbleib in Bonn erhofft. Mittels eines Transrapides, zwischen Bonn und Berlin regelmäßig pendelnd, wäre das locker zu handhaben gewesen. Als sich jedoch vor allem die Einwohner von Berlin um die allumfassende Hauptstadt laustark rissen, wusste ich sofort: Das wird denen noch alle ganz sauer aufstoßen. Ja, ein wenig mehr als klammheimliche Freude und jetziges Rumfeixen war / ist schon dabei. War doch ganz klar, was das aus der - bis dato einerseits ruhigen und trotzdem voll pulsierenden, sehr lebensfrohen - einmaligen Insel-Hauptsadt machen würde. Damals glich Berlin wie ein Tanz auf einem lebensprühenden Vulkan - heute dagegen regieren kriminelle Clans, Drogen- und andere Schmuggelbanden, die Prostitution ist auf einem Niveau - na, lassen wir das mal usw .pp. ff.

Ja, ab und an fahre ich noch nach Berlin. Ist ab und an ganz lustig; aber ich bin jedesmal nach wenigen Tagen heilfroh, dieser Stadt wieder den Rücken kehren zu dürfen. Die zig Wochen, die ich in den 80ern mal beruflich in B verbringen durfte, bleiben mir in bester Erinnerung. Heute würde ich mich dagegen vehement wehren. Zwei, drei Tage o.k, aber dann reicht es schon.

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