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Helmut Kohl: Erst Trauerakt im Europaparlament - dann Begräbnis in Speyer
DPA

Die Staatschefs Merkel und Macron sowie Ex-US-Präsident Bill Clinton sollen die Redner sein: Altkanzler Kohl wird mit einem Trauerakt in Straßburg geehrt, ehe er in Speyer beigesetzt wird - und nicht im Familiengrab.

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kkd 20.06.2017, 19:19
1. Tod eines Ex-Kanzlers

Posthum wird Herrn Kohl alles positive, was möglich ist, zugesprochen. Ich weiß, über Tote nichts schlechtes. Aber in diesem Falle möchte ich nicht in die konventionelle Schiene abdriften. Ich kann mich noch gut erinnern, wie sehr über Kohl geschimpft wurde, ob seines Aussitzens der politischen Probleme; wie er durch UdSSR-Präsident Gorbatschow zur deutschen Einheit gefordert wurde. Nicht er ist der Vater der deutschen Einheit - obwohl er dies gefördert hat, bis hin zu dem Versprechen der "blühenden Landschaften" und sein Ignorieren der Kosten (die Lafontain richtig bezifferte). Weiterhin ist der Stillstand unter seiner Kanzlerschaft festzustellen und nicht zuletzt sein letztlich amtsverletzendes Verhalten der Nichtbekanntgabe der damaligen Spender - zwecks Ehrenwort. Letztlich entspricht dies Verhalten nicht einem "großen" Staatsmann, der er meiner Meinung nach nicht war. Der große Staatsmann war Helmut Schmidt.

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Zett 20.06.2017, 19:49
2. Geschmacklos

Unsere Kanzlerin redet am beim Trauerakt vom Altkanzler , ich habe Dr. Kohl niemals als einen menschlich gewinnenden Mann empfunden und war auch politisch nicht mit ihm daccord aber so eine Taktlosigkeit (auch wenn es eine Pflichtübung ist) sollte man zu diesem Anlass vermeiden, das ist eine Aufforderung zur Heuchelei.
Für die Familie ist die Beisetzung in Speyer meiner Meinung nach wohl das Passende bei diesen Mann, der wohl in Zwietracht und Vertuschung starb.

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twebbs 20.06.2017, 19:51
3. Traurig

Dass sich Kohl entscheidet nicht mit Hannelore in einem Grab zu liegen ist bestürzend. Er hat mit dem Bruch mit seiner kompletten Familie sehr viel Hochachtung in seiner Heimat eingebüsst. Ist das die katholisch konservative "geistig moralische Wende", welche er einst probagiert hat und der Nation aufzwingen wollte ? Scheint so.

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mike.rassmann 20.06.2017, 20:00
4. Machtpolitiker..nicht mehr

Helmut Kohl war so ziemlich alles und hat mehr als andere polarisiert. Aber ein großer Staatsmann war er nie. Er war zur rechten Zeit am rechten Ort. Die Wiedervereinigung hätte es auch ohne Helmut Kohl gegeben. Diese Lobdudelei und diese Heuchelei von manchen Weggefährten zeigt wie verlogen Politik sein kann und das dass Kurzzeitgedächnis bei manchen anscheinend ziemlich ausgepägt ist. Helmut Kohl hat sich an sich selbst berauscht und hat am Ende als Mensch versagt.

Die wahre Größe eines Menschen abseits dessen was er tut , zeigt sich im privaten. Mehr muss man zu Helmut Kohl nicht sagen.

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M. Vikings 20.06.2017, 20:28
5. Gut gewählt Helmut.

Die 36jährige Bauzeit des Spyerer Doms
soll wahrscheinlich die Wiedervereinigung symbolisieren.

Außerdem liegt da Beatrix Barbarossa (geb. von Burgund).
Sollten die Künstler bei ihrer Büste und dem Gemälde
nicht all zu sehr geschummelt haben
und die zeitgenössischen Quellen nicht irren,
war sie ein ziemlich heißer Feger.

Weiterhin liegen dort begraben:
- Konrad II († 1039)
- Gisela von Schwaben († 1043), Kaiserin, Gemahlin von Konrad II.
- Heinrich III.(† 1056), Sohn Konrads II.
- Heinrich IV. († 1106), Sohn Heinrichs III.
- Bertha von Savoyen († 1087), Kaiserin, Gemahlin Kaiser Heinrich IV.
- Heinrich V. († 1125), Sohn Heinrichs IV.
- Agnes († 1184) Tochter von Beatrix von Burgund
- Philipp von Schwaben († 1208), Sohn Friedrich Barbarossas
- Rudolf von Habsburg († 1291)
- Adolf von Nassau († 1298)
- Albrecht von Österreich († 1308)

Er ist also in bester Gesellschaft,
und sein Volk flaniert auch jeden Tag an ihm vorbei,
wenn auch nicht unbedingt seinetwegen.

Und bevor sich jetzt jemand beschwert
das ich Herrn Kohl in de Überschrift duze,
ich darf das,
er war schließlich 16 Jahre mein Bundes-Vater.

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puma1 20.06.2017, 20:35
6. Was denn nun?

Trauerfeier oder Europäischer Staatsakt, wie Juncker es gerne möchte?
Zur Trauerfeier habe ich nichts einzuwenden, zum EU-Staatsakt sehr wohl: es existiert nämlich kein Staat Europa, daher kann es ganz einfach keinen Europäischen Staatsakt geben!

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TheFrog 20.06.2017, 20:51
7. Das kann ich voll unterschreiben.

Zitat von kkd
Posthum wird Herrn Kohl alles positive, was möglich ist, zugesprochen. Ich weiß, über Tote nichts schlechtes. Aber in diesem Falle möchte ich nicht in die konventionelle Schiene abdriften. Ich kann mich noch gut erinnern, wie sehr über Kohl geschimpft wurde, ob seines Aussitzens der politischen Probleme; wie er durch UdSSR-Präsident Gorbatschow zur deutschen Einheit gefordert wurde. Nicht er ist der Vater der deutschen Einheit - obwohl er dies gefördert hat, bis hin zu dem Versprechen der "blühenden Landschaften" und sein Ignorieren der Kosten (die Lafontain richtig bezifferte). Weiterhin ist der Stillstand unter seiner Kanzlerschaft festzustellen und nicht zuletzt sein letztlich amtsverletzendes Verhalten der Nichtbekanntgabe der damaligen Spender - zwecks Ehrenwort. Letztlich entspricht dies Verhalten nicht einem "großen" Staatsmann, der er meiner Meinung nach nicht war. Der große Staatsmann war Helmut Schmidt.
Kohl war ein Machtpolitiker und die Wende ist ihm in den Schoss gefallen.
Sein Ehrenwort war Rechtsbeugung.
Aber Angela war eine gelehrige Schülerin.
Der Hype und Kohl ist mehr als übertrieben. Man könnte meinen, da wird ein Deutscher Kaiser beerdigt.
Über die Toten nur Gutes...aber irgendwann muss auch mal gut sein. Lasst ihn in Frieden ruhen und lasst uns beobachten, wie die Leichenflederei nach seiner Beerdigung so richtig Fahrt aufnimmt und schauen wir mal, was da noch so alles ausgegraben werden wird.

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alkman 20.06.2017, 21:00
8. Kohl Beisetzung

Sehr gute Planung in Verbindung mit Straßburg und Speyer, letzteres auch als Begräbnisort neben dem Salierdom. Es wäre kein Problem, auch die erste Ehefrau Hannelore dorthin umzubetten, wenn man es denn will.

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genugistgenug 20.06.2017, 21:29
9. Kohl's Ehrenwort für Kriminelle, über UNSERE Gesetze, ist alles was bleibt!

Auch wenn man nun versucht ihn zur Lichtgestalt zu glorifizieren, die Kohl garantiert nie war. Er war ein Bürokrat der sich seine Posten ersessen hat und Kanzler wurde, weil er Parteivorsitzender war.
Die einzige Leistung die er erbracht hat, war, dass alles 'eingeschläfert' wurde und Deutschland zum Bürokratetenland verkam.
Sein Ehrenwort für Kriminelle hat alles, was er vielleicht doch noch getan haben könnte, kaputtgemacht.
Ich erinner mich noch an einen Vergleich Schmid/Kohl (war auch im Spiegel) wo sich die Wirtschaftsbosse um einen Platz im Flugzeug von Schmid nahezu geschlagen haben (auch eine Kiste zum sitzen hat gereicht), während Kohl Schwierigkeiten bekam qualifizierte Geschäftspartner mitzukriegen.
Kohls Vermächtnis ist die heute noch andauernde Lethargie in Bürokratie, Politik und Wirtschaft. Oder kann sich noch jemand daran erinnern, wann in D. zuletzt federführendes entwickelt wurde? Wir können uns nur an die vielen Schreie nach Subventionen erinnern, ohne die anscheinend nichts mehr geht.

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