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Hessenwahl und die Folgen: Auf nach Jamaika
DPA

Die massiven Verluste von CDU und SPD bei der Hessen-Wahl können nicht ohne Folgen im Bund bleiben - wenn diese beiden als Volksparteien überleben wollen. Der Wandel der Grünen bietet ihnen eine Chance.

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Pinon_Fijo 28.10.2018, 22:49
1.

Worin soll denn die Alternative zur Großen Koalition bestehen?
Aus einem SPD-geführten rot-grünen Bündnis? Oder aus einer schwarz-gelben Koalition?
Jede dieser potentiellen Regierungen würde 60% der Bürger und Wähler mit ihren jeweiligen Vorhaben vor den Kopf stoßen. Dann doch besser rot-schwarz, die treten zumindest nur 40% oder 50% der Bürger auf die Füsse!

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testuser2 28.10.2018, 22:52
2. Ich denke auch, dass jetzt Jamaika in Hessen kommt

Wenn es für Schwarz-Grün tatsächlich nicht reichen sollte, dann denke ich auch, dass in Hessen Jamaika kommt. Lindner hat im Bund einmal Rückrat gezeigt, jetzt ist es aus FDP-Sicht klüger, Verantwortung zu übernehmen und die FDP-Spitze in Hessen will das auch. Auch Lindner und Habeck dudzen sich bei Anne Will auffällig freundlich.

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Europa! 28.10.2018, 22:55
3. Alle warten auf Angela

Heute Abend haben sich Frau Kramp-Karrenbauer, Jens Spahn, Christian Lindner, Robert Habeck und Andrea Nahles für die Zeit nach Angela Merkel positioniert. Es klingt so, als stünde eine Jamaika-Koalition in Berlin bevor. Wer sie anführt - darauf darf man gespannt sein.

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Newspeak 28.10.2018, 23:02
4. ....

"Die Frage ist nur: Wie findet man den Absprung?"

Was ist denn so schwierig daran, seinen Rücktritt zu erklären? Glauben diese Leute wirklich, das Land brauche sie, und nur sie? Es gab eine Zeit vor Merkel und es wird eine danach geben. Merkel hatte wahrlich genug Zeit, ihre Vorstellungen umzusetzen. Wenn sie es gemacht hat, gut, wenn nicht, dann ist es jetzt zu spät dazu. Demokratie heisst nicht nur wählen, sondern vor allem auch Erneuerung des politischen Personals. Im US Militär sind Generäle oft nur wenige Jahre auf einer Position und viele andere Karrierewege bestehen ebenso aus kurzen Episoden, und das hat einen Grund, weil nach vier Jahren nichts Besseres mehr kommt, weil dann Routine einsetzt, weil Leute dann denkfaul werden, langsam, bequem. Warum nicht endlich einmal die Amtszeit des Kanzleramts beschränken? Es wäre für alle Beteiligten besser. Dann muss man sich auch obige Frage gar nicht erst stellen.

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Spiegulant 28.10.2018, 23:09
5. Bürgerliches Lager hat gewonnen.

Mit Grünen, SPD, Linken und FDP hätte ein demokratisch-bürgerliches Lager in Hessen gewonnen.
Wenn sich denn die FDP wieder ihrer liberalen Wurzeln ala Baum besinnt, anstatt Komikern wie Westerwelle oder Möchtegern-BWLern wie Lindner nachzulaufen.
Wahrscheinlich aber wird sich die FDP einmal wieder rechts-kapitalistisch zeigen, als Interessenvertretung der Vermieter und Besserverdienenden.
Die SPD wird sich einmal mehr selber sabotieren und der CDU andienen, anstatt die Interessen der Arbeiter zu vertreten.
Die Linken werden sich wie üblich selber zerfleischen, anstatt klare Kante gegen Bonzen, Steuerflüchtlinge und Lobby-Kapitalisten zu zeigen.
Den Grünen werden die utopischen Flügel wachsen, um mit großem Binnen*I* und ähnlichem Unsinn Symbolpolitik vorzutäuschen, anstatt klare Kante ordentliche bürgerlich-freiheitliche Sachpolitik durchzuziehen.

Und damit wird sich das Strohfeuer verzundern, und nichts dabei rum kommen.

Die AfD in ihrer Rolle als Opposition gegen alles wird gegen alles anstänkern und intrigieren und provozieren, ohne jemals irgendwas schaffen zu müssen. Der Wähler wird sie dafür lieben.

Die CDU glaubt immer noch, in der Rolle einer "Volkspartei" zu sein, und wird kurz nach der SPD untergehen.

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egonv 28.10.2018, 23:11
6.

Wenn man die Grünen zum bürgerlichen Lager zählen muss und sie an die CDU gekoppelt betrachtet werden müssen, dann geht es weiter mit der Alternativlosigkeit der Regierung. Weitere vier Wahlperioden unter CDU Führung, weiter vier Wahlperioden einen Mix aus Stillstand und neoliberalen Ideen. Letzteres wird durch die FDP nur stärker und die Grünen schauen dann zu während sie ein paar umwelt- und energiepolitische Konzepte umsetzen, die sowieso in jeder Regierung aufgrund der Sachlage erfolgen müssten und würden. Da erkenne ich Ähnlichkeiten zu SPD Ideen wie dem Mindestlohn.
Es glaubt doch niemand ernsthaft, dass die SPD und/oder die Linke im kommenden Jahrzehnt vom Stimmenanteil her an CDU+FDP+Grüne herankommt? Die AFD wird bei einer Jamaika-Koalition auch nicht deutlich schrumpfen. Es wäre ein Warten bis die Grünen keine Lust mehr haben und ins linke Lager wechseln (vgl. FDP Anfang der 70er) oder bis die CDU die Grünen so klein hat, das es wieder GroKo gibt, weil die Grünen dann mit

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VadidWyle 28.10.2018, 23:13
7. Volkspartei?

Zumindest ist wohl allen klar geworden, dass man den Begriff aus dem Wörterbuch inzwischen streichen kann.

Aber die CDU hat ja mal wieder "einen klaren Regierungsauftrag" vom Wähler erhalten, nicht wahr?
Wen interessiert schon, dass sie auch die höchsten Verluste eingefahren hat...

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Patrizier 28.10.2018, 23:13
8.

Mal ein Kommentar, an dem ich nichts grundsätzlich auszusetzen habe. Insbesondere den Rat an die SPD, sich endlich wieder um ihre Klientel zu kümmern, kann ich nur unterstreichen! Eine Kanzlerin Kramp-Knarrenverkäufer wäre zwar ganz sicher nicht meine, doch wir brauchen dringend die Rückkehr zu politischer Unterscheidbarkeit und dafür würde ich sie als Übergangskanzlerin wie Kissinger in Kauf nehmen.
Gut auch die Verortung der Grünen bei den bürgerlichen Parteien. Beim Sitzverteilungsdiagramm waren sie früher immer links von der SPD einsortiert, das ist seit einigen Jahren bereits obsolet. Die sind inzwischen eine Art Wohlfühl-FDP und daher auch Lieblinge unserer Medien. Ihr Absturz wird jedoch schon noch kommen, in 10-15 Jahren spätestens.

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trolls99 28.10.2018, 23:19
9. Jamaika ermöglicht eine Rückkehr zu politischen Lagern ?

Das glaube ich nicht, denn in den für mich zentralen Fragen wie offene Grenzen, Europapolitik oder Energiepolitik unterscheiden sich die Parteien nur wenig voneinander und von der SPD.

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