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Hickhack um Protestaktion: Femen und der Weltkriegsbomber

Eine Femen-Aktion feierte einen Weltkriegsgeneral, der deutsche Städte bombardieren ließ. Es folgten mehrere Wellen der Empörung - auch weil offenbar eine Berliner Politikerin beteiligt war. Eine kleine Geschichte über Disziplin beim Busenprotest, Kriegsgedenken und Antideutsche.

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Berliner42 19.02.2014, 22:45
90.

Zitat von charlie1111
Wenn man diese ganzen Relativierungen hier liest, erscheint mir die Aktion der Damen auf einmal für sehr sinnvoll. Es geht um die Verbrechen der Deutschen und deren Folgen auch für sich selbst. Kein gericht der Welt wird einen Mörder danach beurteilen dass auch schon andere gemordet haben.
Also waren die Opfer in Dresden Mörder? Ein paar davon bestimmt, aber sicher nicht die Masse. Und "kein Gericht der Welt" würde dann so ein Urteil sprechen, wenn wir schon bei dummen Analogien bleiben.

Was die Aktion der Damen angeht, kann man davon ausgehen, daß die prinzipiell nur rudimentäre Geschichtskenntnisse haben. Das ist heute leider so. Insofern kann man die auch nicht erstnehmen.

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porsenna 19.02.2014, 22:53
91. Hoffentlich.....

begreifen sie nie wie peinlich diese Aktion war, denn das wäre ein hartes und bitteres erwachen. Die Nazis waren Verbrecher und viele unserer vorfahren haben Schuld auf sich geladen aber die Bombardierung unserer Städte war wenig besser und ist unabhängig von allem ein Schande gewesen. Das eine hat eben einfach nichts mit dem anderen zu tun. So zu tun als hätte es ein klares Richtig und klares Falsch gegeben zwischen dem man sich einfach nur entscheiden musste ist eben so dumm wie die albernen Parolen der Neonazis. Das besondere daran sich mit der Nazizeit auseinander zu setzten ist eben dass es viele viele Geschichten und viele Gründe gibt. Seine Brüste an die Luft zu stecken und zu provozieren wird auf die Dauer nicht genügen. Diese Akton im Kölner Dom war das erste Anzeichen, daß Femen beginnt sich zu verrennen mit dieser Aktion ist klar das sich dieser Trend fortsetzt.

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GetulioV 19.02.2014, 22:56
92.

Zitat von charlie1111
Kein gericht der Welt wird einen Mörder danach beurteilen dass auch schon andere gemordet haben.
Ja eben. Der Umstand, dass auch, meinetwegen sogar vor allem, von Deutschen Gräueltaten, Morde, Kriegsverbrechen verübt wurden, macht einen Harris nicht weniger zum Mörder und Kriegsverbrecher.

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e.onegin 19.02.2014, 23:07
93.

Zitat von vulcan
Sehr bizarre Sichtweise - schon mal daran gedacht, dass u.a. diese Atomwaffen dazu beigetragen haben, das niemand daherkommt um Deutschland (und andere) tatsächlich zu unterjochen? Das es niemand versucht hat, heisst in gar keinem Fall automatisch, dass diese und andere hier stationierte Waffen unnötig waren. Wird nur in Ausblendung der ansonsten möglichen Geschehnisse gern so gesehen und vorgetragen - so wie von Ihnen.
Der Punkt war nicht was diese Waffen moeglicherweise bewirkt haben sondern ob wir eine Wahl hatten. Vielleicht haette die Force de Frappe sogar noch abschreckender gewirkt, wenn die Raketen eine Reichweite ueber das Bundesgebiet hinaus gehabt haetten. Aber auch da hatten wir keine Wahl. Insofern: Sehr bizarre Antwort.

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HenryFromWob 19.02.2014, 23:14
94.

Peinlich, töricht, einfach dumm... der britischen Luftwaffe für die Tötung Zehntausender Zivilisten zu danken, ist also eine neue Form der Aufarbeitung unserer Geschichte. Tragisch, dass man glaubt, man müsse etwas provokantes machen, nur weil man bei Femen oder der Piratenpartei aktiv ist. Das hier ist jedenfalls eher geschmacklos, unethisch und nicht bloß deutschen-, sondern vielmehr menschenfeindlich.

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leberwurst83 19.02.2014, 23:38
95.

Mit einigem Befremden wundere ich mich über die Diskussion hier.
Es werden Argumente pro & contra gesammelt, warum Menschen sterben sollten.
Aus meiner moralischen Sicht ist die systematische Vernichtung von Zivilbevölkerung ein Verbrechen. Genauso wie das unsägliche Leid das Deutsche anderen Völkern und ihrem eigenen angetan haben.
Aber eine Aufrechnung von Opfern und eine Rechtfertigung für systematischen Mord verbietet sich meiner Meinung nach schon aus dem Anstand heraus.
Man sehe es mir als naiven 30 jährigen nach, aber jeder Tote (egal auf welcher Seite) war ein Toter zu viel. Ich bin heilfroh dass ich nicht in dieser unsäglichen Zeit groß geworden bin. Diese Leid und den Terror auf beiden Seiten nicht erleben musste.
Man könnte sich einfach auf die einzig sinnvolle Parole einigen: Krieg ist scheiße - nie wieder Krieg...aber vielleicht ist das für ein Land das sich selbst wieder in eine große Grube Dreck fährt zu viel gedacht...

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GeistderWelt 20.02.2014, 00:00
96.

Zitat von charlie1111
Wenn man diese ganzen Relativierungen hier liest, erscheint mir die Aktion der Damen auf einmal für sehr sinnvoll. Es geht um die Verbrechen der Deutschen und deren Folgen auch für sich selbst. Kein gericht der Welt wird einen Mörder danach beurteilen dass auch schon andere gemordet haben.
Ach so, bei den deutschen ist es ein Verbrechen, bei den anderen Humanitäre Hilfeleistung? Wenn ich das Bombardieren von Zivilbevölkerung, wie durch die deutschen in England geschehen, als Verbrechen bezeichne, kann ich nicht das bombardieren von Zivilbevölkerung in Deutschland gutheißen. Mord bleibt Mord, egal ob das Opfer Schwarz,weiß,gelb, lila oder grün war.
Und solange man das ganze nicht objektiv betrachtet....hat man auch nicht wirklich dazu gelernt.

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turinturambar 20.02.2014, 00:01
97. Die AKtion

bedingt, dass die Disskussion nicht abflaut, daher ist sie als richtig zu bewerte.
Ständiger Geschichtsrevisionismus und "Oh Gott was haben die Deutschen gelitten" und "Nun muss mal Schluss sein mit dem ganzen dtriiten Reich, waren doch eh nur ein paar verrückte EInzeltäter"
Pustekuchen, Deutschland-> Aggressor, Gewollter Totaler Krieg!, Keine Änderungen nach Stalingrad oder der Normandie Invasion.Unterstützung ungebrochen in der Bevökerung.
Daher Schluss mit den Gejammer, nicht vergessen, nicht vergeben.
Pasta, Femen oder alle anderen weiter so.

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telltaleheart 20.02.2014, 00:24
98. Thesen von gewaltfreien Massenmördern

Zitat von dean_reed
Dass erinnert ein bisschen an Geisslers "Nur der Patriotismus der 30er Jahre hat Ausschwitz ermöglicht" Noch "intelligenter" geht es kaum, oder?
Genauer gesagt sprach Herr Geissler vom "Pazifismus der 30er Jahre". Aber ich vermute das meinten Sie auch. Oder?

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waldschrat72 20.02.2014, 00:28
99. Das geht definitiv zu weit.

Bei allem gebührenden Respekt für politisches Engagement junger Leute. Ich bin Dresdner der 2. Nachkriegsgeneration. Und habe meine Stadt noch aus Kinderperspektive der 70`er im Gedächtnis. Eine ausgeräumte Sandsteinwüste, noch schwarz gefärbt vom Feuersturm. Und auf meine kindlichen Nachfragen an die Älteren, was das denn sei, sind die vielen Erzählungen gekommen, die jede für sich so grausam waren, dass es für die nächsten 10 Generationen reicht. Es bedarf nun wirklich keines Dankes an ein Verbrechen an der Menschheit für dieses schändliche Ereignis. Selbst den Engländern selber ist das Geschehene längst mehr als unangenehm. Und noch wichtiger: es bedarf keines neuen Hass Schürens gegeneinander, denn meine Stadt ist damals untergegangen, und niemand wird sie jemals in alter Pracht zurückholen können.
Aber ein gewisses Maß an Pietät, das sollte man voraussetzen können. Von jedermann / jeder Frau.
Eines ist gewiss: Femen hat sich mit dieser Aktion in Dresden für ewig unmöglich gemacht.

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