Forum: Politik
Hillary Clinton in der Stunde der Niederlage: Abgemeldet
REUTERS

Hillary Clintons Präsidentschaftsträume versickern in einer schockierenden Niederlage. Das muss schwer zu verkraften sein - trägt sie doch selbst die Hauptschuld daran.

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Redeye 09.11.2016, 19:12
80.

Zitat von Morgenstern064
Warum hat der Spiegel eigentlich nicht darüber berichtet, sondern sich mit der Meute um jeden Wortfetzen von Donald Trump gerissen? https://wikileaks.org/podesta-emails/emailid/40193
Das würde ich auch gerne wissen.
Ich finde Trump furchtbar aber wenn ich in den USA wählen könnte glaube ich nicht, dass ich mich dazu hätte überwinden können, für Clinton zu stimmen. Schwer zu sagen, wer von diesen beiden das kleinere Übel war, die Zeit wird es zeigen.

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die-metapha 09.11.2016, 19:19
81.

Zitat von franz.v.trotta
Die Menschen haben die Manipulationsversuche der Medien durchschaut und sich gewehrt, auf ihre Weise, in der Wahlkabine. Wirklich freuen kann man sich darüber nicht.
Oder sind sie nicht vielmehr den "Manipulationsversuchen" eines Populisten zum Opfer gefallen?
Man wird sehen, was Trump von all den lautstarken und selbstherrlichen Ankündigungen in die Realität zu transferieren in der Lage ist.
Aber sie haben recht - wirklich freuen kann man sich darüber nicht.

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M.P.F.C. 09.11.2016, 19:26
82. Its democracy stupid

möchte man den Kommentatoren, Meinungsführern/machern, Demoskopen, spin doctors und all denen zurufen, die es immer schon wußten. Abwarten und Tee trinken.

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Adrianstein 09.11.2016, 19:27
83. Impressionen , keine endgültigen Schlüsse

Sicherlich war HRC das perfekte Feindbild in vielerlei Hinsicht. Eine disziplinierte, kontrollierte und kontrollierende Frau mit vielen Feinden am Wegesrand ihrer ehrgeizigen Karriere. Einer intransparenten Stiftung und vertraulichen Emails auf ihrem privaten Server. Und ihre über 25 jährige Verbindungen in Washington,DC und vorher Arkansas. Zu Experten und Konzernen , und "voller Bildungsnähe ".
Aber entscheidender war die seit genau dieser Zeit beginnenden Abwertung der Jobs in der Provinz der USA, von Landwirtschaft und industrieller Produktion gegenüber IT , Dienstleistung und Produktion in Mexico und Übersee.
Nur nach diesem Wahlkampf mit einem Donald Trump als postfaktischem Realitystar ist klar, dass unter diesen Vorausetzungen ein rationales Programm mit Argumenten und diskursiver Zukunftsplanung nicht mehr anzieht.
Denn Rache an der Washingtoner Kaste spielte schon latent bei ihrem "frischen, charmanten " Mann und dem "grundehrlichen" Gerrge W eine Wirkung jenseits der Vernunft.

Ich bezweifele, dass in Deutschland , auch durch das Wahlsystem, ein Kandidat wie Trump mehr als 33 % der Sitze bekäme. Viel Sendezeit schon. Auch genauso wie in den USA ist die kulturelle Lücke und die gefühlte Spaltung in Deutschland genauso tief wie dort. Man kann einfach nicht mehr argumentieren oder sich auf einen Kompromiß mit Leuten um die AfD oder Front National verlassen oder glauben, dass sie am gleichen gemeinsamen Europa arbeiten wollen. Sie wollen Rache üben, erfolgreiche fallen sehen und dann Mauern bauen.

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wahn-sinn 09.11.2016, 19:33
84. neunmakluges dummgeschwätz

...ja ,ja im nachhinein sind immer alle schlauer, und also auch DER SPIEGEL, der es ja schon immer (alles besser) wusste. und immer die ewige schuldfrage - herrrje, wir sind hier nicht im religions-unterricht! versagt hat, ja auch clinton, aber doch genau so diese erbärmlichen republikaner, die nicht fähig waren, einen anderen/besseren kandidaten zu nominieren! wer hat denn die letzten jahre alles im abgeordnetenhaus blockiert? genau, diese dumpfbacken von nationalisten. und genau die: männlich, weiß, 45 jahre aufwärts, hat diesen "tr(i)ump(h) der dummehit" gewählt. bezahlen werden am ende, genau diese wähler (sic!), die rechnung, wenn trump nach vier jahren wieder abgewählt wird und noch mehr schulden hinterlassen hat. jedes land bekommt halt, was und wem es (ver-)dient!

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sinasina 09.11.2016, 19:34
85. Hat Herr Assange bzw. WikiLeaks eigentlich je Details aus China oder Russland veröffentlicht?

Ich gehöre zu denjenigen, die sicher waren, dass in Amerika Frauen quer durch alle Schichten Frau Clinton wählen würden. Zumal hier auf SPON viele schrieben, es gäbe in Amerika mehr wahlberechtigte Frauen als Männer.

Nun muss man konstatieren, dass Amerikas Frauen entweder doch nicht in dem Maße zu Wahl gegangen sind, wie angenommen. Oder konservativer sind, als gedacht, gerade auch in der Abtreibungsfrage.
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Zudem musste Frau Clinton einen Wahlkampf führen, wie kein Mann in je führen musste: Hätte sie genau solche emotionale Reden geschwungen, wie Herr Trump - hätte man ihr vorgeworfen, eine hysterische Frau zu sein. Weil sie es nicht tat - galt sie als kalt wie ein Fisch.
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Und dass Leute wie Julian Assange bzw. der FBI so massiv in den Wahlkampf eingriffen, hat es zuvor meine Wissens auch nicht gegeben. Ich möchte ja nicht wissen, wie viele (auch hochrangige) Arbeitnehmer berufliche Mails auch auf ihrem privaten Computer abgespeichert haben.
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Hat Herr Assange bzw. WikiLeaks eigentlich je Details aus China oder Russland veröffentlicht?
Läuft in diesen Ländern immer alles so politisch korrekt, dass es von dort nichts zu berichten gib? Haben diese Länder soviel bessere Sicherheitsadministratoren, als Amerika und Europa? Oder ist diese Plattform eben doch eine, die (womöglich mit Hilfe von China / Russland) einseitig gegen Amerika und Europa vorgeht?
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@ joes.world (#4)
Mal auf die Idee gekommen, dass Frau Clinton gestern einfach zusammengeklappt ist?
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kaltmamsell 09.11.2016, 19:36
86. Fly-over country

heißt die Heimat der bisher Betrogenen. Da konnte Clinton im Sack haben, was sie gerade wollte: Wall Street, One-percenter, Medien, hochkonzentriert in wenigen Händen. "One man one vote" soll offenbar doch gelten und eben nicht "one tax -dollar one vote". Da hat das Establishment die Rechnung präsentiert bekommen. Trump, das ist dann wieder die andere Story, hätte wohl am liebsten einmal die Woche zur besten Sendezeit so eineinhalb Stunden regiert. Das geht nun nicht mehr.

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herbert nau 09.11.2016, 19:38
87. Politiker sind keine Maschinen!

Zitat von joes.world
In extremen Situationen, treten bei vielen Menschen deren Charakterzüge oft deutlicher zum Vorschein. So auch gestern bei Clinton. Ein ganzes Jahr lang haben sich viele junge Menschen idealistisch für sie eingesetzt. Lebenszeit geopfert, auf Jobs verzichtet um für Clinton Wahlkampf zu machen. Und dann haben sie sich in N.Y. versammelt, bis tief in die Nacht. Blieben auch noch, als die Wahl schon verloren war. Um gemeinsam mit Clinton den Wahlausgang zu erleben. Und was tat Clinton? Clinton ließ sie alle, alle stehen. Links liegen. Trat nicht vor ihnen auf. Wie unnütz geworfenen Ballast, behandelte sie die, die sie nun nicht mehr brauchte. Daran ändert auch nichts, wenn die Niederlage ihr so zugesetzt haben sollte, dass sie deshalb den Auftritt psychisch nicht mehr schaffte. Denn das zeigt nur, wie selbstverliebt diese Frau ist. Sie badete lieber im eigenen Selbstmitleid, als den Menschen Respekt zu zollen, die sich für sie abgerackert hatten. Gestern erinnerte Clinton an ein kleines, verwöhntes Mädchen. Das aus Ärger darüber, dass der Weihnachtsmann ihm kein Ponny brachte, die ganze Familie leiden lässt.
#2 - world.joes

ich empfinde Ihren Kommentar als unangemessen.

Nicht nur, weil die Reden von Trump direkt nach Feststehen des Sieges, heute die von Clinton und Obama im staatsmännischen Tenor Versöhnung signalisierten und Respekt vor dem jeweiligen Konkurrenten ausdrückten. Sondern auch, weil Clinton eben sehr persönlich Dank ausgesprochen hat und ihr Vize Tim Kaine vorher sehr empathisch das besondere Verhältnis zwischen Clinton und ihrem Wahlkampfteam beschrieben und betont hat. Und das wurde mit tosendem Beifall belohnt.

Außerdem ist die Tragik von Clintons Wahlniederlage, dass sie nur 228 Wahlmänner zugeschrieben bekommt gegenüber den 279 von Trump, obwohl sie 200.000 Stimmen mehr erreicht hat und stimmenmäßig die Wahl gewonnen hat.

Der Autor des Artikels - Marc Pitzke - Headline
"Hillary Clinton in der Stunde der Niederlage: Abgemeldet

Hillary Clintons Präsidentschaftsträume versickern in einer schockierenden Niederlage. Das muss schwer zu verkraften sein - trägt sie doch selbst die Hauptschuld daran."

hat seine sehr subjektive Meinung dargestellt - das ist sein Recht.

Der folgende Satz ist aber nur Unverschämtheit und miserabler Journalismus:
"Hillary Clinton war immer eine miserable Kandidatin, gebrandmarkt vom irrationalen Hass der Rechten und von selbst verschuldeten Skandalen, Skandälchen, ethischen Kompromissen."

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willibrand 09.11.2016, 19:38
88. und jetzt der große Katzenjammer

ich meine nicht den im Clinton Lager sondern hier bei Frau Merkel und Co und in der EU.
Ich bin gespannt ob dies einen Lerneffekt auslösen wird, sonst hoffe ich für unsere (und EU-) politiker sie gehen den Clinton Weg.
Gewählt wollen sie werden von den Bürgern danach handeln sie gegen die diese, sondern dienen den Banken, Konzernen, Geldsäcken.
Ich verstehe ja, dass man sich ein Hintertürchen für einen lukrativen Job nach Erreichung einer satten Pension als s.g. Volksvertreter anstrebt.
Aber so dumm sind die Wähler nicht mehr das hinzunehmen
Also man kan gespannt sein

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jojack 09.11.2016, 19:42
89. Gegen Trump war jede(r) chancenlos.

Hätte Hillary gegen einen anderen Gegner verloren, hätte ich diesem Beitrag wohl in jeder Hinsicht zugestimmt.

Aber ich habe inzwischen enorme Zweifel, ob die alternativen demokratischen Kandidaten Sanders oder Biden gegen Trump anders abgeschnitten hätten. Trump hat in den Vorwahlen ja bewiesen, dass er auch völlig untadelige Gegenkandidaten durch seinen Populismus-Frontalangriff Schachmatt setzen kann. Erinnert sich noch jemand an seine Auseinandersetzung mit Marco Rubio? Der wurde von Trump aufgrund seiner Körpergröße lächerlich gemacht. Dauerbrenner bei Trumps Vorwahl-Auftritten waren Showeinlagen, in denen es um einen vor der Kamera getrunkenen Schluck Wasser ging. Oder Jeb Bush. Natürlich waren dessen Familienbande ein perfekter Angriffspunkt. Noch besser aber hat gezogen, dass Trump ihm erfolgreich das Etikett "low energy" verpasst hat. Um Sachthemen ging es selbstredend nie.

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