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Hinrichtungen in Saudi-Arabien: Die grausame Logik des Prinzen
DPA/ Saudi Press Agenc

Die Herrscher von Riad wollen sich ein modernes Image verpassen, lassen aber zugleich Menschen brutal hinrichten. Für Kronprinz Mohammed bin Salman kein Widerspruch - sondern Mittel zur Macht.

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Beat Adler 04.05.2019, 11:00
50. Saudi Arabien kann seine Bevoelkerung NICHT vom Rest der Welt abschott

"Ziel dieses Zuckerbrot-Peitsche-Prinzips ist es, das Volk, aber auch Konkurrenten unter Kontrolle zu halten. Wenn dies gelingt, könnte der junge Prinz tatsächlich die nächsten fünf Jahrzehnte durchregieren."

Saudi Arabien kann seine Bevoelkerung NICHT vom Rest der Welt abschotten. Das kann heute nur noch der Kim in Nordkorea.

Die Jungen in Saudi Arabien, darunter besonders die Frauen, sind heute alle mit ihren smartphones global vernetzt und gut ausgebildet, viele sprechen englisch.

Der Mohamed Ben(=Sohn von) Salman kann seine absolutistische Macht deswegen nicht erhalten. Die Jungen ziehen nicht mit. Je drastischer gegen echte und/oder vermeintliche "Gegner" des Koenigshauses Al Saud vorgegegangen wird, desto kuerzer deren Zeit als absolutistische Koenigsmacht.

Ein solcher SPON Artikel ueber Nordkorea waere vollkommen unmoeglich, da die Information aus dem Land nicht nach Ausen dringt. Das zeigt, dass heute Saudi Arabien, Dank und wegen MBS auf toenernen Fuessen steht. Die Investitionen in die Grossanlagen von Sonne zu Wasserstoff, Syngas und Synfuel werden wohl erst in den anderen Golfstaaten erfolgen. Hier kommt der MBS wegen seinem Verhalten, besonders wegen dem Mord an Kashoggi, schlicht zu spaet. Da er sich nicht aendern kann, wird er mit einer Revolte seiner Jugend konfrontiert.
mfG Beat

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steiger 04.05.2019, 11:01
51. Der letzte Busineskasper macht das Moral-Lämpchen aus.

Die Fragen die der Spiegel stellt sind irrelevant. Die Fragen müssten lauten, warum machen wir mit Staaten die die grundsätzlichen Menschenrechte missachten Geschäfte und noch dazu Waffengeschäfte? Warum machen wir, mit Staaten die mit Staaten die die grundsätzlichen Menschenrechte missachten, Geschäfte, noch dazu Waffengeschäfte machen, Geschäfte? Wo sind da übrigens die ach so sozialen Gewerkschaften und Parteien mit den Begriffen „sozial“ und „christlich“ im Namen?

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carahyba 04.05.2019, 11:07
52.

Zitat von Hörbört
Tatsächlich waren sie das ja zu Beginn. Ein kriegerischer Wüstenstamm mit begrenztem Territorium, dafür aber mit Unmengen Sand gesegnet. Erst die gewaltsame Expansion des "Hauses" Saud (lach, was für eine Bezeichnung für zeltende Nomaden) mithilfe extremistischer, sorry: strenggläubiger Religionsfanatiker legte den Grundstein für den heutigen Staat. Ist übrigens noch gar nicht so lange her, nimmt man die europäische, asiatische und auch nahöstliche Geschichte zum Maßstab.
Da spielt aber eine Sendung von Maria-Teresien-Talern eine Rolle, die aus den USA nach Arabien verschifft wurde. Silberne Maria-Teresien-Taler waren in Arabien zu der Zeit die gängige Umgangswährung.

Die USA haben auch mit Kampfwagen ausgeholfen, auf denen Maschinengewehre montiert waren.

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Beat Adler 04.05.2019, 11:08
53. Steinzeit in Saudi Arabien?

Zitat von TheBlackJack
Die westliche Politik dient wie der Saudi Arabischen einigen wenigen zum Machterhalt. Es gilt heute das gleiche wie in der Steinzeit: der mit der größten Keule hat das sagen. Dem Gewäsch von Völkerrecht und Rechtsstaatlichkeit zum Trotz. Mein Beileid den Schiiten, die weltweit ermordet werden.
Steinzeit in Saudi Arabien?

Die Meinung, dass Saudi Arabien ein monolithischer Felsblock ist, der sich nicht veraendert, ist absurd. Die gesellschaftlichen Veraenderungen in Saudi Arabien finden genauso statt, wie sonstwo in der Welt. Sie laufen auch mit der genau gleichen Geschwindigkeit ab.

Die 3 Revolutionen: Einfuehrung des Satelliten TV, Einfuehrung des Internets und die smartphones haben die Gesellschaften aller Staaten mit muslimischen Bevoelkerungsmehrheiten durchgeschuettelt. Und wie!

Das Satelliten TV entriss den Diktatoren, Koenigen und den geistlichen Wuerdentraeger das Informationsmonopol.

Das Internet wurde von der Geistlichkeit in die Hoelle verdammt, denn es verdirbt sie Jugend. Kein Diktator oder Koenig folgte den Klerikern. Nirgendwo wurde das Internet verboten. Zensurmassnahmen werden umgangen. Problematisch, auch in Saudi Arabien, ist das Verbreiten von Information, nicht das Konsumieren und sich informieren.

Dank den smartphones ist jeder Buerger heute "Journalist" kann Fotos, Videos und Text von Ereignissen ultra-schnell verbreiten. Jede Zensur kommt zu spaet.

Selbstverstaendlich hatten diese 3 Revolutionen in geschlossenen, muslimischen Gesellschaften eine groessere Wirkung auf die Gesellschaft, wie im freien Westen.
mfG Beat

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clausculemann 04.05.2019, 11:09
54. Saudi Arabien

Ich habe 15 Jahre lang in musulmanischen Ländern gelebt und gearbeitet und bin natürlich mit dem Urteil über die heutigen Zustände im Staat Saudi Arabien weitgehend einverstanden. Trotzdem sollte man MBS eine Chance geben; denn eine drastische "Modernisierung" mit Akzeptation westlicher Werte kann man in dem Land, das sich als den Hort des wahren Glaubens sieht nicht "über das Knie brechen". Der schiitische Gegner wendet die gleichen wenn nicht noch schlimmere Methoden an. Wenn wir Saudi Arabien fallen lassen, verhelfen wir nur den Ayatollahs zum Sieg. Leider zeichnet den Westen ganz grosses Unverständnis orientalischer Situationen aus. Wenn sogar die Israelis, die versuchen müssen in einer feindschaftlichen Umgebung zu überleben bereit sind, sich mit den Saudis "zu arrangieren" sollten wir die Ruhe bewahren. Die von MBS begonnenen Reformen brauchen wenigstens ein bis zwei Generationen um, auch in unserem Sinne, Erfolg zu haben.

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kraftmeier2000 04.05.2019, 11:10
55. Wer mit

diesem Land und seinem Mordprinzen Geschäfte macht, müsste wegen Beihilfe zu diesen angeklagt werden. Und dazu gehören vor allem die Unternehmensführungen der EU- Rüstungsindustrie und deren politischen Handlanger. Auf das was andere Nationen China, USA machen hat man hier ja keinen Einfluss, aber wenigstens aus der EU sollte es keinerlei Geschäfte und Rüstungslieferungen in dieses kriegstreibende Land geben.

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Dustinthewind 04.05.2019, 11:11
56.

Ich bin sehr froh, dass der Spiegel, und damit ein Organ der freien Presse, die es momentan ja in allen Staaten schwierig hat, die von Autokraten regiert werden, oder solchen, die gerne so regieren würden, den Fall Mohammed bin Salman im öffentlichen Bewusstsein hält.

Die planmäßige Hinrichtung von Jamal Khashoggi, die dem Drehbuch eines Horrorfilms entnommen sein könnte, sollte der freien Presse und ihren Vertetern unmissverständlich deutlich machen,
was den Kritikern des Regimes droht, auch denen, die sich der Staatsmacht scheinbar entzogen haben.

Die Botschaft war eindeutig: Mohammed bin Salman wird eurer habhaft werden, wo immer ihr seid, und die Bestrafung wird bestialisch sein. Also wagt es nicht, ihn und seine Herrschaft zu kritisieren.

Dass sich der Regierung auch explizit an Minderheiten im eigenen Lande vergreift, nämlich den Schiiten, zeigt den undemokratischen und autoritären Charakter des Regimes.

Der Mehrheit wird dadurch demonstriert, was jedem prinzipiell und jederzeit passieren kann, der es wagen sollte, den Despoten zu kritisieren. Somit wird sie bei Stange gehalten, während die religiöse Minderheit eingeschüchtert wird.

In diesem System der Abschreckung macht es also durchaus Sinn, dass auch objektiv kleinste Vergehen oder - in Demokratien jedenfalls - an sich nicht zu beanstandende Verhaltensweisen - in scheinbar gerade zu absurder Weise - als "Hochverrat" oder "Kapitalverbrechen" ausgelegt und drakonisch bestraft werden.

Diese Herrschaft folgt schlichtweg der Logik des Machterhalts durch Terror.

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stefan7777 04.05.2019, 11:16
57. Und wir stützen, hegen und pflegen dieses Tun

Liebe Mitbürger, wir sind mit verantwortlich für das Tun dieses Despoten. Es wird ein wenig gemäckelt aber am nächsten Tag werden wieder Waffen geliefert. Unsere Waffen werden dann dazu benutzt um den Nahen und Fernen Osten weiter Unfrieden zu stiften. Der nächste Deal ist ein Atomkraftwerk und wohl auch die Atombombe für unsere "Verbündeten". Dass sind die Werte des Westens, dem Moralischen Kompass dieser Welt. Prost Mahlzeit. Und nein, dafür gibt es keine Erklärung oder Rechtfertigung.

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markus_wienken 04.05.2019, 11:16
58.

Zitat von kuac
In Saudi-Arabien werden grundlegende Menschenrechte (anerkannt durch die UN-Menschenrechtscharta) nicht beachtet. Details hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte_in_Saudi-Arabien
Ja und?
Das gilt für so gut wie alle islamische Staaten, die daher die sogenannte Kairoer Erklärung der Menschenrechte entgegengestellt haben.
Wie auch immer, solange die Idee der Menschenrechte nicht aus der Mitte der Bevölkerung kommt und mitgetragen wird ist es eine "nette" Idee aber mehr auch nicht.
Insofern wird es auch nicht viel bringen von außen Druck aufzubauen, das ist in der Regel kontraproduktiv. Veränderungen müssen von innen kommen.

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Beat Adler 04.05.2019, 11:18
59. Der Koran mit der Sharia ist die Verfassung von Saudi Arabien

Zitat von kuac
In Saudi-Arabien werden grundlegende Menschenrechte (anerkannt durch die UN-Menschenrechtscharta) nicht beachtet. Details hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte_in_Saudi-Arabien
Der Koran mit der Sharia ist die Verfassung von Saudi Arabien.

Der Koran widerspricht in grundlegenden Abschnitten den allgemeingueltigen Menschnerechten: Gleichheit aller Menschen, Religionsfreiheit, etc.

Es waren 1947 allerdings auch keine Muslime daran beteiligt, diese allgemeingueltigen UNO Menschenrechte auszuarbeiten. Es waren genau 2 Personen aus Asien daran beteiligt, ein Christ aus dem Libanon und ein kunfuzianischer Chinese. Beide studierten in den USA. Aus Afrika oder Suedamerika stammte niemand in der Kommission unter Leitung von Eleonora Roosevelt, der Praesidentenwitwe, eine glaeubige Evangelistin. Heute den 1.6 Milliarden Muslimen, Saudi Arabien, einen Vorwurf daraus zu drehen, dass sie die sogenannt allgemeingueltigen Menschenrechte nicht einhalten, geht voll daneben.
mfG Beat

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