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Hinweisgeber auf rechte Umtriebe: Bundeswehr will Whistleblower feuern
DPA

Auf die Bundeswehr kommt eine neue Affäre zu: Nach SPIEGEL-Informationen will die Truppe einen Soldaten entlassen, nachdem er umfangreiche Hinweise auf rechtsextreme Kameraden gegeben hatte.

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Das Grauen 31.05.2019, 20:19
60. Falsche Verdächtigungen erzeugen keinen Schutz

Diese Ansicht wird hier sicher nicht populär sein, aber wer Kollegen hinterherschnüffelt und durch falsche Verdächtigungen bei Vorgesetzten anschwärzt, stört den Betriebsfrieden und ist kein Whistleblower. Wem soll man es zumuten, mit einem solchen Stalker, der überall Nazis wittert, zusammenzuarbeiten? Die anderen Soldaten haben ein Recht auf Schutz ihrer Privatsphäre!

Allerdings wurden ja scheinbar auch einige begründete Verdachtsfälle gemeldet. Das macht die Abwägung schwierig, das wird ein Gericht entscheiden müssen. Ich frage mich allerdings, ob nicht ein rechtzeitiges klärendes Gespräch, bei dem der Soldat auf die problematischen Aspekte seines Verhaltens hingewiesen worden wäre, diese unschöne Eskalation verhindert hätte.

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Afro-Mzungu 31.05.2019, 20:23
61.

Was wundert sich der Stammtisch hier?
Aus dem etwas ausführlicheren Artikel hinter der Bezahlschranke geht hervor, dass der Kamerad über 100 Namen genannt hat.
In 5 Fällen erwiesen sich die Anschuldigungen als so haltbar, dass Verfahren eingeleitet wurden.
Rückkehrschluss: 95% der Beschuldigungen waren haltlos, üblicherweise als Denunziation bezeichnet.
Hinzu seine im Plus-Artikel genannte Motivation: Der Kampf gegen Rechts bei der BW schreitet ihm zu langsam voran, daher hat er selbst "ermittelt".
So nötig das Vorgehen gegen Extremismus, auch bei der BW ist, und sosehr ich persönlich das Whistleblowing gutheiße - in diesem Fall scheint mir die charakterliche Nichteignung plausibel.

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shardan 31.05.2019, 20:28
62. Besser...

Besser konnte der verteidigungsunfähige Verein das Rezo-Video kaum bestätigen. Unter den Teppich kehren, totschweigen - vielleicht, weil man insgeheim genau so denkt? Die Entscheider gehören gefeuert, nicht der Unteroffizier. Seine Vorwürfe gehören unabhängig geprüft, nicht von Vorgesetzten, die das alles "nicht so schlimm" finden.

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bretzner 31.05.2019, 20:33
63. Wegsperren?

Zitat von aktiverbeobachter
Ganz einfach Denunzianten gehören strafrechtlich belangt. Ich vertrete die Meinung, dass jemand der jemand zu Unrecht einer (Straf) Tat bezichtigt hat und das eindeutig geklärt wurde, dann die gleiche Strafe bekommt, wie derjenige falls die Anschuldigungen gestimmt hätten. Diese ganze Rumschnüffelei und Ausspionieren und Anschwärzen hatten wir doch schon in zwei verschiedenen deutschen Gesellschaften. Und Wie das und Wo das geendet hat, muss ich Ihnen hoffentlich nicht erklären.
Sie wollen denjenigen also strafrechtlich belangen? Das ist okay, und das ist in unserem Strafgesetzbuch auch so vorgesehen.
Sie sagen aber, dass solche Menschen "Nix in unserer Gesellschaft zu suchen" haben. wie wollen Sie das machen?
Wollen Sie unliebsame Zeitgenossen einfach für immer wegsperren? Andersdenkende wegzusperren "hatten wir doch schon in zwei verschiedenen deutschen Gesellschaften. Und Wie das und Wo das geendet hat, muss ich Ihnen hoffentlich nicht erklären."
Verstehen Sie jetzt, was ich meine?

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kuschl 31.05.2019, 20:34
64. Linke

Linke hatten für so etwas ihre Politkommissare, stramme ideologische Überzeugungstäter, die auch gern mal Unschuldige über die Klinge springen ließen. Offensichtlich hat der Herr Unteroffizier auch völlig unbescholtene Kameraden angeschwärzt. Denunzieren nur auf Verdacht, egal in welche ideologische Richtung geht nicht. Wer will mit so einem Mann in einen Kampfeinsatz?

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mannakn 31.05.2019, 20:36
65. Spätestens jetzt muss der gesammte Führungsapparat...

..der Bundeswehr ausgetauscht werden, sonst macht sich die Regierung völlig unglaubwürdig. Oder wollen wir tatsächlich eine Bundeswehr die so agiert wie die Reste der kaiserlichen Wehrmacht nach dem 1. Weltkrieg? Die AfD arbeitet offensichtlich schon dran. Was zusammen mit den (ebenfalls wie damals) existierenden Russlandverbindungen endlich für einen Prozess wegen Landesverrats reichen sollte. Wie dämlich müssten wir Deutschen eigentlich sein uns unsere Demokratie schon wieder von den selben kleinkarierten Rechtsauslegern kaputt machen zu lassen wie damals....?

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tinosaurus 31.05.2019, 20:38
66. So ist es

Zitat von der_nachtarbeiter
Passt wunderbar in das Rezo-Statement auf YouTube. Veränderungen? Nööö. Getreu nach dem Motto: „Die paar Nazis in der Truppe stören doch nun wirklich keinen“ wird weitergemacht wie bisher. Hauptsache alles bleibt ruhig. Ganz traurig das Ganze, der Mann tut mir leid.
Mich macht es auch wütend. Auf dem rechten Auge war man schon immer etwas blind, aber die Demokratie ist inzwischen ernsthaft bedroht und da muss man energisch gegen steuern. Ursula sollte langsam Maßnahmen ergreifen.

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StefanEntholzner 31.05.2019, 20:38
67. Meineid

Jeder Soldat der Mitglied der AFD oder anderer Rechter Organisationen ist sollten wegen Meineides verurteilt werden, hat der doch einen Eid auf die freiheitliche demokratische Grundordnung geleistet.

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manicmecanic 31.05.2019, 20:40
68. ach was

Ich 'durfte' zur heißesten Zeit des kalten Kriegs Bürger in Uniform sein.Vonwegen die Truppe wäre politisch ausgewogen,das war sie damals auf keinen Fall und ich kann auch heute nicht daran glauben.Alle die länger da sind haben klar rechte Tendenzen.Das finde ich in Maßen auch ok,aber dabei bleibts eben nicht weil von oben das rechte Auge klar fest geschlossen wird.Zu meiner Zeit wars so krass das Soldaten die es wagten aufsässige Sprüche hören zu lassen gut fertig gemacht wurden.Mit dem immer selben Instrumentarium eines Militärvereins.Erst Ausgangssperre am WE,Sonderdienste etc.Alles mit dem Ziel denjenigen entweder klein zu kriegen oder aber zu mehr Aufsässigkeit zu triezen damit man ihn noch mehr behandeln konnte.Die selbst erlebte Krönung war,daß mir die Feldjäger mal unter 4 Augen damit gedroht haben ich könne auch die Treppe 'runterfallen'wenn ich meine aufsässigen Reden nicht beende.Die Drohung war auch durchaus glaubhaft,da gab es Rekruten die solche Fälle kannten.Da hat man als einzelner keine Chance gegen den Korpsgeist,das geht wie im zivilen Leben gegen Polizeibrutalität.Da wird auch so gut wie nie ein Polizist verurteilt.Soviel zum deutschen 'Rechtsstaat'.

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Havel Pavel 31.05.2019, 20:41
69. Ein Soldat muss unbedingt zuverlässig sein

Was soll das dumme Gerede von Demokratie usw. bei einer Armee? Beim Militär geht es um Befehl und Gehorsam und nicht um demokratische Diskussionen. Selbst auf Soldaten in den untersten Rängen muss sich jeder Offizier verlassen können, dass Befehle sorgfältig ausgeführt werden und vor allem kein Gewäsch stattfindet, das dann auch noch an die Öffentlichkeit getragen wird. Ganz klar ein krasses Dienstvergehen, das disziplinarisch zu ahnden ist. Ich hätte mit solch einem "Kameraden" nicht mehr in meiner Staffel zusammen Dienst tun wollen und schon dafür gesorgt, dass ein zuverlässiger Soldat an dessen Stellen tritt. Denn wer weiss was so einer sonst noch alles für Bolzen reisst und womöglich mein Leben oder das meiner Staffelkameraden aufs Spiel setzt. Gerade in der Fliegerei kann man nur Soldaten gebrauchen die 100% bei der Sache sind, Dummschwätzer oder Problembären sind hier absolut fehl am Platze.
Aber vielleicht kann man diesen Schwätzersoldaten ja als Küchenbulle ganz gut gebrauchen, zu viel mehr wird er als "Diplomunteroffizier" oder was er ist, wohl eh nicht fähig sein.

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