Forum: Politik
Hirtenbrief der Nato: Generalsekretär Stoltenberg ermahnt Macron
John Thys/AFP

Vor jedem Nato-Treffen verschickt der Generalsekretär einen sogenannten Hirtenbrief. Diesmal sendet Jens Stoltenberg darin deutliche Signale an seine Schäfchen. Vor allem an Frankreichs Präsident Macron.

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haarer.15 02.12.2019, 16:37
1. Man muss Macron dankbar sein

Dankbar für unbequeme und aufrüttelnde Worte. Es entspricht der Wahrheit. Mit seinem Vorstoß und der Zustandsbeschreibung über die NATO hat dieser Mann einen Nerv getroffen. Herr Stoltenberg ist leider nicht in der Lage, nur einmal kritische Selbstreflexion zu betreiben und andere Signale auszusenden. Feindbildpflege in Europa ist out. Wie war eigentlich Stoltenbergs Reaktion auf Trumps Feststellung, die NATO sei nicht mehr zeitgemäß ? Schon da hätte man längst aufwachen müssen. Aktuell scheint gerade Macron für Europa der einzige Hoffnungsträger zu sein, während die anderen Staatsführer nur immer die Köppe einziehen.

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fred_m 02.12.2019, 16:42
2. Macron ist sehr berechenbar

Zitat aus dem Artikel:
"Macron ist mittlerweile ähnlich unberechenbar wie Donald Trump, das macht jegliche Planung für einen Gipfel obsolet".

Macron ist sehr berechenbar. Er will die Verteidigung von Europa weniger abhängig machen von der NATO und dessen "Commander in Chief" in Washington. Das ist nicht nur sehr berechenbar, sondern auch eine sehr gute Idee.

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wolfabc 02.12.2019, 16:44
3.

Wo sind denn nun alle diejenigen, die in Macron so etwas wie einen Messias für Europa und die Welt gesehen haben und dem vor allen anderen die Deutschen hätten folgen sollen? Was wurden Merkel und anderen Macron kritischen Personen nicht alles vorgeworfen? Sie verspürten nicht den Geist der Erneuerung, wollten am liebsten kein Geld dafür in die Hand nehmen, seien die ewigen Bremser in der EU und würden so die Zukunft Europas gefährden. Und nun entpuppt sich Macron als das, was eigentlich schon immer alle französische Präsidenten ausmachte, wenn sie ein paar Jahre im Amt waren, nämlich zu Größenwahn und Alleingängen neigende Amtsinhaber, die bestenfalls die Interessen Frankreichs im Auge haben. Und die sich ihre immer noch vorhandenen Großmachstansprüche am liebsten von den Deutschen bezahlen lassen möchten. Mehr ist da nie mit den Franzosen gewesen, mehr ist da auch heute nicht zu finden, lassen wir uns also nicht von einem Windmacher wie Macron blenden.

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robert.hammer 02.12.2019, 16:46
4.

ich halte es gar nicht verkehrt das Macron die Nato etwas wachrüttelt, auch wenn das nicht in den Beamtenapperat reinpasst. Dann möchte ich noch zu bedenken geben, das mit der Krim, war 100% vorhersehbar, denn dass ist der Zugang zum schwarzen Meer. Was würde die USA wohl tun wenn man denen Pearl Harbour oder Guantanommo wegnimmt. Wegnehemen ist eh vielleicht falsch, zur Zeiten der Sowietunion hat Chrustow (Ukrainer) ein Geschenk machen wollen, aber der konnte die Zukunft auch nicht sehen

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NichtdeinErnst 02.12.2019, 16:47
5. Schnauze, NATO!

Klar, riesige Fortschritte sind erzielt worden! Damit ist gemeint: Es wird noch mehr Geld in Rüstung und Kriegführung zugunsten der USA und ihrer Vasallenstaaten investiert als je zuvor. Prima für die Rüstungsindustrie, für den Frieden in der Welt und für eine tatsächlich sinnvolle nationale Verteidigung ist damit rein gar nichts gewonnen. Hier geht es rein darum, wirtschaftliche Interessen zu sichern und die Ärmsten der Armen weiterhin klein zu halten. Und jeder, der nicht mehr bei dieser Sauerei mitmachen will, wird per 'Hirtenbrief' ermahnt. Wofür hält sich dieser Größenwahnsinnige eigentlich? Für Jesus himself? Schafft dieses dämliche und überflüssig gewordene Bündnis endlich ab und investiert das frei gewordene Geld in Bildung, Entwicklungshilfe, Gesundheit und Infrastruktur. Und zwar nicht nur vor der eigenen Haustür. Dann erledigt sich die Bedrohung mittelfristig von ganz allein.

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schueler79 02.12.2019, 16:53
6. Auf Linie bringen

Das klingt eher so als würde Stoltenberg versuchen Macron wieder auf Linie zu bringen, da frage ich mich was das denn für ein Bündnis darstellt wenn jemand Kritik übt, weil offensichtlich etwas falsch läuft, dies aber unterdrückt werden soll. Mittlerweile wird die NATO ja auch hauptsächlich dafür genutzt US-amerikanisches Militärgerät an die Bündnispartner weiterzuverkaufen. Auch hierin besteht die Kritik Macrons. Und damit hat er recht.
Zudem die Abhängigkeit der europäischen Staaten von der NATO, die ja weithin bekannt von der USA dominiert wird und auch oftmals deswegen US-amerikanische Interessen schützt, anstatt wirklich ein Verteidigungsbündnis zu sein. Es wird wirklich Zeit dass sich die EU emanzipiert.
Außerdem kann ich nicht Schlechtes darin finden wenn Macron mit Russland den Dialog sucht denn wenn man miteinander redet wird man wahrscheinlich auch nicht mit Waffen aufeinander losgehen.

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World goes crazy 02.12.2019, 16:55
7.

Zitat von fred_m
Zitat aus dem Artikel: "Macron ist mittlerweile ähnlich unberechenbar wie Donald Trump, das macht jegliche Planung für einen Gipfel obsolet". Macron ist sehr berechenbar. Er will die Verteidigung von Europa weniger abhängig machen von der NATO und dessen "Commander in Chief" in Washington. Das ist nicht nur sehr berechenbar, sondern auch eine sehr gute Idee.
Dem kann ich nur zustimmen. Die EU sollte ihre Verteidigung selbst in die Hand nehmen. Der Russe kommt eh nicht. Wir leben nicht mehr in den 50ern als das vielleicht mal eine reelle Gefahr war. Der Russe will lieber mit uns zusammen spielen und Teil Europas (nicht unbedingt der EU) sein. Es ist immer schön von Herrn Stoltenberg zu hören. Man weiß ja, dass er eh nur eine Marionette ist, schließlich ist er der GeneralSEKRETÄR, also hat eh nichts zu sagen, nur weiterzugeben. Tragisch für uns europäische NATO-Länder ist, dass jedes seiner Worte stets so ausgelegt wird, als würde er es als Europäer sagen. Dass Tod Wolters (und damit Trump) in Wirklichkeit das Sagen hat, wird bei uns in Europa medial in 99% der Fälle nicht mal kommuniziert...ich halte wenig von Macron, er ist mir persönlich viel zu neoliberal, aber in diesem Falle stimme ich ihm voll und ganz zu. Nur das Merkel / unsere Schoßhündchenregierung lieber nicht mitmachen will, sonder klassisch auf US-Kurs ist und bleibt, ist traurig und in höchstem Grade erbärmlich.

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saarriesling 02.12.2019, 17:00
8. Der Vergleich von Macron mit Trump ist Käse

Natürlich hat Macron mit fast all seinen Positionen recht. Die Bundesregierung ist hier (zu) vorsichtig. Man möchte den USA und den Osteuropäern nicht auf die Füße treten. Eine stärkere Ausrichtung auf die Bekämpfung von Terrorismus macht Sinn, eine klarere Ansage an das Natomitglied Türkei bei der Syrieninvasion wäre nötig.

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Paul Max 02.12.2019, 17:01
9. .........

"Kurz vor dem Gipfel eskalierte dann die Situation erneut. Ende Oktober schrieb Macron einen Brief an Putin und sagte ihm zu, ein von Moskau vorgeschlagenes Moratorium für Mittelstreckenwaffen in Europa sei es wert, "eingehend geprüft zu werden". Für Stoltenberg war es ein neuerlicher Schlag ins Gesicht, hatte er doch schon Ende September das Angebot Putins für die ganze Nato abgelehnt."

Vielleicht (ich bin wahrlich kein Freund des neoliberalen Macron) ist die Rückkehr der Franzosen zu einer eigenständigen Außenpolitik ein Glücksfall für Europa.
Macron ist ja Putin nicht "in Liebe verfallen", sondern er plädiert nur dafür, dass man wieder vernnünftig miteinander umgeht.

Und da ist eine Ohrfeige für den Nato-Generalsekretär (man macht das ja manchmal bei Ohn-Mächtigen) vielleicht wiederbelebend und bewirkt Positives?

"Das Zugehen auf Moskau bei den Mittelstrecken-Raketen erschütterte die Nato in den Grundfesten. Nach viel Überzeugungsarbeit der USA sind mittlerweile alle 28 Mitglieder einig, dass Russland den historischen INF-Vertrag zwischen Washington und Moskau gebrochen hat."

Es passiert Journalisten ja selten, dass sie so offensichtlich darauf hinweisen, dass erst "nach viel Überzeugungsarbeit", festgestellt wurde, wer hier den INF-Vertrag gebrochen hat. Ich dachte immer, so etwas ist auch ohne Überzeugungsarbeit -zumindest für die verantwortlichen Politiker erkennbar. Aber scheinbar nicht?

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