Forum: Politik
Historiker Winkler zum Kriegsende: "Unter eine solche Geschichte lässt sich kein Schl
DPA

Die deutsche Politik erinnert an das Kriegsende in Europa vor 70 Jahren. Im Bundestag spricht Historiker Heinrich August Winkler von einer tiefen Zäsur und mahnt die besondere Verantwortung Deutschlands an. SPIEGEL ONLINE dokumentiert seine Rede.

Seite 1 von 15
Mäusetwist 08.05.2015, 10:27
1. Geschenkt.

Die breite deutsche Bevölkerung "gedenkt" schon jetzt nicht mehr. Es sind die Politiker und einige Institutionen, die da die Gebetsmühle schwingen. Die Siegermächte werden sicher noch in hundert Jahren feiern aber daran nehmen wir ja schon jetzt meist nicht teil. Insoweit geschenkt.

Wer also glaubt, zukünftigen deutschen Genrationen, den Schuh weiter anziehen zu können, täuscht sich gewaltig, zumal die Bevölkerung hier über kurz oder lang sowieso immer weniger deutschstämmige Menschen aufweisen wird.

Beitrag melden
Meskiagkasher 08.05.2015, 10:31
2. Schlussstrich?

Natürlich lässt sich ein Sclussstrich ziehen. Man kann sich nicht ewig in der Schuld der Vergangenheit und die der vergangenen Generationen suhlen, wenn es in der gegenwärtigen Welt Misstände über Jahrzehnte hinweg gibt, die es stattdessen zu adressieren gilt. Da hilft es auch nichts, von Menschenwürde zu faseln, die in der realen Welt ohnehin nicht existiert.

Beitrag melden
archback 08.05.2015, 10:44
3. Schlußstrich!

Tut mir leid. Bei allem Entsetzlichen, das meine Großeltern und vielleicht auch Eltern getan haben, war ich nicht beteiligt. Ich habe mich bis zur Selbstaufopferung für viele andere Menschen eingesetzt und kann und werde die Schuld der Nazis nicht auf mich nehmen. Die Schuldigen sind alle tot oder über 90 Jahre alt und hier lebt jetzt ein anderes Volk, auf das nunmehr neue große Herausforderungen warten.

Beitrag melden
rdexter 08.05.2015, 10:48
4.

Ich fühle mich nicht verantwortlich für die Verbrechen meiner Vor-Vor-Generation und halte die ständige Erinnerung daran für übertrieben und nervig, wie übrigens die allermeisten meiner Generation. Aber daraus lässt sich halt gut Kapital schlagen (Stichworte: Atom-U-Boote, Kritik am Staate Israel, Flüchtlinge, Reperationszahlungen GR, ...)

Beitrag melden
interessierterleser1965 08.05.2015, 10:54
5. Falsche Erbschuld

Ich möchte hier einmal für den Schlussstrich eine Lanze brechen. Nicht aus Geschichtsvergessenheit, nicht aus Revisionismus, nicht aus falschem Nationalbewußtsein. Sondern aus dem Willen für ein friedliches und glückliches Europa. Wenn wir ewig in der Geschichte und der Vergangenheit rühren und alte Wunden künstlich (ich schreibe das bewußt) wach halten, werden wir nie ein friedliches Europa bekommen. Wie sollen denn die heute jungen Menschen in Polen, Frankreich oder Russland uns Deutschen vertrauen, wenn sie permanent vor Augen gehalten bekommen, was unsere Urgroßväter getan haben? So wird niemals Frieden und eine echte Freundschaft unter den Völkern entstehen. Der Blick nach Griechenland zeigt auch, was die permanente Vergangenheitsbewältigung bringen kann. Gegenwärtige selbstverschuldete Probleme werden mit Argumenten, die 70 Jahre alt sind, versucht zu vertuschen und es werden alte Gräben wieder aufgerissen. Ich bin mir sicher, wenn wir unsere Vergangenheit abgeschlossen hätten, nachdem die Täter aus dem aktiven politischen Betrieb ausgeschieden bzw. schlicht verstorben sind, wären die Griechen nie auf die Idee gekommen, Angela Merkel im Hitlerdress zu zeigen. Etwas, das die Deutschen zu Recht erzürnt und verärgert, zeigt es doch, dass die ganze Vergangenheitsbewältigung und dauernde wiedergutmachung nichts gebracht hat. Wenn es drauf ankommt, wird die Geschichtskarte gezogen. Wenn man dies weiter befördert, schafft man irgendwann eine Unzufriedenheit in der Bevölkerung, die schwer zu kontrollieren ist. Und schon die Bibel lehrt uns, dass Erbschuld die Wurzel neuen Streits und auch neuen Krieges werden kann. Wir sollten zumindest soweit aus der Geschichte gelernt haben.

Beitrag melden
Atheist_Crusader 08.05.2015, 10:59
6.

Ähem, als Teil einer Generation die Jahrzehnte nach dem Kriegsende geboren wurde und seit ihrer Schulzeit mit Schuldzuweisungen bombardiert wurde: Warum?

Warum ist es Deutschlands besondere Verantwortung? Deutschland hat seine Verbrechen wenigestens mal anerkannt und fühlt sich dafür schlecht. Wie wär's denn, wenn die Siegermächte mal nachziehen und der Welt nicht das Gefühl geben, dass nur den Unterworfenen Gerechtigkeit widerfährt? Wer spricht von den Verbrechen der Russen, Amerikaner oder der Briten? Selbst kleinere Mächte wie die Niederlande oder Belgien haben im Blut der "niederen Rassen" gebadet, aber das lernt man heute auch nicht mehr in der Schule. Von den Japanern gar nicht zu reden, die zwar verloren haben, aber den gesamten Zweiten Weltkrieg zu so einer Art eskalierter Kissenschlacht verklären dürfen.

Ich habe es so satt, mich schuldig fühlen zu müssen. Ich habe es satt, dass Selbsthass hierzulande als Tugend und als geschichtsbewusst gilt. Und ich habe es satt, dass auf dieser Basis internationale Politik gemacht wird, die die heutigen Deutschen für Verbrechen büßen lassen soll, die vor ihrer Geburt begangen wurden.

Hitler hat einer Menge Völker eine Menge schreckliche Dinge angetan, aber sein größtes Verbrechen am deutschen Volk war sein Erbe, das uns immer noch verfolgt. Das uns uns kleinmachen will, auf unsere Rechte verzichten, uns verbieten will auf den Kalender zu schauen und zu sagen: "Das ist 70 Jahre her, verdammtnochmal! Kommt drüber hinweg!"

Beitrag melden
Meskiagkasher 08.05.2015, 10:59
7. Es gibt keine Vererbung von Schuld.

Solche absurden Vorstellungen existieren nur in der Religion.

Beitrag melden
Arnold Hogenback 08.05.2015, 11:01
8. Gegen Gedenken habe ich nichts

aber ich habe etwas dagegen wenn dieses Gedenken von verschiedenen Gruppen instrumentalisiert wird um in Deutschland bestimmte Forderungen durchzudrücken. Das können Geld, Sonderrechte oder materielle Werte sein. Ein schlechtes Gewissen zahlt halt gerne, deswegen wird dieses auch immer wieder hervorgezerrt und ausgeschlachtet. Zum Glück sehen das breite Teile des Volkes nicht mehr so wie der Winkler und wehren sich gegen den aufgedrückten Schuldkomplex.

Beitrag melden
danido 08.05.2015, 11:02
9. Deutschland

Wieso nur Deutschland? ...müsste es nicht heißen: ALLE tragen Verantwortung, dass sich die Geschichte nicht wiederholt? Zu behaupten Deutschland trage DIE Verantwortung greift zu kurz. Auch Engländer, Amerikaner, Asiaten usw. tragen die selbe Verantwortung.
Es hört sich fast so an als wolle man behaupten die Deutschen trügen den Krieg und Rassismus, fest verankert, in ihren Genen und müssten darum aufpassen, dass das Tier in ihnen nicht erwache. Damit stellt man sich aber auf die selbe Stufe wie die Nazis die mit der selben dümmlich, rassistischen Ideologie ihr Handeln gerechtfertigt haben.

Beitrag melden
Seite 1 von 15
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!