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Hohenzollern-Entschädigung: Seine Königliche Hoheit hat noch nicht genug
Ralf Hirschberger/ZB/DPA

Georg Friedrich Prinz von Preußen hätte gerne Kunstschätze vom deutschen Staat und ein Wohnrecht für seine Sippe im Schloss Cecilienhof. Schon das Ansinnen ist eine Beleidigung der Republik.

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Le_Urmel 14.10.2019, 12:43
1. Gerecht

Ich denke man sollte die Hohenzollern entschädigen. Im Gegenzug sollen alle Angehörigen, die im 1. Weltkrieg von der Familie entschädigt werden, da sie den Kaiser (ein Hohenzollern) in den Krieg genötigt wurden, aber bitte mit Zinseszins

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Lucid_2_Win 14.10.2019, 12:48
2. Wer würde das bitte nicht zurückfordern?

Solange es eine realistische Chance gibt die Gegenstände zurückzubekommen würde doch fast jeder sein Glück versuchen. Zudem kann es sein, dass die Gemälde einen ideellen Wert für den Erben Wilhelm II. haben. Ich kann ihm das auf jeden Fall nicht übel nehmen.

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kain1 14.10.2019, 12:51
3. Nachweis der rechtschaffenden Vermögensbildung ?

Im Falle der Adeligen und der Hohenzollern im Besonderen dürfte recht offensichtlich sein, dass die Grundlage Ihres Vermögens geraubt wurde. Sprich unter Missachtung der, damals unbekannten Menschenrechte, auf Kosten und unter Ausbeutung anderer angehäuft wurde.
Nach moderner Auffassung kann aus Verbrechen kein Eigentum gegründet werden.

Eigentlich müssten die Hohenzollern den einfachen Menschen des Landes Reperation für Ausbeutung und Tod Ihrer Vorfahen zahlen - nicht noch mehr fordern.

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tocht 14.10.2019, 12:53
4. Der Umgang mit diesen...

..wichtigen Leuten würde in der Geschichte anderswo deutlich resolute gehandhabt und hätte diese dreisten Ansprüche gar nicht erst entstehen lassen.

Warum mit solchen Leuten überhaupt erst reden?
Oder alternativ, gib ihnen die Sachen, mit der Auflage sämtliche durch ihre Vorfahren unmittelbar und mittelbar entstandenen Kosten zu decken, zur Not mit Haft oder ähnlichem. dann wäre das ganze schnell vorbei.

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hackee1 14.10.2019, 12:55
5. Ich glaube das Beste wäre...

...es alle Titel zu verbieten und die armen Adeligen von ihrem in Jahrhunderten zusammengestolenen Besitz durch Enteignung zu befreien.

Dieses adlige Völkchen war lange Zeit der Giftpilz an der deutschen Eiche. was die für Leid über die Lande gebracht haben...

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Blauer Storch 14.10.2019, 12:56
6. Applaus

Bravo, so sehe ich das auch. Unfassbar, dass der Herr Prinz auch noch denkt, er hätte Ansprüche.
Zitat aus Wikipedia: „ Bernd Stegemann bezeichnete die Hohenzollern in diesem Zusammenhang in einem Beitrag des Magazins Cicero als "Familien-Clan", der "über tausend Jahre die mitteleuropäische Geschichte mit Kriegen, Vetternwirtschaft und Katastrophen heimgesucht" habe und "nach den letzten beiden totalen Niederlagen wieder angelaufen" komme und nun "auf die Aushändigung seines kriminell zusammengerafften Reichtums" klage.“

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sonnemond 14.10.2019, 13:01
7. Dieser ganze Adels-Quatsch ist längst obsolet

Ein Relikt aus anderen Zeiten. So auch deren Träger. Menschen, die ihren Adelstitel zur Schau tragen, kommen mir nur lächerlich vor. Wird Zeit, diesen anachronistischen Quatsch abzuschaffen. "Prinz von Preußen". Was für ein Blödsinn!

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box-horn 14.10.2019, 13:01
8. wenn die Dinge doch nur so einfach wären...

Es stellt sich schon die Frage, warum die Hohenzollern-Familie in Reparations- resp Restitutionsfragen schlechter gestellt werden sollten als "Hinz und Kunz". Auch von denen wird man mit großer Sicherheit zu Tausenden Beispiele finden, in denen trotz antisemitischer Äußerungen im 3. Reich - entweder durch sie selbst oder durch irgendwelche buckligen Verwandten, Restitution erfolgte.

Nun geht es hier nicht um Opas Gemüsegarten nebst Häuschen, sondern größere, prominentere Anwesen, und Opa gehörte wohl in eher seltenen Fällen zum europäischen Hochadel. Trotzdem ist diese Forderung wie jede andere als stronznormale Rechtsfrage zu behandeln, und nicht schon deswegen abzuwehren, weil es sich nicht um den gleichfalls von den Sowjets enteigneten Opa Heinze sondern um die Familie des letzten regierenden preußischen Herrscherhauses handelt.

Auch an dieser Stelle hat sich der Rechtsstaat zu beweisen. Aber dafür scheint der Autor, der sich anscheinend auf dem Niveau von Frauenzeitschriften zu bewegen beliebt, wenig Sinn zu haben.

Ich kann nicht beurteilen, ob der Prinz wirklich Schloss Cäcilienhof zurückhaben oder dort ernsthaft ein teilweises Wohnrecht der Familie haben will, oder nur auf provokante Weise eine Grundsatzfrage aufwerfen - aber in jedem Fall hat die ein Recht, gestellt zu werden.
Mögen ordentliche Gerichte darüber entscheiden.

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wi_hartmann@t-online.de 14.10.2019, 13:01
9. Prinz Friedrich von Preußen

De Jure sehen die Chancen für Friedrich von Preußen gar nicht so
schlecht.
Fest steht, daß die Siegermächte das Eigentum der Preußen mit
einem Tagesbefehl sich angeeignet haben.
Daß die Vorfahren teils mit dem NS-Regime kooperiert haben,
gehörte zur Überlebensstrategie.
Vielleicht kann auch "geistiger Widerstand" reklamiert werden,
was viele führende Politiker im Nachkriegsdeutschland für sich
in Anspruch nahmen.

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