Forum: Politik
Homophober "FAZ"-Beitrag: Versteckt eure Kinder!
DPA

Schwulen darf man keine Kinder anvertrauen - sie könnten sie vergewaltigen. Steile These? Stand so aber der Tendenz nach in der seriösen "FAZ". Mit der Ehe für alle ist Schwulenfeindlichkeit noch kein Thema von gestern.

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seyffensteyn 03.07.2017, 18:31
1. Das Problem bei der ganzen Sache ist,

das durch das Gesetz nicht die Denke im Kopf geändert wird!

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axelst 03.07.2017, 18:51
2. schlimm. Aber auch schön

ich bin so happy dass ich in einem Land lebe, in dem es freien Journalismus gibt. Das ist einer der Grundpfeiler. und deshalb rege ich mich nicht darüber auf, was die FAZ druckt. Es ist gut so. Denn ich sehe dann die Reaktionen und fühle mich sicher. Ein gedruckter quatsch bleibt nicht unbemerkt und bekommt die entsprechende Reaktion und keiner kommt ins Gefängnis .auch der Spiegel druckt manchmal quatsch. ist doch toll! und das über 80 Prozent für die "ehe für alle" sind ist doch auch toll. Jetzt gibt es ein paar Nachbeben bei Kirche, afd, CSU, aber in ein paar Monaten ist das erledigt und wir sind wieder ein Stück intelligenter geworden. Alles gut!

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Kinkerlitzchen 03.07.2017, 18:54
3. Und noch eine Runde (immer im Kreis)

"weil die sexuelle Outsider-Rolle eine habituelle Freizügigkeit erotischer Binnenverhältnisse ohne alle sexual-ethischen Normen ausgebildet habe?"

Der Autor schreibt also Schwulen zu keine Moral zu kennen, da sie ja schwul sind, und ausgelebtes Schwulsein ist unmoralisch.
Das dreht sich doch ziemlich im Kreis. Sobald ausgelebtes Schwulsein nicht mehr unmoralisch ist, fällt die Argumentation in sich zusammen.

Es erinnert mich an die Argumentation, die Ehe sei halt traditionell zwischen Mann und Frau, und deswegen gehört sich die Ehe für Alle nicht.
Ja, warum ist die Ehe denn traditionell zwischen Mann und Frau? Also erstmal ist die Ehe kein "natürlicher" Zustand, sondern eine geschaffene Institution.
"Nach jüngeren Untersuchungen von Fuentes findet sich rein monogames Verhalten bei sieben Primatenarten und ist daher mit 3 % ebenso wenig verbreitet wie unter anderen Säugerarten"
"Neuere anthropologische Untersuchungen, wie z. B. von Helen Fisher, zeigen Verhaltensmuster wie Seitensprünge und den Wechsel von Lebenspartnern als in allen Epochen bis zur Frühgeschichte wiederkehrende Merkmale des menschlichen Paarungsverhaltens auf." etc.
https://de.wikipedia.org/wiki/Monogamie
"Traditionell" zwischen Mann und Frau wird sie dadurch, dass gleichgeschlechtlichen Paaren die Ehe verwehrt wurde. Das Argument dreht sich also ebenso im Kreis, da man aus Gründen verbieten möchte, was durch dieses Verbot erst "traditionell" wurde.

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Lykanthrop_ 03.07.2017, 18:55
4.

Die eigentliche Quelle dieser vermeindlichen Schwulenfeindlichkeit ist die fast allegegenwärtige Männerfeindlichkeit in unserer Gesellschaft und die Angst vor männlicher Sexualität. Jeder Mann steht heute im Generalverdacht Vergewaltiger oder Kinderschänder zu sein, nur gezähmt von unseren kulturellen Normen.
Dies ist absoluter Sexismus, hier scheint die FAZ, im Kampf gegen Linke den tieferen Blick vergessen zu haben.
Bitte, auch die meisten Männer sind soziale Wesen und zu mehr Empfindungen fähig als der Sexuellen.
Männer, schwul oder nicht können sich ebenso gut um Kinder kümmern wie Frauen, gebt ihnen nur die Chance dazu.

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shang-kra 03.07.2017, 18:56
5.

offenbar darf es zu diesem Thema nur eine Meinung geben: lang lebe die Demokratie oder die Diktatur der Minderheit.

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96alteliebe 03.07.2017, 18:57
6. Printkrise

Das Problem ist, dass die Zeitungen unter dem finanziellen Druck sinkender Leserzahlen alles ohne große Kontrolle abdrucken um Redaktoren-Arbeitszeit zu sparen und da kommen Gastbeiträge natürlich gelegen.

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matty-b 03.07.2017, 18:59
7. Nachmal der ganze Kübel

Seit Bekanntwerden des Abstimmungstermins im Deutschen Bundestag und auch noch in den Tagen seit der Entscheidung wurde nochmal in Medien und vor allem im Internet der ganze Kübel ausgekippt: Missgust, Verachtung, Verleumdung, Verharmlosung, Beleidigung, Gleichgültigkeit, Häme und Hass (und Selbsthass).
Das ist sogar gut. Erinnern einen diese Leute doch wenigstens daran, warum die Entscheidung so wichtig ist für unser Land. Denn man darf sich nicht täuschen: Diese Einstellungen und dies Arten des Umgangs sind nicht nur gegen Lesben und Schwule gerichtet. Sie können sich, je nach Anlass, gegen jede feiheitlich-demokratische Errungenschaft richten.

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SvZ 03.07.2017, 19:01
8. Von einem einzelnen Autoren auf eine gesamte Redaktion zu schließen

... ist dabei natürlich deutlich weniger diskriminierend, Herr Augstein. Skeptisch gegenüber der Ehe für alle zu sein, bedeutet nicht zwangsläufig homophob zu sein. Der Beitrag ist definitiv misslungen. Die Idee dahinter lohnt dennoch einen zweiten Blick, denn eine Debatte über das Thema, die nicht komplett einseitig verläuft, lässt bisher auf sich warten.

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Putin-Troll 03.07.2017, 19:03
9. "Denkt doch nur mal die Kinder!"

Achtung: immer wenn jemand mit "den armen Kindern" argumentiert, versucht er eine sachliche Debatte zu emotionalisieren. Ein deutliches Zeichen dafür, dass er keine rationalen Argumente mehr ins Feld führen kann.

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