Forum: Politik
Hongkong: Die Regenschirm-Revolution
AFP

Hongkong steckt in der schwersten politischen Krise seit der Rückkehr zu China. Zehntausende Menschen legen die Stadt seit Tagen lahm. Wer demonstriert? Für welche Ziele? Wie reagiert Peking? Die Fakten zur Regenschirm-Revolution.

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Tim-Goe 29.09.2014, 22:32
1.

Es wundert mich sowieso, dass sich dieses Nachkriegsrelikt bis jetzt so lange halten konnte. Vermutlich ist es dem Staat nur durch immer weitere Zugeständnisse und kleinen Reformen gelungen, das freiheitshungrige Volk in Schach zu halten. Irgendwann muss die Regierung auch das Zugeständnis machen, unterdrückerisch und unerwünscht zu sein - und abdanken. Oder für den Machterhalt kämpfen. Ganz egal wie es ausgeht, ich kann mir nicht vorstellen, dass es noch lange so weiter geht wie es jetzt ist. Die Leute dort sollen endlich ihre Demokratie bekommen!

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JKStiller 29.09.2014, 23:10
2. Der chinesische Kommunismus

ist längst tot. Zwei Optionen: Peking lässt ein letztes Mal das Militär aufmarschieren, um die Einheit zu erzwingen. Oder es werden längst fällige, föderalistische Strukturen einhergehend mit einem Machtverlust der alten Kader zugelassen. Wie auch immer: Wenn über eine Milliarde Menschen einmal in Bewegung sind, hält sie nichts mehr auf. Die Größe Chinas ist sein Problem.

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bt-spiegel 29.09.2014, 23:14
3. Hat sich der Westen eigentlich schon tief besorgt

über die Entwicklung in Hongkong geäußert? Sitzen Frank-Walter Steinmeier und Viktoria Nuland (mit Keksen) schon im Flieger Richtung Hongkong? Aus einer Regenschirm-Revolution lässt sich mit Sicherheit auch eine hervorragende Farbrevolution stricken! Ich bin der Meinung, dass wir gerade nach der Blamage in Ukraine die Chance nicht ungenutzt lassen sollen!

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movfaltin 29.09.2014, 23:15
4. Schottland, Katalonien, Westukraine, Ostukraine, IS...

Überall dasselbe Lied: Es geht um die Abspaltung bzw. eigene Herrschaft. Dass Peking schon seit Jahrzehnten massivst Probleme hat, das eigene Land zusammenzuhalten, verschweigen unsere Medien zwar immerzu aus Ignoranz (sollten mal reisen, und zwar nicht nur als Korrespondent und Hofberichterstatter an den Regierungssitz, die Tölpel) - es ist aber so. Da drohen nicht nur die orangegewandeten Mönche, da drohen brandgefährlich radikale Muslime (weiß auch kein Mensch hierzulande, weil die Medien schlichtweg nicht informieren), da drohen regionale Separatisten, und da drohen prowestliche (durchaus aufgewiegelte - daher auch die Internetblockade) Putschbereite mit Abspaltung oder Umsturz. Daher will Peking die Kontrolle so lange behalten, und daher agiert die Führung derart autokratisch und undemokratisch. Und die Entwicklung im Nahen Osten gibt ihr aus ihrer Sicht Recht - sie sollte, wenn es ihr nicht wie Janukowitsch oder Assad und den anderen viel zu zahmen Herrschenden gehen soll, schnell und entschieden handeln. Die Proteste schnellstmöglich unterdrücken, und zwar mit exzessiver Gewalt und falscher Propaganda. Nur dann kann die Kommunistische Partei ihr riesiges Land zusammenhalten.

Ich rechne mit einer aggressiven, entschiedenen Vorgehensweise von Peking - ansonsten gefährden die Parteibonzen sich und ihr Leben bloß selbst.

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seit1958 29.09.2014, 23:23
5. HK Island ist ziemlich einfach

zu blockieren. Kowloon wenn man es richtig macht ebenso. Vom Airport ganz zu schweigen.
Die Regierung in Peking steckt ganz schön im Dilemma da jeder HK Chinese seine Verwandschaft im Dutzend auf dem Festland hat. Besonnenheit ist eine Tugend die der chinesischen Führung gut zu Gesicht stehen würde und das Festhalten an einst gemachte Zusagen genauso. Auf Taiwan wird man die Vorgänge genau beobachten. Ganz schön dumm für die Pläne der Volksrepublik hinsichtlich der Wiedervereinigung.

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andre.berns 29.09.2014, 23:28
6. Krise

Hoffentlich wird das nicht die naechste Krise, aber abzusehen war es ja wohl und nach Hongkong dann der Rest von China - dann geht die Post ab!

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Sean MC 29.09.2014, 23:54
7. Vorbild für die Welt

Gut zu wissen, dass es noch Menschen auf diesem Planeten gibt, die (trotz Gefahren) für ihre Bürgerrechte eintreten.

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ornitologe 30.09.2014, 00:06
8. Regenschirm- oder Orangene

Revolution. Noch nie gingen solche Revolutionen allein vom Volk aus. Alle derartigen Vorgänge waren fremdfinanziert. 20.000 Hongkong-Citizen können nicht ohne Unterstützung tage-bzw. wochenlang der Arbeit fern bleiben. Die "Oktoberrevolution"1917 z.Bsp. wurde mit 30 Mio. Mark (heute ca. 5Mrd. Dollar!) in die Hände Lenins finanziert und danach als russische Volksrevolution verkauft. Der Deal wurde in Lenins Exil am Genfer See perfekt gemacht. Dort traf sich Lenin regelmässig mit einem Angehörigen der bis heute mächtigsten Bankendynastie. Es sind die gleichen Leute, welche u.A. alle Farbrevolutionen zum Schutze ihres Geldes inszenierten und noch heute inszenieren. Da Russland und China z.Z. die größte Gefahr für den Dollar darstellen, reiht sich die Regenschirmrevolution in Hongkong vorzüglich in den voran geschilderten Kontext ein.

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arrache-coeur 30.09.2014, 00:11
9.

"Regenschirm-Revolution" - So ein Schmarrn!
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die chinesische Regierung es zu einer "richtigen" Revolution kommen lässt. Hong Kong ist ja nicht die Ukraine.

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