Forum: Politik
Identitäre Aktivistin Caroline Sommerfeld: Auf rechts gedreht
imago/Michael Schick

Die Philosophin Caroline Sommerfeld gilt als Ikone der "Neuen Rechten" und ist seit 20 Jahren mit einem prominenten Linken verheiratet. Wie kann das funktionieren? Eine Begegnung.

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klogschieter 10.04.2018, 21:09
1. Die Dame hat ja recht.

Man muss tatsächlich nur in eine deutsche Kleinstadt fahren, sich dort die Leute angucken und anhören, wie sie aussehen, wie sie denken, um rauszukriegen, was deutsch ist. Wenn dieser im klassischen Sinne gebildete Matussekfan das denn wirklich einmal täte, von mir aus auch in ein Dorf, in irgendein gottverlassenes Hundertmenschenkaff, dann müsste sie nur dummerweise feststellen, dass die Leute dort zwar deutsch und möglicherweise erzkonservativ und weniger im klassischen Sinne gebildet sind als sie selbst es ist, diese Dame, jedoch dafür keine engstirnigen, eifrigen, plappernden Menschenfeinde. Sie möge sich um ihre Kinder kümmern, ihrem Weltbild und ihrem Deutschsein, wie sie es missversteht, entsprechend, sie möge ihr Projekt mit ihrer Lachnummer von einem "Linken" in ihrer winzigkleinen Welt fortführen, und sie möge sich weiterhin nach Herzenslust im Internet informieren.

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geoskript 10.04.2018, 21:11
2. "links" und "rechts" = Konzepte von gestern

Begriffe wie "links" und "rechts" sind ohnehin komplett sinnlos geworden, um irgendetwas in unserer Welt zu erklären. Die meisten Leute haben sich an diese Begriffe gewöhnt, weil sie so schön bequem sind. "Linke" und "Rechte" haben jedoch mehr Schnittmengen, als beide Lager je zugeben würden: vor allem die tiefe Sehnsucht nach dem autoritäten Staat. Bei den einen kann man direkt nachlesen, welche Verbrechen sie begehen werden, wenn sie erst einmal an der Macht sind. Die anderen hängen sich noch das Mäntelchen der "gerechten Sache" um. Kein Gewaltverbrechen, das sich nicht mit dem Kampf für die "gerechte Sache" rechtfertigen ließe.

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peeka(neu) 10.04.2018, 21:13
3. Immerhin

Zitat von
Auf die Frage, ob jemand, der nicht weiß ist, Deutscher sein könne, antwortet sie: "Nein!" Deutschsein sei zwar keine reine Rassenfrage. "Aber es hat auf jeden Fall ganz elementar eine ethnische Komponente. Mit der Staatsbürgerschaft allein ist es nicht getan."
wird damit deutlich, dass es sich bei den "Identitären" um eine rassistische Vereinigung handelt. Meiner Tochter würden sie also absprechen, "deutsch" zu sein.
Im Grunde genommen ist sie damit ehrlicher als diejenigen, die regelmäßig "Kultur" als Rassismusersatz ins Feld führen. Ich muss mich dennoch mit dem Gedanken befassen, eine Immobile im Ausland zu erwerben. Man weiß nie, ob diese Personen doch noch einmal die Macht in diesem Staat übernehmen.

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jaka778 10.04.2018, 21:45
4. Politischer Zirkelschluss

Ein Paradebeispiel dafür, dass das Phänomen der neuen Rechten ein psychologisches und soziologisches Phänomen ist, dem mit den Mitteln der Politischen Diskussion nicht beizukommen ist.
Dabei geht es nicht darum Menschen, für Ihre Gesinnung auf die Couch zu legen, sondern die Destruktivität gegenüber dem jeweils „anderen“ zu verstehen und damit zu arbeiten. Verdrängung, Projektion bis zur Dämonisierung und Sündenbock Psychologie sind die Instrumente, die wieder angesetzt werden müssten.
Wie wollen sie in einem kritischen Diskurs jemandem sonst beikommen, der bereit ist von Selbstverständlichkeit („Augenschein“) als Definition für einen Begriff auszugehen, („deutsch sein“) um diesen dann als Prämisse für alles weitere zu setzen („
Wer ist deutsch, wer nicht“) und dabei keinerlei intellektuelle Reue verspürt?

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Mach999 10.04.2018, 21:57
5.

"Es bedürfe keiner hochtrabenden Definition beispielsweise mit kulturellen Referenzen, sondern es genüge das Kleine, das Alltägliche, um zu sehen und verstehen, was deutsch sei."

Mit anderen Worten: Die Philosophin ist schlicht und einfach zu faul, eine Definition zu finden, die nunmal Grundlage jeder Theorie und Wissenschaft ist, gerade auch der Philosophie. Sie ist aber der Auffassung, dass ihre subjektive Meinung ein objektiver Maßstab ist. Intellektuell hätte ich mir von der Dame mehr erwartet. Das ist nun wirklich billig.

Und dass jemand, dessen Familie seit mehreren Generationen in Deutschland lebt, nicht deutsch sein kann, weil seine Hautfarbe etwas dunkler ist, ist tatsächlich nichts anderes als Rassismus. Es geht dabei dann offensichtlich tatsächlich nicht mehr um Werte, Leistungen oder kulturelle Traditionen. Die Frau ist eloquent und denkfaul.

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bernardinho 10.04.2018, 22:51
6. Da samma wieder!

Geschichte ist wiederholbar, perfekt in Todesspirale einwärts. Es braucht die Tauben, es braucht die Tumben, es braucht die geistig Mittellosen, es braucht die Mitgefühlslosen, dann geht das schon. Besonders in Zeiten multipler Politiksklerose. Sie müssen sich lediglich Hoffnung machen können, auf die Gewinnerseite zu springen, wenn das Wohlstandsschiff ins Schlingern kommt. Sie sind wieder da, man kann sie auf eine Wäscheleine klammern, ohne sie unterscheiden zu können. "Deutsche, kauft deutsche Zitronen!", sagte Kurt Tucholsky einst.

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Bondurant 10.04.2018, 23:02
7. Ohne konkrete Belege

für die angebliche Naivität ist das

Sie ist im klassischen Sinne gebildet, kennt sich aus mit politischer Theorie. Sie denkt schnell, wirkt aber bisweilen unfassbar naiv, als handele es sich bei all ihrem Gerede um ein intellektuelles Fingerspiel ohne konkrete Folgen.

nicht als eine freie Behauptung. Darüberhinaus hat man Zweifel, ob der Autor dies denn beurteilen kann.

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markus.pfeiffer@gmx.com 10.04.2018, 23:24
8. Unfassbar tendenziös (diesmal)

Ich schätze Sie sehr, ich folge Ihnen auf Facebook (wir haben sogar gemeinsame Freunde) und ich bin politisch eher links und fast immer in der Nähe Ihrer Meinung.

Aber als Zwischenüberschrift "Unfassbar naiv" zu schreiben, ohne im folgenden Text darauf einzugehen, wen und vor allem warum genau Sie für "unfassbar naiv" halten, diskreditiert die Person, über die gesprochen wird, implizit - und ohne stichhaltige Argumente, die es auf jeden Fall gäbe.

Das haben Sie nicht nötig und das können Sie doch besser, Herr Kazim!

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747-LR 10.04.2018, 23:28
9.

Zitat von jaka778
Ein Paradebeispiel dafür, dass das Phänomen der neuen Rechten ein psychologisches und soziologisches Phänomen ist, dem mit den Mitteln der Politischen Diskussion nicht beizukommen ist. Dabei geht es nicht darum Menschen, für Ihre Gesinnung auf die Couch zu legen, sondern die Destruktivität gegenüber dem jeweils „anderen“ zu verstehen und damit zu arbeiten. Verdrängung, Projektion bis zur Dämonisierung und Sündenbock Psychologie sind die Instrumente, die wieder angesetzt werden müssten. Wie wollen sie in einem kritischen Diskurs jemandem sonst beikommen, der bereit ist von Selbstverständlichkeit („Augenschein“) als Definition für einen Begriff auszugehen, („deutsch sein“) um diesen dann als Prämisse für alles weitere zu setzen („ Wer ist deutsch, wer nicht“) und dabei keinerlei intellektuelle Reue verspürt?
Gerade die Definition von Ansichten als Selbstverständlichkeit, wird doch von "ihrer" Seite bis zum Exzess betrieben. Mit euch ist doch keine argumentative Diskussion mehr möglich. Selbst berechtigte Kritik an der Politik Merkels triggert euch soweit, dass in absehbarer Zeit wieder die Öfen befeuert werden! Wie krank muss man sein, um hier nicht mehr differenzieren zu können? Mir dünkt, ohne diese Fantasie gehen euch die Fördergelder aus ... ;-)

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