Forum: Politik
Im Fall eines harten Brexits: Irland könnte Hunderte Millionen von der EU fordern
OLIVIER HOSLET/EPA-EFE/REX

Scheitert Theresa May im Parlament mit dem Austrittsvertrag, droht nicht nur Großbritannien ein wirtschaftliches Desaster. Auch die irische Regierung fürchtet einen Brexit ohne Abkommen.

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werner-brösel 04.01.2019, 01:18
40. Kein Problem für Irland

da es sich um Importzölle des VK handelt, wird die Britische Regierung einen Teufel tun, solche Zölle zu erheben. Da diese Nahrungsmittel nicht schlagartig auf der Insel substituiert werden können würden diese Zölle voll auf die Britischen Bürger durchschlagen. Die Britischen Wähler wären also sofort und vollumfänglich von den Segnungen des Brexit erfasst. Dieses Problem ist also kein Irisches.

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b0b 04.01.2019, 01:53
41. Irland will keine gerechten Steuern von Amazon und Co, aber..

...jetzt bettelt man die EU wieder an. Vor zwei Monaten war Irland noch einer der lautesten Protestler gegen eine fairere Versteurrung von internationalen Internetkonzernen, was Hunderte Millionen in die Haushalte der EU gebracht hätte und jetzt versucht man wieder die dummen Deutschen und anderen Nettozahler zu erpressen. Gelebte Demokratie!

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michael.mittermueller 04.01.2019, 04:52
42.

Die EU betreibt in Sachen Frieden ein doppeltes Spiel. Sie erklärt sich selbst zur Friedenszone. Wer allerdings genau hinsieht, der erkennt, wie sehr EU Staaten und die EU selbst den Separatismus im Ausland unterstützen. Und das beizeiten auch mit Waffen. Das Europa ohne Grenzen wird so schnell zum Europa der neuen Grenzen. Gleiches gilt für die USA, deren irische Exilgemeinde den Befreiungskampf der IRA über Jahrzehnte direkt finanzierte.

Oder nehmen wir doch einfach die Rolle der EU auf dem Balkan als weiteres Beispiel. Über die Ukraine brauchen wir dann gar nicht mehr sprechen.
Die Spaltung Jugoslawiens wäre ohne Waffenlieferungen der EU und ach Angeboten zur Finanzierung, bis hin zu Akzeptanz krimineller Strukturen überhaupt nicht möglich gewesen. Die sog. Balkanroute, ein Paradis für Zigaretten und Drogenschmuggler, bis hin zum Menschenshenhandel. Kosovo, Montenegro, Kroatien, Bosnien ohne das zwei Augen zu Prinzip der EU und auch der NATO undenkbar.
Oder sehen wir uns an, was gerade in Spanien abläuft und in Barcelona.
Im Falle Großbritanniens darf man getrost sagen, dass eine der ersten Aktionen des EU Parlaments, ein tosender Empfang für die Schottische Delegation von Separatisten war.
Wen wundert es, Schottland verfügt über Ölvorräte.

Die Nordirland Frage ist also nur eine von zwei gälischen Fragen, die die EU auf ihre art und Weise zu beantworten sucht. Römisch katholisch. Der Brexit entzündete sich jedenfalls mit an der Zuwanderung von Polen und dem Fehlen einer Lösung Arabischer und Islamischer Zuwanderung durch Frankreich und die EU .

Was wir hier haben sind uralte Bruchlinien, die dank der EU Minderheitenpolitik und vor allem aufgrund des seltsamen Stimmschlüssels dazu führen dass Kleinstaaten ein weit höheres Gewicht bei EU Entscheidungen haben als Staaten wie Großbritannien , Frankreich, Italien, Spanien oder Deutschland.

Selbst Spanien, ebenfalls Katholisch versucht ein Stück zu ergattern. Gibraltar. Also wenn das bis heute niemandem Spanisch oder gar Katholisch vorkommt, dann muss er schon blind sein.

Als nächstes wird die Armada der EU im Ärmelkanal auffahren und sich solidarisch mit Königin Maria Steward erklären und Gibraltar, Schottland und Nordirland für sich reklamieren.

Man könnte allerdings auch EU Beobachter nach Irland an die Grenze schicken. Und in weissen Hubschraubern kreisen lassen, so wie damals in Jugoslawien. So lange bis sich die Probleme von selbst "geregelt" haben. Siehe Sarajewo, Mostar, Srebrenica. Vielleicht am Ende noch mit Unterstützung holländischer UN Soldaten ?
Koloniale Erfahrungen haben sie ja alle, diese Friedensnationen, die sich hier in der EU versammelt haben.

Also weiter auf zu Raubzügen, die wir humanitär tarnen. Nach Lybien, Syrien oder in den Irak. Wir wollen ja nur den ortsansässigen Minderheiten helfen, ihre kulturelle und nationale Identität zu behaupten. Wie im 19ten Jahrnhundert. Klassische Kolonialpolitik !

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123rumpel123 04.01.2019, 05:47
43. EU paradox

Ob harter oder weicher Brexit, dass Thema , dass die Iren jetzt auf den Tisch gebracht haben zeigt nur die Änderung auf , die alle EU-Agrarexporteure haben werden , die ihre Waren demnächst nach dem Breexit ins VK verkaufen wollen. Und es wird nicht nur ein Problem der Zollsätze und Warenkontrolle sein, denn das Preisgefälle zwischen EU-Agrarpreisen und denen des Weltmarktpreisniveaus ist enorm.
Dem gesamten EU-Agrarmakt wird ein nennenswerter Teil ihrer Geschäfts mit GB wegbrechen, also nicht nur den Iren.

Das die Iren in diesem Zusammenhang keine Zoll- und Warenkontrollen an der inneririschen Grenze durchführen wollen, ist allerdings ein Unding . Mit den WTO-Regeln nicht zu vereinbaren.

Zur Erinnerung: Während der Verhandlungen zum Austrittsvertrag wurde immer wieder von EU-Seite darauf bestanden, dass Warenkontrollen nicht dezentral durchgefürhrt werden können. Daher die kompromisslose "permanente Backstop-Klaujsel". Brüssel wird sich jetzt klar positionieren müssen und oder die Backstopklausel streichen. Beides geht nicht, Backstop-Klausel und die irrischen Absichten zur Warenabfertigung.

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123rumpel123 04.01.2019, 05:53
44. xxx

Zitat von standinside
Die Iren haben von Anfang an den Brexit zu einer Frage des Friedens in Nordirland erklärt, was zu der EU-Forderung einer Rücksicherung an Großbritannien im Falle einer Nicht-Einigung in einem künftigen Trade Deal geführt hat. Das kompromißlose Festhalten der Iren hat die EU und Großbritannien in die Sackgasse geführt. Strategisch gesehen, ist es riskant für das kleine Land. Die guten Beziehungen zwischen den Iren und Briten, die seit dem Good Frieda Agreement von beiden Ländern gepflegt wurden, sind jetzt hin. Also jetzt weinend zu der EU mit ausgestreckter Hand bittend ist absolut unehrenhaft.
Genau.
Zumal "permanente Backstop-Klausel" und die jetzt formulierten irischen Vorstellungen zur Warenkontrolle nicht zusammenpassen.

Bliebe Dublin bei diesen Vorstellungen, wäre faktisch die Backstop-Klausel "ausser Kraft" und ein wesentlicher Widerspruch/Mangel des gesamten Austrittsvertrages.

Da wird Brüssel heute sicher schnell "Ordnung schaffen" müssen.

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studibaas 04.01.2019, 06:16
45. Ja und?

Zitat von Wal-Ire
Eben, dann hauen die großen US Firmen ab und gehen dahin, wo man nicht gleichzeitig ALLE Nachteile hat. Nämlich m Rand der Zivilisation zu sein und gleichzeitig hoch besteuert zu werden. Der Grund, warum Irland eher niedrige Unternehmenssteuern (aber hohe Lohn- und Verbrauchssteuern) hat ist der, daß man halt geographisch eher schlecht da steht. Und nach dem Brexit noch schlechter...
Wenn sie mir jetzt noch erklären, warum eine Fa. die kaum Steuern zahlt und kaum Arbeitsplätze im betreffenden Land generiert umbedingt gehalten werden muss stimme ich ihnen zu.
Ebenfalls würde ich gerne wissen, wofür eine zentrale Lage eines Firmensitzes erforderlich ist;
Die Produktion findet doch primär eh woanders statt. (Ja, Irland hat auch ne kleine Produktionsstätte, wie viele Mitarbeiter dort beschäftigt sind konnte ich nicht herausfinden.)
Der EINZIGE Grund für Apple seinen europäischen Firmensitz in Irland zu haben waren Steuergeschenke. Einen Nachteil gibt es dort nicht, auch keinen Vorteil. Die Lage von Verwaltungssitzen ist völlig irrelevant, wenn wir mal von schneller Internetanbindung absehen. Aufgrund der Gesetze (Zoll und so) kann man aber nicht auf einen europäischen Firmensitz verzichten.

23.000 Mitarbeiter beschäftigt Apple derzeit in Irland, in den letzen 5 Jahren hat sich diese Zahl verdoppelt. Da ich nicht realistisch die Beschäftigung der Zulieferfirmen abschätzen kann arbeite ich mal mit dieser hohen Zahl.
Von 2003-2014 wurden diese Jobs faktisch mit 13 Milliarden EUR vom europäischen Steuerzahler finanziert. (So das Urteil der EU, aufgrund dessen Irland die Steuern von Apple nachforderte).

Das macht im Schnitt eine jährliche Sibventionierung pro Job in Höhe von 51383 EUR. Aber auch nur unter der falschen und sehr freundlichen Annahme, das bereits ab dem ersten Tag 22.000 Personen in Irland gearbeitet hätten, als noch eine stark geschönte Zahl.

Bei solchen Summen könnte man die Iren auch gleich direkt subventionieren, hätten alle mehr von.

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effing 04.01.2019, 08:31
46. selbst wenn es so käme

Ein paar hundert Millionen: war das nicht das, was wir vor wenigen Jahren den Banken jeden Tag überwiesen haben?

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harryhorst 04.01.2019, 09:37
47. Es gibt eine einfache Lösung.

Wenn Irland auch aus der EU austritt gibt es die Probleme nicht. In dem Fall würden auch die US-Steuervermeiderfirmen in die EU umziehen. Das wäre auch gut.

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pjotrmorgen 04.01.2019, 10:33
48. Es gibt eine noch einfachere Lösung

Zitat von harryhorst
Wenn Irland auch aus der EU austritt gibt es die Probleme nicht. In dem Fall würden auch die US-Steuervermeiderfirmen in die EU umziehen. Das wäre auch gut.
Nordirland bleibt in der EU und schließt sich mittelfristig der Republik Irland an. In drei Jahren werden die Katholiken schon in der Mehrheit sein, sodass auch in der Bevölkerung entsprechende Unterstützung für die Abtrennung vom UK vorhanden sein wird. Das wäre die beste und friedlichste Lösung.

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w.diverso 04.01.2019, 12:58
49. Wenn diese Forderungen wirklich kommen,

dann würde es doch auch reichen die vorhandenen Fördermittel einfach anders zu verteilen. Bekommen einfach die Visegrád-Staaten etwas weniger Förderung. Die werden ja ohnehin durch die Verlegung der Produktion mancher Firmen die aus GB abwandern werden, besonders profitieren. Mit ein bisschen Zahlen herumschieben wird sich sicher auch dieses Problem lösen lassen. Nur die Briten werden selber mit ihren Problemen fertig werden müssen. Laut einer Marktforschungsfirma ist der britische GDP im letzten Quartal nur um 0,1% gestiegen. Also werden die Briten genug zu tun haben. Boris Johnson wird es schon richten.

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