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"In Anatolien entsorgen": Özoguz reagiert auf Gaulands Beschimpfung
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"Warum in Anatolien, warum ich?" Die Beschimpfung durch Gauland hätten sie "schwer schockiert", sagt Integrationsbeauftragte Özoguz. Über Anzeigen gegen den AfD-Spitzenmann freut sie sich - sie relativiert jedoch auch eigene Aussagen.

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Juro vom Koselbruch 07.09.2017, 08:29
30. Danke - Wat mut, dat mut

Zitat von puro
Özguz widerruft ihre unsägliche Einlassung, bezüglich der Nichtexistenz deutscher Kultur, das ist sehr vernünftig und absolut zu begrüßen. Sie sollte als Integrationsministeriin die Gräben zwischen Migranten und Deutschen lieber zuschütten.
Volle Zustimmung.
Ich finde es eienrseits sehr gut, dass auch ein Bundesverfassungsrichter gegen Gauland klagt. Wie das juristisch ausgeht, weiß ich nicht. Es ist das persönliche Zeichen, das zählt.

Wer davon redet, dass man einen Menschen entsorgen solle, der erinnert an so genannte „Herrenmenschen". Diese widerliche bewusst gewählte erniedrigende Sprache brauchen wir nicht. Man entsorgt Müll. Menschen sind kein Müll. Diese Sprache sagt m.E. viel über den Autor aus und nichts zu Frau Özogus. Auch wenn Herr Gauland nun endgültig die Maske hat fallen lassen, würde ich ihn nicht als Müll betrachten, der zu entsorgen ist.

Wenn Frau Özogus aber andereseits erklärt, es gäbe nichts spezfisch Deutsches außer der Sprache, dann liegt sie wohl erstens inhaltlich falsch und zweitens legt sie, wie geschehen Rechtsaußen den Ball auf den Elfmeterpunkt.

Abseits meiner Sprache bin ich z.B. eingebunden in die deutsche Geschichte. Dazu gehört neben dem Hinsehen auf die damaligen Verbrechen auch die mir mögliche Aufarbeitung oder Prävention bezüglich dieser Verbrechen. Das ist das berühmte "Nie wieder!"

Das kennen neben der Sprache so nur Deutsche. Vielleicht hat Frau Özogus das mit der Sprache ja mal irgendwo in einem eindimensionalen Soziologenseminar gehört und hält das für schlau.
Wenn sie meint "Alle Menschen sollen Brüder werden!" kann sie das auch ganz einfach genau so sagen. Wer wollte ihr da widersprechen?

Haarsträubend ist aber, dass sie hier Menschen von außen integrieren will und mit ihrem flott dösigen Spruch die "Ureinwohner" massiv vor den Kopf stößt, unwissend, dass es das Phänomen Heimat gibt. Diesbezüglich hat sie wie ein Betrunkene am Schlüsselloch rumgefummelt.
Würde mich nicht wundern, wenn „Ureinwohner“ das nicht als Integration Außenstehender betrachten, sondern als Desintegration ihrer selbst.

Auch wegen solcher "Nummern" wird es wohl am Wahlabend lange und blasse Gesichter bei der SPD geben.

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danubius 07.09.2017, 08:29
31. Demos kratein

Ginge es nach Gaulands Willen soll Özoguz entsorgt werden. Ginge es nach Johannes Kahrs Willen soll Merkel entsorgt werden. Beide Politiker haben die gleichen Wünsche - stehen aber nicht im gleichen politischen Lager: der Eine AfD, der Andere SPD ... Und wie gehen die Medien damit um? Auf Gauland / AfD wird eingeprügelt was das Zeug hält, es werden Talkshows daran thematisch aufgehängt - über den Entsorgungswunsch von Kahrs /SPD wurde nur kurz berichtet. Im Übrigen: von einer deutschen Ministerin - egal wo ihre Wurzeln liegen - fordere ich ein eindeutiges, klar formuliertes Bekenntnis zur deutschen Identität, zur deutschen Gesellschaft und zur deutschen Kultur. Dass sie das bis jetzt noch nicht vollumfänglich getan hat zeigt mir auch ihre mangelnde persönliche Bereitschaft, sich trotz ihres Amtseids in die deutsche Demokratie, Kultur und Gesellschaft integrieren zu wollen. Bis jetzt hat sie diesbezüglich in meinen Augen nichts erreicht - außer einen gut gefüllten Fleischtopf für sich selbst ...

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der-junge-scharwenka 07.09.2017, 08:31
32.

Zitat von retourenpaket
Fr Özoguz hat inhaltlich nichts zurückgenommen oder entschuldigt. Fr Özoguz hat keine Idee davon was deutsche Kultur ist.
Es gibt keinen Anlass für Frau Özoguz, sich zu entschuldigen. Wofür sollte sie? Ihr Befund ist inhaltlich richtig. Ich lebe seit 49 Jahren in diesem Land, bin von Geburt an deutscher Staatsbürger und habe gleichwohl ebenfalls "keine Idee davon was deutsche Kultur ist". Und nun? Bin ich ein Fall für die Entsorgung?

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sarkasmis 07.09.2017, 08:31
33. Sprache der SPD

Sigmar Gabriel hat 2012 versprochen zusammen mit den Grünen die Regierung Merkel "rückstandsfrei zu entsorgen".
Eine solche Wortwahl muss sich auch Frau Özuguz gefallen lassen. Die Ableugnung der Existenz einer deutschen Kultur jenseits der deutschen Sprache hat schon was proto-genozidales und ist jedenfalls extrem verletztend. Von daher hat sie die etwas härtere Formulierung durchaus verdient (Recht auf Gegenschlag).

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th.diebels 07.09.2017, 08:31
34. Frau Özuguz

hat sich in der Vergangenheit selbst oft mit ihren Beiträgen zur "Kinder-Ehe" u.a. disqualifiziert !
Im Übrigen war es ein SPD-Politiker, der 2013 "Merkel entsorgen" wollte - damals gab es jedoch kein so großes Bohei !

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metastabil 07.09.2017, 08:31
35.

Zitat von brathbrandt
... dass jemand, der keine spezifisch deutsche Kultur jenseits der deutschen Sprache ausmachen kann, mit bestem Gehalt als Kabinetsmitglied am Tisch sitzen darf. Danke, Herr Gauland, dass Sie diese skandalösen Zustände ans Tageslicht gebracht haben.
Frau Özoğuz ist als parlamentarische Staatssekretärin kein Kabinettsmitglied.

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Greg84 07.09.2017, 08:32
36.

Der Teil mit "Warum ich?" ist in meinen Augen albern. Frau Özoguz wusste genau weswegen sie das Ziel war. Gut, dass sie ihre Aussage jetzt relativiert, hätte vielleicht auch etwas früher erfolgen können. Bin mal gespannt, was bei den Verfahren gegen Gauland rauskommt.

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der-junge-scharwenka 07.09.2017, 08:33
37.

Zitat von Hafturlaub
eventuell meint er ja das wäre z.B. die spezifisch deutsche Kultur?
Sie meinen, er hält das Deportieren für die speziell deutsche Kultur? Da könnte er Recht haben: Das können wir wirklich gut...

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cruisemissile 07.09.2017, 08:33
38.

Das nachträgliche Erklären und Relativieren getätigter Aussagen scheint inzwischen groß in Mode zu sein. Da ist der Gauland im Verein mit Höcke, die ihre Auslassungen später wieder zurückziehen. Da ist ein Seehofer, der erst von der Obergrenze abrückt, um das dann später bei Reuters wieder zu relativieren, also eine Relativierung der Relativierung. Und im sogenannten Kanzlerduell, das phasenweise wie ein Bewerbungsgespräch für eine Neuauflage der Groko daherkam, erklärte uns Martin Schulz, wie das eigentlich mit den "Goldstücken" gemeint war. So jetzt also auch bei Özuguz. Nein, nein, das haben wir alles nicht so gesagt! Aber vielleicht doch so gemeint? Und zu allem Überdruss kommt jetzt auch noch Thomas Fischer eilfertig im Auftrag seiner Eitelkeit aus seiner Paragraphen-Trutzburg gestürmt (denn dieses Stöckchen darf er einfach nicht auslassen) und ruft: consules videant! Wie einst bei Frau Stokowski. Was für ein Schmierentheater, aber äußerst belustigend.

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Bueckstueck 07.09.2017, 08:33
39.

Zitat von offonline
sich verständlich auszudrücken. Wenn Frau Özoguz nicht in der Lage ist klar und verständlich zu formulieren, was Sie eigentlich meint, dann sollte sie einen anderen Satzbau wählen.
Dann gibts aber viele "Kulturlose" in Deutschland...

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