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Info-Panne im Pentagon: US-Kriegsschiff fährt los, aber nicht nach Nordkorea
AFP

Es sollte ein Signal der Stärke gegen Nordkorea sein: Die USA verkündeten vergangene Woche, ein Flugzeugträger nehme Kurs auf das Japanische Meer. Laut einem Medienbericht stimmte das aber gar nicht.

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Hermes75 19.04.2017, 14:30
150.

Zitat von Promethium
Was Nordkorea angeht, hat Trump bisher alles richtig gemacht. Es ist das Nordkoreanische Regime das sich und seine (ehemaligen) Verbündeten in eine schwierige Lage gebracht hat. Trump ist jetzt in einer Win-Win Situation. China wird dem nordkoreanischen Regime nicht helfen. Putin hat schon Syrien und den Ukraine-Konflikt am Hals, sowie weitere eingefrorene Konflikte im Süden. Von Putin kann Kim jong un also auch nicht viel Hilfe erwarten. Darüber hinaus sei daran erinnert, das der Koreakrieg von 1950 zu einem Zerwürfnis zwischen Moskau und Peking geführt hat! Putin wäre dann noch stärker isoliert also ohnehin schon. Die Atomraketen werden Kim jong un nicht helfen da diese von THAAD abgefangen werden. Ich bin mir sehr sicher das Kim jong un in naher Zukunft seinen Konfrontationskurs aufgibt.
Es sei angemerkt, dass das THAAD System in Südkorea noch nicht einsatzfähig ist. Bislang wurden nur Komponenten nach Südkorea gebracht und man erwartet die Einsatzfähigkeit nicht vor Juni diesen Jahres.
https://en.wikipedia.org/wiki/Terminal_High_Altitude_Area_Defense#Korean_peninsu la

Im übrigen hilft THAAD nichts gegen die 15.000 nordkoreanischen Artilleriegeschütze die auf Seoul gerichtet sind.
Dem kleinen Dicken in Nordkorea mit der leeren Hand zu drohen ist schon reichlich dämlich - oder inkompetent - wahrscheinlich aber beides.

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almeo 19.04.2017, 15:03
151.

Zitat von Hermes75
[...]Im übrigen hilft THAAD nichts gegen die 15.000 nordkoreanischen Artilleriegeschütze die auf Seoul gerichtet sind. [...]
Die schiere Zahl an Waffensystemen in Nordkorea mag beeindruckend klingen, aber ich wäre überrascht, wenn in ganz Nordkorea noch 15.000 voll einsatzfähige Artilleriegeschütze aufzutreiben wären. Was auch immer genau auf den Süden gerichtet ist, dürfte wohl in guten Teilen beschädigt, zugunsten anderer Geschütze ausgeschlachtet, für eine Schale Reis verkauft, ohne Munition oder zum Hühnerstall umgebaut sein...

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Bernd.Brincken 19.04.2017, 15:24
152. Befehl

Zitat von Mardor
["Er kann [einen Angriff über Nacht starten] nur in Zusammenarbeit mit seinem Stab und gleichgesinnten Generälen. Siehe Syrien."] Dass das in Syrien aber konventionell bewaffnete Tomahakws und keine Nukes waren haben Sie schon mitbekommen, oder?!?
Jede militärische Option dürfte im Stab dort ein Segment von Unterstützern haben, auch die nukleare.
D.h. der Präsident muss niemals ganz allein handeln.

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Bernd.Brincken 19.04.2017, 15:36
153. Artillerie

Zitat von almeo
Ich wäre überrascht, wenn in ganz Nordkorea noch 15.000 voll einsatzfähige Artilleriegeschütze aufzutreiben wären.
Aber vielleicht 150, das reicht dann auch, um die Hauptstadt mit 3 Mio. Einwohnern praktisch unbewohnbar zu machen. Man kann ja mit einem Geschütz nacheinander mehrere Granaten abfeuern ;)
Das ist schon eine ganz andere Lage als z.B. in Nahost, und sehr unangenehm für Südkorea. China ist nun in der Pflicht, da mindestens einen Kompromissvorschlag zu machen.

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almeo 19.04.2017, 16:05
154.

Zitat von Bernd.Brincken
Aber vielleicht 150, das reicht dann auch, um die Hauptstadt mit 3 Mio. Einwohnern praktisch unbewohnbar zu machen. Man kann ja mit einem Geschütz nacheinander mehrere Granaten abfeuern ;) [...]
Gut, ganz billig wird man einen Krieg gegen Nordkorea auch nicht gewinnen. Durchaus möglich, dass die südkoreanische Hauptstadt beschossen würde. Dass Nordkoreas Militär einfach ohne Gegenwehr zusammenklappt, ist wohl eher nicht zu erwarten. Auch wenn das sicher kein langer Kampf wird zwischen einem Militär mit Ausrüstungsstand 2016 und einem mit Ausrüstungsstand 1960. Andererseits weiß auch niemand wie die Munitionslager in Nordkorea so aussehen. Ein Land, in dem ich für 5000 Dollar höchste Militärgeheimnisse kaufen kann, weil es den Soldaten so dreckig geht, wird sicher auch keine randvollen Munitionslager mehr haben. Durchaus möglich, dass nach zwei Salven Schluss ist mit Granatenfeuer, weil die Dinger lieber zum Dynamitfischen benutzt wurden, in eine Kohlemine gewandert sind oder man irgendwo nach einem Erdrutsch die Straßen damit freigesprengt hat – oder die Lagerbestände sind für irgendeine sinnbefreite Großübung von Kim Jong Un ins andere Ende des Landes gebracht wurde, damit es für die Propaganda so aussieht, als gäbe es Munition im Überfluss. Vielleicht explodiert auch die Hälfte nicht, weil sie nur noch von Rost und Gammel zusammengehalten wird? Von der Moral der Soldaten ganz zu schweigen. Vielleicht fliehen die ja scharenweise über die Grenzen, sobald die erste Bombe fällt? Gibt ja immer wieder Gerüchte, dass die Schutzwälle um die Paläste von Nordkoreas Eliten mehr dazu da sind, die eigenen Soldaten abzuhalten als die anderer Staaten. Sehr schwer einzuschätzen, wie kampfstark Nordkorea wirklich ist…

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Hermes75 19.04.2017, 16:45
155.

Zitat von almeo
Gut, ganz billig wird man einen Krieg gegen Nordkorea auch nicht gewinnen. Durchaus möglich, dass die südkoreanische Hauptstadt beschossen würde. Dass Nordkoreas Militär einfach ohne Gegenwehr zusammenklappt, ist wohl eher nicht zu erwarten. Auch wenn das sicher kein langer Kampf wird zwischen einem Militär mit Ausrüstungsstand 2016 und einem mit Ausrüstungsstand 1960. Andererseits weiß auch niemand wie die Munitionslager in Nordkorea so aussehen. Ein Land, in dem ich für 5000 Dollar höchste Militärgeheimnisse kaufen kann, weil es den Soldaten so dreckig geht, wird sicher auch keine randvollen Munitionslager mehr haben. Durchaus möglich, dass nach zwei Salven Schluss ist mit Granatenfeuer, weil die Dinger lieber zum Dynamitfischen benutzt wurden, in eine Kohlemine gewandert sind oder man irgendwo nach einem Erdrutsch die Straßen damit freigesprengt hat – oder die Lagerbestände sind für irgendeine sinnbefreite Großübung von Kim Jong Un ins andere Ende des Landes gebracht wurde, damit es für die Propaganda so aussieht, als gäbe es Munition im Überfluss. Vielleicht explodiert auch die Hälfte nicht, weil sie nur noch von Rost und Gammel zusammengehalten wird? Von der Moral der Soldaten ganz zu schweigen. Vielleicht fliehen die ja scharenweise über die Grenzen, sobald die erste Bombe fällt? Gibt ja immer wieder Gerüchte, dass die Schutzwälle um die Paläste von Nordkoreas Eliten mehr dazu da sind, die eigenen Soldaten abzuhalten als die anderer Staaten. Sehr schwer einzuschätzen, wie kampfstark Nordkorea wirklich ist…
Man kann sicherlich lang und breit darüber diskutieren wie stark Nordkorea militärisch ist. Sicherlich ist vieles dort nur Show, weil das Land wirtschaftlich einfach so schwach auf der Brust ist, dass es einen Krieg gegen Südkorea und Verbündete nicht gewinnen kann.

Umgekehrt ist es aber auch schon zu sagen ob man einen Krieg gegen Nordkorea gewinnen kann, denn wie würde dieser Sieg aussehen, wieviele Opfer würde es geben und vor allem: Wie würde es danach weitergehen?
Die koreanische Halbinsel ist sehr schwieriges Gelände und zum größten Teil mit Gebirge bedeckt. Das Gelände ist sehr gut zu verteidigen und für einen Angreifer äußerst schwierig, da Panzer und Luftwaffe dort nur begrenzt Wirkung erzielen können.

Nordkoreas Strategie zielt auf Abschreckung und egal wie alt und marode deren Armee sein mag, sie würde im Kriegsfall großen Schaden anrichten und viele, viele Menschenleben kosten.
Durch einen Krieg auf dre koreanischen Halbinsel ist nichts zu gewinnen aber viel zu verlieren. Vielleicht könnte das mal jemand dem Goldlöckchen erklären.

Auch wenn es schwer fällt: Das beste was man mit dem Regime in Nordkorea machen kann ist es auszusitzen.

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Celegorm 19.04.2017, 17:39
156.

Zitat von almeo
Gut, ganz billig wird man einen Krieg gegen Nordkorea auch nicht gewinnen. Durchaus möglich, dass die südkoreanische Hauptstadt beschossen würde. Dass Nordkoreas Militär einfach ohne Gegenwehr zusammenklappt, ist wohl eher nicht zu erwarten. Auch wenn das sicher kein langer Kampf wird zwischen einem Militär mit Ausrüstungsstand 2016 und einem mit Ausrüstungsstand 1960.
Der Denkfehler ist bloss, dass letztlich wenig bis nichts damit erreicht ist, dass man das militärische Angriffspotential ausschaltet oder die nordkoreanische Infrastruktur etwas zusammenbombt. Das ginge wohl effektiv relativ einfach und mit etwas Glück ohne massive Kollateralschäden im Süden. Denn die eigentliche Frage ist, was danach kommt und was genau denn das Ziel sein soll. Selbst wenn es zu einer Art Regimewechsel oder gar einem Kollaps des Staates käme (was Luftschläge erfahrungsgemäss selten erreichen), würden damit die wirklichen Probleme erst anfangen. Insbesondere dass wie die Nordkoreaner in Scharen nach Süden (oder Norden) über die Grenze strömen könnten, Sie so nonchalant anmerken, stellt für Südkorea wohl das noch grössere Alptraumszenario dar als bombardiert zu werden.

Mal ein wenig Draufhauen aus der Distanz mag ja ein Leichtes sein (wenn auch in diesem Fall riskanter als z.B. beim Irak), aber die langfristigen Konsequenzen davon sind nur sehr schwer abschätzbar. Und ein gezielter Regimewechsel oder gar eine koreanische Wiedervereinigung wären noch mal ein ganz anderes Kaliber, das für extreme Verwerfungen sorgen würde. Weshalb das ja selbst in den USA oder Südkorea kaum jemand ernsthaft anstrebt..

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