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Initiative im Bundesrat: Rot-Rot-Grün will Mindestlohn durchsetzen
DPA

Die von der SPD geführte Mehrheit im Bundesrat will eine einheitliche Lohnuntergrenze von 8,50 Euro durchsetzen - gegen die schwarz-gelbe Bundesregierung. Das Gesetz ist nach einem Zeitungsbericht fertig ausgearbeitet, doch das Vorhaben dürfte scheitern.

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LJA 21.02.2013, 11:47
60. Und

Zitat von ohne_mich
...KEIN Mindestlohn bedeutet i.d.R., daß der AN Aufstockung beantragen muß - und DAS zahlt der Steuerzahler.
Mindestlohn bedeutet, dass wieder Millionen von Arbeitsplätzen bei uns verschwinden weil sie nach Osteuropa oder Asien verlagert werden. Die Menschen werden arbeitslos und DAS finanziert dann der Steuerzahler komplett. Wir hatten so etwas schon mal Ende der 90er. Schon wieder vergessen ?
Falls es einige noch nicht gemerkt haben: Es gibt auf der Welt einen Wettberwerb um Investitionen und Arbeitsplätze. Dieser Wettbewerb ist brutal und gandenlos und wird in den meisten Ländern ohne effektive soziale Absicherung geführt.
Auch unter diesen Bedingungen verdienen viele, sogar sehr viele Menschen in Deutschland sehr gut. Bei uns in der Stadt z.B. bei einer Autofabrik mit 12.000 Beschäftigten, die mit Sicherheit alle wesentlich mehr als 10€ die Stunde haben. Dazu weitere Tausende bei Zulieferern.
Natürlich, wem es intellektuell oder aus anderen Gründen nur möglich ist, relativ einfach oder gar nicht qualifizierte Tätigkeiten auszuüben, der profitiert nicht davon. Der muss mit Milliarden anderer armer Schweine weltweit konkurieren. Dabei bleibt dann nur noch die Alternative Billiglohn oder Arbeitslosigkeit.
In Frankreich ist das sehr schön zu sehen, wo man dieses Jahr die 10%Arbeitslosenrate locker von unten durchstoßen wird. Mit dem Rot/Ganz Rot/Grün Vorschlag sind wir auf dem gleichen Weg.

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quark@mailinator.com 21.02.2013, 11:48
61. Laß' mal sehen ...

Mal angenommen Rot/Rot/Grün hätte nach der Wahl im Bundestag die Mehrheit ... Laß' doch mal sehen, ob die dann das "fertig ausgearbeitete" Gesetz auch umsetzen. Oder ob es so ist, wie häufig ... laut rumschreien, solange man nichts machen kann und dann konservativ sein, wenn man die Macht hat. Ich trau diesen Leuten nicht weiter, als ich sie werfen kann (mit Ausnahme der Linken vielleicht).

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socrateased 21.02.2013, 11:49
62. Das ist reine Irreführung

Zitat von sysop
Die von der SPD geführte Mehrheit im Bundesrat will eine einheitliche Lohnuntergrenze von 8,50 Euro durchsetzen - gegen die schwarz-gelbe Bundesregierung. Das Gesetz ist nach einem Zeitungsbericht fertig ausgearbeitet, doch das Vorhaben dürfte scheitern.
Weder SPD, noch Grüne, noch die aktuellen Regierungsparteien wollen tatsächlich den Mindestlohn. Das politische Establishment selbst will den deutschen Mindestlohn nicht, und die Arbeitgeberverbände sowieso nicht.

Alleine deswegen wird das Thema jetzt einfach mit etwas hysterischem Wahlkampfgeschrei so lange gegrillt, bis es möglichst schnell wieder vom Tisch ist.

Außerdem ist ein ges. Mindestlohn in Höhe von 8,50 € Brutto - ab den Jahren 2014 bis 2015 immerhin denkbar - nichts als ein schlechter Witz. Eine solche Forderung hätte vielleicht noch ins Jahr 2000 gepaßt, und zur damals wegkrümelnden Kaufkraft der D-Mark im Übergang zur Währungsumstellung. Mittlerweile muß aber ein Brutto-Mindestlohn pro sozialversicherungspflichtiger Arbeitsstunde so gestaltet sein, daß zum regelmäßigen Einkommen eines sogenannten "Mindeslöhners", sowie bei dessen einigermaßen bescheidener Lebensweise nicht etwa noch Aufstockung nach SGB II nötig wird. Unter 11 € Brutto/h läuft hier somit GAR nichts.

Genau das jedoch wollen diejenigen, welche zwischen 2002 und 2005 an den Hartz-Reformen "gearbeitet" haben, einfach nicht. Die fortschreitende Verarmung der ökonomisch "unteren" Mittelschicht ist definitiv so gewollt, sonst wäre es nämlich gar nicht erst zu dieser gekommen.

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hardliner1 21.02.2013, 11:49
63. 1440 Euro brutto

Zitat von sysop
Die von der SPD geführte Mehrheit im Bundesrat will eine einheitliche Lohnuntergrenze von 8,50 Euro durchsetzen - gegen die schwarz-gelbe Bundesregierung. Das Gesetz ist nach einem Zeitungsbericht fertig ausgearbeitet, doch das Vorhaben dürfte scheitern.
Toll, 8,50 Euro Mindestlohn sollen es richten. Wissen die Sozis überhaupt, was 8,50 Euro Stundenlohn bedeutet? Das heißt nichts anderes als 1440 Euro Monatslohn brutto bei einer 40-Stunden-Woche. Zieht man die Sozialabgaben ab, dann bleiben diesem Arbeitnehmer etwas mehr als 1000 Euro netto übrig. Damit hat er kaum mehr als ein Bezieher von Hartz IV. Leben kann man davon kaum. Und schon gar nicht kann man sich davon eine Rentenanwartschaft erwerben, die einem im Alter den Lebensunterhalt sichert.

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mundi 21.02.2013, 11:51
64. Es droht kein Hungertod

Zitat von L.Archer
ganz einfach: wer Vollzeit arbeitet muss von seinem Lohn leben können, auch bei 35 Wochenstunden! Vollzeit arbeiten und Staatsknete zum Überleben zu brauchen ist Ihrer Meinung was bitte?
Zunächst ist festzustellen, dass der Arbeitgeber den Lohn zahlt, den ihm die Arbeit wert ist und nicht mehr. Auch wir zahlen im Kaufhaus für eine Ware nur so viel wie nötig.
Ob das Kaufhaus und die Angestellten mit den Preisen überleben können, interessiert uns genau so wenig, wie den Arbeitgeber das Überleben seiner Mitarbeiter.

Anders als in vielen Ländern dieser Welt braucht man bei uns trotz der erbärmlichen Lage nicht zu verhungern.
Auch eine beheizte Wohnung und medizinische Versorgung ist gesichert.

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Cassandra105 21.02.2013, 11:53
65.

Zitat von LJA
Mindestlohn bedeutet, dass wieder Millionen von Arbeitsplätzen bei uns verschwinden weil sie nach Osteuropa oder Asien verlagert werden. Die Menschen werden arbeitslos und DAS finanziert dann der Steuerzahler komplett. Wir hatten so etwas schon mal Ende der 90er. Schon wieder vergessen ? Falls es einige noch nicht gemerkt haben: Es gibt auf der Welt einen Wettberwerb um Investitionen und Arbeitsplätze. Dieser Wettbewerb ist brutal und gandenlos und wird in den meisten Ländern ohne effektive soziale Absicherung geführt. Auch unter diesen Bedingungen verdienen viele, sogar sehr viele Menschen in Deutschland sehr gut. Bei uns in der Stadt z.B. bei einer Autofabrik mit 12.000 Beschäftigten, die mit Sicherheit alle wesentlich mehr als 10€ die Stunde haben. Dazu weitere Tausende bei Zulieferern. Natürlich, wem es intellektuell oder aus anderen Gründen nur möglich ist, relativ einfach oder gar nicht qualifizierte Tätigkeiten auszuüben, der profitiert nicht davon. Der muss mit Milliarden anderer armer Schweine weltweit konkurieren. Dabei bleibt dann nur noch die Alternative Billiglohn oder Arbeitslosigkeit. In Frankreich ist das sehr schön zu sehen, wo man dieses Jahr die 10%Arbeitslosenrate locker von unten durchstoßen wird. Mit dem Rot/Ganz Rot/Grün Vorschlag sind wir auf dem gleichen Weg.
Die meisten Jobs können überhaupt nicht ausgelagert werden und selbst in den Fällen, wo man keine direkte Marktnähe braucht, stehen Probleme von Infrastruktur und Transport immer noch dagegen.

Es gibt zudem genug andere Möglichkeiten, um derartiges zu verhindern. Ein Kampf um den niedrigen Lohn wird am Ende bei 0 enden. Genau genommen haben wir inzwischen ja sogar schon "Arbeitsgelegenheiten", bei denen derjenigen, der Arbeit in Anspruch nimmt, sogar noch Geld bekommt - siehe 1 Euro Jobs. Das ist das betreffend sogar noch absurder, als vergangene Sklaverei, denn früher mussten die Sklavenhalter ihre Sklaven wenigsten noch selbst bezahlen und am Leben halten. Das übernimmt bei uns der Steuerzahler. - Und es gibt tatsächlich Leute, die das als wirtschaftlich sinnvoll bezeichnen.

Dabei ist es schlichtweg ganz banale Gier. Man will alles für nichts und selbst das ist noch lange nicht genug.

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FrankH 21.02.2013, 11:53
66. So

Zitat von 52er
trennt die Spreu vom Weizen. Unternehmen, die diese Lohnhöhe (die gering genug ist) nicht stemmen können, sind am Markt chancenlos, schlecht geführt oder im Umgang mit ihren Mitarbeitern skrupellos. Erfolgreiche Unternehmen können diesen Lohn locker bezahlen, den Rest sollten wir uns in Deutschland schenken !
Ach, wenn die Welt so einfach wäre. Wie wärs mit folgender Variante: Unternehmen kann keine höheren Löhne zahlen, weil die Konkurrenz aus Asien o.ä. die Produkte in Deutschland so billig anbietet?
Selbst wenn die Mindestlöhne zu insgesamt höheren Einkommen in Deutschland führen würden, wer kauft denn freiwillig das teurere Produkt "Made in Germany"?
Also, müssen dann die von Ihnen genannten Unternehmen einfach schließen und aus "schlecht" bezahlten Jobs werden dann keine Jobs.
Höhere Löhne für alle bisherigen Niedriglöhner führt zu mehr Einkommen für einige und zu Arbeitslosigkeit für andere, solange wir nicht Deutschland komplett von der restlichen Welt abschotten, das ist doch banal.

Das trifft nicht auf alle Unternehmen zu, richtig, und deshalb ist genau der richtige Weg, das branchenspezifisch zu machen, um differenziert vorgehen zu können.

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genugistgenug 21.02.2013, 11:54
67. wollen?

wollen, wollen die immer - tun tun die niemals!

das sagt doch alles! Es geht nur darum das die Politiker/Bürokratten den aus Steuergeldern gefüllten Trog weiter selbst leermachen wollen!

Zitat von
Diskussion um Mindestrente Berlin (RPO). Die Bundesregierung hat eingeräumt, dass Arbeitnehmer einen Stundenlohn von über zehn Euro brauchen, um im Alter nicht in die Armutsfalle zu geraten. Auf eine Frage von Linksparteichef Klaus Ernst bestätigte das Arbeitsministerium, dass knapp 29 Entgeltpunkte nötig seien, um eine Rente in Höhe der Grundsicherung im Alter von 684 Euro monatlich zu erhalten...............

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Arktuss2 21.02.2013, 11:56
68.

Zitat von Vanagas
Selbst ein Mindestlohn von 8 , 50 € sind ein Schlag ins Gesicht von Arbeitnehmern . Das bedeutet einen Netto - Monatslohn bei 160 Std . für einen Ledigen von ca . 800 € . Kann man davon ein anständiges Leben führen ? Das ist ein Hohn + eine Beleidigung für den Wert geleisteter Arbeit ! Was ich mich nur frage ist , warum wir uns solche Sauereien noch gefallen lassen ?
Bei 168 Stunden also 40h Woche, sind das rund 1050,- Netto.
Nunja was heißt gefallen lassen, ich arbeite in meinem erlernten Beruf und komme auf rund 2000 Brutto, ohne die Überstunden sind es <12€ Brutto.
Wenn ich die unbezahlten Überstunden einkalkuliere sind es noch rund 9,50€ Brutto.

Was ist denn ein anständiges Leben? Ich muss nicht verhunger und meistens ist auch alles bezahlt wenn das Geld zu ende ist. Das war nicht immer so. Vor der Ausbildung hatte ich für weniger Geld mehr gearbeitet.

Ich bin für den Mindestlohn, befürchte aber, dass diejenigen die knapp über dem Lohn liegen lehr ausgehen. So bekommen dann nur die ungelernten Kräfte fast genausoviel wie die, die eine Ausbildung gemacht haben, der unterschied bleibt dann nur in der eventuell angenehmeren Arbeit.

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balmy_matrix 21.02.2013, 11:58
69. Mindestlöhne führen zu höherer Arbeitslosigkeit

Was mir in der Mindestlohndebatte immer zu kurz kommt ist die Lenkungsfunktion des Arbeitslohnes. Eine niedrige sektorale Durchschnittsentlohnung heißt primär eine hohe Anzahl von Arbeitsanbietern in Relation zu einer geringeren Anzahl von Arbeitsnachfragern. Die Lenkungsfunktion des Lohnes sollte nun eigentlich dazu führen, dass sich die Anzahl der Arbeitsanbieter reduziert, sei es durch Umschulungen (aktiv) oder weniger Ausbildungsantritte (passiv) in diesem Bereich. Und das gerade um den Anteil, indem ein Arbeitsanbieter einen seiner Qualifikation marktfähigen Lohn erwarten kann.
Um zu verdeutlichen worauf ich hinaus will sei mein Beispiel die Friseure, die ja immer in der Debatte um Mindestlöhne aufgeworfen wird, kein Wunder wenn im Osten teilweise 3,60 Tariflohn gezahlt wird. Ist das jetzt ein Indiz für Ausbeutung? Meiner Ansicht nach nicht, es spiegelt nur eine Fehlentwicklung wieder. Trotz des Wissens um diese niedrige Entlohnung gibt es in einem Wirtschaftsbereich, der ca. 250.000 Beschäftigte umfasst, etwa 43.000 Auszubildende. Das ist die höchste Relation aller Handwerksberufe! Und daher ist es auch nicht verwunderlich, das im Bereich "Friseure, Gästebetreuer, Hauswirtschafter, Reiniger" 2009 eine Arbeitslosenquote von knapp 25 Prozent erreicht wurde. Der niedrige Arbeitslohn ist meiner Ansicht nach eindeutig auf ein überproportionales Arbeitsangebot in diesem Wirtschaftsbereich zurückzuführen und daher nicht verwunderlich. Wenn man jetzt mit einem flächendeckenden Mindestlohn daher geht ist die Folge für mich eindeutig. Mehr Konzentrationsprozesse um irgendwie noch Skalen-/Synergieerträge zu erreichen oder eben Jobverlust bzw. Zunahme von Schwarzarbeit. Denn wie ein Dienstleistungsgewerbe wie das Friseurhandwerk in der Zukunft nennenswerte Arbeitsproduktivitätsfortschritte erzielen will um höhere Lohnkosten auszugleichen ist mir schleierhaft.

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