Forum: Politik
Innenministerium: De Maiziere zweifelt Seehofers Eignung an
DPA

Eine harmonische Übergabe geht anders: Noch-Innenminister Thomas De Maiziere hat in einem Interview die Eignung seines möglichen Nachfolgers angezweifelt. Auch an der Neuausrichtung des Ressorts ließ er kein gutes Haar.

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pygmy-twylyte 25.02.2018, 16:46
80. Fachliche Eignung

Zitat von elubitsch
...an die eigene Nase und ziehen Sie ein Resumee, was Sie eigentlich in Ihrer Amtszeit zuwege gebracht haben. Mir fielen jetzt nur farblose Statements und andienerische Ergebenheitsadressen in Richtung Merkel ein. Klare Aussagen waren von Ihnen doch nie zu bekommen. Da ist mir der "Erfahrungsjurist" Seehofer lieber, der wenigstens von vorneherein den CSU-Standpunkt in den die Bürger derzeit bewegenden Fragen klar macht. Die Qualifikation als Jurist (bin selber einer) bedeutet noch lange nicht, daß man damit alle Aufgaben erfüllen kann. Ein guter Minister hat Manager seines Ministeriums zu sein, Anstöße zu geben, deren Ausarbeitung er aber seinen Fachabteilungen und -Referaten übertragen wird. Einer meiner Rechtslehrer (es war der spätere Rektor der LMU, Prof. Andreas Heldrich) hat in den 70ern mal zu uns Studenten gesagt: "Wenn Sie bei einer Fallösung nicht mehr weiter wissen, dann fragen Sie erst Ihre Putzfrau, die hat noch gesunden Menschenverstand". Mehr Funktionäre mit gesundem Menschenverstand würde ich mir auch in der Bundesverwaltung wünschen und weniger akademisch durchgeistigte Ideologen. Kann es sein, daß die allzu lange Regierungszugehörigkeit Sie arrogant gemacht hat?
Hätten wir doch nur mehr "Erfahrungsjuristen" in Amt und Würden (als Abgeordnete und Minister), also mehr gesunden Menschenverstand, wäre es zur weitgehend unkontrollierten Zuwanderung in diesem Ausmaße wohl nicht gekommen. Auch in diesem Punkt sollte Noch-Innenminister Thomas de Maiziere sich mal an die eigene Nase fassen. Im Übrigen: Ginge es ausschließlich nach fachlicher Eignung, dürfte weder der gelernte Bankkaufmann Jens Spahn Gesundheitsminister werden, noch die studierte Medizinerin Ursula von der Leyen Verteidigungsministerin bleiben (um nur mal zwei Beispiele zu nennen). Der Manager eines Großunternehmens muss ja auch nicht sämtliche Abteilungen durchlaufen haben, um Entscheidungen treffen zu können. Wie jeder hochrangige Politiker hat auch er seine fachlich versierten Zuarbeiter. Insofern ist nicht damit zu rechnen, dass Horst Seehofer, der die Stimmung im Land bestens kennt, im Amt des Innenministers scheitert, sondern ganz im Gegenteil wird er wohl alles daran setzen, dringend notwendige Korrekturen vorzunehmen - auch gegen den Merkel-Kurs.

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friedrichgadow 25.02.2018, 16:49
82. Sorry, kein Jurist

Zitat von yvowald@freenet.de
Auch Verwaltungs-Betriebswirte müssen ein Hochschulstudium absolvieren. Ich selbst bin Diplom-Verwaltungswirtin innerhalb der Bundesverwaltung. Dazu mußte ilch bei der Einstellung die Hochschulreife nachweisen und habe ein duales Studium an der Fachhochschule des Bundes für Öffentliche Verwaltung durchlaufen. Heute heißt diese Studienreinrichtung "Hochschule des Bundes für Öffentliche Verwaltung " mit Sitz in Brühl im Rhein-Erft-Kreis. Horst Seehofer hat ein ähnliches Studium im Freistaat Bayern absolviert und war vor Übernahme politischer Ämter beim Landratsamt in Ingolstadt tätig. Wir haben vornehmlich auch Vorlesungen in Verfassungsrecht gehörtt. Sind wir deshalb keine "Juristen"?
Nein, seid Ihr nicht - sorry. Ich habe im Rahmen meines BWL-Studiums auch Vorlesungen in bürgerlichem und öffentlichem Recht besucht und die dazu gehörigen Prüfungen abgelegt. Zum Juristen macht mich das nicht, wohl aber vermittelt es mir Einblick in juristisches Denken.

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fr3ih3it 25.02.2018, 16:52
83. Kein Fan von de Maizière

aber seine Einschätzung zum geplanten „super Ministerium“ teile ich voll und ganz. Ebenso seine Aussage bezüglich Heimat.

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kobra21 25.02.2018, 16:52
84. Man kann verstehen!

Man kann verstehen, dass der geschäftsführende Innenminister über den Verlust seines Ministeramtes nicht erfreut ist.
Andererseits war er aber auch als Innenminister nicht der Knaller, der unersetzlich ist.
Er war sicher ein treuer Diener der Kanzlerin. Wenn er jemand für den Verlust seines Ministeramtes verantwortlichen machen sollte, dann ist es Frau Merkel.
Sie hat es zu verantworten, dass die SPD trotz ihrer 20% die gleiche Anzahl an Ministerien bekommt.
Frau Merkel fehlt der Mut zu einer Minderheitsregierung. Diese wre die richtige Lösung gewesen und Herr De Maizière hätte im Amt bleiben können.
Zu dem Zeitpunkt, als Herr 100%-Schulz erklärt hat, dass die SPD nicht mehr bereit ist die GroKo fortzusetzen, war das Vertrauensverhältnis in der Regierung zerstört.
Frau Merkel hätte am folgenden Tag alle SPD Minister entlassen müssen, da nicht mehr zu erwarten war, dass diese im Interesse einer künftigen Regierung arbeiten würden.
Im Übrigen sollte Herr D.M. daran denken, dass doch alle Politiker nach ihrem eigenen Verständnis für alle Posten geeignet sind.
Sie sind heute in der Funktion, morgen in einer anderen und übermorgen sonstwo.
Bestes Beispiel ist doch Frau v.d.L., die von Hause aus Ärztin ist und heute Bundesverteidigungsministerin.
Insofern stimmen die Ausführungen von Herr D.M. nicht so richtig.
Menschlich sind sie verständlich, aber an die Kanzlerin und nicht an die CSU oder Herrn Seehofer zu richten.

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rechercher 25.02.2018, 16:57
85. :-)

Zitat von le.toubib
So haben wir in unserer Bundesregierung wenigstens unseren eigenen Trump und müssen nicht immer neiderfüllt über den Atlantik blicken ...
Es ist eigentlich paradox, aber Ihre Aussage der traurigen Wahrheit hat mich zum Schmunzeln veranlasst. Andererseits zeigt dieser Personalentscheid, wie sehr Merkel geschwächt sein muss wenn sie es stillschweigend erduldet, sich von diesem bayerischen Intrigenclown erpressen und dermassen über den Tisch ziehen zu lassen.

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Hörbört 25.02.2018, 16:58
86. Die überragende Weisheit der Volljuristen

Unvergessen, wie das "Haus de Maiziere" (damals noch das Verteidigungsministerium) einen Vertrag mit einem Rüstungslieferanten so abänderte, dass man für die Lieferung einer geringeren Stückzahl einen höheren Gesamtpreis zahlen musste. So etwas bekommen wohl nur Volljuristen hin.

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kuac 25.02.2018, 16:58
87.

Zitat von Mister Stone
"Vorsichtig und zurückhaltend ausgedrückt, ist es für einen Verfassungsminister doch sehr hilfreich, wenn er Jurist ist", sagte de Maizière. Da mag er Recht haben. Dass es aber auch mal gar nichts nützt, wenn jemand Jurist ist, sieht man bei dem bestgekleideten Totalversager an der Spitze des Justiz-Ministeriums.
Solche Pauschalurteile sind meistens falsch.

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Aberlour A ' Bunadh 25.02.2018, 17:01
88. Judex oeconomicus

Seltsame Erbsenzählerei von De Maiziere. Seehofer ist lange genug in der Politik, um zu wissen wie das Spiel gespielt wird. Nachhilfe wird er nicht brauchen. Aber wenn wir schon beim Erbsenzählen sind: eine der Hauptaufgaben des Bundesinnenministeriums - sogar in der Selbstbeschreibung - ist die "Modernisierung von Staat und Verwaltung". Na, da haben wir doch schon mal ein originäres Einsatzgebiet für einen Verwaltungs-Betriebswirt.

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le.toubib 25.02.2018, 17:04
89. Bei all meiner Hundeliebe:

Zitat von stimmeausdemoff
Hoffentlich nehmen Sie Ihre Setterhündin auch jetzt in die Arbeit mit. Ich denke, diese könnte Sie durchaus fachlich und menschlich aufwerten. :-))
Aber ein Hund im OP ist selbst für mich ein absolutes no-no! Auch unterstützen hätte sie mich dort auch nicht gekonnt - für sie gab es nur einen einzigen Grund für die Existenz von Knochen, nämlich diese abzunagen zu können!

Btw., wieso glauben Sie eigentlich, dass ich, nur weil ich irgendwann mal in meinem jugendlichen Unverstand die Rechtswissenschaften studierte - ich hatte vorher tatsächlich noch Dümmeres hinbekommen -, auch als Jurist arbeiten würde? Dauernd diese unbedachten Schnellschüsse aus der Hüfte! Die treffen doch nie (Erfahrung aus meiner ersten Dummheit), lediglich im Western klappt das immer ...

Aber schönen Sonntag noch!

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