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Integrationsgipfel: Chef der Türkischen Gemeinde rechnet mit deutscher Bildungspoliti
DPA

Viele Migranten scheitern in der Schule oder auf dem Arbeitsmarkt. Der Chef der Türkischen Gemeinde wirft der Bildungspolitik Versagen vor - und berichtet von verlorenem Vertrauen. Der Integrationsgipfel im Kanzleramt soll das nun ändern.

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Manollo 01.12.2014, 06:14
1. Rechnen die anderen Chefs denn auch ab?

Die Chefs der Vietnamesischen, Indischen, Japanischen, Polnischen oder Chinesischen Gemeinde?

Von denen hört man irgendwie selten was zum Thema.

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women_1900 01.12.2014, 06:30
2. die Sprache ist nun einmal der Zugang

zur weiteren Entwicklung und ich bin immer wieder erschüttert, wie schlecht die Sprachkenntnisse gerade der Kinder von Eltern mit türkischer Migrations-geschichte, auch noch in der 3. Generation ist. Da Deutschland ein Einwanderungsland ist, besteht hier eine sehr gute Vergleichsmöglichkeit mit Kindern von Eltern aus anderen Ländern z.B. Russland.

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beamter_für_immer 01.12.2014, 06:39
3. Forderungen über Forderungen

Ich erkenne leider aus diesem Beitrag nur, dass Herr Cinar nur Forderungen an unsere Gesellschaft und Politik stellt! Vermissen tue ich Forderungen gegenüber seinen Landsleuten. Diese einseitige Nummer wird Gott sei Dank so nicht funktionieren. Das sollte er eigentlich auch wissen.

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mariusra 01.12.2014, 06:43
4.

Meiner Ansicht nach ist es nicht nur der Bildungspolitik und der Wirtschaft geschuldet, dass wir diese Situation vorfinden. Klar besteht hier Handlungsbedarf, dennoch denke ich es ist ein Endloskreislauf. Schlechte Integration führt zu schlechteren Lebensverhältnissen und der Bildung einer "Parallelgesellschaft". Die Kinder die aus diesen Familien hervorgehen haben (eher in Städten ) oft Probleme sich mit gleichaltrigen deutschen anzufreunden. Wenn also ein Ruck durch Deutschland geht und man diese Kinder vernünftig integriert, könnte und sollte sich das ganze auf nachfolgende Generationen auswirken. Meine Einschätzung Ende.

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freespeech1 01.12.2014, 06:51
5.

Kommt der Chef der Türkischen Gemeinde eigentlich auch mal auf die Idee, kritisch zu fragen, ob die türkischen Gemeinde in der Bildung versagt hat, warum ausgerechnet seine Gemeinde in der Bildung versagt? Kommt der Chef der Türkischen Gemeinde auch mal auf die Idee, dass es verlorenes Vertrauen in seine Gemeinde gibt? Welchen Beitrag hat sie geleistet, um Vertrauen aufzubauen?
Die ewig einseitige Schuldzuweisung, das ewige Lamentieren langweilt mittlerweile. Andere Zuwanderungsgruppen haben keinerlei Probleme bei der Integration, auch nicht im Bildungssystem. Woran liegt das denn? Es liegt nicht an wenig Sozialarbeitern. Vielleicht einfach mal anpacken. Es wird kein Schüler wegen seiner Herkunft diskriminiert. Dafür gibt es reichlich Beispiele.

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joG 01.12.2014, 06:53
6. Es gab schon vor Jahrzehnten Studien gegeben.....

....die eindeutig nachwiesen, daß das deutsche Schulsystem die soziale Mobilität eher behindert als andere Bildungssysteme. Da hat sich auch trotz des Gerede und des Aktionismus nicht viel geändert. Warum sollte es da nun verwundern, daß auch Ausländer und Deutsche mit Migrationshintergrund ebenso ausgebremst werden?
Das öffentliche Bildungssystem war historisch vielleicht richtig. Heute ist es ein Hemmschuh und es ist ein Betonkopf, der das heutige System verteidigt.

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spaten1983 01.12.2014, 06:56
7. Einspruch

Der gute Herr Cinar hat mit seiner Kritik nur teilweise recht. Natürlich gibt es Fälle, in denen Menschen mit Migrationshintergrund diskrimminiert werden. Wenn Herr Cinar aber jede gescheiterte Bildungskarriere von Menschen mit Migrationshintergrund auf solche Gründe zurückführt, dann geht seine Argumentation vollkommen am Leben vorbei.
In Wahrheit ist es doch so, dass gerade Kinder aus vollkommen integrationsunwilligen Familien besonders oft scheitern. Wenn Eltern kaum deutsch sprechen, in einer Parallelwelt leben und den Kindern die Wichtigkeit von Bildung nicht vorleben, dann erschwert dies die Bildung und Ausbildung der Kinder weit mehr als eine (möglicherweise) fehlende Unterstützungsleistung des Staates. Meiner Meiunung nach liegt die Hauptverantwortung für die Bildung von Kindern bei deren ELTERN.
Und eine weitere Wahrheit ist, dass nicht durchweg alle Migrantenkinder eine schlechtere Bildung und weniger Chancen haben als deutsche Kinder. Gerade Migranten aus dem asiatischen Raum sind mitunter sogar deutlich besser als deutsche Kinder. Die bekommen aber möglicherweise zu Hause andere Werte vorgelebt als beispielsweise Kinder türkischer Herkunft.
Also, lieber Herr Cinar: Bitte suchen Sie die Schuld nicht ausschließlich beim Staat, sondern denken Sie auch darüber nach was sich in Ihrer "türkischen Community" verändern muss, um die Bildungschancen von Kindern mit Migrationshintergrund zu erhöhen.
Vielen Dank!

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moonriver1000 01.12.2014, 06:57
8. Schuld haben immer die Anderen

So einfach ist das also. Es liegt also nicht an der Unwilligkeit zu lernen? ZB die deutsche Sprache. Oder an der mangelhaften oder gar nicht vorhandenen Bereitschaft sich auf die hiesigen, kulturellen "Spielregeln" einzulassen? Nein, da ist es opportun, es dem grossmauligen Sultan gleichzutun.

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zapp-zarapp 01.12.2014, 06:57
9. multikausal

Ja: die deutsche Bildungspolitik hat es Migranten lange nicht gerade leicht gemacht. Gerade wo (unabhängig von Nationalität) eher auf Selektion, denn auf Förderung gesetzt wurde (tendenziell v.a. an Gymnasien) hatten es auch Migranten schwer. Dafür hatten diese aber das Glück, in Deutschland zumindest auf ein sehr gutes Berufsschulwesen zu treffen, welches viele hochwertige zweite Chancen eröffnet. Inzwischen sinken in einigen Regionen auch die Abbrecherraten unter Migranten schneller, als bei den Schülern ohne Migrationshintergrund. Es tut sich was - zum Glück. Aber der (Miss-) Erfolg hat viele Ursachen. Ursachen, bei denen Vorschläge wie Bewerbung ohne Foto zu kurz greifen. Es sind eben nicht nur Vorbehalte der Mehrheitsgesellschaft, die Hürden aufgebaut haben. Oder wie ist zu erklären, dass Kinder mancher Einwanderernationen überdurchschnittliche Schulleistungen produzieren, während sich gerade viele Deutsch-Türken schwerer tun? Den Befund gibt es schon länger, als die Islamskepsis der letzten Jahre. Da sind eben auch bildungsferne Schichten aus der Türkei zugezogen, denen höhere Bildung lange ebenso suspekt war, wie mancher deutschen Familie aus der dörflichen Peripherie. Und wenn dann noch türkische Politiker meinen, hier bei Wahlkampfveranstaltungen gegen ein zuviel an Integration werben zu müssen, einfach um sich eine traditionelle Stammwähletschaft zu sichern, dann hat das leider seinen Preis. Lernbegleiter zu fordern ist da illusorisch. Die bekommen in manchen Regionen auch deutschstämmige Kinder nur, wenn sie eine Autismusdiagnose haben. Und damit würde ich einen Migrationshintergrund nicht gleichsetzen wollen. Also weg von irgendwelchen Schaufenster-Vorschlägen/-Maßnahmen. Hin zu mehr lästigen und individuellem Integrations-Kleinklein im Alltag - mit konstruktiven Beiträgen aller Seiten.

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