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Internationale Studie: Expertenteam sieht enormes Sparpotential für die EU
DPA

Die EU muss sparen - aber wie? Eine neue Studie sieht jetzt enormes Potential zu kürzen. Den Mitgliedstaaten dürfte das nicht gefallen. Denn Experten von Bertelsmann, ZEW und Rand stellen Symbole des Nationalstolzes wie Militär oder Botschaften in Frage.

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bewusst_sein 11.07.2013, 12:07
90. Falsch

Zitat von graylion
gemeinsamer konsularer Dienst klingt sehr sinnvoll. Streitkraefte? Streitkraefte sind ein Mittel der Aussenpolitik (Clausewitz!) und gemeinsame Streitkraefte ohne gemeinsame Aussenpolitik sind ausgesprochen sinnwidrig.
Zu kurz gedacht. Es ist das Militär eines Landes, dass in letzter Konsequenz dessen Souvernität sichert und garantiert. Wer die Armee lediglich als verlängerten Arm der Aussenpolitik betrachtet (was Clausewitz so nie getan hat!), befindet sich bereits auf dem imperialistischen Holzweg. Die Auflösung des Militärs zugunsten einer europäischen Streitmacht bedeutet daher in letzter Konsequenz nichts anderes als die Auflösung der Nationalsstaaten zugunsten der Vereinigten Staaten von Europa (oder wie immer man dann diesen Völkerkerker nennen will).

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Wololooo 11.07.2013, 12:08
91.

Also durch eine Zusammenlegugn des Konsulardienstes könnte man 1,3 Milliarden Euro sparen und durch eine gemeinsame Armee 9 Milliarden.

Wieso nicht erstmal in Deutschland anfangen?

-GEZ/ARD/ZDF abschaffen: 7,5 Milliarden gespart (ach ja, nur beim Bürger, das zählt nicht)
-Stadtstaaten abschaffen und in größere Bundesländer integrieren
-Förderalismus nur dort wo er sinnvoll ist (Bildung sollte z.B. Sache des Bundes werden)
-Einführung der doppelten Buchführung und anderen Verfahren aus der Wirtschaft in der öffentlichen Verwaltung
-Zusammenlegen/ Abschaffen von Ministerien (Entwicklungshilfe in Wirtschaftsministerium; Landwirtschafts/Verbraucherschutzministerium in Umweltministerium)

(insgesamt unbekannte Ersparnis, aber da dürfte schon ordentlich etwas zusammenkommen)

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quadratwurzel 11.07.2013, 12:09
92. Totschlagargument

Zitat von marcaurel1957
...Ihre Ausführungen zu Truppen die Aufstände niederschlagen kann getrost in die Kategorie "dümmliche Verschwörungstheorie" einordnen....
Oh, da ist es wieder: Das Universalargument, wenn jemand mundtot gemacht werden soll - "Verschwörungstheorie". Lernt man auch das in der Bertelsmann-Stiftung, wenn einem die Meinung des anderen nicht passt?

Ich finde, wir befinden uns in Europa momentan auf einem extrem gefährlichen Weg. Die Nationalsozialisten haben 1933 nur rund 9 Monate gebraucht, um in Deutschland eine Diktatur zu installieren. Ich habe das Gefühl, wir befinden uns gerade mitten drin im Umbauprozess...

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doytom 11.07.2013, 12:13
93. In der EU nichts neues

Zitat von sysop
Die EU muss sparen - aber wie? Eine neue Studie sieht jetzt enormes Potential zu kürzen. Den Mitgliedstaaten dürfte das nicht gefallen. Denn Experten von Bertelsmann, ZEW und Rand stellen Symbole des Nationalstolzes wie Militär oder Botschaften in Frage.
Die Einsparvorschläge sind nichts neues. Die gesamten EU-Länder halten sich ein Gesamtheer von fast 800.000 Soldaten in Zeiten nach dem `Kalten Krieg` ! Hier ist Abrüstung angebracht weil es keine Bedrohung ausserhalb der EU gibt wie zu Zeiten des kalten Krieges und die UN-Missionen können von kleineren spezialisierten Taskforces hinreichend erfüllt werden. Auch die diplomatischen Vertretungen ausserhalb der EU könnten Zusammengelegt werden, einerseits um Kosten einzusparen (weshalb benötigt jedes einzelne EU-Land Vertretungen in aller Welt) und zum anderen würde die EU ein Signal der Gemeinsamkeit setzen und die diplomatische Administration EU-einheitlich abwickeln können.

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Medniece 11.07.2013, 12:15
94. Na, wo wir schon mal dabei sind

schaffen wir doch gleich die Länderparlamente ab. Dann ist das Zentralabitur und Länderfinanzausgleich kein Thema mehr. Der Bundespräsident ist ebenfalls abzuschaffen, nie war er überflüssiger. Und all die kleinen Kreis- und Gemeindeparlamente? Ohnehin nur Mangelverwaltung, also weg damit. Und leistet sich ein unsicherer Kandidat nicht auch noch ein Königshaus, also ...genau!
Je länger ich überlege, umso mehr fällt mir ein ... Asylbewerberleitungen? Warum soll denn jedes Land welche aufnehmen? Kann man ja auch umgehen lassen! Oh, man ...

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auweia 11.07.2013, 12:16
95. Wunderbar!

Zitat von maco
Das sehe ich anders:
Lasst uns mit Liechtenstein einen Vertrag machen, die übernehmen im Notfall die Verteidigung Deutschlands. Wir stellen nur das Wachbataillon für Staatsempfänge (wieso eigentlich - Regierung sitzt doch in Brüssel), koppeln uns aus allen Verträgen aus und leben mit unseren Exporterlösen glücklich bis an das Ende unsrer Tage.
Wenn es irgendwo auf dem Globus kracht, brauchen wir nur die Hände zu ringen und die Konfliktparteien bitten, aufzuhören und es ist Frieden. Wenn "deutsche" Frachtschiffe von Piraten geentert werden, rufen wir die glorreiche liechtensteinische Marine zur Hilfe. bei einer Überflutung kommen Dutzende THW-Hubschrauber mit mehreren Bataillonen Feuerwehr und sichern den Deich.
Warum bin ich da nicht eher drauf gekommen?

t der THW-HunFeuerwehrhubschrie Feuerwehr mitsc

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gerald246 11.07.2013, 12:17
96. Wo hat das problem denn angefangen?

Zitat von marcaurel1957
Wir, sprich Deutschland, haben noch keinen Cent nach Griechenland geschickt Abgesehen von dem normalen Leistungen aus den Kohäsionsfonds der EU natürlich
Direkt nicht, aber wenn ich das richtig verstehe hat die griechische Regierung Geld bei den Banken geborgt um z.B einen aufgeblaehten Beamtenapparat zu schaffen und um zu verschleiern dass keine oder kaum Steuern eingezogen werden. Dabei hat sie das Geld nicht nur ausgegeben sondern auch ungedeckte Verpflichtungen fuer die Zukunft geschaffen. Jetzt kann sie weder Zinsen noch Tilgung noch die staendigen Ausgaben zahlen.

Und genau dafuer geben wir den Banken das Geld, das die griechische Regierung schon ausgegeben hat. Das geld fliesst also mit negativer Zeitverzoegerung aus Deutschland nach Griechenland.

Sie sollten das Problem mal von da an sehen wo es begonnen hat, naemlich mit den nicht nachhaltigen Ausgaben (genauer: der massiven Verschwendung) der griechischen Regierung. Und genau an diesen Punkten kann gespart werden, und zwar massiv. Dagegen sind die 8 Mrd fuers Militaer garnichts (ganz abgesehen davon dass die EU wenn sie international ernst genommen werden will eine starke Militaermacht braucht).
Aber, die Bertelsmannstiftung nimmt mal wieder ideologisches Wunschdenken als ihre eigene realitaet wahr (ist ja auch viel einfacherR

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C. Kräje 11.07.2013, 12:24
97.

Zitat von Zereus
Die Punkte 1 und 2 sind ganz klar abgelehnt. Beides sind absolute Kernelemente eines Staates, sowohl eine eigene Diplomatie als auch eigene Streitkräfte sind absolute Grundvoraussetzung dafür, dass ein Staat ein Staat ist. Übernimmt diese Aufgaben die EU, wird diese endgültig zum Monsterstaat, den in Europa bis auf eine immer kleiner werdende Minderheit hptsl. aus der politischen Klasse niemand will.
Eigene Streitkräfte als notwendige Bedingung für die Existenz eines Staates? Welche Aufgaben muss die Bundeswehr denn wahrnehmen, die nicht auch von einer geimeinsamen Armee übernommen werden könnten? Die Deklarierung der EU als "Monterstaat", der allen Nationalstaaten die Rechte nehmen will, ist populistisch. Würden in den entscheidenden Organen nicht nur Wirtschaftswissenschaftler sitzen, sondern wie zu Gründungszeiten der EG auch Philosophen und andere Geisteswissenschaftler, die sich mit humanistischen Perspektiven auseinandersetzen, wäre gerade Deutschland gut damit beraten, einem solchen Gremium Kompetenzen zu übertragen.

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semaphil 11.07.2013, 12:27
98. die letzten Zuckungen?

Zitat von sysop
Die EU muss sparen - aber wie? Eine neue Studie sieht jetzt enormes Potential zu kürzen. Den Mitgliedstaaten dürfte das nicht gefallen. Denn Experten von Bertelsmann, ZEW und Rand stellen Symbole des Nationalstolzes wie Militär oder Botschaften in Frage.
So kurz vor der Bundestagswahl überschlagen sich die Bauarbeiter der schönen neuen Welt Europa. Ob es die Bankenunion ist, oder das Freihandelsabkommen, oder mal wieder die Verschlankung des fett und behäbig gewordenen Gemeinwesens Nationalstaat.

Auch die Bertelsmann-Leute haben nichts begriffen. Da verwundert nur, daß sie nicht gleich die Zusammenführung aller Nationalstaaten in eine Weltnation vorschlagen. Man stelle sich vor, es würde kein einziges Konsulat mehr benötigt ... Was für Einsparungseffekte - aber wäre das in Euro oder etwa - Gott bewahre - in Globodollar?

Allen diesen unerträglichen Versuchen, die EU noch zu retten, ist die Leugnung ganz eklatanter Webfehler im Europäischen Haus gemeinsam. Wir haben in Europa weder das Personal, noch die Strukturen, um irgendeine Gemeinschaftsaufgabe vernünftig und angemessen zu lösen. Dieses Personal wird es auch nicht in absehbarer Zeit geben, weil es weder eine EU-Ethik, noch eine Beamtenethik gibt.

Jeder EU-Funktionsträger, der die Übertragung weiterer Souveränität in Richtung Brüssel und Straßburg als Heilsversprechen anpreist, gibt sich der absoluten Lächerlichkeit preis.

Wieso sollte eine Brüsseler Bankenüberwachung besser sein, als eine nationale? Hat man dort unbestechlichere, besser gebildete und dem Allgemeinwohl eher verpflichtete Beamte?

Wieso sollte eine von Brüssel freigebig praktizierte Überlassung von Bürgerdaten an EX-EU-Staaten für das informationelle Selbstbestimmungsrecht besser sein, als deutlich restriktivere nationale Vorgaben?

Wieso sollte eine diplomatische EU-Vertretung den Interessen der EU-Bürger besser dienen können, als nationale Botschaften, wenn in der EU-Administration kein einziger vernünftiger Diplomat zu finden ist?

Wieso sollte man den Brüsseler Partylöwen der Eurorettung Vertrauen schenken, wenn das hart erarbeitete Vermögen der Bürger eingesetzt wird, um ausländische Zocker zu retten?

wenn also weit und breit keine vertrauenswürdigen Politiker, Funktionsträger, Banker und Manager zu finden sind, wie sollte eine weitere zentralistische Konzentration nationaler Souveränität den Karren aus dem Dreck ziehen können?

Tatsächlich müssen alle, Griechen, Zyprioten, wie Deutsche und Franzosen zuerst einmal im eigenen Haus Ordnung schaffen. Erst danach ließe sich erfolgreich über Gemeinsamkeiten reden.

M.E. erleben wir das letzte Aufbäumen einer wild gewordenen Eurokratengang, die wohl kaum Hemmungen haben wird, auch Aufstände und letztlich sogar Bürgerkrieg zu riskieren.

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marcaurel1957 11.07.2013, 12:28
99.

Zitat von quadratwurzel
Oh, da ist es wieder: Das Universalargument, wenn jemand mundtot gemacht werden soll - "Verschwörungstheorie". Lernt man auch das in der Bertelsmann-Stiftung, wenn einem die Meinung des anderen nicht passt? Ich finde, wir befinden uns in Europa momentan auf einem extrem gefährlichen Weg. Die Nationalsozialisten haben 1933 nur rund 9 Monate gebraucht, um in Deutschland eine Diktatur zu installieren. Ich habe das Gefühl, wir befinden uns gerade mitten drin im Umbauprozess...
Nun ja, das ändert nichts daran, daß man Dummheit auch als solche bezeichnen muss...und die Äußerungen des Foristen über Aufstände niederschlagende europäische Armeen war grottendumm.
Ich denke Europa befindet sich gegenwärtig auf einem guten Weg aus einer selbstverschuldeten Krise.
Wir Sie das Risiko einer Diktatur sehen, wissen. so wohl nur selbst...

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